Tag: Wund

Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 05/2022
Schulterhöhe: 57 cm
Ich würde so gern mit meinem Lieblingsmenschen spazieren gehen, die Welt erschnuppern, endlich etwas lernen, neue Hunde- und Menschenfreunde treffen, umsorgt werden und abends bei meiner Familie sein. Ich möchte wissen, dass ich geliebt werde und bleiben darf. Für immer.
Denisse ist natürlich kein sprechender Hund, und wir können auch keine Hundegedanken lesen. Aber wenn wir uns die Fotos und Videos der rund viereinhalbjährigen Hündin ansehen, die von den mit uns befreundeten Tierschützern im August 2026 endlich wieder einmal besucht werden durfte, dann können wir uns ziemlich gut vorstellen, was in Denisse vorgehen mag.

Denn da sehen wir eine allerliebste, freundliche, neugierige und aufgeschlossene Hündin, die unbedingt gefallen möchte und ganz offensichtlich spürt, dass es außerhalb ihres Gefängnisses noch so viel mehr zu entdecken gibt. Denisse hat Menschen gern, mit anderen Hunden kommt sie problemlos zurecht. Sie ist ein feines, wunderhübsches Hundemädchen. Eine Perle, die so viel zu geben hätte – wenn man sie nur endlich ließe.

Stattdessen sitzt Denisse schon ihr ganzes Leben hinter Gittern; auf nacktem Beton in einem kahlen Zwinger von wenigen Quadratmetern. Im August 2022 waren sie und ihre Geschwister Damish, Damek, Denis, Darcyline und Daffie geschätzt erst drei Monate alt, als für sie das endete, was einmal ein ganz normales Hundeleben hätte werden sollen.
Sie kamen in eines der widrigen Hundelager. Tor zu, fertig. Das wär´s dann gewesen – wären unsere Tierschützer vor Ort nicht wenig später auf die sechs Welpen aufmerksam geworden.

Im Oktober 2022 durften wir die kleine Hundefamilie zum ersten Mal auf unserer Homepage vorstellen. Und tatsächlich geschah ein erstes Wunder: Damek konnte noch vor Jahresende in sein Zuhause ziehen. Leider sollte dies bis heute das einzige Wunder für die Geschwisterchen bleiben. Daffie ist inzwischen verstorben, die anderen vier warten noch immer – eingesperrt, ohne Nestwärme und ohne Hoffnung, endlich ankommen zu dürfen.

Schon recht früh wurde bei allen Geschwistern Leishmaniose festgestellt; vermutlich schon im Mutterleib übertragen von ihrer ebenfalls erkrankten Mutter. Ob das der Grund dafür ist, dass weder Denis, Damish, Darcyline noch unsere allerliebste Denisse bisher auch nur eine einzige passende Anfrage erhalten haben?
Wir wissen es nicht. Vielleicht schreckt die Diagnose immer noch viele Menschen ab. Dabei bedeutet Leishmaniose nicht zwangsläufig, dass ein Hund kein schönes und erfülltes Leben führen kann. Mit der richtigen tierärztlichen Betreuung und einer auf den jeweiligen Hund abgestimmten Therapie können betroffene Tiere durchaus viele gute Jahre erleben.

Doch genau diese medizinische Versorgung gibt es für Denisse derzeit nicht. Die Lagerleitung lässt eine solche nicht zu. Umso wichtiger wäre es, dass Denisse endlich einen Menschen findet, der bereit ist, sich ihrer anzunehmen und ihr die Behandlung zukommen zu lassen, die sie so dringend braucht.

Aufgeben kam für uns noch nie infrage. Deshalb stellen wir Denisse heute noch einmal ganz oben auf unsere Liste. Denn trotz ihrer schwierigsten Lebensumstände ist diese Hündin noch immer lieb, vertrauensvoll, neugierig und bewegungsfroh. Noch hat sie ihre Lebensfreude nicht verloren.

Aber wie lange wird das so bleiben?
Jahre hinter Gittern gehen nicht spurlos an einem Hund vorbei. Und je länger Denisse warten muss, desto größer wird die Gefahr, dass ihre Erkrankung irgendwann Folgen hat, die sich nicht mehr auffangen lassen. Wir möchten verhindern, dass ihr Leben, das noch gar nicht recht begonnen hat, eines Tages endet, ohne dass sie jemals erfahren durfte, wie sich ein eigenes Zuhause anfühlt.

