Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Hundelager

Rochus - Gestromte Liebe zu vergeben

Rochus

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 08.2021

Schulterhöhe: 71 cm 

Ein großer Hund. Ein bildhübscher Hund. Ein lieber und umgänglicher Hund. Und mit seinen fünf Jahren eigentlich noch ein junger Hund. Kurz gesagt: Rochus bringt vieles mit, was man sich von einem vierbeinigen Wegbegleiter wünschen kann.

Nur eines fehlt ihm noch: ein Zuhause.

Seit August 2025 sitzt Rochus in einem italienischen Hundelager. Dort warten mehrere hundert Hunde Tag für Tag darauf, dass sich ihr Leben endlich verändert. Es ist laut, trostlos, ein Ort ohne Hoffnung oder Zukunft. Freiheit, Gras unter den Pfoten, ein eigener Mensch – all das bleibt für sie ein unerfüllter Wunsch.

Rochus hatte in diesem April wenigstens das Glück, dass italienische Tierschützer ihn besuchen durften und Rochus zeigte ihnen sofort, was in ihm steckt. Zu dem Zeitpunkt teilte er seine Box mit zwei Hündinnen und schien ihre Gesellschaft völlig in Ordnung zu finden. Den Tierschützern gegenüber war er aufgeschlossen und freundlich, ließ sich ohne weiteres anfassen und die Leine anlegen.

Sie beschrieben ihn so: "Rochus ist ein sehr lieber und recht selbstsicherer Hund. Uns gegenüber war er offen und freundlich. An der Leine lief er erstaunlich brav mit. (...) Ein ganz feiner Hund!"

Was will man mehr? Ein großer, erwachsener Hund, der Menschen gernhat, mit Artgenossen augenscheinlich gut auskommt, sich nett und ausgeglichen zeigt und sogar schon ein bisschen Erfahrung mit dem Laufen an der Leine hat.

Und dann sind da noch diese Augen. Vielleicht erzählen sie davon, dass Rochus längst verstanden hat, wer darüber entscheidet, wie sein Leben im Guten oder Schlechten weitergehen wird. Vielleicht auch davon, dass er trotz allem nicht aufgehört hat, Menschen zu vertrauen.

Denn genau das tut Rochus noch immer: Er geht auf Menschen zu.

Auch nach einsamen Monaten im Hundegefängnis sucht er die Nähe, wenn jemand vor seinem Zwinger steht. Er zieht sich nicht zurück, hat sich nicht aufgegeben. Ganz im Gegenteil: Rochus hat offensichtlich beschlossen, dass das Leben noch etwas anderes für ihn bereithalten muss.

Rochus hat bereits JA gesagt. Fehlen nur noch Sie.

August 2026 Inzwischen wurde Rochus umgesetzt und teilt sich seinen Platz mit zwei Rüden. Auch mit ihnen zeigt er sich verträglich und entspannt.

Für ihn suchen wir Menschen, die einen großen, kräftigen Hund verlässlich führen können. Ein ländliches Zuhause mit sicher eingezäuntem Grundstück wäre ideal. Gern sollten Sie schon ein wenig hundeerfahren sein und bereit, unserem Rochus zu geben, was im Grunde jeder Hund für ein glückliches Leben braucht: einen sicheren Platz, einen gefüllten Napf, Spaziergänge, ein bisschen Gras unter den Pfoten, liebevolle Führung und vor allem einen Menschen, der bleibt.

Vielleicht sitzen Sie gerade vor diesem Text und denken:  "Rochus könnte mein Hund sein." Dann rufen Sie seine Vermittlerin an und finden Sie es heraus. Vielen, lieben Dank!

Daniela Koenemann

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Lebenslichter 24.10.2026, 18.22 | (0/0) Kommentare | PL

Plugh - Ich wär´ so gern einfach deiner


Plugh

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2015

Schulterhöhe: 60 cm

Hallo du, ich bin Plugh.

