Tag: Glück

Thavine
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 01.2026

Ein herrlicher Frühlingstag in Italien. Die Vögel zwitschern, die Sonne kommt hinter den Wolken hervor und strahlt auf das kuschelige Körbchen der Hundekinder Thavine und Tiriel. Thavine streckt sich genüsslich und stuppst ihr Brüderchen Tiriel an. Werde schnell wach, Tiriel. Ein spannender Tag voller Abenteuer erwartet uns. Noch mehr Abenteuer, antwortet Tiriel und gähnt herzhaft. Wir haben doch gestern schon unsere Spielsachen versteckt, mit unseren Menschen gekuschelt und sind über eine weiche Wiese mit den bunten Blumen getobt.

Stopp! Falscher Film! Denn das ist nicht der, in welchem Hundekinder die Hauptrolle spielen, die in der Geborgenheit einer Familie oder eines Lieblingsmenschen aufwachsen dürfen. Dies ist der Film von Welpen, die mit zwei Monaten von ihrer Mama getrennt und in einem Hundelager entsorgt wurden. Statt in dem kuscheligen Körbchen werden sie auf einem kalten, schmutzigen Betonboden schlafen müssen, bis ihre Knochen wundgescheuert sind; und statt Vogelzwitscher wird sie jeden Morgen das Bellen und Jaulen ihrer Mitinsassen wecken, von denen viele ebenfalls seit ihrer Welpenzeit dort eingesperrt sind, ab da kein einziges Mal ihre Zelle verlassen haben und in dieser auch irgendwann einsam und vergessen sterben werden.

Thavine und Tiriel hatten seltenes, unfassbares Glück: Die Tierschützer
durften auf Stippvisite zu ihnen. Für die beiden Hundekinder bedeutete dies
einen Augenblick der Freiheit und Unbeschwertheit auf der Besuchswiese. Hier konnten
sie zum ersten Mal nach Herzenslust schnuffeln und rennen. Beim
Leinenführigkeitstest ist die kleine Thavine zwar durch-, aber dafür durch ihren
Einfallsreichtum aufgefallen: Sie hat die Leine kurzerhand zweckentfremdet und zur
Spielkameradin gemacht.

Leider sind die Besuche durch die Tierschützer gezählt. Wenn sie das nächste Mal vorbeikommen - vielleicht in einigen Monaten oder sogar erst Jahren, je nachdem, wie es den Canilebetreibern gefällt - dann wird Thavine viel von ihrer Unbeschwertheit und ihrem hundekindlichen Zutrauen verloren haben. Sie wird nicht wissen, dass sie im falschen Film ist, denn den Film vom glücklichen Hundeleben wird sie bis dahin nicht kennenlernt haben; nur den, in dem Leben nichts anderes als Überleben heißt. Überleben in einer Welt, die es gar nicht geben dürfte.

Und nun, liebe Leserinnen, liebe Leser, geben wir Ihnen eine Fernbedienung in
die Hand. Welcher Film soll für Thavine die nächsten zwölf bis vierzehn Jahre
laufen? Film B (bei Publikum und Presse durchgefallen), in dem die Kleine elend
in der Hundeverwahranstalt vor sich hinvegetiert, bis sie, gezeichnet durch
körperliche und seelische Vernachlässigung, diese Welt verlässt? Oder Film A
(löste schon bei der Uraufführung wahre Begesteirungsstürme aus), in dem sie
die Hauptrolle in Ihrem Leben spielt, fröhlich und vertrauensvoll an Ihrer
Seite aufwächst, um mit Ihnen als beste Freundin durchs Leben zu gehen? Sie
halten die Fernbedienung in der Hand; und um Ihnen die Wahl zu erleichtern,
haben wir schon die Telefonnummer von Thavines Vermittlerin einprogrammiert.
Bitte rufen Sie an. Thavine und wir
freuen uns auf Sie. Vielen, lieben Dank!
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Lebenslichter 22.05.2026, 19.25 | (0/0) Kommentare | PL

Jontar
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 08.2021
Schulterhöhe: 62 cm
Mai 2026: Neuer Tag, neues Glück? Das mag für andere gelten, aber nicht für mich. Keiner sieht mich, keiner ruft mich beim Namen. Was einmal Hoffen und frohes Erwarten war, sitzt jetzt zuviel auf den Knochen und zuwenig auf der Seele. Die Tage tropfen auf den Zwingerboden und versickern im rauen Beton.


Als mich
die Tierschützer einmal kurz besuchen durften, sagten sie mir: "Lieber Jontar,
warte nur ab, deine Familie kommt schon bald." Und ich wartete, warte immer
noch, aber niemand meldet sich für mich. So vergehen die Jahre und mein Leben
verrinnt.

Ich sehe
andere Hunde kommen und gehen. Eine von ihnen ist Jozefina, meine Schwester.
Sie hat den Jackpot geknackt und ein Zuhause bei einer ganz lieben Familie
gefunden. Ich bleibe zurück und werde immer runder, stiller, und müder. Nur
noch selten frage ich mich, ob mein Bild auch endlich einmal zum Lieblingsbild
von einem Menschen wird.

Jacoby und Betsy sind meine Freunde. Wir teilen das Warten miteinander, aber schon längst nicht mehr die
Hoffnung. Was einmal Welpenmut hieß, ist jetzt ein unsichtiger, dicker Hund mit
stillen, traurigen Augen, kaum noch Muskeln und glanzlosem Fell.

