Tag: Vertrauen

Morgan
Rasse: Shar-Pei-Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 2017
Schulterhöhe: ca. 56 cm
Kastriert: ja
Läuft ein Tag einmal nicht so gut, hoffen wir auf den nächsten. Denn morgen, so sagen wir uns, wird alles besser.

Für Morgan hat es dieses bessere Morgen bisher nicht gegeben. Und auch das Heute ist nicht schön – ganz zu schweigen von dem, was gestern war. Wenn man den etwa neunjährigen Rüden sieht, ahnt man, dass das Leben es bisher nicht gut mit ihm meinte; und die Spuren, die ein Mensch dabei hinterlassen hat, sind kaum zu übersehen: Morgan fehlt ein Ohr, das andere wurde ihm abgeschnitten. Was ihm widerfahren ist, mag man sich gar nicht vorstellen.


Natürlich haben solche Erlebnisse ihn geprägt. Morgan ist kein Hund, der fröhlich auf jeden Menschen zuläuft und die Welt erobern möchte. Noch nicht. Nähern sich Zweibeiner, schaut er besorgt und weicht zurück. An der Leine läuft er brav und folgt den Anweisungen; doch man merkt ihm an, dass er sich am liebsten in Ruhe zurückziehen möchte. Vertrauen zu Menschen durfte er offenbar nie kennenlernen.

Heute ist Morgan deshalb noch ein eher zurückhaltender Hund, der die Einsamkeit kennt und sie der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Aber vielleicht muss das nicht so bleiben, weil es da draußen genau den richtigen Menschen für ihn gibt – einen hundeerfahrenen Zweibeiner, der Morgan nicht drängt, sondern ihm Zeit lässt; der seine Signale lesen lernt, seine Grenzen respektiert und ihm liebevoll zeigt, dass ein Mensch auch etwas ganz anderes bedeuten kann, als Schrecken und Schmerzen.

Morgan braucht vor allem Sicherheit, Ruhe und jemanden, der geduldig dranbleibt, wenn Vertrauen nicht von heute auf morgen entsteht, damit er die Gelegenheit hat, seinen wahren Charakter zu zeigen. Vielleicht steckt in dem stillen, besorgten Rüden nämlich viel mehr, als sein vorsichtiger Blick zunächst vermuten lässt.

Mit anderen Hunden hatte Morgan schon lange keinen Kontakt, sie fehlen ihm nicht zu seinem Glück. Vielmehr halten wir für ihn Ausschau nach seinem Seelenverwandten auf zwei Beinen.

Und auch wenn wir vielleicht nach der berühmten Nadel im Heuhaufen suchen, sind wir überzeugt, dass es diesen Menschen gibt, der Morgan so nimmt, wie er ist, und ihm zeigt, dass sein Leben noch längst nicht zu Ende erzählt ist.

Wer weiß – vielleicht sind genau Sie dieser Mensch. Dann rufen Sie bitte für Morgan an, damit sein besseres Morgen nicht länger nur eine trügerische Hoffnung bleibt. Vielen, lieben Dank!
Margot Wolfinger
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Haribo
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren:12.2018
Schulterhöhe: 40 cm






Nun wartet das Märchen vom kleinen Hund Haribo noch auf sein glückliches Ende; mit einem Menschen, der ihn nicht wieder ankettet, ihm aber das Vertrauen zurückgibt und seine Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit stillt.

Möchten Sie dieser Mensch, diese Familie für unseren Haribo sein? Dann melden Sie sich bitte möglichst schnell bei seiner Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!
Sabine Wojtok
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Alphonza
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 03.2021
Schulterhöhe: 50 cm
Immer, wenn ein kleiner, unscheinbarer Hund wie Alphonza mit angsterfüllten Augen in die Vermittlung kommt, fragt man sich: Was ist passiert? Was musste dieses Hundemädchen erleben, damit sie schon versucht, sich hinter ihren Zwingergenossen zu verstecken, sobald sich jemand nähert?

Wir wissen nicht, was Alphonza widerfahren ist. Aber wir sehen, welche Spuren es hinterlassen hat.
"Was wünschst du dir, kleine Alphonza? Dass die Tierschützer wieder verschwinden? Du möchtest nichts von ihnen wissen und suchst Schutz bei Oberlyn und Oldrich. Den beiden vertraust du – doch Menschen bedeuten vor allem Schrecken für dich. Wahrscheinlich bist du einfach nur froh, wenn sie dir nichts zuleide tun.

