Tag: Pro-canalba

Daigle
Rasse: Maremmano Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 05/2016
Schulterhöhe: 64 cm
Diese Überschrift könnte der Leitspruch unseres Daigle sein, wenn er selbst mit seiner Bitte um ein schönes und würdiges Leben an Sie herantreten könnte. Genau darum geht es: Das Kostbarste, was Daigle noch besitzt, ist die Zeit, die ihm bleibt.
Wir wissen nicht, was er erlebt hat, bevor er im September 2024 in das trostlose Canile gebracht wurde. War es vorher besser? Oder – schwer vorstellbar, aber leider möglich – sogar noch schlechter? War es an einem anderen Ort das gleiche Dahinvegetieren?
All das hat Daigle den letzten Mut nicht genommen; das konnten die Tierschützer vor Ort feststellen. Anfangs erschien er sehr schüchtern, zeigte aber im Verlauf des Besuches reges Interesse an den Menschen und taute immer mehr auf. Anfassen ließ er sich, mochte es aber nicht, wenn man ihm zu forsch begegnete, und zog sich dann ein wenig zurück. Mit Rüden und Hündinnen lebt er friedlich zusammen in einer düsteren und dreckigen Box. Keine Unruhe, kein Ärger, keine Streitsucht – einfach nur ein Hund, der versucht, den Tag hinter sich zu bringen, ohne zusätzlich Energie zu verschwenden. Verträglichkeit ist bei ihm kein Etikett, sondern Alltag.

Daigle ist ein Rüde, der Vertrauen fassen und sich in einer Familie einleben kann. Einer, der noch vieles von dem zeigen wird, was heute hinter Gitterstäben verborgen bleibt. Denn ein Hund wird dort auf seine körperlichen Grundfunktionen reduziert – mit Ihrer Hilfe könnte Daigle diese Grenzen endlich hinter sich lassen.
Daigle ist ein Maremmano-Mischling, also ein Herdenschutzhund mit all den Eigenschaften, die diese besondere Rasse mitbringen kann: Wachsamkeit, Eigenständigkeit, Loyalität und manchmal auch eine verblüffende Neigung zur Clownerie. Welche dieser Wesenszüge bei Daigle besonders ausgeprägt sind, können wir nach dem Leben im Canile noch nicht sicher beurteilen.
Daigle ist zehn Jahre alt. Offiziell ist er damit ein Senior – inoffiziell ist er ein Hund, dem man viel zu lange zugemutet hat, still zu sein. Seit gut zwei Jahren lebt er im Lager. Das ist ein Zeitraum, der für einen jungen Hund nur verlorene Zeit bedeutet. Für einen Senior ist es etwas anderes: Es ist ein Zeitfenster, das immer schmaler wird. Das klingt nicht dramatisch. Die Wahrheit dahinter ist es trotzdem. Daigle hat nicht „irgendwann. Daigle hat „jetzt.

Und trotzdem wirkt er nicht wie ein Hund, der innerlich zerbrochen ist. Er wirkt eher wie einer, der sich seine Würde bewahrt hat. Ein Maremmano-Mischling, der nicht gelernt hat, sich nach vorne zu drängen, sondern sich zurückzunehmen, wenn es ihm zu viel wird. Ein Hund, der keine großen Forderungen stellt, weil er vermutlich nie erlebt hat, dass diese irgendetwas bewirken. Genau solche Hunde werden im Lager leicht übersehen: Sie sind leise, sie sind vorsichtig, sie funktionieren. Und sie verlieren dadurch oft am meisten.
Bei den Besuchen zeigt Daigle sich als das, was er ist: ein etwas schüchterner Hund. Aber – und das ist wichtig – er kann ohne Probleme gehandhabt und angefasst werden. Daigle ist kein Hund, der die Nähe sucht und dabei überschwänglich wird, aber er lässt sie zu. Er braucht Menschen, die verstehen, dass Respekt manchmal einfach bedeutet, nichts zu erzwingen. Nicht bedrängen, nicht forsch sein, nicht denken: „Jetzt musst du doch merken, dass wir nett sind. Sondern ruhig bleiben, verlässlich sein und ihm den Raum geben, von sich aus den nächsten Schritt zu wagen.

Eine Beobachtung stimmt uns gerade besonders traurig: Daigle hat nur geringe Muskelmasse an der Hinterhand. Man sieht an seinem Körper, was Lagerhaltung bedeutet. Nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Zu wenig Bewegung, zu wenig Boden unter den Pfoten, zu wenig Abwechslung – und irgendwann baut ein Körper ab, weil er nicht mehr gefordert wird. Seine Hinterhand ist schwach geworden. Sein Wille scheint es nicht zu sein. Mit einem passenden Zuhause, regelmäßigen Spaziergängen in kleinen Dosen, gutem Futter, Wärme und – wenn nötig – physiotherapeutischer Unterstützung kann man oft erstaunlich viel zurückholen. Vor allem, wenn man nicht wartet, bis es noch schwerer wird.
Daigle braucht Menschen, die ihm keine zweite Jugend versprechen müssen. Es reicht etwas viel Größeres: ein Leben, das seinem Wesen gerecht wird. Ein ruhiger Platz, gern ebenerdig oder mit wenigen Treppen, eine sichere Routine, freundliche Konsequenz und Zeit. Menschen, die einen Herdenschutzhund nicht verändern wollen, sondern ihn so annehmen, wie er ist: wachsam, sensibel, unabhängig – und, wenn man sein Vertrauen gewinnt, von beeindruckender Loyalität.