Man sagt, ich bin ein unkomplizierter Kerl und ich glaube, das stimmt wirklich. Ich gehe offen auf Menschen zu, freue mich über Nähe und genieße jede Streicheleinheit. Ich muss nicht lange überlegen, ob ich jemanden mag. Gerade deshalb verstehe ich nicht so ganz, was gerade passiert.

Es heißt, dass ich vielleicht bald an einen Ort kommen soll, an dem es laut ist, voll und unruhig. Ein Ort, an dem es nicht mehr um mich geht, sondern nur noch darum, irgendwie da zu sein und Geld zu bringen. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich dort einfach untergehe. Dabei wünsche ich mir gar nichts Großes und brauche auch nicht viel. Ich möchte einfach dazugehören. Bei Menschen sein, die mich sehen, die Zeit mit mir verbringen und bei denen ich bleiben darf. 

Ich bin bereit für mein eigenes Zuhause. Für ein Leben, in dem ich nicht nur warte, sondern wirklich ankomme. Vielleicht liest du das gerade und denkst an mich.

DEIN PLUGH

Plugh, unser freundlicher Senior, steht kurz davor, aus einer privaten Pension in eines der furchtbaren, tödlichen Hundelager abgeschoben zu werden. Dort wird er unter tierquälerischen Bedingungen bis zum bitteren Ende sein Dasein fristen müssen, wenn wir ihm nicht umgehend helfen. Bitte unterstützen Sie uns dabei, für Plugh endlich sein erstes schönes Zuhause zu finden. Lesen Sie bitte seine Geschichte, verbreiten Sie sie in Ihren sozialen Netzwerken und erzählen Sie anderen Menschen von ihm. Denn nur gemeinsam werden wir es schaffen, den liebenswerten Rüden vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Aber der Reihe nach: Es war einmal ein süßes, kleines Fellknäuel namens Plugh, das ein Zuhause bei Menschen mit Haus und Garten hatte. Allerdings wurden diese Menschen seiner Gesellschaft schnell überdrüssig, sodass Plugh bis zu seinem sechsten Lebensjahr ausschließlich im Garten hausen musste - ohne Ansprache, ohne Streicheln, ohne Spielen. Irgendwann störte Plugh sogar im Garten und musste endgültig fort. Wenigstens wurde er nicht einfach auf die Straße geworfen, wie das nur allzu oft geschieht. Er zog in eine Pension um und blieb dort, bis seine Menschen das Pensionsgeld nicht mehr bezahlten und dem armen Rüden die Abschiebung in ein trostloses Hundelager drohte.


Zu seinem Glück nahm eine kleine Gruppe von Tierschützern sich seiner an und bezahlte fortan für seine Unterkunft, wie sie das bereits für etliche andere gestrandete Hunde taten in der Hoffnung, dass die Tiere in einem zweiten Anlauf ein Für-immer-Zuhause finden würden. Im Mai vergangenen Jahres traf die Tierschützer dann aber die Hiobsbotschaft, dass sie alle Zwinger räumen müssten, da diese zu nah am Fluss und somit in möglichem Hochwassergefahrengebiet lägen.


Nun stehen Plugh und zwanzig weitere Hunde erneut auf der Abschussrampe in Richtung seelenloses Hundegefängnis, aus welchem es für ihn kaum ein Entkommen mehr geben wird. Daher suchen wir sehr dringend eine Familie oder eine einzelne Person, die unseren anspruchslosen Plugh so schnell es irgend geht bei sich aufnehmen möchte.



Plughie, wie ihn die freiwilligen Helferinnen und Helfer liebevoll nennen, ist ein älterer, genügsamer Hundemann. Trotz der traurigen Umstände, unter denen er sein ganzes bisheriges Leben zubringen musste, ist er ein netter, umgänglicher Hund geblieben. Bei aller Bescheidenheit würde er sich über ein altersgerechtes, warmes Bettchen freuen, genauso wie über viele Streicheleinheiten und gemütliche, ruhige Spaziergänge in der Natur.

