Es gibt Zahlen, die brennen sich in die Seele, wenn man sie laut
ausspricht. 2.920 ist so eine Zahl. Aber mehr noch: Es sind 8 Jahre, es sind
2.920 Nächte, in denen Chuckys ganze Welt aus nacktem, kaltem, grauem Stein
bestand.
Lesen Sie diese Zahl bitte noch einmal ganz langsam: 2.920… Und dann
schließen Sie bitte kurz die Augen.
Seit 2018 atmet dieser arme Hund die Enge eines Zwingers. Während draußen die
Jahreszeiten wechselten, Menschen lachten und das Leben in tausend Farben spielte,
war die einzige Antwort auf sein Flehen nach Liebe das hohle Echo seiner
eigenen Pfoten auf hartem Beton; einem Boden, der im Winter die Glieder
gefrieren lässt und im Sommer die Hitze staut, bis die Luft zum Schneiden dick
ist.
Acht Jahre Stein. Drei Mal Wiese.
Lesen Sie auch das noch einmalund dann schließen Sie bitte wieder kurz die
Augen. In dieser unendlich langen Zeit durfte Chucky ganze drei Mal - nur
drei flüchtige Augenblicke in fast einem Jahrzehnt - weiches Gras unter seinen
Pfoten spüren. Das war zuerst 2022, dann 2023 und schließlich heute, im Jahr
2026. Drei selige Augenblicke, in denen er kurz vergessen durfte, dass er
eigentlich lebendig begraben ist. Spüren Sie diesen Stich im Herzen? Das ist Ihr
Mitgefühl, welches Ihnen zuschreit: Das ist falsch!
Acht
Jahre Einsamkeit. Drei Mal Aufmerksamkeit.
Fast alle - Tiere und Menschen - wären an dieser Vereinsamung zerbrochen. Sie
wären bösartig geworden oder stumpfsinnig in einer Ecke verkommen. Chucky jedoch
hat etwas getan, das uns Menschen tief beschämt: Er hat sich geweigert, den
Glauben an das Gute zu verlieren. Er hat sich geweigert, den Hass zu lernen.
Wenn die Gittertür sich für die wenigen Minuten der Besuche öffnet, drückt er
seinen alten, schweren Körper gegen das kalte Metall; nicht, um mit Gewalt zu
fliehen, sondern um für eine einzige Sekunde die Wärme einer menschlichen Hand
zu spüren. Sein Blick ist eine stumme, herzzerreißende Frage: "Schaut her, ich
mache alles richtig. Bin ich immer noch nicht gut genug für die Freiheit?"
Acht
Jahre Warten. Nur noch wenig verbleibende Zeit.
Die Uhr tickt jetzt unerbittlich und wir kämpfen einen verzweifelten Krieg
gegen den Beton. Chucky zählt 14 Jahre. Er ist in diesem Zwinger alt geworden.
Seine Gelenke schreien vor Schmerz vom ewigen Liegen auf dem harten Untergrund,
sein Körper ist todmüde, seine Kraft schwindet mit jedem Atemzug. Er hat fast
ein Jahrzehnt darauf gewartet, dass jemand seinen Namen ruft. Er träumt davon,
sich einmal in der Sonne wälzen zu dürfen, ohne danach das metallische Knallen
der Stahltür zu hören, die ihn wieder in die Dunkelheit verbannt.
Ihm läuft
die Zeit mit Siebenmeilenstiefeln davon. Es gibt nur noch zwei Möglichkeiten
für Chuckys Ende: Entweder er stirbt irgendwann einsam und unbeweint auf diesem
kalten Stein, den er seit acht Jahren anstarrt. Oder wir finden jetzt, in
letzter Sekunde, den Menschen, der ihm zeigt, dass das Leben mehr sein kann als
ein Gefängnis. Chucky braucht keine Villa. Er braucht nur das Versprechen, dass
sein letzter Atemzug nach Sommerregen und Blumen riecht, anstatt nach feuchtem,
schmutzigem Beton.
Sie sind
der einzige Mensch auf dieser Welt, der seine Geschichte noch umschreiben kann.
Sie brauchen keine acht Jahre, um sein Leben zu retten. Sie brauchen nur acht
Sekunden, um zum Hörer zu greifen und Chuckys Vermittlerin anzurufen. Bitte
lassen Sie den Stein nicht das letzte sein, das er fühlt.
Und sollte es bei Ihnen nicht passen, dann: Danke, dass Sie Chucky nicht
einfach übersehen. Danke, dass Sie anderen von ihm erzählen und ihnen diesen
Text zu lesen geben. Vielleicht ist ja genau sein Mensch dabei und Chuckys
Wunder beginnt bei Ihnen.
Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.
"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem
Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere
Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP
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Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt
Geboren vor 70 Jahren als
waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der
Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten
aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.