Tag: Kraft

Cesny
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01/2016
Schulterhöhe: 60 cm
2016 war Cesny noch ein junger Hund, von dem man schrieb: menschenbezogen, verspielt – und er konnte an der Leine gehen. „Bei wem darf ich mich bewerben? Ich bin ja so gespannt… So endete seine Vorstellung damals.
Dieser Satz tut heute anders weh. Denn er klingt nach Vorfreude, nach Aufbruch: Gleich geht mein Leben los. Damals stand Hoffnung zwischen den Zeilen. Es klang, als müsste man ihn nur abholen und beginnen.

Doch es kam anders. Am 19. September 2016, gerade einmal etwa neun Monate alt, wurde Cesny eingefangen und in eine Zelle gesteckt. Seitdem ist fast nichts passiert. Zehn Jahre sind vergangen, in denen aus dem aufgeweckten jungen Hund ein Senior wurde. Zehn Jahre, die er in grauem Einerlei auf nacktem Beton zubringen musste und in denen ihm niemand gezeigt hat, wie das Leben außerhalb eines Zwingers stattfindet.

Fünf Jahre nach seiner Ankunft erfuhren wir, dass Cesny inzwischen in einer Einzelzelle saß; nicht, weil er aggressiv gewesen wäre, sondern weil er klettert, springt und Zäune überwindet. Er ist ein Hund der unbedingt hinaus will – doch statt der großen Freiheit wurde seine Welt noch kleiner.
Irgendwann stand in seiner Beschreibung nicht mehr, dass er gut an der Leine läuft. Stattdessen hieß es: schwierig zu leiten, benötigt Training. Und man möchte schreien: Wie denn auch?

Wie soll ein Hund, der sein Leben allein in einem Betonzwinger verbringt, lernen, ruhig an der Leine zu gehen? Wie soll er gelassen bleiben, wenn draußen plötzlich alles auf ihn einstürmt – Gerüche, Bewegungen, Geräusche, das pralle Leben? Wie soll er wissen, was Alltag wirklich ist, wenn sein eigener seit zehn Jahren aus nichts als Warten besteht?
Cesny hat nicht verlernt, brav zu sein. Er hatte nie Gelegenheit zu lernen, wie man lebt.

Wenn Cesny heute nach all den Jahren aus seiner Zelle kommt und völlig überdreht, ist das kein Trotz. Es ist ein Hund, der plötzlich für ein paar Minuten alles auf einmal bekommt. Ein Hund, für den draußen nichts vertraut ist, weil ihm niemand die Möglichkeit gegeben hat, die Welt in kleinen Schritten kennenzulernen.
Menschen findet Cesny großartig. Er ist unglaublich sozial und kontaktfreudig, lässt sich gern streicheln und scheint jede Nähe aufzusaugen, die ihm so lange gefehlt hat.

Mit anderen Rüden und Hündinnen wurde er getestet. Aggressiv war er nie; allerdings wird er dabei leicht aufdringlich und dreht schnell hoch. Aber wie soll ein Hund wissen, wie man sich in Gesellschaft von Artgenossen gebührend verhält, wenn er zehn Jahre lang in Einzelhaft zubringen musste?
Deshalb wünschen wir uns für Cesny einen Platz als Einzelhund bei einem Menschen, der körperlich in der Lage ist, dieses Kraftpaket sicher zu führen und gleichzeitig die Geduld und das Verständnis mitbringt, ihm Schritt für Schritt die Welt zu erklären. Jemanden, der ihn beschäftigt, auslastet und ihm zeigt, dass ein Spaziergang keine kurze Ausnahme bleiben muss, sondern zum ganz normalen Leben gehören darf.

Vielleicht wird mit Training und Vertrauen eines Tages auch der Kontakt zu anderen Hunden möglich sein. Aber das muss nicht heute entschieden werden. Heute geht es erst einmal darum, dass Cesny endlich anfangen darf.

Und jetzt lesen Sie bitte noch einmal diesen Satz – mit dem Wissen, dass wir inzwischen 2026 haben: „Bei wem darf ich mich bewerben? Ich bin ja so gespannt…
Diese Frage wurde 2016 gestellt - die Antwort steht immer noch aus.
Einst war Cesny ein junger Hund, der gespannt auf sein Leben wartete. Heute ist er alt und weiß immer noch nicht, wie sich ein Zuhause anfühlt.