An der Leine läuft er schon richtig gut. Allerdings vermuten die Freiwilligen, dass man Plughie in seinem früheren Garten öfter einmal aus Spaß das Fressen weggenommen haben muss; er mag es überhaupt nicht, wenn Menschen sich ihm nähern, während er frisst. Für dieses Verhalten kann er nichts, man muss es bitte respektieren, bis er es vielleicht irgendwann einfach vergisst. Aber das ist auch die einzige kleine Baustelle, die die Tierschützer bisher an ihm beobachtet haben.


Unser lieber Oldie würde sich so sehr über ein fürsorgliches Zuhause freuen, in welchem er seinen Lebensabend verbringen darf. Wenn Sie das Ihre mit Plugh teilen möchten, dann melden Sie sich doch bitte bei uns. Falls Sie noch weitere Fragen haben, wird Plughies Vermittlerin sie Ihnen gern beantworten. Vielen, lieben Dank!

Simone Horn

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Lebenslichter 24.10.2026, 18.22 | (0/0) Kommentare | PL

Folquet – Im falschen Leben


Folquet

Rasse: Maremmano Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 08.2021

Schulterhöhe: 70 cm

Folquet kam 2021 als Welpe ins Hundelager. Das ist der Punkt, an dem viele Menschen kurz schlucken und dann weiterlesen. Für Folquet ist es der Moment, in dem ein Hundeleben eine völlig andere Richtung nahm - nicht, weil er etwas falsch gemacht hätte, sondern weil das System, in dem er gelandet ist, genau so funktioniert. Hunde werden eingesammelt, weggesperrt und verwaltet. Solange sie dort bleiben, glauben viele, ihre Geschichte sei längst zu Ende. Dabei hätte sie eigentlich erst beginnen sollen.


Folquet ist ein Maremmano-Mischling; ein Hund also, der ursprünglich dafür gezüchtet wurde, selbstständig zu denken, Situationen einzuschätzen und eine enge Bindung zu seinen Menschen aufzubauen. Herdenschutzhunde sind klug, sensibel und eigenständig. Doch ein Lager nimmt ihnen genau das, was sie dafür brauchen. Aus einem Hund, der Verantwortung übernehmen könnte, wird hier kein besonders robuster Hund. Er lernt vielmehr, sich zurückzunehmen. Wer keinen Raum hat, wird nicht gelassener, sondern vorsichtiger. Wer nie Sicherheit erlebt, wird still.


Seit dem letzten Bericht hat sich für Folquet noch etwas Einschneidendes verändert: Er wurde von seinem Bruder getrennt. Die beiden waren noch Hundekinder, als sie gemeinsam ins Asyl kamen. Wenn Hunde unter solchen Bedingungen überhaupt einen Halt finden, dann oft im vertrauten Gefährten an ihrer Seite. Genau dieser Halt wurde ihnen genommen. Nicht aus nachvollziehbaren Gründen, sondern weil Hunde in diesen Verwahranstalten häufig wie Inventar umgesetzt werden.

Für Folquet bedeutet das den Verlust des einen gewohnten Wesens in einer Welt, die ihm ohnehin nichts Verlässliches bietet. Heute teilt er sich seinen Zwinger mit Frieder und Daigle. Das zeigt, dass er gut mit anderen Hunden zusammenleben kann. Trotz der belastenden Bedingungen bleibt er sozial und konfliktarm – und das ist alles andere als selbstverständlich.


Hinzu kommt eine weitere Information, die nicht übersehen werden sollte: Folquets Hinterpfoten sind nach außen gedreht, vermutlich aufgrund einer Fehlstellung der Hinterläufe. Im Lager bleibt so etwas oft unbeachtet. Dabei ist es durchaus möglich, die Ursache tierärztlich abklären zu lassen und – je nach Befund – mit Physiotherapie oder gezieltem Muskelaufbau zu unterstützen. Was im Canile einfach hingenommen wird, könnte im richtigen Zuhause vielleicht deutlich verbessert werden.