Und trotzdem dürfen sie dich anfassen. Du lässt dir von ihnen sogar Halsband und Leine anlegen, obwohl du beides gar nicht kennst und vermutlich keinen einzigen Schritt daran laufen möchtest. Das ist ganz schön mutig für eine so kleine Hündin.

Auch wenn du dir das heute noch nicht vorstellen kannst: Es gibt Menschen, die dir niemals wehtun werden, die nur das Beste für dich wollen. Genau diese suchen wir jetzt für dich."
Wie lange Alphonza brauchen wird, bis sie wieder Vertrauen fassen kann, weiß niemand. Vielleicht dauert es Monate, vielleicht überrascht sie uns auch und es geht schneller, als wir heute glauben. Wir wünschen unserem kleinen Mädchen daher Menschen, die ihr die Zeit geben, die sie braucht, um ihre Angst zu überwinden.

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Juli 2026 "Oberlyn ist weg."
Alphonza hebt den Kopf. Weg? Wirklich weg? Nicht hinter der Mauer verschwunden oder im Nebenzwinger? Nein. Weg-weg. Zuhause… mit einem weichen Körbchen, Leckerlis und jemandem, der liebevoll zu ihr sagt: "Komm her, mein Schatz." Und bei dem danach nichts Schlimmes passiert.
Ob Alphonza versteht, was das bedeutet, wissen wir nicht. Aber vielleicht keimt irgendwo tief in ihr ein winziges bisschen Hoffnung.

Jetzt lebt sie mit Oldrich zusammen. Er ist ein ruhiger Hund, der sich lieber erst einmal alles aus sicherer Entfernung anschaut. Die beiden passen gut zusammen. Keiner drängt den anderen, keiner macht viel Aufhebens. Zwei Hunde, die gelernt haben, dass Vorsicht manchmal überlebenswichtig ist.


Alphonza selbst hat noch immer große Angst vor Menschen. Sie gehört nicht zu den Hunden, die freudig ans Gitter gelaufen kommen. Sie beobachtet lieber, wartet, zieht sich zurück. Und doch zeigt sie immer wieder kleine, kostbare Augenblicke von Mut. Sie lässt sich anfassen, lässt sich sogar die Leine anlegen. Nicht, weil sie es genießt, sondern weil sie sich trotz allem noch nicht ganz aufgegeben hat.


Hunde wie Alphonza berühren uns mit ihrer stillen Art oft besonders. Ihr Vertrauen wächst nicht mit großen Sprüngen. Es wächst in winzigen Schritten, ermutigt durch einen ruhigen Blick, eine sanfte Stimme; eine Hand, die nichts verlangt. Und dann kann es passieren, dass Alphonza Ihre Geduld eines Tages auf das Schönste belohnt: Wenn sie zum ersten Mal ganz zaghaft eine Pfote auf Ihre Füße legt…
Sabine Wojtok
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Lilyrose
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 06/2023
Schulterhöhe: 56 cm
August 2024: Es ist unerträglich heiß und stickig im Betonzwinger eines italienischen Caniles irgendwo im ländlichen Nirgendwo. Die hübsche, kastrierte Lilyrose drückt sich in die einzige kleine schattige Ecke ihres Gefängnisses, in dem sie seit Juni dieses Jahres eingesperrt ist.
Da landet plötzlich ein kleiner gelber Schmetterling neben ihr und sucht ebenfalls ein wenig Abkühlung. Vorsichtig stupst die rehbraune Hündin ihn an und stellt die wohl wichtigste Frage: "Du, kannst du mir sagen, wie in diesem endlosen Albtraum jemals liebe Menschen zu mir finden und mich mitnehmen können?"

Der Schmetterling denkt kurz nach und antwortet: "Es ist wie bei der Muschelsuche am Strand. Zwischen hundert Muscheln entdeckt man manchmal diese eine ganz besondere. Man hebt sie vorsichtig auf und weiß sofort: Diese ist einzigartig. Und vielleicht wird genau sie einmal zum geliebten Für-immer-Begleiter ihres Finders."
Damit flattert er davon und Lilyrose bleibt mit einer kleinen Portion Hoffnung zurück.
Wenig später bekommt die junge Hündin Besuch von den Tierschützern vor Ort. Zunächst zeigt sie sich schüchtern und möchte sich nicht anfassen lassen. Doch mit Ruhe und liebevoller Ansprache gewinnt die Tierschützerin nach und nach ihr Vertrauen. Lilyrose lässt sich streicheln, sogar anleinen und wagt ein paar Schritte hinaus ins Gras.