Vielleicht suchen Sie keinen Hund, der alles mitbringt, sondern einen, dem Sie noch etwas schenken können: Sicherheit, Respekt und ein Zuhause, das seinem Wesen gerecht wird. Dann könnte es sich für Sie lohnen, Daigle kennenzulernen.
Margot Wolfinger
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Lebenslichter 04.08.2026, 12.15 | (0/0) Kommentare | PL

Alphonza
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 03.2021
Schulterhöhe: 50 cm
Immer, wenn ein kleiner, unscheinbarer Hund wie Alphonza mit angsterfüllten Augen in die Vermittlung kommt, fragt man sich: Was ist passiert? Was musste dieses Hundemädchen erleben, damit sie schon versucht, sich hinter ihren Zwingergenossen zu verstecken, sobald sich jemand nähert?

Wir wissen nicht, was Alphonza widerfahren ist. Aber wir sehen, welche Spuren es hinterlassen hat.
"Was wünschst du dir, kleine Alphonza? Dass die Tierschützer wieder verschwinden? Du möchtest nichts von ihnen wissen und suchst Schutz bei Oberlyn und Oldrich. Den beiden vertraust du – doch Menschen bedeuten vor allem Schrecken für dich. Wahrscheinlich bist du einfach nur froh, wenn sie dir nichts zuleide tun.

Und trotzdem dürfen sie dich anfassen. Du lässt dir von ihnen sogar Halsband und Leine anlegen, obwohl du beides gar nicht kennst und vermutlich keinen einzigen Schritt daran laufen möchtest. Das ist ganz schön mutig für eine so kleine Hündin.

Auch wenn du dir das heute noch nicht vorstellen kannst: Es gibt Menschen, die dir niemals wehtun werden, die nur das Beste für dich wollen. Genau diese suchen wir jetzt für dich."
Wie lange Alphonza brauchen wird, bis sie wieder Vertrauen fassen kann, weiß niemand. Vielleicht dauert es Monate, vielleicht überrascht sie uns auch und es geht schneller, als wir heute glauben. Wir wünschen unserem kleinen Mädchen daher Menschen, die ihr die Zeit geben, die sie braucht, um ihre Angst zu überwinden.

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Juli 2026 "Oberlyn ist weg."
Alphonza hebt den Kopf. Weg? Wirklich weg? Nicht hinter der Mauer verschwunden oder im Nebenzwinger? Nein. Weg-weg. Zuhause… mit einem weichen Körbchen, Leckerlis und jemandem, der liebevoll zu ihr sagt: "Komm her, mein Schatz." Und bei dem danach nichts Schlimmes passiert.
Ob Alphonza versteht, was das bedeutet, wissen wir nicht. Aber vielleicht keimt irgendwo tief in ihr ein winziges bisschen Hoffnung.

Jetzt lebt sie mit Oldrich zusammen. Er ist ein ruhiger Hund, der sich lieber erst einmal alles aus sicherer Entfernung anschaut. Die beiden passen gut zusammen. Keiner drängt den anderen, keiner macht viel Aufhebens. Zwei Hunde, die gelernt haben, dass Vorsicht manchmal überlebenswichtig ist.


Alphonza selbst hat noch immer große Angst vor Menschen. Sie gehört nicht zu den Hunden, die freudig ans Gitter gelaufen kommen. Sie beobachtet lieber, wartet, zieht sich zurück. Und doch zeigt sie immer wieder kleine, kostbare Augenblicke von Mut. Sie lässt sich anfassen, lässt sich sogar die Leine anlegen. Nicht, weil sie es genießt, sondern weil sie sich trotz allem noch nicht ganz aufgegeben hat.


Hunde wie Alphonza berühren uns mit ihrer stillen Art oft besonders. Ihr Vertrauen wächst nicht mit großen Sprüngen. Es wächst in winzigen Schritten, ermutigt durch einen ruhigen Blick, eine sanfte Stimme; eine Hand, die nichts verlangt. Und dann kann es passieren, dass Alphonza Ihre Geduld eines Tages auf das Schönste belohnt: Wenn sie zum ersten Mal ganz zaghaft eine Pfote auf Ihre Füße legt…
Sabine Wojtok
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Jack
Rasse: Pinscher Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 09.2015
Schulterhöhe: 40 cm
Es gibt Dinge, die man einem Hund nicht erklären kann. Zum Beispiel, warum ein Mensch morgens das Haus verlässt und abends nicht mehr zurückkommt. Egal, wie viele Abende man wartet.
Jack wird im September elf Jahre alt. Fast sein ganzes Leben hat er bei demselben Herrchen verbracht. Nie musste er sich Gedanken darüber machen, wo er hingehört. Er hatte ein Zuhause, einen festen Alltag und seinen Menschen.

Wahrscheinlich wusste er genau, wann es Zeit für den Spaziergang war und wo er sich abends hinlegen konnte. Für einen Hund werden solche Dinge irgendwann selbstverständlich - bis sie es plötzlich nicht mehr sind.
Jacks Besitzer ist gestorben.
Eine Zeitlang blieb der kleine Pinschermischling noch in seinem Zuhause. Dort lebte ein weiterer älterer Mann, der selbst immer wieder ins Krankenhaus musste und sich in einer schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Lage befand. Bald war klar, dass sich niemand mehr um Jack kümmern konnte und die örtliche Gesundheitsbehörde bat die Tierschützer um Hilfe.
Als Jack im Tierheim ankam, war er verängstigt und völlig orientierungslos. Das überrascht nicht, denn niemand kann einem Hund erklären, was der Tod bedeutet. Er weiß nur, dass sein Mensch verschwunden ist, dass plötzlich alles anders riecht und er nun hinter Gittern schläft.