Für Folquet suchen wir Menschen, die keinen perfekten Hund erwarten, sondern ihm die Chance auf ein echtes Leben geben möchten. Menschen, die Herdenschutzhunde verstehen oder bereit sind, sich mit ihren besonderen Eigenschaften auseinanderzusetzen. Folquet braucht jemanden, der Sicherheit vermittelt, klare und faire Grenzen setzt und Vertrauen langsam wachsen lässt. Ein ruhiges, möglichst ländliches Zuhause mit sicher eingezäuntem Grundstück wäre ideal – ebenso wie Geduld, die nicht nach wenigen Tagen endet.


Wenn Sie sich vorstellen können, Folquet den Weg aus der Gefangenschaft in ein neues, freieres Leben zu ermöglichen, freuen wir uns sehr über Ihre Nachricht.

Denn: Folquet ist nicht zu spät. Aber er wartet schon viel zu lange.

 

Margot Wolfinger

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Lebenslichter 23.10.2026, 19.06 | (0/0) Kommentare | PL

Margherito - Das gestohlene Leben


Margherito

Rasse: Owtscharka Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 08.2016

Schulterhöhe: 72 cm

Acht Jahre, so lange sitzt du schon hinter Gittern. Acht Jahre, in denen die Sonne für dich nur als Lichtstreifen durch Gitterstäbe scheint, jeder Tag nach schmutzigem Beton riecht und jede Nacht nach Einsamkeit. Acht endlose Jahre in einer Einzelzelle ohne Beschäftigung, ohne Auslauf, ohne menschliche Nähe, die länger dauert, als nötig ist, um dir hin und wieder einen Napf mit Futter durch die Zwingertür zu schieben.


Als du ins Hundelager kamst, warst du ein Jahr alt - ein junger, hoffnungsvoller Rüde, der neugierig war auf die Welt; der toben spielen und lernen wollte. Stattdessen bekamst du ein Leben, das keines ist mit einem Alltag, der außer Warten nichts zu bieten hat.



Du bist ist kein schwieriger Hund, im Gegenteil: Wenn unsere Tierschützer dich zwei-, dreimal im Jahr kurz besuchen dürfen, stehst du ruhig da, aufmerksam mit wachem Blick und einer Gelassenheit, die fast körperlich schmerzt. Du lässt dich berühren, an die Leine nehmen und, sogar lenken, so als hättest du längst verstanden, dass Widerstand zwecklos ist. Du vertraust, obwohl du allen Grund hättest, es nicht mehr zu tun.



Deine Ohren und dein Schwanz sind beschnitten - schmerzhafte Spuren einer unbarmherzigen Entscheidung, die Menschen über dich getroffen haben; vielleicht, um duch furchterregend und wehrhaft wirken oder einfach nur stark erscheinen zu lassen. Dabei hat dir die Welt nicht zuwenig Stärke, sondern zuwenig Freiheit gegeben.


Manchmal begegnest du anderen Hunden und egal, ob Rüden, Hündinnen, es gibt nie irgendwelche Probleme. Nur wenn Futter im Spiel ist, zeigst du, dass du noch etwas verteidigst: dein armseliges Fressen, das Wenige und Einzige, das dir geblieben ist.



Du bist freundlich zu Menschen und neugierig, ohne dabei aufdringlich zu werden; selbstbewusst genug, um mit neuen Situationen umzugehen, dabei so bescheiden, dass man spürt, wie sehr du dich anpasst - einfach, um zu überleben. 