Vieles ist für sie noch neu. An der Leine muss sie das Laufen erst lernen, und auch Menschen gegenüber braucht sie etwas Zeit. Dabei scheint sie Frauen leichter zu vertrauen als Männern. Hat Lilyrose jedoch erst einmal Zutrauen gefasst, zeigt sich eine ganz andere Seite: Sie wird verspielt, sucht die Nähe und wirkt beinahe welpenhaft. Katzen begegnet sie ruhig und respektvoll, mit anderen Hunden versteht sie sich gut.
Liebe Leserinnen und Leser, Lilyrose braucht Menschen, die ihr die Zeit geben, anzukommen und Vertrauen zu entwickeln. Eine ruhige Umgebung, geduldige Begleitung und viele schöne Erfahrungen in Wald und Flur werden ihr helfen, Schritt für Schritt sicherer zu werden. In den richtigen Händen kann aus der zurückhaltenden Junghündin eine fröhliche, aktive und treue Begleiterin werden.

Vielleicht sind gerade Sie der Mensch, der – um im Bild zu bleiben - Lilyrose am Ufer entdeckt, sie vorsichtig aufhebt und ihr zeigt, wie wunderbar die Welt jenseits der Zwingermauern sein kann.
Denn wie sagte der Schmetterling so schön? "…Ein Leben allein ist nicht genug! Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu!" (Hans Christian Andersen)

August 2026 – Muschelhörer gesucht: Lilyrose ruft nach ihrem Lieblingsmenschen!
Der Sommer brennt, und Lilyrose wartet noch immer hinter den Mauern des Caniles. Zwischen all den anderen Hunden wird sie leicht übersehen; dabei könnte gerade sie der ganz besondere Schatz sein, nach dem jemand schon lange sucht.
Ihre Schale ist noch verschlossen. Doch wer ihr mit Geduld begegnet, wird nach und nach die wunderschöne Perle entdecken, die darin verborgen liegt.

Im Zwinger zieht Lilyrose sich eher zurück. Zu viele Menschen, Geräusche und Eindrücke machen ihr noch Angst. Doch sobald es ruhiger wird und sie sich auf jemanden einlassen kann, beginnt sie aufzutauen. Dann kommen ihre verspielte Seite und ihre Freude an Nähe zum Vorschein.
Auch die Leine ist für sie noch Neuland. Mit geduldiger Begleitung wird sie lernen, dass ein Spaziergang nicht ins Ungewisse führen muss, sondern der Anfang von etwas Wunderbarem sein kann: Gras unter den Pfoten, neue Gerüche, kleine Abenteuer und endlich ein Mensch, an dem sie sich orientieren darf.

Lilyrose braucht keinen perfekten Menschen. Sie braucht jemanden, der ihr Zeit lässt und ihr Sicherheit gibt. Jemanden, der nicht enttäuscht ist, wenn sie sich anfangs noch zurückzieht, sondern sich über jeden kleinen Schritt nach vorn freut.

Vielleicht sind Sie dieser Mensch? Dann schnappen Sie sich jetzt die Muschel – äh … das Telefon – und wählen Sie die Nummer unserer Vermittlerin. Vielleicht sind gerade Sie der Strandläufer, der Lilyrose entdeckt, sie aus dem Sand fischt und ihr den schönsten Platz schenkt, den sie sich vorstellen kann: ein eigenes Zuhause.
Ina Schoenfuss
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Lebenslichter 07.09.2026, 19.00 | (0/0) Kommentare | PL

DIANTHA
Rasse: Deutscher Schäferhund
Geschlecht: Hündin
Geboren: 10/2017
Schulterhöhe: 61 cm
"Es ist schwer, dich anzuschauen, Diantha … dabei sind es nur Bilder. Und trotzdem reicht das, was man sieht, um zu ahnen, wie viel in dir vorgeht.