Deshalb bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser: Helfen Sie Denisse.
Wenn Sie auf der Suche nach einer lieben, wunderschönen erwachsenen Hündin sind, etwas Hundeerfahrung und Einfühlungsvermögen sowie genügend Zeit und Geduld mitbringen, dann könnte Denisse genau die richtige Begleiterin für Sie sein. Und falls Sie selbst ihr kein Zuhause schenken können, helfen Sie ihr bitte trotzdem: Erzählen Sie in Ihren Kreisen von Denisse und teilen Sie ihre Geschichte in Ihren sozialen Medien.

Vielleicht geschieht durch viele Menschen, die nicht wegsehen, doch noch ein weiteres kleines Wunder.
Wir wünschen uns von Herzen, dass Denisse endlich ein Leben beginnen darf, das diesen Namen auch verdient. Und wir danken Ihnen für jede Unterstützung.
Ina Schoenfuss
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
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Oldrich
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 06.2019
Schulterhöhe: 60 cm
"Sie ist weg." "WER ist weg?!" "Na, Oberlyn! Sie hats geschafft!" Wie ein Lauffeuer ging es durch die kahlen, schimmeligen Betonflure des Canile. Ein aufgeregtes Konzert aus Bellen, Jaulen und Gitterrasseln setzte ein – manche freudig, manche neidisch, andere verzweifelt und wieder andere einfach, weil es alle machten. Mittendrin saß Oldrich. Still. Ein bisschen verwirrt, ein bisschen stolz, aber auch ein kleines bisschen traurig. Seine Schwester war jahrelang seine Mitbewohnerin, Seelentrösterin und Wärmflasche auf vier Pfoten gewesen. Jetzt hatte sie ein Zuhause. Ein richtiges Zuhause mit Platz auf dem Sofa, Leberwurst aus der Tube und mit Menschen, sie sich nicht störten an einem bisschen Fell in ihrem Morgenkaffee.
"Das ist doch super!", bellt jemand aus der Nachbarbox. Oldrich nickt bedächtig. Und er? Er teilt seinen kahlen Käfig nun allein mit Alphonza. Alphonza ist in Ordnung. Sie frisst ihm nicht das Futter weg und schnarcht nicht ganz so laut wie Oberlyn. Dennoch vermisst Oldrich sie. Aber er nimmt sich zusammen. So ist er eben, ein stiller Held.

Wenn die Tierschützer zu Besuch kommen, neigt
Oldrich leicht den Kopf zur Seite; nicht zu niedlich, aber dennoch charmant.
Die meisten sehen dann nur: "Hm, schüchtern." Er ist keiner dieser
fluffigen Instagramhunde mit Pomponschwanz und Schnappschusslächeln. Er ist
einfach Oldrich. Wunderschön schwarz-weiß, mit einem etwas hervorstehenden
Unterkiefer; die Tierschützer nennen das diplomatisch leichte Prognathie.
Er bleibt stets abwartend und ruhig - manchmal so ruhig, dass man meinen
könnte, er sei aus Stein. Aber seine Augen blicken fragend-hoffnungsvoll und
sein Herz, klopft voller Erwartung. Vertrauen kommt bei ihm nicht per Express,
sondern eher wie ein Paket, das auf dem Postweg aus dem vorletzten Jahrhundert
verschickt wurde - aber es kommt an. Er ist nicht unhöflich, doch sein Instinkt
sagt: "Verhalte dich lieber still, vielleicht ist das hier gefährlich. Denn
der Alltag im Canile hat ihn geprägt. Tage, Wochen, Jahre, immer gleich. Beton,
Gitter, manchmal Futter, oft Hunger, Schmutz, Einsamkeit, Langeweile, Regen,
Hitze, Kälte, Hoffnung und immer wieder bittere Enttäuschung. Oldrich ist kein
Draufgänger. Er ist ein Beobachter, einer, der lieber zweimal hinschaut, bevor
er jemandem die Pfote reicht.
Aber wenn man sich Zeit nimmt, kann man das sanfte Leuchten in seinen Augen
sehen. Vertrauen auf Sparflamme, das gern wachsen möchte. Bei ruhiger Ansprache
kommt er näher; ganz langsam, wie ein scheuer Tanzpartner, der den Rhythmus der
Welt erst noch lernen muss. Und dann lässt er sich streicheln.