Und während draußen die Jahreszeiten wechseln, sitzt du dort, wo nichts sich verändert. Du spürst kein Gras unter deinen Pfoten, keinen Wind, der dir durchs Fell fährt; eben nichts, das dich wirklich berührt. Vielleicht ist das das Schlimmste an deiner Geschichte: Nicht, dass du vergessen wurdest, sondern dass du es weißt und gelernt hast, still zu warten, während die Welt an dir vorübergeht.

Du hast nichts falsch gemacht, aber Menschen haben dir alles genommen, was ein Hund braucht, um wirklich Hund zu sein. Nun suchen wir für dich jemanden, der dir etwas zurückgibt.

Liebe Leserin, lieber Leser! Möchten Sie dieser Mensch, diese Familie für Marherito sein? Dann geben Sie ihm eine - Ihre - Stimme und rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

PS: Unter  www.pro-canalba.eu/auslandstierschutz/herdenschutzhunde finden Sie wichtige Informationen zu Herdenschutzhunden. Und selbstverständlich können Sie sich bei Fragen jederzeit an uns wenden. 

Margot Wolfinger

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Lebenslichter 22.10.2026, 19.00 | (0/0) Kommentare | PL

Idrysh - jeder Schatten braucht ein Licht


Idrysh

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2017

Schulterhöhe: 70 cm

Idrysh kennt Kommandos wie "Sitz" und "Pfote". Er läuft ordentlich an der Leine und sucht von sich aus den Kontakt zu Menschen. Freundlich und selbstbewusst kommt er auf sie zu. All das erzählt von einem Leben, das nicht hinter Gittern begonnen haben kann. Irgendwo muss es einmal ein anderes Zuhause gegeben haben.

Vielleicht kannte Idrysh eine Haustür, die sich für ihn öffnete. Einen Napf, der immer am gleichen Platz stand und vermutlich nie lange unbeachtet blieb. Spazierwege, auf denen er wusste, an welcher Ecke die spannendsten Nachrichten anderer Hunde zu finden waren. Vielleicht legte er seine große Pfote in eine menschliche Hand und bekam dafür ein Lächeln, ein Leckerchen, oder beides. Bei rund 70 Zentimetern Schulterhöhe war diese Pfote ohnehin kaum zu übersehen.


Wir wissen nicht, ob sein Leben so oder ganz anders aussah. Und wir wissen nicht, warum es endete.

Geboren wurde Idrysh 2017. Seit April 2026 lebt er in einem Hundelager. Was zwischen damals und heute geschah, liegt im Dunkeln. Doch Spuren davon trägt er bis heute in sich. Denn ein Hund vergisst nicht alles, nur weil sich hinter ihm eine Zwingertür schließt. Was er außerdem erlebt hat, können wir nur dort erahnen, wo seine Gelassenheit plötzlich endet.


Für einen Hund, der vermutlich einmal ein Zuhause hatte, muss ein Lager besonders schwer zu ertragen sein. Denn Idrysh könnte den Unterschied kennen. Sein Körper erinnert sich vielleicht noch an weiche Liegeplätze, an Ruhe und an das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.


Heute beginnt jeder Tag auf Beton. Und dort endet er auch. Ein Lager ist kein Ort, an dem ein Hund lebt. Es ist ein Ort, an dem er wartet. 

Die Tage gleichen einander. Nur Idrysh wird älter, während die Erinnerung an sein früheres Leben langsam verblasst. Was nicht verblasst, ist seine Bereitschaft, sich den Menschen noch einmal zuzuwenden.


Unseren Tierschützern begegnet Idrysh freundlich und offen. Er kommt selbstsicher näher und sucht den Kontakt. Dauert eine Berührung jedoch länger an, wird er unsicher. Vielleicht gab es in seiner Vergangenheit Hände, die nicht immer Gutes bedeuteten. Was in ihm dann wach wird, wissen wir nicht. Möglicherweise hat er einfach gelernt, dass man Menschen gernhaben kann - und trotzdem vorsichtig bleiben sollte.


Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln. Sichtbar sind nur ihre Schatten.

Mit anderen Hunden zeigt sich Idrysh sozial. Derzeit teilt er seinen Zwinger mit der Hündin Amaya. Er ist aber ebenso mit Rüden verträglich und lebte zuvor bereits mit zwei männlichen Hunden zusammen. Umziehen musste er lediglich, weil einer der beiden Rüden begann, ihn anzuknurren. Idrysh selbst war nicht derjenige, der Streit suchte. Offenbar muss ein Hund seiner Größe niemandem mehr beweisen, wie groß er ist.


Die Umsetzung erfolgte übrigens nicht aus besonderer Fürsorge des Lagerbetreibers. Wir mussten ausdrücklich darauf bestehen. Denn dort zählt selten, ob ein Hund Tag für Tag im Schatten eines Konflikts leben muss.


Idrysh bringt vieles mit: Er ist umgänglich, läuft gut an der Leine, kennt offenbar einige Kommandos und hat sich seine Offenheit gegenüber Menschen bewahrt. Er braucht kein Training. Was ihm fehlt, ist ein Mensch, der seine Vergangenheit nicht aus ihm herauszerren möchte, sondern bereit ist, gemeinsam mit ihm Zukunft zu schreiben.

Wir wissen nicht, welche Schatten auf Idryshs Leben gefallen sind. Wir können seine Vergangenheit nicht heller machen.


Aber vielleicht sind Sie der Mensch, der dafür sorgt, dass seine Zukunft endlich wieder Licht bekommt. Bitte rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

 

Tanja Roth

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Lebenslichter 18.10.2026, 20.11 | (0/0) Kommentare | PL

Daevir - Ich pfeif´ auf Beton!


Daevir

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2025

Schulterhöhe: 34 cm

April 2026: Kannst du pfeifen? Ich lerne es gerade; und wenn ich es erst richtig gut kann, pfeife ich auf sämtliche Hundelager der Welt. Ich bin nämlich ein Pfiffikus und wir Pfiffiküsschen sind geboren, um fröhlich zu sein und Menschen zum Lachen zu bringen.



Ich war gerade ein Jahr alt, als ich ins Hundegefängnis kam, und hier hocke ich nun seit fünf Monaten. Mir reicht´s! Hier ist es gruselig, schmutzig und kein bisschen schön.

Als ich hierhergebracht wurde, war es bitterkalt. Wir mussten uns auf dem eisigen Betonboden zusammenkuscheln, um nicht zu erfrieren. Endlich ist es wärmer geworden, aber jetzt pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass schon bald das nächste Eend im Asyl auf uns zurollt: der Sommer.




Dann wird es hier brüllend heiß und es gibt keinen Schutz vor der brennenden italienischen Sonne. Wir werden schrecklichen Durst leiden und können nur hoffen, dass sich jemand erbarmt und uns wenigsten manchmal etwas frisches Wasser bringt. Aber wenn das genauso läuft wie mit dem Futter, dann habe ich wenig Zuversicht.


Unsere Zellen werden auch nur selten saubergemacht. Alles ist voll mit… na, du weißt schon, was…Es ist nass, es stinkt und von dem ganzen Dreck habe ich schon Pickel auf der Nase. Das sollte sich dringend ein Tierarzt ansehen, aber der darf ja nicht rein in unseren Kerker. Ich werde mich wohl weiter mit dem Jucken und Brennen quälen müssen.


 
Vor einigen Tagen gab es einen Lichtblick: Die Tierschützer durften uns endlich wieder einmal besuchen. Die waren supernett! Ich habe mich dermaßen gefreut und mein Schwanz hat sich vor Begeisterung wie ein Propeller gedreht, dass ich beinahe abgehoben wäre. Die Tierschützer lachten und sagten, ich sei ein pfiffiges Kerlchen. Dann haben sie mit mir das Laufen an der Leine geübt, und weil ich sehr aufgeweckt und gelehrig bin, habe ich das auf Anhieb super gemacht.