Dabei
mache ich alles richtig. Ich dränge mich nicht vor, belle nicht aufdringlich,
halte durch. Ich lasse mir vorsichtig das Halsband anlegen, folge tapfer, oder
stehe still, wie es gerade verlangt wird. Die Tierschützer sagen, ich sei
folgsam, sanft und vorsichtig hoffnungsvoll - aber ich frage mich: Erfährt das
überhaupt jemand? Oder ist auch das nur so ein Satz, der ungelesen in einem
Aktenordner verschwindet? Warum bin ich nie der, auf den jemand wartet? Bin ich
unsichtbar? Ich möchte doch so gern irgendwo ankommen und wissen, wie sich
richtiges Leben anfühlt.

Ich bin
Jontar und ich hoffe immer noch, dass meine Geschichte endlich jemand zu Ende liest.
Vielleicht schreibst Du ja sogar das Happy End.
Dein Jontar
Daniela Koenemann
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WAS BISHER GESCHAH:
August 2023; Jacoby, Jontar, Jorik, Jorina, Jozefina und Julinda - einst sechs niedliche, kleine, unschuldige Welpchen, die in der Hundehölle landeten. Die drei Buben und drei Mädchen sind inzwischen erwachsen, ihre Welpenniedlichkeit konnte keinen von ihnen retten. Umso nachdenklicher stimmt es mich, wenn ich auf den Fotos und Videos der Geschwister sehe, dass sie sich nicht aufgegeben haben, sondern immer noch lustige und freundliche Wesen sind, die unsere Tierschutzkameraden freudig begrüßen. Sonnenscheine in einer trostlosen Welt. Wie kann es sein, dass sie dort noch vor sich hinvegetieren müssen, anstatt im eigenen Zuhause für Spaß und gute Laune zu sorgen?


Es muss ein heißer Sommertag, Ende August 2021 gewesen sein, als Jontar und
seine Geschwisterchen das Licht der Welt erblickten. Kaum zwei Monate alt,
wurden sie ins Hundelager gebracht; ob sie ausgesetzt oder frei geboren
und aufgegriffen wurden, wissen wir nicht. Seitdem fristen sie ihr Dasein
an diesem düsteren, furchteinflößenden Ort, verbringen ihre Tage auf nacktem
Beton in nicht endenwollendem Einerlei, ohne Gras unter ihren Pfoten, ohne
einen Ort, an den sie sich einmal zurückziehen könnten, ohne streichelnde Hände
und jegliche Fürsorge. Unvorstellbar? Ja, aber leider traurige Wirklichkeit.


August 2024: Inzwischen sind drei Jahre vergangen, in denen aus einer Rasselbande niedlicher Welpen ein Rudel erwachsener Hunde wurde; verlassen, weggeschlossen und hinter Gitterstäben vergessen. Einzig ihre Schwester Jozefina, die nun Josy heißt, wurde im Dezember 2023 von einer dieser weltbesten Familien adoptiert und lebt nun glücklich und geliebt in ihrem eigenen Zuhause.
Lebenslichter 19.05.2026, 19.31 | (0/0) Kommentare | PL

Rasse: English Setter
Geschlecht: Rüde
Geboren: 31.12.2012
Schulterhöhe: 50 cm

"Es war einmal ein alter Hund, dem wurde die Welt ganz dunkel und still…
So könnte meine Geschichte beginnen. Ich bin Toby, ein steinalter Setter, sagen
die Menschen hier. Ich gehöre zu denen, die im Leben schon viel gesehen haben,
auch wenn ich das jetzt nicht mehr kann.
Es ist so nach und nach passiert. Zuerst wurde alles verschwommen, dann immer
dunkler, bis es zum Schluss nur noch schwarz war. Auch die Geräusche sind
verschwunden. Manchmal glaube ich noch, ein dumpfes Gemurmel zu spüren, so ein
leises Summen; aber die Stimmen und die Worte erreichen mich nicht mehr. Trotzdem
bin ich noch da. Ich gehe noch immer gerne nach draußen, meine Nase arbeitet
zum Glück noch einwandfrei, und sie erzählt mir alles, was ich wissen muss. Ich
schnuppere mich durch die Welt, ganz vorsichtig, Schritt für Schritt. Und wenn
ich Gras unter mir spüre, dann vergesse ich für einen Augenblick alles und
wälze mich glücklich darin, so wie früher.


Die netten Menschen hier sagen, ich sei lebensfroh und dass ich gerne kuschle. Das stimmt. Ich finde meinen Weg zu ihnen - vielleicht nicht mit den Augen oder mit den Ohren, aber trotzdem zielsicher. Und wenn ich sie dann errreicht habe, lehne ich mich einfach ganz dicht und fest an sie, was heißen soll: Seht ihr, hier bin ich. Es ist alles gut.

Vor einer Woche kam ich hierher ins Tierheim. Ein neuer Ort, den ich nicht
sehen kann mit Geräuschen und Stimmen, die ich nicht hören kann. Alles ist fremd und manchmal
bleibe ich einfach stehen und weiß nicht so recht, wohin ich gehen soll. Ich
glaube, alt zu sein hatte ich mir ein bisschen leichter vorgestellt. Man sagt
ja auch, dass es nichts für Feiglinge ist. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Schließlich
gibt es noch viel zu erschnuppern und zu erleben. Und vielleicht, ganz
vielleicht ist irgenwo da draußen jemand, der mir helfen möchte, mich
zurechtzufinden und mir mir zeigt, dass die Welt auch ohne Augenlicht und Gehör
noch ein schöner Ort sein kann.