Bitte zögern Sie nicht länger. Wenn Sie Cesny eine Chance geben können und möchten, rufen Sie seine Vermittlerin an und fragen nach ihm. Vielen, lieben Dank!
Ina Schoenfuss
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172 -83 86 015
aus dem Ausland:
+49172 -83 86 015
per EMail:
https://www.pro-canalba.eu/warum-italien/Lebenslichter 20.08.2026, 21.00 | (0/0) Kommentare | PL

Alvis
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 10.08.2022
Schulterhöhe: 60 cm
Dezember 2022: Alvis und seine Schwestern Adrianne, Alof und Annelene kamen mit gerade einmal 4 Wochen (!) in das grausamste, uns bekannte italienische Hundelager. Wo die vier Kleinen vorher waren, wie sie in die Hundehölle kamen und was aus ihrer Mama wurde, wissen wir nicht. Jedoch gibt es für Hundekinder keinen schrecklicheren Platz, um dort aufwachsen zu müssen.

Die mit uns befreundeten Tierschützer durften das Hundegefängnis eine Woche vor
Weihnachten überraschend noch einmal besuchen. Wir möchten den Mitgliedern der
italienischen Organisation "ALFA - Associazione Love For Animals" unsere größte
Hochachtung aussprechen. Für tierliebende Menschen bedeutet es jedesmal einen
seelischen Kraftakt, diese Hölle auf Erden zu betreten in der Gewissheit, nur
den allerwenigsten helfen zu können und dass lediglich eine Handvoll glücklicher
Hunde diesen gottlosen Ort jemals wieder lebend verlassen wird.

Aber an diesem trüben Sonnabend vor Weihnachten haben sich unsere Freunde erneut der Ungerechtigkeit und den tierquälerischen Zuständen in dieserer Hundeverwahranstalt gestellt und die vier kleinen Welpen entdeckt. Vielleicht war es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die Dreikäsehochs; denn der kurzeBesuch von lieben Menschen bedeutete nicht nur eine Abwechslung in ihrem trostlosen Zwingeralltag: Sie bekommen bei uns nun eine Bühne, die die ihnen die Eintrittskarte in die Freiheit sichern wird - das hoffen wir jedenfalls inbrünstig.

Die Tierschützer beschreiben die Geschwister als freundlich, verspielt und den Menschen gegenüber aufgeschlossen. Vermutlich werden sie eine mittlere Größe erreichen.

Und heute? Alvis war noch ein Baby, als man ihn gnadenlos in einen Kerker warf, in dem kein Hund jemals landen dürfte. Von da an gab es für ihn harten Beton anstatt weicher Wiese, Einsamkeit und Kälte anstatt Geborgenheit und Wärme, Angst anstelle von Sicherheit. Seinen drei Geschwistern war das Schicksal gnädig. Sie wurden gesehen und gerettet, sie durften die freudlose Vergangenheit hinter sich lassen und anfangen zu leben.

Alvis blieb als einziger zurück. Vielleicht war er nur zu schüchtern, um jemandem aufzufallen. Denn statt laut bellend auf sich aufmerksam zu machen, fiept er nur leise, wenn ab und zu einmal Menschen vorbeikommen. Und er hofft noch immer, dass irgendjemand auch ihn liebgewinnen und mitnehmen wird.

Heute ist Alvis kein Baby mehr, sondern ein junger Hund, dassen Seele viel zu
früh lernen musste, wie sich Einsamkeit und Sehnsucht anfühlen. Er hat so viel
verpasst und so viel verloren. Trotzdem hat er sich seinen Glauben an die
Menschen bewahrt und die Hoffnung, dass da draußen jemand ist, der nicht
an ihm vorbeisieht.