Die Tierschützer haben sich auch gefreut, dass meine zwei Freunde und ich in unserer Zelle so miteinander auskommen. Ich vertrage mich nämlich mit allen, mit Rüden und Hündinnen, jawoll. Ich kann ein richtig guter Freund sein und die anderen aufmuntern, wenn sie traurig sind. Das schaffe ich bestimmt auch bei Menschenfreunden.



Die Tierschützer versprachen mir, dass ich jetzt auf ihre Seite im Internetz komme, und wer so einen kleinen Pfiffikus wie mich sucht, der kann mich dort gar nicht übersehen. Ich hoffe sehr, dass mich bald jemand findet; denn je länger wir hier im Hundelager aushalten müssen, desto mehr verlieren wir unsere Fröhlichkeit, unsere Jugend und unsere Gesundheit - eigentlich unser Leben. Das klingt furchtbar traurig.



Drum, wenn du einen Pfiffikus wie mich haben möchtest, dann pfeife doch bitte ganz schnell meine Vermittlerin an. Die weiß, was zu tun ist und wie ich ratzfatz bei dir sein kann; weil dann nämlich das passiert, wofür ich so doll übe: Wir pfeifen gemeinsam auf alle Hundeknaste der Welt und tun, wozu Pfiffiküsschen geboren werden – fröhlich sein und gemeinsam lachen.

Mai 2026: Püüüüh-püüüüh! Hört ihr mich? Ich bin´s, Daevir, euer Pfiffikus aus dem Hundelager. Das Pfeifen klappt noch nicht ganz, aber ich übe fleißig weiter. Ich will doch vorbereitet sein, wenn endlich meine Menschen auftauchen.

Und stellt euch vor: Die netten Tierschützer waren wieder da! Da habe ich natürlich gleich mein bestes "Schaut mal, was ich kann!" - Gesicht aufgesetzt. Erst habe ich mit dem Schwanz gewedelt, dann bin ich an der Leine spazierengegangen. Und was soll ich sagen? Püüüüh-püüüüh - ich mache das richtig gut! Ich laufe artig mit und zeige, dass in mir ein gelehriger, kleiner Hundemann steckt.



Außerdem teile ich meinen Zwinger jetzt mit den Welpen Atreo und Aiko. Die beiden bringen ordentlich Schwung in die Zelle, und ich mache einfach mit. Ich bin fügsam, verspielt und freundlich, auch mit den Kleinen. Zusammen pfeifen wir uns ein bisschen Mut zu, damit das ewige Warten nicht ganz so schwerfällt.


Aber mein allergrößter Herzenswunsch bleibt derselbe: Raus hier! Ich möchte nicht länger im Hundelager vor mich hinpfeifen, sondern gemeinsam mit meinen Menschen durchs Leben trällern. Also, hörst du mein Pfeifen? Dann pfeif du doch bitte nach meiner Vermittlerin! Vielen, lieben Dank!

Sabine Wojtok

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin

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Lebenslichter 18.10.2026, 20.10 | (0/0) Kommentare | PL

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Worum es geht:



Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.









"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP


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MEIN LEITSPRUCH:


Sei dankbar für das Gute in deinem Leben 

und denke auch ans Teilen


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Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt

allen Tierseelen der Welt.



Über mich

Geboren vor 71 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.


Einige Beiträge dieses Blogs enthalten

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welche meinen persönlichen

Geschmack wiedergeben

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"Wenn du mit den Tieren sprichst,
werden sie mit dir sprechen,
und ihr werdet euch kennenlernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,
dann werdet ihr euch nie kennenlernen.
Was du nicht kennst, fürchtest du.
Was du fürchtest, zerstörst du."

~Häuptling Dan George~

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Träumen wir gemeinsam
von einer besseren Welt...


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