In seiner Box kommt Jack nur schwer zur Ruhe. Er bellt herzzerreißend viel, und manchmal klingt es fast, als würde er seinen Menschen rufen. Draußen verändert er sich jedoch sofort. Sobald er an der Leine unterwegs ist und jemanden an seiner Seite hat, wird aus dem unruhigen, kleinen Hund ein entspannter Vierbeiner, der die Nähe und die gemeinsame Zeit sichtlich genießt.
Fremden begegnet Jack zunächst noch etwas vorsichtig. Er braucht ein bisschen, um Vertrauen zu fassen. Doch sobald er merkt, dass ihm nichts geschieht, lehnt er sich an seinen Begleiter, sucht bei ihm Trost und Sicherheit.

Mit anderen Hunden kommt Jack gut zurecht. Auch Katzen kennt er bereits aus seinem früheren Zuhause, das er sich mit sechs Samtpfoten geteilt hat. Autofahrten meistert er problemlos, und selbst der Stadt begegnet er neugierig und erstaunlich gelassen. Keineswegs selbstverständlich für einen kleinen Hund, dessen Welt vor wenigen Wochen vollständig zusammengebrochen ist,
Jack hat eine leichte Mitralklappeninsuffizienz. Das ist eine häufige Herzerkrankung bei älteren Hunden kleiner Rassen, bei der eine undichte Herzklappe dazu führt, dass Blut in den Vorhof zurückfließt.

Momentan braucht er dafür keine Behandlung. Viel dringender braucht er etwas anderes: Einen neuen Fixpunkt - jemanden, der ihm zeigt, dass das Leben nicht mit dem Tod seines Herrchens aufgehört hat.
Vielleicht muss Jack gar nicht noch einmal ganz von vorne anfangen. Vielleicht genügt es schon, wenn er den Rest seines Lebens dort verbringen darf, wo man seinen Namen kennt, wo seine kleine Welt wieder in Ordnung kommt und er nicht mehr bellen muss, um gehört zu werden.
Fast elf Jahre lang hatte Jack ein Zuhause. Wir wünschen uns von Herzen, dass es nicht das einzige bleibt.
Sabine Wojtok
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Puccie
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 03.2017
Schulterhöhe: 60 cm
"Hallo, ihr Lieben,
manchmal frage ich mich, ob ich hier drinnen überhaupt noch Hund sein darf oder ob ich nur noch eine Nummer bin, die versorgt wird, damit sie irgendwie weiter existiert.
Das Schlimmste ist nicht einmal, dass ich allein bin. Sondern dass von mir erwartet wird, sozial, freundlich und souverän zu sein - obwohl mir hier niemand zeigen kann, wie das geht. Wie auch? Ich lebe allein in einer kleinen Box, umgeben von Dauerlärm, ohne echte Begegnungen, ohne Spiel, ohne Lernen. Hier wird nicht gelebt, hier wird ausgehalten. Tag für Tag.
Neulich durfte ich für einen kurzen Moment nach draußen. Dabei hat man getestet, wie ich mit anderen Hunden zurechtkomme. Mein Gegenüber war Apolonio, ein ruhiger, fairer Hund. Er hat alles richtig gemacht. Aber ich wurde unsicher. Ängstlich. Mein Kopf schaltete auf Alarm und ich reagierte so, wie ich es hier gelernt habe: mit Anspannung statt Gelassenheit.

Deshalb muss man im Moment leider sagen: Mit anderen Hunden tue ich mich noch schwer. Nicht, weil ich böse bin, sondern weil mir all die Dinge fehlen, die ein Hund normalerweise lernen darf. Ich brauche Sicherheit, Geduld und Menschen, die mir helfen, die Welt Schritt für Schritt kennenzulernen.
Bitte hört jetzt nicht auf zu lesen.
Denn bei Menschen zeigt sich eine ganz andere Puccie. Ich bin offen, anhänglich und genieße jede Zuwendung. Ich suche die Nähe, vertraue den Menschen, die sich um mich kümmern, und draußen orientiere ich mich wunderbar an ihnen. Ich laufe gut an der Leine, schaue zu meinem Menschen auf und gehe gerne mit – als wollte ich sagen: Zeig mir den Weg, ich komme mit.

Vielleicht wünsche ich mir einfach jemanden, der mir nicht vorwirft, was ich nie lernen durfte. Sondern jemanden, der sieht, was trotz allem geblieben ist: meine Hoffnung, meine Bindungsfähigkeit und meinen Mut.
Vielleicht braucht es genau einen Menschen, damit aus meinem Aushalten endlich ein Ankommen wird."
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Liebe, wunderschöne Puccie – wie bist du nur im Canile gelandet? Seit März 2020 sitzt du dort eingesperrt, in einer viel zu kleinen Zelle, ohne Auslauf, ohne all das, was ein Hund zum Leben braucht.
Du bist eine etwas größere Hündin mit dichtem schwarz-weißem Fell, einem sanften Gesicht und neugierigen bernsteinfarbenen Augen. Vielleicht steckt ein Herdenschutzhund in dir, vielleicht ein Setter – wir wissen es nicht. Genauso wenig kennen wir deine Vergangenheit. Aber die soll hinter dir liegen. Jetzt zählt nur noch deine Zukunft.

Sechs Jahre Gefängnis für einen Hund sind sechs Jahre zu viel. Deshalb wünschen wir uns nichts sehnlicher, als dass du bald in den weißen Transporter steigen und noch vor dem nächsten Winter in dein eigenes Zuhause fahren darfst.
Dort wird man dir zeigen, wie schön ein Hundeleben sein kann: lange Spaziergänge, ein weiches Körbchen, Sonne im Garten, liebevolle Hände, die dein Fell bürsten und dich ausgiebig kraulen. Vor allem aber Menschen, die verstehen, dass du Zeit brauchst. Menschen, die dir in Ruhe alles beibringen, was dir bisher verwehrt geblieben ist.
Die Tierschützer berichten, dass du im Canile allein untergebracht bist, weil dir Begegnungen mit anderen Hunden dort schwerfallen. Doch wer könnte es dir verdenken? So viele Jahre der Abgeschiedenheit, der bedrückenden Enge und der nie endende Stress hinterlassen Spuren. Ein Canile ist kein Ort, an dem Hunde echtes Zusammenleben lernen können; sie müssen dort Tag für Tag einfach nur durchhalten und funktionieren.