Du bist noch nicht lange hier. Und genau das macht es so schwer. Denn du wirkst nicht wie ein Hund, der sich mit seinem Schicksal abgefunden hat. Du bist eine neunjährige Schäferhündin – ein Hund, der Nähe sucht, der sich bindet und seinen Menschen treu zur Seite steht. Und wahrscheinlich waren deine Menschen genau das für dich: dein Mittelpunkt, dein Zuhause, deine Sicherheit.

Und jetzt sind sie weg.
Du wurdest in ein Hundelager gebracht. Zurückgelassen in einer Welt aus Gittern, Lärm und Enge. Für einen Hund, der sein Zuhause verloren hat, muss es schwer sein, sich in dieser fremden Umgebung zurechtzufinden. Und bei dir kommt noch etwas hinzu: Dein Körper ist krank. Du hast Geschwülste in der linken Brustdrüse und Leishmaniose – eine Erkrankung, vor der viele Menschen zurückschrecken. Dabei kann gerade für einen Hund wie dich eine liebevolle Umgebung, gute Versorgung und die Nähe zu seinen Menschen so viel bedeuten.

Vielleicht ist auch deshalb alles still geworden in dir.
Du suchst nicht von dir aus den Kontakt, bleibst lieber für dich. Als würdest du dich zurückziehen und erst einmal abwarten wollen. Vielleicht ist das deine Art, mit all dem Unbekannten zurechtzukommen.

Du teilst dir deine Box mit einem Rüden. Wenigstens bist du dadurch nicht ganz allein. Und trotzdem wirkt dein Blick oft weit weg.
Aber dann gibt es diese kleinen Zeichen, die Mut machen: Wenn man dich an die Leine nimmt, gehst du mit. Ganz selbstverständlich. Du läufst ruhig und gut, als wäre dir das alles nicht fremd. Und mit der Zeit lässt du auch Berührungen zu. Vorsichtig, aber immerhin.
Vielleicht ist genau das der kleine Rest von Vertrauen, an den wir anknüpfen können.

Meine liebe Diantha, wir können dir deine Vergangenheit nicht zurückgeben. Und wir können dir nicht erklären, warum deine Menschen dich verlassen haben. Aber vielleicht können wir dafür sorgen, dass deine Geschichte nicht hier endet.

Wir hoffen, dass jemand dich sieht. Nicht nur deine neun Jahre, nicht nur deine Erkrankungen, sondern vor allem den Hund, der noch immer in dir steckt: Eine treue Schäferhündin, die einfach nur wieder jemanden braucht, dem sie vertrauen und sich anschließen darf.
Dann wird vielleicht auch dein Warten irgendwann ein Ende haben."

Bitte, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Diantha diesen neuen Anfang schenken möchten, melden Sie sich bei ihrer Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!
Simone Leitenbauer
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Lebenslichter 10.08.2026, 19.20 | (0/0) Kommentare | PL

OXEN
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 12.2025
Die meisten Welpen laufen fröhlich und vertrauensvoll auf Menschen zu – nicht so Oxen.
Sobald sich die Zwingertür öffnet oder sich Schritte nähern, zieht er sich möglichst lautlos zurück. Er sucht die nächste Ecke und drückt sich an die Wand, als könnte sie ihn beschützen, als wäre sie der einzige Ort, den er kennt. Und wahrscheinlich ist genau das die Wahrheit.

Oxen wurde gemeinsam mit seinen GeschwisternOlmo, Olyvia, Olrik, Orbel, Ovidia, Orvin und Ozira hinter Gitterstäben auf nacktem Beton in die Dunkelheit eines Hundelagers hineingeboren. Seitdem gab es für die Hundekinder kein Gras unter den Pfoten, kein weiches Körbchen und niemanden, der sie liebevoll begrüßte, sondern nur Mauern. Und selbst das Wenige, das ihnen Halt gab, wurde ihnen genommen.

Vor kurzem wurden die Brüder von ihrer Mama und ihren Schwestern getrennt, die nun hinter anderen Gittern sitzen. Sie wissen, dass ihre Mutter irgendwo ganz in der Nähe ist. Vielleicht können sie sie riechen und ihre Stimme hören; doch sie können sie nicht mehr sehen.
Für Welpen, die nie etwas anderes als Angst kennengelernt haben, war diese Nähe wie ein kleiner Anker, nun ist auch dieser verschwunden.