Oldrich lebt leise im Schatten der Lauten. Er lebt zwischen Hoffnung und Resignation. Aber er lebt und das mit so viel Würde, dass einem das Herz wehtut.
Damals war´s, vor nunmehr vier Jahren. Plötzlich lag
ein Leuchten in Oldrichs Äuglein, als die Tierschützer zu ihm sagten: "Lieber
Oldrich, du bist jetzt in der Vermittlung. Bald holen wir dich hier heraus und
dann wird dein Leben wunderschön." Leider meldete sich niemand für ihn, so
blieb es bis heute und ganz langsam, kaum merklich zerbricht seine Seele. Von
dem einst neugierigen, zutraulichen Hundbuben ist nicht mehr viel übrig. Die
Tierschützer zeigten sich erschrocken, als sie phn vor ein paar Tagen wiedersahen,
denn aus Oldrich ist ein zurückhaltender, schüchterner Hund geworden. Er musste
zusehen, wie seine Geschwisterchen adoptiert wurden, mit ihnen verlor er seinen
letzten Halt.
Oldrich ist einer von den Unsichtbaren im Lager, die nicht durch besondere Merkmale hervorstechen und versuchen, den harten Alltag inmitten von Stein, Freudlosigkeit und Isolation irgendwie zu meistern. Aus der Erfahrung wissen wir, dass bei liebevoller Ansprache und geduldiger Führung auch schüchterne Hunde wie Oldrich aufblühen und zu fröhlichen Begleitern werden können.

Liebe Leserinnen und Leser, Oldrich braucht kein
Feuerwerk, keine großen Gesten. Er braucht jemanden wie Sie, der zu ihm sagt:
„Komm, Oldrich, wir schauen gemeinsam. Du darfst langsam sein, ich warte auf
dich.
Wenn Sie einen Blick für das
scheinbar Unscheinbare und ein Ohr für leise Töne haben, dann melden Sie sich
bitte bei Oldrichs Vermittlerin. Denn nie ist einfach zu lang. Dieser
wunderbare Hund mit der sanften, leisen Seele hat lange genug gewartet und wäre
bestimmt sogar bereit, für Sie ein bisschen zu wedeln.
Margot Wolfinger
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
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aus dem Ausland:
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Lebenslichter 19.09.2026, 20.45 | (0/0) Kommentare | PL

ARTURELLO
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01/2024
Schulterhöhe: 50 cm
"Guck mal, lieber Mond! Ich bin ein fröhlicher Geselle und kann fein an der Leine laufen!"
"Guck mal, lieber Mond! Ich liebe es, mit meinen Menschen zusammen zu sein und bin sehr zutraulich!"
"Guck mal, lieber Mond! Ich mag sogar Katzen und bin doch ein echt niedlicher Typ!"

Und dann wird Arturello ganz leise:
"Guck mal, lieber Mond … ich sitze hier in diesem schrecklichen Betonzwinger fest. Und wenn du dich immer wieder mal so klein machst, kriege ich Angst, dass du mich auch alleine lässt."
Liebe Leserinnen und Leser, das sind die Sorgen eines noch jungen Mischlingsrüden, der dieses Jahr im April in ein seelenloses Hundegefängnis gebracht wurde. Er teilt sich seinen Zwinger einvernehmlich mit weiteren Rüden und Hündinnen. Und in der seltenen Stille der Nacht erzählt er vielleicht dem Mond von seinen Träumen: Wie schön es wäre, in einem eigenen Zuhause ein richtiges Hundeleben führen zu dürfen.

Davon ist Arturello leider weit entfernt. Eingesperrt auf wenigen Quadratmetern aus Beton, ohne Auslauf und ohne die Beschäftigung und Nähe zu seinen Menschen, die ein junger Hund so notwendig braucht. Gerade die heißen italienischen Sommertage in Italien machen das Dasein im Canile besonders schwer. Und der nächste Winter wird kommen – mit eisigen Nächten, die für ein so dünnes Hündchen wie Arturello nicht nur ungemütlich, sondern lebensbedrohlich werden können.

Als ihn die Tierschützer vor Ort besuchen durften, zeigte er sich von seiner besten Seite. Der lebhafte Hundebub ging offen und zutraulich auf die Menschen zu, genoss sichtlich die Streicheleinheiten und forderte sogar zu einem kleinen Spiel auf. Gern ließ er sich Halsband und Leine anlegen und folgte den Tierschützern freudig auf eine kleine Wiese. Hier zeigte er, wie schön das Zusammenspiel mit Menschen für ihn sein kann. Er hielt sich artig an ihrer Seite und ließ sich auch von einer plötzlich auftauchenden Katze nicht aus der Ruhe bringen.
Arturello ist ein junger Hund mit einem goldenen Herzen. Er möchte dabei sein, möchte erleben, lernen und vor allem endlich dazugehören. Leider war die Zeit, welche die Tierschützer mit ihm verbringen konnten, viel zu kurz. Aber sie macht Hoffnung darauf, dass in ihm ein wunderbarer Begleiter steckt.