Umso erfreulicher ist alles, was die Tierschützer über deinen Umgang mit Menschen erzählen: Du bist nett, auch zu Fremden, suchst von dir aus Anschluss, läufst fein an der Leine mit und bist unglaublich verschmust und anhänglich. Nach der langen Einsamkeit hast du dir dein Vertrauen in uns Menschen bewahrt. Das ist wohl das größte Geschenk, das du mitbringst.
Nun fehlt nur noch der Mensch, der dich sieht. Der in deine wunderschönen Augen blickt und spürt, dass genau du zu ihm gehörst. Der überlegt, wo dein Körbchen stehen wird, welche Wege ihr gemeinsam entdecken werdet und wie sich dein neues Leben anfühlen könnte.

Und irgendwann merkt dieser Mensch, dass aus einem leisen Ziehen im Herzen längst eine Entscheidung geworden ist.
Liebe Puccie, es ist unser innigster Wunsch, dass dein Lieblingsmensch dich ganz bald findet. Lange genug hast du gewartet, jetzt bist du auch einmal an der Reihe!
Yvonne Beier
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Lebenslichter 01.08.2026, 17.03 | (0/0) Kommentare | PL

Dioneo
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren:.03.2020
Schulterhöhe: 60 cm
Auch für den fünfjährigen Rüden Dioneo wäre so ein Stock genau das: ein kleiner Schatz. Ein Stück Abenteuer. Ein Grund zur Freude in einem Alltag, der aus Beton besteht.
Seit März dieses Jahres sitzt der freundliche Rüde in einem trostlosen Zwinger – ohne Spaziergänge, ohne Beschäftigung, ohne die medizinische Versorgung, die er dringend bräuchte. Und trotzdem hat er sich sein großes, warmes Herz bewahrt.

Als die Tierschützer ihn besuchten, begegnete Dioneo ihnen zunächst vorsichtig und etwas schüchtern. Doch mit ruhigen Worten und ein wenig Geduld taute der hübsche hellbraune Bub schnell auf. Er ließ sich gerne streicheln, suchte die Nähe der Menschen und alberte schließlich sogar ein wenig herum. Es war, als hätte er für einen kurzen Moment vergessen, wo er sich befindet.
"Ach, das ist doch nur ein Stock."
Nein. Für Dioneo wäre er die Eintrittskarte in eine Welt, die er viel zu lange entbehren musste. Ein gemeinsames Spiel. Ein Spaziergang zwischen Bäumen statt Beton. Erde unter den Pfoten. Wind im Fell. Und Menschen, die lachen, wenn sie ihm zurufen: "Hol das Stöckchen!"
Genau diesen einen Satz wünschen wir Dioneo von Herzen. Denn in ihm steckt so viel mehr als ein Spiel. Er bedeutet Ankommen. Vertrauen. Gemeinsam unterwegs sein. Ein Zuhause.
Mit Ihrer liebevollen Erziehung wird Dioneo sicher auch lernen, dass Stöckchen nicht mit ins Auto gehören, nicht im Bett zerkaut werden sollten und im Treppenhaus eher Stolperfallen als Kunstwerke sind. Aber das sind die kleinen Geschichten, über die man später gemeinsam schmunzelt.

Vielleicht verbindet Dioneo und einen Stock mehr, als man zunächst denkt. Beide haben Wind und Wetter getrotzt. Beide wurden geformt von dem, was das Leben mit ihnen gemacht hat. Beide lagen irgendwann unbeachtet am Wegesrand und warteten darauf, dass jemand innehält, sie aufhebt und erkennt, was in ihnen steckt.
Ein Stock. Ein Hund. Zwei scheinbar unscheinbare Dinge – und doch voller Möglichkeiten, wenn sie in die richtigen Hände gelangen.
Wenn Sie Dioneo zeigen möchten, dass auch für ihn wieder Spaziergänge, fröhliches Spielen und ein liebevolles Zuhause möglich sind, dann greifen Sie bitte zum Telefon und melden Sie sich bei seiner Vermittlerin. Vielleicht wartet irgendwo schon ein besonders schöner Stock auf seinen neuen besten Freund.
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Februar 2026
Ein Stock, der lange draußen liegt, verändert sich. Nicht plötzlich. Nicht so, dass es jedem auffällt. Die Oberfläche wird rauer, feine Risse ziehen sich durch das Holz. Manchmal splittert ein kleines Stück ab. Und doch bleibt er derselbe Stock. Tragfähig. Voller Möglichkeiten. Nur hätte ihn längst jemand aufheben und schützen müssen.
Dioneo ist noch immer derselbe Hund, der in seinem Vorstellungstext in einem einfachen Stock einen kleinen Schatz gesehen hätte. Er teilt sich seine Box mit Jimmy und Havah und versteht sich gut mit beiden. Er ist freundlich, sanft und sozial. Wenn man sich ihm nähert, kommt er vorsichtig heran. Er sucht den Kontakt zu uns Menschen, möchte dabei aber nicht bedrängt werden. Streicheln genießt er –-solange alles ruhig und behutsam geschieht. Nicht, weil er den Menschen nicht vertraut, sondern weil sein Körper längst mehr aushalten musste, als ihm guttut.