Bitte, sehen Sie ihn. Er ist bereit, das Leben zu lernen und möchte nur allzu
gern ankommen, vertrauen, rennen, schlafen dürfen ohne Angst. Und er möchte
jemandes bester Freund sein. Deshalb bitten wir hier und heute für ihn - für
Alvis, der immer noch wartet, nachdem alle anderen längst gegangen sind.
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Lebenslichter 04.06.2026, 17.19 | (0/0) Kommentare | PL

TWIN
geb. 07.2017
64 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
sanft und anhänglich
liebt seine vertrauten Menschen, bei Fremden braucht er ein bisschen Zeit
gut verträglich mit allen Hunden
kennt bereits das Laufen an der Leine
Für-immer-Zuhause ersehnt
Wenn ein junges Leben
nur hinter Gitterstäben abgesessen werden muss...
Twin – dein Leben
findet seit deinem vierten Lebensmonat in Gefangenschaft hinter Gitterstäben
statt. Anfang November 2017 kommst du als junger, hoffnungsfroher Welpe ins riesige,
unheimliche Moskauer Shelter Kozhuhovo. Und als wäre das nicht schon schlimm
genug, musst du im Februar 2023 mit 3.000 anderen unschuldig Eingesperrten nach
Malinki, in das neue, hundefeindlich gebaute, weit außerhalb Moskaus gelegene
Shelter uübersiedeln. In all den Jahren, welche du traurig und einsam mit noch
drei anderen Hunden auf knapp vier Quadratmetern zubringen musstest, hat sich niemand
je für dich interessiert. Das bedeutet fünffeinhalb Jahre gefangen in
Eintönigkeit, Langeweile und Einsamkeit – ganzzu schweigen von dem miserablen
Futter und dem Fehlen von Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Ein verlorenes
Leben, und trotz all der Trostlosigkeit hast du deinen Glauben an uns Menschen
und deine Liebe zu uns nicht verloren.

Du liebst es, auf dem Sheltergelände mit anderen Hunden spazieren zu gehen und zu spielen, benimmst dich im Auslauf jedoch ruhig, ausgeglichen und gehst jedem Ärger grundsätzlich aus dem Weg. Das Größte für dich sind die Besuche der Freiwilligen. Für diese kurzen, kostbaren Augenblicke – es sind bei so vielen Hunden und viel zu wenigen Betreuern ja immer nur ein paar Minuten einmal in der Woche – lebst du, darauf wartest du ausdauernd und geduldig, sieben endlose Tage und Nächte lang.
Wenn deine Betreuer
endlich da sind, sich die Zwingertür öffnet und du dir gemeinsam mit vielen anderen
Schicksalsgefährten für ein Weilchen die vom ewigen Sitzen und liegen steif
gewordenen Beine vertreten darfst, dann bist du glücklich. Ein seltenes und
bescheidenes Glück, aber eines, aus welchem du die Kraft schöpfst, nach dem
viel zu baldigen Abschied eine weitere Woche durchzuhalten.

Wenn sich zufällig
doch einmal einzelne Besucher ins Shelter verirren und sogar an deinem Zwinger
stehenbleiben, bleibst du zunächst vorsichtig und freundlich zurückhaltend. So
wirst du auch, wenn du das Glück haben solltest, ein eigenes Zuhause zu finden,
erst einmal ein wenig Zeit benötigen, um dich deinen Menschen zu öffnen. Doch
wer wollte dir das verübeln? Du kennst ja bisher, von den Betreuern abgesehen,
keine Menschen – höchstens noch die Arbeiter im Shelter, und die möchte man
meistens lieber nicht näher kennenlernen.
Lieber, wunderschöner, großer und freundlicher Twin! Wir hoffen von Herzen für dich und tun alles, was uns möglich ist, damit du den Rest deines Lebens nicht hinter verrosteten Gitterstäben abzusitzen brauchst, sondern bei einem lieben Menschen, einer netten Familie verbringen darfst.