Ich wünsche mir so sehr einen sicheren Platz bei Menschen, die mich geduldig führen, ohne mich zu drängen; die verstehen, dass ich manchmal ein bisschen länger brauche und die sich freuen, wenn ich mich neben sie lege und einfach nur da bin. Das würde mich glücklich machen. Hoffentlich bin ich nicht zu unbescheiden.

Das war sie schon, meine kleine Geschichte. Sehr viel Zeit habe ich wohl nicht mehr, und ich würde sie ich so gern mit dir verbringen. Vielleicht siehst und hörst ja gerade du mich - auch wenn ich selbst nichts mehr sehen und hören kann."
Dein TOBY
Yvonne Beier
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Lebenslichter 17.05.2026, 16.15 | (0/0) Kommentare | PL

Nidal
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2019
Schulterhöhe: 55 cm

Man sagt, das Glück sei wie ein scheuer Vogel: Wer es zu eilig greifen
will, sieht es davonfliegen. Nidal hat sich das auf seine Weise zu eigen
gemacht. "Ich bin lieber ein leiser Schatten", scheint sein Wesen zu sagen, "damit niemand merkt, wie sehr ich mir wünsche, dazuzugehören." Und doch, wenn
man genau hinsieht, erkennt man in seinen Augen eine Hoffnung, die leuchtet wie
ein winziger Stern in der Dunkelheit: "Vielleicht, nur dieses eine Mal, bleibt
der Moment ja bei mir." So lebt Nidal in einer Welt aus vorsichtigen Sekunden,
in denen er das Glück mit stiller Sehnsucht betrachtet. Er hat gelernt, wie
flüchtig die Flügelschläge dieses scheuen Vogels sind; man kann sie nur
festhalten, indem man lautlos verharrt. Wer ihn begleitet, lernt, dass manchmal
das größte Glück darin liegt, einfach nur zu bleiben und den leisen Zauber
eines Augenblicks nicht zu verscheuchen, sondern ihn behutsam im Herzen zu
bewahren.

Leider trägt Nidal eine stille Last, die sich nicht in seinem Wesen zeigt, sondern in seinen Werten. Seine Blutuntersuchungen sprechen eine deutliche Sprache: Leishmaniose. Diese Krankheit ist nicht laut, sie schleicht sich an und nimmt ganz heimlich, Stück für Stück. Das macht sie so gefährlich, weil sie glauben lässt, Nidal hätte noch Zeit, die er nicht mehr hat.

Nidal
wird nicht warten können, bis es vielleicht irgendwann passt. Für ihn liegt
jetzt alles in einer einzigen Entscheidung: Ob jemand bereit ist, für ihn
dazusein; ein Mensch, der nicht wegsieht, wenn es schwieriger wird, sondern ihn
begleitet, wenn er ihn am meisten braucht. Vielleicht können und möchten Sie dieser
Mensch, diese Familie sein, oder es gibt jemanden, den Sie mit Nidals Geschichte
erreichen.

Seine Vermittlerin erteilt Ihnen gern weitere Auskünfte über seine gegenwärtigen
Blutwerte und den bisherigen Behandlungsverlauf.
Tanja Roth
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0173 - 67 31 030
aus dem Ausland:
+49173 - 67 31 030
per EMail:
https://www.pro-canalba.eu/Lebenslichter 03.04.2026, 19.42 | (0/0) Kommentare | PL

Pluto
Rasse: Rauhaar Segugio
Geschlecht: Rüde
Geboren: 05.2022
Schulterhöhe: 50 cm

Neulich bei der Berufsberatung:
Pluto: "Ja, die Jägerei sagt mir nicht so sehr zu. Ich mag noch nicht einmal
hinter Katzen herjagen!"
Berater: "Oh, da sollten Sie wirklich umsatteln! Welche Fähigkeiten
bringen Sie denn mit?"
Pluto: "Ich bin freundlich, umgänglich und vertrage mich gut mit meinen
Artgenossen. Auch mag ich die Menschen recht gern."
Berater: "Wie wäre es mit einer Umschulung zum Glückspilz? Sie müssten
nur einige Regeln für das Zusammenleben mit Zweibeinern lernen. Ganz wichtig
ist es zum Beispiel, nicht am Tisch zu betteln, nicht ohne Erlaubnis aufs Sofa
zu springen und auch keine halbgefressenen Kauknochen im Bett zu verstecken."
Pluto: "Das ist alles kein Problem! Ich bin eher ein ruhiger Vertreter meiner
Rasse und habe mein jugendliches Ungestüm schon hinter mir. Außerdem lerne ich
schnell. Allerdings habe ich da so eine Krankheit, die Leishmaniose heißt. Sie
lässt sich aber wunderbar behandeln und man kann damit richtig alt werden."
Berater: "Ich bin sicher, Sie haben das Zeug zum Glückspilz und nehme
Sie gern in unserer Fortbildungsprogramm auf."