Denn Dioneo ist an Leishmaniose erkrankt. Eine Krankheit, die behandelt werden muss - und behandelt werden kann. Eine einfache, kostengünstige Tablette täglich könnte ihm helfen und ihm Lebensqualität zurückgeben. Doch im Lager erhält er diese Hilfe nicht.
Seine Ohrenspitzen bluten immer wieder. Seine Haut ist durch eine Dermatitis entzündet. Besonders das rechte Hinterbein ist deutlich geschwollen, an seiner Brust sitzt ein Knoten. Nichts davon wirkt auf den ersten Blick spektakulär. Es sind keine Wunden, die laut nach Aufmerksamkeit schreien. Es sind die stillen Zeichen einer Krankheit, die langsam Kraft kostet. Unbehandelt zehrt sie Tag für Tag an seinem Körper.

Und trotzdem hebt Dioneo den Kopf, wenn jemand kommt. Er akzeptiert die Leine. Er sucht den Kontakt. Er bleibt freundlich. Er hätte allen Grund, sich zurückzuziehen oder den Menschen zu misstrauen. Stattdessen begegnet er ihnen mit derselben leisen Sanftheit wie an dem Tag, als wir ihn kennenlernten.
Ein Stock, der zu lange im Regen liegt, wird irgendwann morsch. Nicht, weil er wertlos wäre, sondern weil ihn niemand aufgehoben hat. Auch Dioneo ist nicht zerbrochen. Aber sein Körper schafft es nicht mehr allein. Was heute noch kleine Risse sind, können morgen unwiederbringliche Schäden sein.

Dioneo braucht keinen Zauber. Er braucht Menschen, die hinschauen. Menschen, die seine Krankheit behandeln lassen, seine Schmerzen ernst nehmen und ihm endlich den Schutz geben, den jeder Hund verdient. Einen Platz, an dem seine Ohrenspitzen heilen dürfen, seine Beine nicht weiter anschwellen und er nicht länger still leiden muss.
Vielleicht geht es heute gar nicht mehr um den Stock am Wegesrand, sondern darum, nicht einfach weiterzugehen.
Vielleicht sind genau Sie der Mensch, der stehen bleibt, Dioneo aufhebt und ihm zeigt, dass auch für ihn ein neues Leben beginnen darf.
Seine Vermittlerin freut sich von Herzen auf Ihren Anruf.
Margot Wolfinger
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https://www.pro-canalba.eu/warum-italien/Lebenslichter 31.07.2026, 18.38 | (0/0) Kommentare | PL

Idrysh
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2017
Schulterhöhe: 70 cm
Idrysh kennt Kommandos wie "Sitz" und "Pfote". Er läuft ordentlich an der Leine und sucht von sich aus den Kontakt zu Menschen. Freundlich und selbstbewusst kommt er auf sie zu. All das erzählt von einem Leben, das nicht hinter Gittern begonnen haben kann. Irgendwo muss es einmal ein anderes Zuhause gegeben haben.
Vielleicht kannte Idrysh eine Haustür, die sich für ihn öffnete. Einen Napf, der immer am gleichen Platz stand und vermutlich nie lange unbeachtet blieb. Spazierwege, auf denen er wusste, an welcher Ecke die spannendsten Nachrichten anderer Hunde zu finden waren. Vielleicht legte er seine große Pfote in eine menschliche Hand und bekam dafür ein Lächeln, ein Leckerchen, oder beides. Bei rund 70 Zentimetern Schulterhöhe war diese Pfote ohnehin kaum zu übersehen.

Wir wissen nicht, ob sein Leben so oder ganz anders aussah. Und wir wissen nicht, warum es endete.
Geboren wurde Idrysh 2017. Seit April 2026 lebt er in einem Hundelager. Was zwischen damals und heute geschah, liegt im Dunkeln. Doch Spuren davon trägt er bis heute in sich. Denn ein Hund vergisst nicht alles, nur weil sich hinter ihm eine Zwingertür schließt. Was er außerdem erlebt hat, können wir nur dort erahnen, wo seine Gelassenheit plötzlich endet.

Für einen Hund, der vermutlich einmal ein Zuhause hatte, muss ein Lager besonders schwer zu ertragen sein. Denn Idrysh könnte den Unterschied kennen. Sein Körper erinnert sich vielleicht noch an weiche Liegeplätze, an Ruhe und an das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.

Heute beginnt jeder Tag auf Beton. Und dort endet er auch. Ein Lager ist kein Ort, an dem ein Hund lebt. Es ist ein Ort, an dem er wartet.
Die Tage gleichen einander. Nur Idrysh wird älter, während die Erinnerung an sein früheres Leben langsam verblasst. Was nicht verblasst, ist seine Bereitschaft, sich den Menschen noch einmal zuzuwenden.

Unseren Tierschützern begegnet Idrysh freundlich und offen. Er kommt selbstsicher näher und sucht den Kontakt. Dauert eine Berührung jedoch länger an, wird er unsicher. Vielleicht gab es in seiner Vergangenheit Hände, die nicht immer Gutes bedeuteten. Was in ihm dann wach wird, wissen wir nicht. Möglicherweise hat er einfach gelernt, dass man Menschen gernhaben kann - und trotzdem vorsichtig bleiben sollte.

Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln. Sichtbar sind nur ihre Schatten.
Mit anderen Hunden zeigt sich Idrysh sozial. Derzeit teilt er seinen Zwinger mit der Hündin Amaya. Er ist aber ebenso mit Rüden verträglich und lebte zuvor bereits mit zwei männlichen Hunden zusammen. Umziehen musste er lediglich, weil einer der beiden Rüden begann, ihn anzuknurren. Idrysh selbst war nicht derjenige, der Streit suchte. Offenbar muss ein Hund seiner Größe niemandem mehr beweisen, wie groß er ist.