Mit liebevoller und klarer Erziehung wird Arturello sicher schnell das kleine Hundeeinmaleins erlernen. Und wer weiß – vielleicht entdeckt er dabei auch noch das eine oder andere Talent, von dem er uns heute noch nichts erzählen kann.
Am wichtigsten ist aber, dass er endlich Menschen findet, mit denen er all das nachholen darf, was er bisher vermissen muss.

Schenken Sie dem lieben Arturello gemeinsame, abendliche Kuschelmomente nach einem ausgefüllten Tag. Und dann können Sie beide zum Mond hinaufblicken und erzählen:
"Guck mal, lieber Mond, unser Haar und Fell ist noch feucht vom Baden im See!"
"Guck mal, lieber Mond, an uns kleben überall noch Schnipsel vom Leeren des Papierkorbs!"
"Guck mal, lieber Mond, wir haben beide noch Matsch im Gesicht von unserem tollen Sprung in die Pfütze!"
Wäre das nicht viel schöner, als wenn Arturello dem Mond weiterhin von seinem traurigen Dasein im Canile erzählen müsste?

Die Vermittlerin von Arturello schaut ebenfalls jeden Abend zum Mond hinauf. Dabei denkt sie an all unsere Hunde in den schrecklichen Lagern und wünscht sich für jeden von ihnen ein kleines Wunder. Für Arturello könnte dieses Wunder vielleicht schon bald bei Ihnen beginnen. Sie freut sich deshalb sehr auf Ihren Anruf.
Margot Wolfinger
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Carmine
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 11/2020
Schulterhöhe: 55 cm
August 2026: Liebes Tagebuch, heute war wieder so ein Tag, an dem die Sonnenstrahlen genau richtig auf meinen Platz gefallen sind. Ich lag da, habe die Augen halb geschlossen und so getan, als würde mir das genügen. Als wäre ein warmer Fleck auf dem Boden ausreichend für ein ganzes Hundeleben.

Um mich herum war es laut. Hunde rannten, bellten, stritten sich um die besten Plätze am Zaun. Früher stand ich öfter mittendrin, heute nicht mehr. Heute habe ich mich wieder ein Stückchen weiter zurückgezogen. Aber nicht, weil ich jemanden oder etwas nicht mag. Im Gegenteil, ich habe Hunde gern, Menschen – besonders Kinder – und ich mag Frieden. Aber manchmal wird es in meinem Herzen stiller als ringsum. Dann setze ich mich lieber an den Rand und schaue zu.

Ich bin kein schwieriger
Hund. Ich habe keine Sonderwünsche und stelle keine großen Ansprüche. Ein
Spaziergang, ein freundliches Wort, ein Platz neben dir – das wäre schon ein
kleines Wunder. Manchmal frage ich mich, warum ich immer noch hier bin.
Liegt es daran, dass mein Fell schwarz ist? Daran, dass ich groß bin? Oder daran,
dass ich ein Rüde bin? Ich weiß es nicht.

Oft sehe ich, wie Hunde ausreisen dürfen. Es sind die Kleineren, Helleren, Jüngeren, die nur kurze Zeit hier sind und dann ein Ticket für den nächsten Transport bekommen. Nur ich bleibe immer wieder zurück – wie ein Buch, das niemand aufschlägt, weil der Einband zu unscheinbar wirkt.

Dabei steckt so viel Schönes in mir: Ruhe, Treue, Freundlichkeit und Geduld.
Ich wäre gern der Hund, der morgens die Kinder bis zur Tür begleitet. Der beim
Familienfrühstück unter dem Tisch liegt. Der auf Spaziergängen nebenher läuft,
als wäre es schon immer so gewesen. Und der abends zufrieden seufzt, wenn alle
zuhause sind.

Ich wäre der perfekte Familienhund, sagen sie – und ich hoffe, irgendwann sagt es jemand nicht nur, sondern nimmt mich mit.