Verehrte Leserinnen und Leser, der liebe Pluto hat
es so sehr verdient, endlich auch einmal zu den Glückspilzen zu gehören. Er
wurde stark abgemagert, übersät mit Wunden und entzündeten Hautstellen im italienischen
Nirgendwo aufgefunden. Vermutlich hatte ihn sein Besitzer wegen fehlender
Jagdtauglichkeit einfach lieblos ausgesetzt und einem qualvollen Tod
überlassen. Zu allem Übel wurde Pluto, als er sich hilfesuchend an die Menschen
der ländlichen Orte wandte, mit Fußtritten davongejagt. Nur eine mit uns
befreundete Tierschützerin, die dort wohnt, erkannte seine Not und nahm ihn
auf. Bei ihr bekommt Pluto nun ausreichend Futter und wird gegen seine
Leishmaniose behandelt. Allerdings ist die
Frau eine engagierte Einzelkämpferin, die Pluto zwar gut versorgt, aber kaum
Zeit findet, ihn und die anderen bei ihr lebenden Hunde ausreichend zu bewegen
und zu beschäftigen. So verbringt der sanfte, hübsche, zweifarbige Pluto seine
Tage fast ausschließlich in einem Zwinger und sehnt sich nach einem eigenen Zuhause.

Möchten Sie unserem liebenswerten Wuschel Pluto gern
seinen innigsten Berufswunsch erfüllen? Als echter Glückspilz bei Ihnen leben
zu dürfen, mit einem eigenen, warmen Körbchen, gutem Futter, fröhlichen
Erlebnissen in der Natur und einer liebevoll streichelnden Hand? Dann rufen Sie
bitte schnell Plutos Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!
Yvonne Beier
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0173-2788571
aus dem Ausland:
+49173-2788571
per EMail:
Lebenslichter 10.02.2026, 15.39 | (0/0) Kommentare | PL

Ginko
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 08.2017
Schulterhöhe: 59 cm
Es gibt Momente, in denen man merkt, wie kalt die Welt wirklich sein kann.
Dann hört man hinter vorgehaltener Hand ein Flüstern - ein Gerücht, leise, aber
scharf wie ein Messer: Die Gemeinde, die Ginkos und Ghemons Unterbringung
zahlt, wolle sparen. Es geht um ein paar Cent pro Tag. Deshalb sollen Ginko und
sein Bruder Ghemon in ein anderes Lager abgeschoben werden. Das ist der Moment,
wenn man begreift: Leid hat keinen Boden. Es kann immer noch weiter nach unten
gehen.
Sechs Jahre sitzen die Brüder nun im Lager. Sechs lange Jahre nichts als Gitter
und Beton. Sechs endlose Jahre lang Hunger und Durst, Einsamkeit, Lärm und
Langeweile. Und nun ein Flüstern, das grausamer ist als alles Bisherige: Es
geht weder um ihr Wohl, noch um ihre Bedürfnisse und erst recht nicht darum,
dass Ginko ein unglaublich kontaktfreudiger und zutiefst anhänglicher Hund ist,
der sich nach Nähe sehnt, der Trost bei Menschen sucht und seinerseitsTrost spenden
möchte. Nein, es geht wieder einmal mehr nur ums Geld, um Leben, die nach
Tageskosten bewertet werden und die man effizienter machen will, indem man sie unsichtbar
macht.

Wer jemals eine solche Hundeverwahranstalt gesehen hat, weiß: Das bedeutet,
man streicht die Namen der Tiere aus einer Liste und verlegt sie wie Akten ins
hinterste Regal, wo sie alsbald in Vergessenheit geraten. Die hauchdünne
Verbindung zur Außenwelt, zu den wenigen Menschen, die überhaupt Zugang zu den
Hunden haben, wird kurzerhand abgeschnitten. Das ist die wahre Grausamkeit - nicht
laut, nicht blutig, aber vernichtend. Verrat am Leben selbst.
Während all das drohend über ihm schwebt, sitzt Ginko da und wirkt nicht
gesund. Er ist viel zu dünn, sein Körper erzählt von Entbehrung. Er bewegt
sich, als tät ihm vieles weh, und die hängenden Papillome, die seinen Körper
bedecken, erscheinen wie stumme Zeugnisse eines Lebens, das niemand wirklich
betreut hat.

Ginko und seine Brüder
Ghemon und Gabek sind freundliche, fügsame und brave Hunde; liebevoll im Umgang
mit Menschen, verträglich mit Rüden und Hündinnen gleichermaßen. Alle drei
marschieren sie brav an der Leine, als wollten sie sagen: „Wir geben uns Mühe. Wir
wollen doch nur gesehen werden. Vor allem Ginko ist ein Hund, der menschliche
Nähe sucht, der sich vorsichtig hoffnungsvoll anlehnt und dessen stiller Blick gellender
schreit als jedes Jaulen. Es gibt Hunde, denen man das Leiden ansieht; und es
gibt Hunde wie Ginko, deren leisesVergehen schwerer zu ertragen ist als jeder
laute Schmerz.
Nun
sollen die Brüder für immer in der Versenkung verschwinden. Nicht sterben,
sondern viel schlimmer, nämlich vergessen werden. Wenn Sie je darüber
nachgedacht haben, einem Hund zu helfen, der Sie wirklich braucht; einem Hund,
der nichts falsch gemacht hat, außer zu lange zu leben, um billig zu bleiben, dann
ist jetzt der Moment gekommen, Ginkos Vermittlerin anzurufen.