Die Umsetzung erfolgte übrigens nicht aus besonderer Fürsorge des Lagerbetreibers. Wir mussten ausdrücklich darauf bestehen. Denn dort zählt selten, ob ein Hund Tag für Tag im Schatten eines Konflikts leben muss.

Idrysh bringt vieles mit: Er ist umgänglich, läuft gut an der Leine, kennt offenbar einige Kommandos und hat sich seine Offenheit gegenüber Menschen bewahrt. Er braucht kein Training. Was ihm fehlt, ist ein Mensch, der seine Vergangenheit nicht aus ihm herauszerren möchte, sondern bereit ist, gemeinsam mit ihm Zukunft zu schreiben.
Wir wissen nicht, welche Schatten auf Idryshs Leben gefallen sind. Wir können seine Vergangenheit nicht heller machen.

Aber vielleicht sind Sie der Mensch, der dafür sorgt, dass seine Zukunft endlich wieder Licht bekommt. Bitte rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!
Tanja Roth
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Lebenslichter 30.07.2026, 16.20 | (0/0) Kommentare | PL
Benno

Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2017
Schulterhöhe: 55 cm
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Bendix

Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2017
Schulterhöhe: 50 cm
"Manchmal ist es so, als ob das Leben einen seiner Tage herausgriffe und sagte: Dir will ich alles schenken! Du sollst ein solch rosenroter Tag werden, der im Gedächtnis leuchtet, wenn alle anderen vergessen sind." (Astrid Lindgren)"
Ein solcher Tag begann für die Wurfgeschwister Bendix und Benno ganz leise.
Seit sieben langen Jahren besteht ihre Welt aus wenigen Quadratmetern eines kahlen Betonzwingers. Gerade einmal zwei Jahre alt waren sie, als sich die Gittertür hinter ihnen schloss und sie vor der Welt verschwanden.

Als die Tierschützer die Brüder nach langer Zeit zum ersten Mal besuchen durften, begegneten ihnen zwei scheue Hunde, die keinen Kontakt zu Menschen kannten und sich nicht anfassen ließen. Die Tierschützer bedrängten sie nicht, sie forderten nichts. Und ganz allmählich wurde die Neugier der beiden stärker als ihre Angst.
Vielleicht war genau das ihr erster kleiner, rosenroter Tag. Der Moment, in dem Bendix und Benno sagten: „Ja, wir wollen mutig sein. Wir wollen endlich anfangen zu leben.

Bendix und Benno sind kastrierte, mittelgroße Rüden, die nie erfahren durften, wie sich ein Zusammenleben mit Menschen anfühlt. All das, was für andere Hunde selbstverständlich ist – Spaziergänge, Streicheleinheiten, ein weiches Körbchen und das Gefühl dazuzugehören –, müssen sie erst noch kennenlernen: Wiesen unter den Pfoten spüren, spannende Gerüche erschnuppern, jeden Tag satt werden, sicher und geborgen sein.
Aus den Berichten von Adoptanten wissen wir, dass auch Hunde, die viele Jahre isoliert gelebt haben, in einer liebevollen, hundegerechten Umgebung erstaunliche Entwicklungen machen können. Mit Geduld, Verständnis und der Zeit, die sie brauchen dürfen, fassen sie Vertrauen, erkunden ihre Welt und bauen oft eine besonders innige Bindung zu ihren Menschen auf.

Benno und Bendix können die verlorenen sieben Jahre nicht nachholen. Aber sie können noch erleben, was es heißt, als Hund glücklich zu sein.
Es wäre für die beiden Brüder, die schon soviel miteinander durchgestanden haben, sicher das Größte, wenn sie gemeinsam in ihr neues Leben starten dürften. Sollte sich dieser Wunsch nicht erfüllen, können sie selbstverständlich auch getrennt vermittelt werden. Entscheidend ist nur, dass jeder von ihnen endlich sein eigenes Für-immer-Zuhause findet.

Vielleicht sind gerade Sie der Mensch, der Bendix oder Benno – womöglich sogar beiden – den einen großen Tag schenkt, der ihr ganzes Leben verändert. Den Tag, an dem sie endlich ankommen dürfen. Den Tag ihres Happy Ends.
Sabine Wojtok
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https://www.pro-canalba.eu/warum-itaien/
Lebenslichter 30.07.2026, 13.00 | (0/0) Kommentare | PL

OXEN
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 12.2025
Die meisten Welpen laufen fröhlich und vertrauensvoll auf Menschen zu – nicht so Oxen.
Sobald sich die Zwingertür öffnet oder sich Schritte nähern, zieht er sich möglichst lautlos zurück. Er sucht die nächste Ecke und drückt sich an die Wand, als könnte sie ihn beschützen, als wäre sie der einzige Ort, den er kennt. Und wahrscheinlich ist genau das die Wahrheit.

Oxen wurde gemeinsam mit seinen GeschwisternOlmo, Olyvia, Olrik, Orbel, Ovidia, Orvin und Ozira hinter Gitterstäben auf nacktem Beton in die Dunkelheit eines Hundelagers hineingeboren. Seitdem gab es für die Hundekinder kein Gras unter den Pfoten, kein weiches Körbchen und niemanden, der sie liebevoll begrüßte, sondern nur Mauern. Und selbst das Wenige, das ihnen Halt gab, wurde ihnen genommen.

Vor kurzem wurden die Brüder von ihrer Mama und ihren Schwestern getrennt, die nun hinter anderen Gittern sitzen. Sie wissen, dass ihre Mutter irgendwo ganz in der Nähe ist. Vielleicht können sie sie riechen und ihre Stimme hören; doch sie können sie nicht mehr sehen.
Für Welpen, die nie etwas anderes als Angst kennengelernt haben, war diese Nähe wie ein kleiner Anker, nun ist auch dieser verschwunden.