Ganz tief in mir drinnen scheint noch immer ein kleines, warmes Licht. Vielleicht, liebes Tagebuch, finde ich bald einen Menschen, der dieses Licht sieht - bevor es irgendwann verlischt.
Dein Carmine
Simone Leitenbauer
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Waylo
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren:.01.2026
"Als wir noch in Mamas Bauch waren, wussten wir schon, dass sie sich um uns kümmern und uns ganz doll liebhaben wird. Sie hat immer gesagt: „Meine Kleinen werden es mal guthaben und ich werde ihnen alles beibringen, was sie können müssen." Und dann, als wir auf der Welt waren und überhaupt noch nichts sehen konnten, hat Mama ihr Versprechen gehalten. Sie hat uns gewärmt und wir konnten die feine Milch trinken… das war jedes Mal ein Gedränge, aber trotzdem hat jeder von uns immer seinen Teil bekommen.

Es war eine schöne Zeit, aber sie dauerte nicht lange. Plötzlich war Mama weg und Männer kamen und packten uns. Wir haben alle so geweint und wussten nicht, was wir machen sollten. Dann haben sie uns wieder gepackt und uns in einen Käfig geworfen. „So, jetzt seid ihr, wo ihr hingehört, haben sie gesagt, die große Tür abgeschlossen und sind gegangen. (Mama konnte uns nicht mehr beibringen, dass man sich vor den Hundefängern in Acht nehmen muss.)

Jetzt sitzen wir hier, eingesperrt und ohne Mama. Zum Glück durften wir aber zusammenbleiben. Manchmal spielen wir ein bisschen. Mama hat immer gesagt, Spielen sei wichtig, damit man sich gut entwickelt. Also spielen wir.

Und dann kamen eines Tages Menschen, die ganz anders waren. Nicht so grob, wie die, die uns eingesperrt haben. Sie haben uns vorsichtig angeschaut und leise mit uns gesprochen. Sie haben gesagt, dass sie Mama zwar nicht finden können, aber sie wollen uns helfen, hier wieder rauszukommen. Das geht aber nur, wenn wir ein Zuhause finden. Und dafür, so haben sie gesagt, müssen wir uns bewerben. Auweia… wir sind doch noch so klein. Wie soll man denn als kleines Hundekind wissen, wie das geht? Warum verstehen diese Tierschützer das denn nicht?"

Wir sind auch Tierschützer und wir verstehen das. Unser kleiner
Waylo ist ein Hundekind, das noch nicht viel kennt. Er ist ein wenig schüchtern
und den Kontakt mit Menschen ist er noch nicht gewöhnt. Dazu kommt, dass er
eine Wunde an seiner rechten Hinterpfote hat und, wie einige seiner
Geschwister, mit Dermatitis kämpft.

Das alles macht seinen Start ins Leben nicht gerade leicht. Aber Waylo ist tapfer und wird mit der richtigen Fürsorge, Geduld und Liebe sicher schnell merken, dass es auch eine freundliche Welt gibt. Mit anderen Hunden ist er ein wenig vertraut - immerhin hat(te) er ja seine Geschwister. Alles andere wird er von, bei und vor allem mit seiner neuen Familie lernen. Bis auf eine Sache: Wie man jemandes allerbester Freund für immer wird – das weiß Waylo nämlich schon.

Seine Geschwister Wasker und Wixelle haben übrigens ihr Für-immer-Zuhause gefunden! Woola, sein Schwesterchen, ist leider verstorben.
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Gea
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 09.2022
Schulterhöhe: 54 cm
Hallo, liebe Tierfreundinnen und -freunde!
Wisst Ihr, ob es viel mehr Hunde als Menschen gibt? Weil, wenn es andersherum wäre, dann hätte doch jeder Hund ein Zuhause und dürfte sich versorgt und geborgen fühlen. Ich habe leider keines und Ihr könnt Euch sicher denken, wie ich mich fühle. Ganz allein auf mich gestellt habe ich meine Welpchen geboren, in einer Gegend, die man bestenfalls als Wüste bezeichnen kann; es ist das Death Valley der streunenden Hunde!

Eine liebe Tierschützerin, die gerade auf dem Weg zum Tierarzt war und dabei mit einer Kollegin telefonierte, sah zwei kleine Hundebabies am Straßenrand nach Futter suchen. Sie ist sofort an die Seite gefahren, ausgestiegen und meinen kleinen Mädels, Gin und Grappa, nachgeschlichen zu dem Versteck, in dem wir uns vor der Welt und ihren Gefahren verborgen hatten. Dort hat sie dann auch mich und mein Baby, den Buben Guinness, gefunden. So schnell wie möglich kam ihre Freundin ihr zu Hilfe, um uns einzufangen. Ich hatte eine Heidenangst vor ihnen, aber mein Hunger war größer, so dass ich mich zuletzt doch schnappen ließ. Meine Welpchen waren sehr schwach und ausgemergelt und leisteten keinen Widerstand.