Wenn man Oxen beobachtet, könnte man glauben, er wolle sich unsichtbar machen. Dabei sucht er vermutlich nur einen Ort, an dem ihm nichts geschieht und er sich geborgen fühlen darf.
Trotzdem gibt es da diese kostbaren Momente: Ein scheuer Blick, ein kurzes Innehalten, ein Schrittchen nach vorn, bevor die Angst ihn wieder einholt – so als würde ein kleiner Teil von ihm fragen: "Darf ich dir vielleicht doch vertrauen?"

Diese Frage braucht eine Antwort von Menschen, die Zeit und Geduld mitbringen, weil sie verstehen, dass Vertrauen nicht eingefordert werden kann, sondern Tag für Tag wachsen muss. Die sich über den ersten Blick freuen, über einen kleinen Schritt oder einen vorsichtigen Schwanzwedler; Menschen, die wissen, dass die größten Wunder oft ganz leise beginnen.
Oxen sucht einfach jemanden, der nichts von ihm erwartet und trotzdem an ihn glaubt; der ihm zeigt, dass Hände streicheln und Stimmen freundlich klingen können und er nicht länger Schutz an kahlen Wänden suchen muss.

Vielleicht wird Oxen nie der Hund sein, der jedem fröhlich entgegenspringt. Aber wir glauben fest daran, dass der Tag kommen kann, an dem er auf seinen Menschen zugeht, weil er weiß: Bei dir bin ich sicher.
Und vielleicht beginnt genau in diesem einen Moment endlich das Leben, das Oxen und seinen Geschwistern von Anfang an verwehrt geblieben ist.
Daniela Koenemann
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Lebenslichter 29.07.2026, 18.00 | (0/0) Kommentare | PL
BROGAN

Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 12. 2016
Schulterhöhe: 56 cm
Die Mutter ein Labrador, der Vater ein Panther - so stellt man sich Brogans Herkunft unwillkürlich vor, wenn man ihn zum ersten Mal sieht. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Natur hier einfach einen besonders guten Moment hatte. Denn Brogan ist einer dieser Hunde, die man nie mehr ganz vergisst. Unaufdringlich, freundlich - und doch mit einer Ausstrahlung, die haften bleibt:

Sanfte, braune Augen, ein offener, wacher Blick, ein weißer Streifen auf der Brust und an allen vier Pfoten kleine weiße „Zehen; dazu tiefschwarzes, glänzendes Fell, das nicht zu einem Hund passen will, der in einem Canile einsitzen muss. Und dennoch fristet Brogan sein Dasein in einem solchen Hundegefängnis, nur umgeben von Gitterstäben, Beton, Schmutz und dem verzweifelten Bellen vieler hunderter Mitgefangener.

Mitte August 2024 wurde er, fast achtjährig, hierher abgeschoben, aus seinem bisherigen Leben herausgerissen und in eine Umgebung gesetzt, die nichts mehr erklärt, sondern nur noch festhält. Wir wissen nicht, was vorher war. Jedoch deutet vieles an Brogan darauf hin, dass er einmal mit Menschen zusammengelebt hat; vielleicht in einem Zuhause, in dem Stimmen, Gerüche und feste Gewohnheiten ihm Sicherheit gaben. Jedenfalls kennt er Menschen und vertraut ihnen.
Als ihn die Tierschützer im November 2025 zum ersten Mal besuchen durften, trafen sie einen Hund, der ohne zu zögern auf sie zuging. "Schön, dass ihr da seid!" schien er sagen zu wollen. Sie beschrieben ihn als gutmütig und offen, als einen Hund, der Nähe sucht und an allem Anteil nehmen möchte.

Er geht recht ordentlich an der Leine, wobei er noch ein wenig zieht; aber ist es ein Wunder, wenn sich nach der langen Zeit in einem Betonkerker von gerade einmal vier Quadratmetern, ohne jeden Auslauf, sein Bewegungsdrang Bahn bricht? Und wie nicht anders zu erwarten, versteht Brogan sich auch problemlos mit Artgenossen und verhält sich bei Begegnungen eher unterwürfig.