Wenn man Oxen beobachtet, könnte man glauben, er wolle sich unsichtbar machen. Dabei sucht er vermutlich nur einen Ort, an dem ihm nichts geschieht und er sich geborgen fühlen darf.
Trotzdem gibt es da diese kostbaren Momente: Ein scheuer Blick, ein kurzes Innehalten, ein Schrittchen nach vorn, bevor die Angst ihn wieder einholt – so als würde ein kleiner Teil von ihm fragen: "Darf ich dir vielleicht doch vertrauen?"

Diese Frage braucht eine Antwort von Menschen, die Zeit und Geduld mitbringen, weil sie verstehen, dass Vertrauen nicht eingefordert werden kann, sondern Tag für Tag wachsen muss. Die sich über den ersten Blick freuen, über einen kleinen Schritt oder einen vorsichtigen Schwanzwedler; Menschen, die wissen, dass die größten Wunder oft ganz leise beginnen.
Oxen sucht einfach jemanden, der nichts von ihm erwartet und trotzdem an ihn glaubt; der ihm zeigt, dass Hände streicheln und Stimmen freundlich klingen können und er nicht länger Schutz an kahlen Wänden suchen muss.

Vielleicht wird Oxen nie der Hund sein, der jedem fröhlich entgegenspringt. Aber wir glauben fest daran, dass der Tag kommen kann, an dem er auf seinen Menschen zugeht, weil er weiß: Bei dir bin ich sicher.
Und vielleicht beginnt genau in diesem einen Moment endlich das Leben, das Oxen und seinen Geschwistern von Anfang an verwehrt geblieben ist.
Daniela Koenemann
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Lebenslichter 29.07.2026, 18.00 | (0/0) Kommentare | PL

Draenor
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 05.2021
Schulterhöhe: 51 cm
Ja, ich weiß. Ich bin niedlich. Das wird mir vermutlich öfter gesagt, als es für einen erwachsenen Rüden mit ausgeprägtem Interesse am geordneten Zusammenleben angemessen ist. Dieses weiche Fell, die wuscheligen Ohren, der freundliche Blick - offenbar löst mein Anblick bei Menschen sofort den Wunsch aus, mich süß zu nennen.
Nun gut, ich kann damit leben. Aber nur, damit keine Missverständnisse entstehen: Unter diesem Plüsch steckt durchaus ein Hund mit eigener Meinung.

Mein Name ist Draenor. Ich wurde im Mai 2021 geboren, bin 51 Zentimeter groß und hause seit Ende Mai 2026 in einem Hundelager. Dort teile ich meinen Zwinger mit Rüden und Hündinnen. Das klappt grundsätzlich gut. Allerdings bin ich der Meinung, dass eine Wohngemeinschaft ein gewisses Maß an Organisation braucht. Und wenn sich sonst niemand zuständig fühlt, übernehme ich das eben.
Manche würden sagen, ich spiele ein bisschen den Chef. Ich formuliere es eher so: Ich behalte den Überblick. Ob meine Mitbewohner mich offiziell in dieses Amt gewählt haben, ist nicht überliefert. Ich halte solche Formalitäten ohnehin für überbewertet.
Dabei suche ich keinen Streit. Ich weiß einfach gern, was um mich herum passiert. Schließlich kann man nicht gleichzeitig so niedlich aussehen und auch noch völlig verantwortungslos sein.

Mit Katzen komme ich übrigens gut zurecht. Katzen lassen sich ohnehin nur schwer beeindrucken, verwalten oder von irgendetwas überzeugen. Ich habe deshalb früh erkannt, dass ein friedliches Nebeneinander hier die vernünftigste Lösung ist. Man respektiert sich, das reicht vollkommen.
Menschen gegenüber bin ich anfangs etwas zurückhaltender. Das überrascht Sie jetzt vielleicht, weil ich auf den Fotos so aussehe, als würde ich jeden sofort freudig begrüßen und anschließend höflich um ein kleines Gebäckstück bitten. Ganz so schnell geht es bei mir aber nicht.
Ich möchte erst einmal schauen, mit wem ich es zu tun habe. Geben Sie mir einfach ein wenig Zeit und drängen Sie mich nicht. Sobald ich merke, dass alles in Ordnung ist, entspanne ich mich und komme von selbst auf Sie zu. Dann dürfen Sie mich gern auch niedlich finden. Sie müssen es nur nicht pausenlos laut sagen.

An der Leine laufe ich gut. Gemeinsame Spaziergänge fände ich ohnehin deutlich angenehmer als das ewige Stillsitzen im Zwinger. Da draußen gibt es schließlich so viel zu entdecken, zu erschnuppern und zu erleben. Außerdem macht sich ein Hund mit meinem Fell zwischen Bäumen und Wiesen vermutlich ausgesprochen gut.
Für mein zukünftiges Zuhause bringe ich also einiges mit: Ich bin mit Rüden und Hündinnen verträglich, komme mit Katzen zurecht, laufe gut an der Leine und kann mich auf Menschen einlassen. Ich brauche nur einen kleinen Moment, bevor ich mein Vertrauen verschenke.

Gesucht werden deshalb Menschen, die in mir nicht nur den herzigen Plüschhund sehen. Menschen, die meine anfängliche Vorsicht respektieren, über meine kleine Chefrolle lächeln und mir freundlich zeigen, dass ich künftig nicht mehr alles selbst regeln muss.
Vielleicht möchte ich nämlich gar nicht wirklich der Chef sein, sondern wünsche mir, meinen kleinen Hausmeisterjob endlich aufgeben zu dürfen. Jemanden, der mir das Gefühl gibt, dass alles gut ist. Einen weichen Platz zum Schlafen. Spaziergänge statt Betonzelle. Sicherheit statt Verantwortung. Menschen, bei denen ich den Überblick auch einmal abgeben darf.