Wenn Sie sich von
unserem liebenswerten Schützling angesprochen fühlen und ihn gern in Ihrem Haus und Ihrem
Leben willkommen heißen möchten, dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen,
lieben Dank!
Die Vermittlung und
Ausreise erfolgt über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Hier sehen Sie Twin
noch im Shelter Kozhuhovo beim Gassigehen:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
E-Mail: Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 27.07.2024, 15.42 | (0/0) Kommentare | PL
"Gerettet von einer Baustelle,
suche ich voller Hoffnung
den Architekten meines Lebens."
Seit dem Welpenalter lebte Platon unweit des Moskauer Shelters Kozhuhovo auf einer Baustelle. Dort wurden er und noch weitere Hunde von Bauarbeitern versorgt. Als das Gebäude fertiggestellt war, wurde Platon von diesen Arbeitern zu seiner eigenen Sicherheit ins Shelter gebracht, denn plötzlich verstarben an diesem Platz immer mehr Hunde. Sie waren nicht mehr erwünscht.
Und so fand sich der tolle Hundejunge mit dem wunderschönen, so lebensbejahendem Lächeln im Mai 2019 plötzlich in einem riesigen Shelter mit 3000 Hunden wieder. In Sicherheit vor Hundehassern und Hundefängern, aber auch gefangen in einer Welt, die er so bisher nicht kannte.
Hunde wie Platon sind in Russland die klassischen Hunde, die Grundstücke und Häuser bewachen sollen und ihr Leben normalerweise an der Kette fristen. Diesem Schicksal konnte Platon entkommen. Aber was soll jetzt nur werden? So viel Leben liegt noch vor ihm – wird er noch einmal gerettet und darf dieses Moskauer Hundegefängnis verlassen?
Platon ist ein sehr freundlicher und liebevoller Hund. Er spielt genauso gern mit seinen Artgenossen, wie er die menschliche Nähe und Zuneigung genießt. Platon ist voller Energie, mit der er seine Umgebung auflädt und versucht, jeden und alle um ihn herum freudig und positiv zu stimmen. Ein Wunder, dass er sich nach nun fast schon zwei Jahren im Knast noch immer diese lebensbejahende Art bewahrt hat.
Das Leben im Shelter ist kein Zuckerschlecken, und keiner der Hunde dort weiß, ob es jemals noch ein anderes, besseres geben wird. Eines, das mehr bietet, als die Enge der Zwinger und diese eine kurze Stunde in der Woche, in der die freiwilligen Helfer vor Ort sind und den Hunden den Himmel zeigen, Liebe und Zuneigung schenken und versuchen, ihnen ein kleines Stück Würde zu geben.
Das schlechte Futter, die Kälte und
Feuchtigkeit im Winter, die Hitze im Sommer, die Eintönigkeit, die Langeweile
und das Warten – sie hinterlassen ihre Spuren. Nicht gleich, nicht so sehr bei
den jungen Hunden, nein – schleichend nimmt all das den Hunden die Hoffnung,
die Kraft und den Mut. Bis sie alt sind und aufgegeben haben.

Noch ist Platon ein junger Hund voller Energie und Lebensfreude. Seine Schulterhöhe von 60cm und seine ca. 30 Kilo Körpergewicht machen es sicher nicht leichter für ihn, ein Zuhause zu finden. Aber sein goldener Charakter, seine fröhliche und aufgeschlossene Art, sie wird ihm – sie muss ihm helfen.
Für den Goldjungen Platon suchen wir Menschen, die ihm Liebe und Zuneigung schenken, ihm mit Geduld unsere Welt in all ihren Facetten zeigen und mit ihm durch dick und dünn gehen. Er wird diesen Menschen ein loyaler Freund sein und all seine gute Energie an sie verschenken.
Platon ist 2015 geboren, hat ca. 60cm Schulterhöhe und ist bereits gechipt, geimpft und kastriert. Die Vermittlung und Ausreise erfolgt über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos". Für Platon suchen wir ausschließlich ein endgültiges Zuhause.
Hier zwei Videos zum besseren
Kennenlernen von Platon:
Platon im Juni 2020:
Wichtige Daten im Überblick:
Rüde, geb. 2019, ca. 60 cm, keine Krankheiten bekannt, kastriert
verträglich mit Artgenossen, freundlich und liebevoll zu Menschen, läuft gut an der Leine
noch im Shelter in Russland, Katzenverträglichkeit kann nicht zuverlässig getestet werden, endgültiges Zuhause gesucht
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.worringer@procanes.org
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos
Lebenslichter 22.01.2024, 19.50 | (0/0) Kommentare | PL