„…durch Leiden wird das
Glück erkauft. (F. Dostojewski).
Wenn das stimmt, dann haben unsere drei Brüder wahrscheinlich schon Glück für mehrere Leben angespart. Sie kennen die Welt jenseits der Gitterstäbe nicht, aber sie werden lernen, in ihr zu leben, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen.
Vielleicht wird es sie überwältigen, wenn sie zum ersten Mal die Sonne aufgehen sehen, Gras unter ihren Pfoten spüren und erleben, wie sich ein weiches Bett anfühlt. Aber sie werden erkennen, dass dies das echte Leben ist, wenn… ja, wenn ihre Menschen sie hier auf ihren kleinen Vorstellungsseiten entdecken und sich nicht abschrecken lassen von den Geschwüren, die sich an Ginkos Bauch und Oberschenkeln gebildet haben.

Für
unseren lieben Jungen suchen wir warmherzige, einfühlsameMenschen, die
verstehen, dass er auch und gerade deswegen die Hilfe und Geborgenheit braucht,
die er nur in einem richtigen Zuhause finden kann.
Ich weiß nicht, ob Hunde von einer besseren Zukunft träumen können. Aber sie
empfinden Schmerzen und sie leiden wie wir. Das Leid von Ginko und seinen
Brüdern könnte ein Ende haben, wenn ihnen jemand hilft. Möchten Sie gern
der/diejenige(n) sein? Dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen, lieben Dank!
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon:
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Lebenslichter 19.01.2026, 20.19 | (0/0) Kommentare | PL

TWIN
geb. 07.2017
64 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
sanft und anhänglich
liebt seine vertrauten Menschen, bei Fremden braucht er ein bisschen Zeit
gut verträglich mit allen Hunden
kennt bereits das Laufen an der Leine
Für-immer-Zuhause ersehnt
Wenn ein junges Leben
nur hinter Gitterstäben abgesessen werden muss...
Twin – dein Leben
findet seit deinem vierten Lebensmonat in Gefangenschaft hinter Gitterstäben
statt. Anfang November 2017 kommst du als junger, hoffnungsfroher Welpe ins riesige,
unheimliche Moskauer Shelter Kozhuhovo. Und als wäre das nicht schon schlimm
genug, musst du im Februar 2023 mit 3.000 anderen unschuldig Eingesperrten nach
Malinki, in das neue, hundefeindlich gebaute, weit außerhalb Moskaus gelegene
Shelter uübersiedeln. In all den Jahren, welche du traurig und einsam mit noch
drei anderen Hunden auf knapp vier Quadratmetern zubringen musstest, hat sich niemand
je für dich interessiert. Das bedeutet fünffeinhalb Jahre gefangen in
Eintönigkeit, Langeweile und Einsamkeit – ganzzu schweigen von dem miserablen
Futter und dem Fehlen von Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Ein verlorenes
Leben, und trotz all der Trostlosigkeit hast du deinen Glauben an uns Menschen
und deine Liebe zu uns nicht verloren.

Du liebst es, auf dem Sheltergelände mit anderen Hunden spazieren zu gehen und zu spielen, benimmst dich im Auslauf jedoch ruhig, ausgeglichen und gehst jedem Ärger grundsätzlich aus dem Weg. Das Größte für dich sind die Besuche der Freiwilligen. Für diese kurzen, kostbaren Augenblicke – es sind bei so vielen Hunden und viel zu wenigen Betreuern ja immer nur ein paar Minuten einmal in der Woche – lebst du, darauf wartest du ausdauernd und geduldig, sieben endlose Tage und Nächte lang.
Wenn deine Betreuer
endlich da sind, sich die Zwingertür öffnet und du dir gemeinsam mit vielen anderen
Schicksalsgefährten für ein Weilchen die vom ewigen Sitzen und liegen steif
gewordenen Beine vertreten darfst, dann bist du glücklich. Ein seltenes und
bescheidenes Glück, aber eines, aus welchem du die Kraft schöpfst, nach dem
viel zu baldigen Abschied eine weitere Woche durchzuhalten.

Wenn sich zufällig
doch einmal einzelne Besucher ins Shelter verirren und sogar an deinem Zwinger
stehenbleiben, bleibst du zunächst vorsichtig und freundlich zurückhaltend. So
wirst du auch, wenn du das Glück haben solltest, ein eigenes Zuhause zu finden,
erst einmal ein wenig Zeit benötigen, um dich deinen Menschen zu öffnen. Doch
wer wollte dir das verübeln? Du kennst ja bisher, von den Betreuern abgesehen,
keine Menschen – höchstens noch die Arbeiter im Shelter, und die möchte man
meistens lieber nicht näher kennenlernen.
Lieber, wunderschöner, großer und freundlicher Twin! Wir hoffen von Herzen für dich und tun alles, was uns möglich ist, damit du den Rest deines Lebens nicht hinter verrosteten Gitterstäben abzusitzen brauchst, sondern bei einem lieben Menschen, einer netten Familie verbringen darfst.