Mittlerweile ist der liebe Brogan knapp zehn Jahre alt. Das macht seine Geschichte so besonders dringend, denn ihm bleibt keine Zeit mehr fürs Aufschieben, fürs Warten auf irgendwann. Es darf nicht sein, dass ein Hund wie er seinen Lebensabend hinter Gittern verbringen muss - freundlich, menschenbezogen und doch übersehen.

Brogan braucht einen Menschen, der Freude an täglichen Spaziergängen hat, aber von seinem Hund keine sportlichen Höchstleistungen verlangt; der versteht, dass ältere Hunde ruhiger werden dürfen und trotzdem neugierig bleiben - und der weiß, dass die gemeinsame Zeit möglicherweise begrenzt, aber deshalb nicht weniger wertvoll, sondern umso kostbarer ist.

Dafür bringt Brogan bringt alles mit, was wirklich zählt und glücklich macht: Sanftmut, Vertrauen, Freundlichkeit und diese besondere Art, sich leise und wie selbstverständlich ins Herz zu kuscheln.
Brogans Vermittlerin freut sich auf Ihren Anruf; und wir drücken fest die Daumen, dass dieser wunderbare Hund endlich gesehen wird - nicht später, nicht irgendwann, sondern genau jetzt.
Tanja Roth
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Lebenslichter 22.07.2026, 12.00 | (0/0) Kommentare | PL

Magee
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 09.2021
Schulterhöhe: 55 cm
Lieber Magee, so lange hast du darauf gewartet, dass dich endlich jemand sieht. Drei Jahre sitzt du nun schon in einem trostlosen Hundegefängnis in Italien. Drei Jahre, in denen dir niemand zeigen konnte, dass Menschen auch Sicherheit, Geborgenheit und Liebe bedeuten können. Deine beiden ehemaligen Zellengenossen Jerrika und Sutton hatten das Glück, ein Zuhause zu finden, nur du bist allein zurückgeblieben.
Mit deinen knapp fünf Jahren kennst du das Leben außerhalb des Lagers kaum. Wenn sich Menschen nähern, versuchst du, dich unsichtbar zu machen. Du ziehst dich so weit es geht zurück, erstarrst und hoffst, dass niemand etwas von dir möchte, weil Angst seit Jahren dein ständiger Begleiter ist und du nie erfahren durftest, dass eine ausgestreckte Hand nicht nur Schrecken und Schläge, sondern auch Schutz, Wärme und Geborgenheit bedeuten kann.

Aber weißt du was, lieber Magee? Genau deshalb möchten wir dich jetzt sichtbar machen. Denn wir sind überzeugt, dass irgendwo ein Mensch auf dich wartet, der nichts von dir verlangt, außer dass du einfach du sein darfst.
Vielleicht wirst du nicht schon am ersten Tag fröhlich über Wiesen laufen oder neugierig jedes Abenteuer begrüßen. Vielleicht werden deine Schritte anfangs klein sein. Aber jeder einzelne davon wird ein Erfolg sein. Mit Geduld, Verständnis und ganz viel Liebe wirst du entdecken dürfen, wie schön es ist, anzukommen. Und wenn dir einmal der Mut fehlt, wird jemand an deiner Seite sein, der auf dich wartet, dich stärkt und dir zeigt, dass du keine Angst mehr haben musst.

Für dich werden die ersten Erfolge vermutlich nicht darin bestehen, fröhlich über eine Wiese zu rennen oder ausgelassen zu spielen. Dein erster großer Erfolg könnte sein, den Menschen im selben Raum auszuhalten. Vielleicht wagst du nach einigen Tagen einen neugierigen Blick oder nimmst vorsichtig ein Leckerchen aus der Hand. Und eines Tages lässt du dich zum ersten Mal sacht berühren. Was für viele selbstverständlich erscheint, wird für dich einen Meilenstein bedeuten. Denn hinter deiner Furcht steckt kein Hund, der nicht lieben möchte, sondern einer, der nie erfahren durfte, dass Liebe auch ihm gelten kann.