Ich bin noch nicht lange hier. Vielleicht habe ich ja das Glück, gar nicht erst lernen zu müssen, wie man sich an ein so einen traurigen Ort gewöhnt.
Sie dürfen mich dann auch niedlich nennen - aber bitte erst, nachdem Sie meine Vermittlerin angerufen haben.
Tanja Roth
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Arelio
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2020
Schulterhöhe: 45 cm
Manchmal erzählen Hunde ihre Geschichte, ohne dass sie einen einzigen Laut von sich geben. Bei Arelio genügt ein Blick auf sein zotteliges Fell, seine viel zu langen Krallen und sein vorsichtiges Wesen, um zu ahnen, dass sein bisheriges Dasein alles andere als glücklich gewesen sein kann.
In vielen Ländern hat der Tierschutz noch immer einen schweren Stand. Selbst dort, wo Gesetze die Tiere schützen sollen, bleibt oft viel zu viel Spielraum. Bis ein Hund behördlich beschlagnahmt wird, muss deshalb meist schon sehr viel geschehen sein. Für den kleinen Rüden Arelio und seine Freundin Alenya war genau das die traurige Wirklichkeit. Die näheren Einzelheiten kennen wir nicht. Laut den mit uns befreundeten Tierschützern wurden die beiden Hunde in ihrem früheren „Zuhause jedoch misshandelt.

Ob mit Arelio und Alenya damals unterschiedlich umgegangen wurde, wissen wir nicht. Gezeichnet von ihrer Vergangenheit sind sie beide. Umso mehr verwundert es, dass Arelio sich Menschen gegenüber so offen zeigt. Als die Tierschützer die beiden Ende Juni 2026 zum ersten Mal besuchen durften, lernten sie einen freundlichen, zutraulichen und anhänglichen kleinen Kerl kennen. Arelio suchte zaghaft den Kontakt – nicht aufdringlich, sondern sanft und beinahe schüchtern. Fast schien es, als wolle er sagen: „Bitte, bitte, nehmt mich mit!
Während seine Vergangenheit in seinem Benehmen nur wenige sichtbare Spuren hinterlassen hat, erzählt sein Äußeres eine andere Geschichte. Sein struppiges Fell, die offenbar noch nie beschnittenen Krallen, Zahnstein und etliche fehlende Zähne zeugen davon, dass sich lange Zeit niemand um ihn gekümmert hat. Außerdem wurden Herzgeräusche festgestellt, deren Ursache derzeit noch abgeklärt wird.
Trotz allem hat Arelio sich seine Liebe zu uns Zweibeinern bewahrt. Und genau deshalb hoffen wir von Herzen, dass es irgendwo diesen einen Menschen gibt, der sein Leben mit ihm teilen möchte: Mit einem kleinen Rüden im besten Alter – Arelio ist schätzungsweise sechseinhalb Jahre alt (Stand Juli 2026) – dessen sehnlichster Wunsch es ist, endlich dazuzugehören. Als geliebtes Familienmitglied, ganz gleich, wie groß seine Menschenfamilie sein wird. Als ein Hund, der vermutlich zum ersten Mal erfahren darf, was Geborgenheit bedeutet.

Vielleicht wird Arelio in seinem neuen Zuhause die Welt ganz neu entdecken. Gemeinsame Spaziergänge, auch bei Wind und Wetter. Ein weiches Körbchen. Abends miteinander auf dem Sofa kuscheln. Jeden Tag ein gut gefüllter Napf und hin und wieder ein Leckerli. Wahrscheinlich würde er für Letzteres mit Begeisterung neue Kommandos lernen, stubenrein werden und seine(n) Menschen mit diesem besonderen Blick ansehen, den nur Hunde schenken können, die trotz allem nie aufgehört haben zu vertrauen.
Wenn Sie sich vorstellen können, Arelio auf diesem Weg zu begleiten, dann brauchen Sie besonders am Anfang viel Zeit, Geduld und Verständnis für einen Hund mit traurigem Vorleben - vor allem aber Liebe und immer wieder Liebe.
Arelio und Alenya sind seit dem 12. Juni 2026 in einem der schrecklichsten uns bekannten Hundegefängnisse eingesperrt. Ob das Canile für die beiden eine weitere Verschlechterung ihrer ohnehin schon katastrophalen Lebensumstände bedeutet oder trotz allem sogar eine geringfügige Verbesserung gegenüber ihrem früheren Leben, vermögen wir nicht zu beurteilen. Der Gedanke allein erschüttert.

Letztlich ist jedoch nur eines entscheidend: Arelio und Alenya sollen dieses Hundegefängnis so schnell wie möglich wieder verlassen dürfen, um endlich ein echtes Zuhause zu finden – diesmal eines für immer.
Die beiden müssen dabei nicht unbedingt gemeinsam vermittelt werden. Da Arelio allerdings vermutlich sein ganzes Leben mit Alenya zusammen war und die Gesellschaft anderer Hunde kennt, würde ihm ein freundlicher, souveräner Ersthund den Start in sein neues Leben sicher erleichtern; das ist aber keinesfalls ein Muss.
Und nun die alles entscheidende Frage: Möchten und können Sie dem netten Arelio endlich das schenken, wonach er sich wohl sein ganzes Leben gesehnt hat – ein richtiges Zuhause?
Dann zögern Sie bitte nicht und melden Sie sich bei seiner Vermittlerin. Vielleicht beginnt genau mit Ihrem Anruf für diesen liebenswerten, kleinen Strubbel das glückliche Dasein, das er schon so lange verdient.
Sabine Wojtok
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Lebenslichter 27.07.2026, 14.00 | (0/0) Kommentare | PL