Wenn Sie sich von
unserem liebenswerten Schützling angesprochen fühlen und ihn gern in Ihrem Haus und Ihrem
Leben willkommen heißen möchten, dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen,
lieben Dank!
Die Vermittlung und
Ausreise erfolgt über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Hier sehen Sie Twin
noch im Shelter Kozhuhovo beim Gassigehen:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
E-Mail: Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 27.07.2024, 15.42 | (0/0) Kommentare | PL

8 Jahre alt (geb. 2016)
60-65 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
freundlich zu Menschen
mag nicht jeden Hund
hatte ein Zuhause, bis
sein Herrchen leider verstarb
und Ben ins Hundealyl musste
wünscht sich nichts
sehnlicher,
als noch einmal ein Körbchen für immer
Früher hattest du ein Leben; sogar ein recht gutes, wenn man berücksichtigt, in welchem Land du geboren wurdest. Dann starb dein Herrchen und mit einem Schlag änderte sich alles für dich. Denn für einen doch eher großen und nicht mehr ganz jungen Rüden wie dich fand niemand mehr Verwendung. So musstest du ins Malinki, das riesige Obdachlosenheim für Hunde, weit vor den Toren Moskaus einziehen.
Bis zu diesem
Unglückstag kanntest du nur das Leben mit deinem Herrchen, Seite an Seite und
immer zusammen. Nun musst du dich auf einmal ganz allein in dem trostlosen
Hundeasyl mit über 3000 Leidensgefährten zurechtfinden und behaupten.
Sogenannten
„Ex-home“-Hunden wir dir fällt das unendlich schwer. Du warst es gewohnt, mit
einem Menschen zusammen in einem Haus zu leben, mit ihm spazierenzugehen,
seinen Alltag zu teilen. Jetzt hockst du fast mutterseelenallein in einem
kalten, gemauerten Zwinger, umgeben von Gittern und meterterhohen Ziegelwänden,
schutzlos jeder Witterung ausgesetzt und ohne menschliche Ansprache oder Fürsorge.
Die freiwilligen Helfer versuchen, auch dich wenigstens einmal in der Woche für ein paar Minuten aus deinem Gefängnis zu holen, doch es ist immer wieder ein Drama.

Bist du draußen, löst
du dich erst einmal ausgiebig und man sieht dir die Erleichterung an. So lange
es irgend geht, versuchst du, den Zwinger sauberzuhalten, schließlich wurdest du
zur Stubenreinheit erzogen. Aber was sollst du machen, wenn du einmal in der
Woche für eine knappe Stunde deinen Käfig verlassen darfst? Natürlich leidet
ihr alle unter dem Dreck, der Nässe und dem Gestank; für Hunde wie dich gilt
das doppelt.
Ein ganz besonderes Glanzlicht ist für dich der Löffel Dosenfutter, den die Freiwilligen dir und ein paar anderen Glücklichen von Zeit zu Zeit spendieren, wenn sie es sich leisten können und ihr besonders viel hungern müsst. Ich glaube, kein König kann das feinste Festmahl so genießen, wie du diese kleine Extraportion Luxus pur.


Beim Gassigehen blühst
du dann regelrecht auf, selbst wenn es nur auf dem Asylgelände stattfindet und
du nie etwas von der Welt außerhalb von dessen Grenzen zu sehen bekommst. Du genießt
die kurzen, kostbaren Momente, in denen die Aufmerksamkeit deiner Betreuerin,
deines Betreuers (denn es gibt unter den Freiwilligen auch einige wenige
tierliebe Männer) dir ganz allein gehört. Die Bewegung ist eine solche Wohltat
für deine vom endlosen Liegen und Stillsitzen steifen und schmerzenden Knochen
und Gelenke. Es scheint, als könntest du ewig so weiterlaufen, ohne jemals müde
zu werden. Wohl, weil du nur allzu genau weißt, was darauf unweigerlich folgen
muss – die Rückkehr in den von dir so verabscheuten Zwinger.
Du lässt dich nicht
einfach so zurück locken – weder mit guten Worten noch durch Bestechung. Du
sträubst und wehrst dich, soviel du nur kannst, sodass die Ehrenamtlichen dich
fast schon mit Gewalt in den Verschlag drängen müssen – auch wenn ihnen dein verzweifelter
Blick jedesmal das Herz zerreißt.
Wurdest du erst über
die Zwingerschwelle gezogen, trottest du mit gesenktem Kopf in die winzige, für
einen Hund deiner Größe viel zu enge Holzkiste und rollst dich darin zusammen.
Wenn die Freiwilligen dann die Käfigtür schließen, liegst du einfach nur
regungslos da.
So harrst du aus… du jaulst nicht, bellst nicht, winselst nicht. Du wartest einfach nur auf den erlösenden Moment, in dem ein Mensch die Tür zu deinem Gefängnis öffnet.

Nunmehr fast zwei
Jahre verbringst du in dieser trostlosen Lage; ohne erkennbaren Ausweg, ohne
die geringste Chance, dass sich dein Schicksal doch noch einmal zum Guten
wendet. Dabei wirst du allmählich zum Hundesenioren, dir bleibt nicht mehr
endlos viel Zeit. Du brauchst so sehr ein warmes, fürsorgliches Zuhause an der
Seite deines Menschen, deiner Familie.
Du verhältst dich freundlich gegenüber jedermann und genießt sichtlich die Nähe und Zuneigung der freiwilligen Helfer. Da du früher ein Zuhause hattest, ist dir das Leben im Haus, ebenso wie das Spazierengehen an der Leine vertraut.