Wir wünschen uns für dich ein ruhiges, liebevolles Zuhause bei einfühlsamen Menschen, die dich nicht drängen, sondern dir die Zeit geben, die du brauchst. Menschen, die sich über jeden noch so kleinen Fortschritt freuen, dir Sicherheit schenken und dir zeigen, dass die Welt gar nicht so furchteinflößend ist, wie sie dir heute noch erscheint; und die und auch dann an deiner Seite bleiben, wenn es einmal langsamer vorangeht.
Lieber Magee, gib die Hoffnung nicht auf. Dein Leben muss nicht so bleiben, wie es bisher war. Irgendwo gibt es den Menschen, der dein Herz behutsam erobern wird und der dir beweist, dass Vertrauen wachsen kann; der an dich glaubt und Glück nicht an großen Erfolgen misst, sondern sich mit dir über jeden kleinen Schritt freut.

Sind Sie dieser besondere Mensch? Können Sie Magee die Zeit, die Geduld und die Liebe schenken, die er so dringend braucht? Dann freuen wir uns sehr, wenn Sie Kontakt zu seiner Vermittlerin aufnehmen. Vielleicht beginnt schon bald für Magee das Leben, auf das er so lange warten musste.
Sabine Wojtok
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Lebenslichter 15.07.2026, 20.06 | (0/0) Kommentare | PL
… und wieder sieht Macka nur die Rücklichter.

Hündin, ca. 50 cm
geb. ca. 2014
Zwingernummer: B 157
gechipt, geimpft und kastriert
Viele ihrer Mitgefangenen hat sie schon kommen und manche gehen sehen. Diese hatten das Glück, von tierlieben Menschen adoptiert zu werden. Macka gönnt es ihnen von Herzen; aber zu gern wäre auch sie endlich an der Reihe, diesem furchtbaren Ort "Adieu" zu sagen und dorthin zu reisen, was man Heimat nennt.

Macka wartet jetzt seit Februar 2016 im
Shelter Kozhuhovo auf ihre Befreiung. Davor hatte sie ein Zuhause, eine
Familie. Sicher nicht hundegerecht, denn sie wurde fast ausschließlich in der
Wohnung gehalten und kennt so gut wie nichts von der Welt „da draußen“.
Vermutlich teilt sie damit das Schicksal vieler russischer Hunde: Als putziger
Welpe angeschafft, geliebt, verhätschelt und verwöhnt. Doch dann wuchs sie
leider und wurde irgendwann zu groß für eine Ministadtwohnung in Moskau. So
schob man sie ab in die Hundeverwahranstalt. Kein Hund verdient ein solches
Los, auch die liebenswerte Macka nicht.

Anfangs waren ihr die vielen Hunde, der Lärm und die fremden Menschen im Shelter unheimlich. Sie zog sich in die winzige Holzhütte ihres Zwingers zurück und getraute sich lange nicht, diese zu verlassen. Dank der unermüdlichen Bemühungen der freiwilligen Betreuer hat sie inzwischen wenigstens zu ihnen Vertrauen gefasst und sogar das Laufen an der Leine gelernt.

Für Macka suchen wir Menschen mit viel Geduld
und Einfühlungsvermögen, die dem unsicheren Hundemädchen ausreichend Zeit
schenken, um sich ans richtige Leben zu gewöhnen. In ihr steckt garantiert eine
Traumhündin – sie braucht nur eine Chance, damit sie es beweisen kann!

https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
Lebenslichter 25.07.2024, 15.41 | (0/0) Kommentare | PL

DESDEMONA
geb. ca. 2006
50 cm Schulterhöhe
Zwingernummer: C 120
Unscheinbar und von allen übersehen, so lebte Desdemona seit der Eröffnung des Shelters in 2009 hinter den Eisenstäben ihres kleinen Zwingers. Ein leeres Dasein im Gefängnis, in Einsamkeit und Vergessenheit. Niemand weiß, woher sie kam und was aus ihrer Familie wurde.
Nahezu unsichtbar blieb die doch so hübsche Desdemona all die vielen Jahre lang. Sie lief aus ihrem Zwinger in den Auslauf und wieder zurück. Weder schenkte sie den Menschen große Beachtung, noch nahm jemand die Hündin wirklich wahr. Für ihre Betreuer war Desdemona wie ein Schatten, der kam und wieder ging.

Sie genoss die kurze Zeit im Auslauf, in der sie ein wenig Freiheit erleben durfte; das Zusammensein mit den anderen Hunden, die Sonne die ihr Fell wärmte. Dabei blieb sie jedoch immer still und unauffällig.
Irgendwann beschlossen die Freiwilligen, die Hündin, die mittlerweile im Shelter zur Seniorin geworden war, aus ihrem Schattendasein zu holen, damit sie vielleicht doch noch ein Zuhause finden konnte. Sie nahmen sich Zeit für sie und schenkten ihr ein wenig mehr Zuwendung, übten mit ihr das Laufen an der Leine und gewannen ganz allmählich das Vertrauen der älteren Hundedame.