Mit anderen Artgenossen ist es bei dir so eine Sache. Auf fremde Rüden möchtest du am liebsten verzichten; du wirst schon wissen warum. Gegen eine nette Hundedame im neuen Zuhause hättest du sicher nichts einzuwenden; im Shelter teilst du dir dein Gefängnis auch mit zwei Hündinnen. Am liegsten wärst du aber wieder Einzelhund und hättest deine(n) Menschen ganz für dich allein.

Lieber Ben, von ganzem
Herzen hoffe ich, dass es auch für dich noch einen freundlichen Menschen gibt,
der dich gernhat und dich umsorgt, damit du deine letzten Lebensjahre nicht in
diesem verhassten Zwinger absitzen musst.
Möchten Sie für den
traurigen, verzweifelten Hundebuben gern dieser Mensch/diese Familie sein? Dann
melden Sie sich bitte bei uns. Vielen, lieben Dank!
Die Ausreise und
Vermittlung (nur innerhalb Deutschlands) erfolgt über den Tierschutzverein Kettenlos e.V.
Vermittlerkontakt/Fragen:
Daniela Bansche
Tel.: 05371-687266
E-mail: d.bansche@gmail.com
Lebenslichter 18.07.2024, 15.32 | (0/0) Kommentare | PL
Es gibt keine Worte dafür, wenn für zwei Hunde nach fast 14 Jahren Eingesperrtsein das Leben beginnt und ihnen die Liebe von Menschen zuteil wird. Es ist ein Wunder, wenn dieses Zuhause für EINEN alten Hund gefunden werden kann. Dürfen ZWEI Schwestern im Doppelpack reisen, ist es mehr als ein Wunder.
Dieses Wunder wurde wahr für die beiden Schwestern Julia und Gerda. Sie wurden privat adoptiert von der in Deutschland lebenden Familie einer ihrer russischen Betreuerinnen. Julia und Gerda haben Russland am 11. März verlassen, und die Reise gut überstanden. Sie sind angekommen in ihrem Zuhause. Die schüchterne Julia orientiert sich sehr an ihrer offeneren und mutigeren Schwester Gerda. Nicht auszudenken, hätte man die beiden getrennt. Gemeinsam sind sie durch all die schweren Jahre im russischen Shelter gegangen, nun dürfen sie gemeinsam noch ihr eigenes Zuhause genießen. Wir vom Verein Pro Canes et Equos haben die beiden Schwestern für die Reise und das Leben hier mit Sicherheitsgeschirren ausgestattet.
Julia und Gerda, wir freuen uns so sehr über Euer Glück, und hoffen, dass Euch noch ganz viel Zeit in Freiheit bleibt!

JULIA
Hündin
geb. 2010
50-55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
zurückhaltend und ruhig
braucht ein bisschen Zeit, um Vertrauen zu fassen
umgänglich und verträglich mit Artgenossen
kennt das Laufen an der Leine
weiches Körbchen zum Ausruhen gesucht
Wunder gibt es immer
wieder – so heißt es in einem alten Schlager. Und genau so ein Wunder suchen
wir für dich, liebe Julia, sowie für Gerda, deine Schwester, die
ich hier schon vorgestellt habe.
Zwei liebe, in Ehren ergraute Hündinen, die ihr ganzes Leben gemeinsam in der großen Hundverwahranstalt Kozhuhovo bei Moskau zubringen mussten. Wir wollen versuchen, auf diesem Wege besonders großherzige Menschen zu finden, die es euch ermöglichen, dass ihr Zwei euer Leben miteinander in einem behüteten Zuhause beschließen dürft. Dieser Wunsch erscheint vermessen, er ist es auch; und natürlich sind wir dankbar und froh, wenn wenigstens eine von euch noch einen gemütlichen, liebevollen Platz findet.

Vereint in eurem
traurigen Schicksal, hattet Ihr all die harten Jahre lang ein großes Glück: Ihr
wurdet nie getrennt, hattet wenigstens immer euch. Viel ist das nicht, aber es
hat euch sicher oft geholfen, die Zeit hinter Gittern in dem riesigen
Hundegefängnis zu überstehen.
Auch nach dem Umzug in das neue Shelter Malinki, weit vor den Toren von Moskau auf dem Gelände einer stillgelegten Mülldeponier erbaut und für Besucher und Freiwillige nur schwer erreichbar, wurdet Ihr zusammen mit zwei weiteren Leidensgefährten in einem Zwinger untergebracht. Das ist den ehrenamtlichen Betreuern und Betreuerinnen zu verdanken. Sie haben es, allen Schwierigkeiten und Widerständen zum Trotz durchgesetzt, dass nicht getrennt wurde, was zusammengehört.