Desdemona schien dies zu gefallen. Sie ließ immer mehr Nähe zu und taute zusehends auf. So wagten die Betreuer mit ihr einen Tierarztbesuch, um Näheres über Desdemonas gesundheitlichen Zustand zu erfahren und um eine Zahnbehandlung durchführen zu lassen, denn die Hündin hatte schon immer einen schiefen Zahn.
Desdemona bekam vor dem Röntgen eine Vollnarkose. Auf den Bildern war zu erkennen, dass der Ärmsten irgendwann einmal der Kiefer gebrochen wurde, welcher dann – weil unbehandelt – schief wieder zusammenwuchs. Damals hat sie wohl schreckliche Schmerzen ausgehalten. Aber wen kümmerte das schon – es war ja schließlich nur ein Hund.
Ganz demütig und klein werde ich vor der
Größe von Hunden wie Desdemona. Trotz ihres schweren Schicksals, trotz
Vernachlässigung und Misshandlung tragen sie uns Menschen nichts nach und sind
immer wieder aufs Neue bereit, uns zu vertrauen und sich uns anzuschließen.

Eine weitere Behandlung scheiterte daran, dass Desdemona die Narkose nicht vertrug und umgehend aufgeweckt werden musste.
Nach dem Befund verstanden die Betreuer, weshalb Desdemona sich all die Jahre so zurückgezogen hatte. Vermutlich war einem der Mitarbeiter des Shelters der Spaten „ausgerutscht“, oder er hatte mit dem Fuß zugetreten, weil die Hündin sich nicht schnell genug in eine Ecke geduckt hatte. Unserer geliebten Wendy mag es ähnlich ergangen sein; denn leider ist das keine Ausnahme, weil die Arbeiter ihren Job in der Regel nur widerwillig verrichten und es nur selten wirklich gut mit den Hunden meinen.

Abgesehen von den seelischen Wunden hat Desdemona rein körperlich keine Folgen davongetragen. Sie frisst normal, hat keine offensichtlichen Schmerzen und ist für ihr Alter durchaus noch recht fit.
Nun fehlt ihr nur noch ein eigenes Zuhause, in welchem nichts von ihr erwartet wird und man ihr Zeit lässt, das Erlebte zu vergessen. Natürlich ist uns bewusst, dass es der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen gleicht; denn Desdemonas Lebensspanne ist nur noch begrenzt und die meisten Menschen scheuen sich vor dem baldigen Abschied.

Dazu möchte ich gern etwas sagen: Ja, die Trennung tut weh und das eigene Herz wird jedes Mal um ein Stückchen kleiner, welches mit dem geliebten Vierbeiner geht. Wir selbst hatten drei Fellkinder, die uralt (13 und 14 Jahre) und schwerkrank zu uns kamen. Sie wurden von ihren Familien unter fadenscheinigen Begründungen ins Tierheim abgeschoben. Wir durften zwei von ihnen noch neun, das dritte immerhin acht Monate lang liebhaben. Sie waren ganz wunderbare, einmalige Schätze, und wir sind dankbar, dass wir ihnen – wie mein Mann es gern nennt - einen versöhnlichen Ausklang bereiten durften.
Desdemona hat im Shelter gelernt, an der Leine zu laufen. Sie ist freundlich zu Menschen und gut verträglich mit anderen Hunden. Für sie wäre es schön, wenn im neuen Zuhause bereits ein netter Hundekumpel auf sie warten würde, an dem sie sich orientieren könnte; denn sie kennt ja noch nichts außerhalb der Welt von Mauern und Gitterstäben. Wichtig zu wissen ist noch, dass Desdemona nicht mehr unter Narkose behandelt werden darf.
Möchten Sie dieser zauberhaften Hündin für
ihre letzte Zeit gern ein Gnadenplätzchen in Ihrer Familie und Ihrem Herzen
schenken? Dann wenden Sie sich doch bitte an unsere Vermittlerinnen. Vielen,
lieben Dank!

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