Im neuen Shelter ist das Leben noch weitaus beschwerlicher geworden. Ständig fehlt es an Futter, sodass Ihr euch kaum jemals richtig sattfressen könnt; saubers, frisches Wasser ist Mangelware und ein richtiges Luxusgut; die einfache, kahle Holzhütte für den Rückzug ist viel zu winzig, als dass vier Hunde gleichzeitig darin Schutz finden könnten; die Betreuer brauchen deutlich länger für die Anfahrt, was natürlich von der ohnehin knapp bemessenen Zeit abgeht, die sie euch widmen können; und die Tierärztinnen und -ärzte lassen es an Fachwissen und echtem Interesse an eurem Wohlergehen fehlen. Doch allem zum Trotz geben du und deine Schwester euch weiterhin gegenseitig Halt.
Du bist schüchterner als deine Schwester Gerda und brauchst länger, um dich uns Menschen anzuschließen. Den Freiwilligen, die du schon lange Jahre kennst und die euch nie im Stich gelassen haben, vertraust du; aber auch Fremden gegenüber zeigst du du dich mutig und aufgeschlossen, wenn deine Schwester Gerda dich begleitet. Solltest du das Glück haben, ein eigenes Zuhause zu finden, werden deine Menschen dir bestimmt mit viel Verständnis und Geduld entgegenkommen. Und wenn es das Schicksal doch noch einmal besonders gut meint, dürft Ihr vielleicht gemeinsam dort einziehen. Schön wäre es, wenn es einen eingezäunten Garten gäbe, in welchem du/ihr spazieren gehen und euch die Sonne aufs Fell scheinen lassen könnt. Auf ausgedehnte Wanderungen legt ihr keinen Wert mehr; denn abgesehen von euren Seelen, ist auch an euren Körpern die lebenslange Gefangenschaft auf knapp fünf Quadratmetern mit kaum Bewegung nicht spurlos vorübergegangen.

Vielleicht möchten ja
Sie einer dieser zwei so lieben, stillen und unaufdringlichen Hündinnen – oder,
wenn Sie es ermöglichen können, auch beiden - nach dreizehn Jahren voller
Einsamkeit und Entbehrung noch einen schönen Lebensabend und später dann einen
würdigen Abschied bescheren? Dann melden Sie sich bitte recht bald bei uns, den
beiden läuft die Zeit davon. Vielen, lieben Dank!
Die Vermittlung und
Ausreise erfolgt über den Tierschutzverein „Pro Canes et Equos“.
Hier zeigen wir Ihnen einige
Videos der beiden Schwestern in ihrem Shelteralltag:
Julia im
Shelterauslauf in Malinki:
Julia ebenfalls im
Shelterauslauf in Malinki:
Julia und Gerda
bekommen Leckerlis in ihrem Zwinger:
Julia und Gerda
bekommen Leckerlis in ihrer Holzhütte:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
E-Mail: Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 28.03.2024, 15.19 | (0/0) Kommentare | PL

Bis heute gab es in seinem Leben nur Gitterstäbe…
Ein Schicksal wie so viele: Saffron kam 2014 zusammen mit anderen Welpen ins russische Shelter Kozhuhovo. Damals hatte er noch sein ganzes Leben vor sich, hätte bei einer lieben Familie leben sollen und einfach nur glücklich sein sollen. Doch nur allzu oft hält das Schicksal eine andere Geschichte bereit.
Saffron lebt nun schon bald acht Jahre an diesem trostlosen Ort. Traurig und gelangweilt sitzt er in seinem kleinen Außenzwinger hinter schmutzig-grünen, halb verrosteten Gitterstäben.

Einziger Lichtblick in seinem öden Dasein sind die Freiwilligen, die einmal in der Woche zu Besuch kommen. Saffron darf dann zusammen mit seinen Artgenossen in den Auslauf. Er freut sich jedes Mal so sehr, wenn er seine Betreuer schon von weiten sieht. Dann weiß er, endlich darf er für eine glückselige Stunde seinen ungemütlichen Zwinger verlassen und sein monotones Leben für ein paar Augenblicke gegen ein Gefühl von Freiheit eintauschen.
Saffron ist sehr anhänglich, verspielt und fröhlich. Er liebt es, mit den anderen Hunden im Auslauf zu spielen. Seine Zwingernachbarn und er toben die ganze Zeit über und vergeuden keine einzige kostbare Minute.
Seine Betreuer beschreiben Saffron als neugierig und zärtlich. Mit seiner liebenswürdigen Art erobert er alle Herzen im Nu. Gern gibt er Pfötchen und läuft an der Leine wie eine Eins.
Einmal nahm Saffron an einer Tierschutzveranstaltung
in Moskau teil und durfte sogar über Nacht bei seiner Betreuerin bleiben. Er
badete vergnügt, fuhr problemlos im Auto mit und schlief schön im Flur auf
einer Matte. Allerdings machten ihm laute Geräusche auf der Straße ein
wenig Angst.

Bei der Veranstaltung hatte Saffron leider kein Glück, so sehr sich seine Betreuer auch für ihn bemühten. Sie konnten kein Zuhause für ihn finden. Saffron verstand die Welt nicht mehr, als er nach diesem Ausflug in die große Welt wieder in seinen engen Zwinger zurückkehren musste.
Saffron ist ein bildhübscher und blitzgescheiter Hund, aber in Russland hat er leider keine Chance ein Zuhause zu finden. Es gibt dort einfach zu viele von seiner Art. Daher machen wir uns für ihn auf die Suche.
Lieber Saffron, wir geben die Hoffnung nicht
auf. Irgendwo gibt es bestimmt diesen einen Menschen, diese eine Familie, deren
Herz Du mit Deiner bezaubernden Art berührst. Du brauchst ja nicht viel:
Anständiges Futter, einen Platz zum Schlafen, der Dir allein gehört, regelmäßige
Bewegung und natürlich eine große Portion Verständnis und Liebe!

https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
Lebenslichter 21.01.2024, 10.22 | (0/0) Kommentare | PL