Die ersten Tage hatten wir schreckliche Angst vor
den Menschen und der neuen Umgebung. Aber wir merkten schnell, dass uns bei der
Tierschützerin in ihrer kleinen Auffangstation kein Leid geschieht. Ich war
glücklich zu sehen, wie meine Kinder jeden Tag mehr an Gewicht zunahmen,
neugierig ihre Umgebung erkundeten und sich von der Tierschützerin behandeln
und nur allzu gern füttern ließen.


Ich selbst bin eine noch sehr junge, schneeweiße Hündin, bescheiden und vom Leben nicht verwöhnt. Es war ein Wunder, dass ich in der ungastlichen Gegend überleben und noch dazu meine Welpchen säugen konnte. Ob der große Hundeengel wohl auch für mich noch ein Wunder übrig hat? Wem darf ich vertrauen und mein treues Herz zu Füßen legen?
Mit dieser Frage grüßt Euch die Gea

******************************
Liebe Leserinnen und Leser! Während andere Hunde glücklich in ihr neues Zuhause reisen, bleibt Gea zurück; immer wieder, Jahr für Jahr. Sogar ihre Welpen, die sie unter erbärmlichsten Bedingungen liebevoll aufgezogen hat, sind inzwischen alle vermittelt und in Sicherheit. Nur Gea wartet weiter im Schatten, leise und ungesehen.

Bei der Tierschützerin, die sich täglich liebevoll um sie kümmert, hat Gea bereits kleine Fortschritte gemacht: In ihrer Nähe bleibt sie ruhig und entspannt, während sie sich bei ihr fremden Menschen eher zurückzieht. Das zeigt, dass dass sie sich nach Vertrauen und Sicherheit sehnt. Dabei drängt sie sich niemandem auf. Sie fordert den Platz nicht ein, den sie so sehr verdient hätte, sondern hofft still, dass ihn jemand ihr eines Tages anbietet.

Wären Sie bereit, der sanften, wunderschönen Gea die Zeit zu
geben, die sie benötigt, um Vertrauen zu fassen? Möchten Sie für sie da sein,
weil ihr Schicksal Sie berührt und Sie erkennen, welch kostbarer Schatz sich hinter
ihrer Scheu verbirgt? Dann melden Sie sich bitte bei ihrer Vermittlerin.
Vielen, lieben Dank!
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Lebenslichter 15.05.2026, 16.14 | (0/0) Kommentare | PL

PLJUSHA
Hündin
7 Jahre alt (geb. ca. 2015)
55-60 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
bestens verträglich mit Artgenossen
äußerst freundlich zu Menschen; ruhiges Wesen
läuft brav an der Leine
sehnt sich nach Geborgenheit und Liebe
Wenn man weiß, es wird geschehen, was nicht wahr
werden darf... sind es Deine Augen, die ich nicht vergessen kann.
Was nützt Dir all Deine Freundlichkeit, Dein sanftes,
liebevolles Wesen, wenn es schon bald niemand mehr sieht?
Anfang dieses Jahres musstest Du ins Shelter Kozhuhovo
in Moskau einziehen. Dort bist Du nur eine von 3000 Hunden und musst irgendwie
mit den harten Lebensbedingungen zurechtkommen.
Wie Du in Deinem engen, ungeschützten Zwinger unter der gnadenlosen Hitze leidest, sehen wir nicht. Aber sobald die freiwilligen Helfer ins Shelter kommen und sich auch für Dich die Tür öffnet, kommst Du heraus, mit der Dir eigenen, ganz besonderen Unbekümmertheit und Freundlichkeit.

Du hast es nicht eilig, aber man merkt, wie Du jeden
Augenblick in Freiheit förmlich aufsaugst. Es rührt jedesmal zu Tränen, wenn Du
in Deiner lieben, kindlich anmutenden Art zu jedermann hintappst, um Dir eine –
mit etwas Glück auch zwei - Streicheleinheiten abzuholen. Und wenn Du einmal
nicht so recht weiterweißt, stehs Du einfach nur still da, während Dein Schwanz
unverdrossen weiterwedelt.
Schon jetzt sind es nur kurze Augenblicke geborgten
Glücks, bevor Du wieder in Dein trauriges Gefängnis zurückkehren musst. Und
bald wird es nicht einmal die mehr geben.
Denn das Shelter Kozhuhovo in Moskau, so wie es seit
2008 besteht, wird es abgerissen; es muss einem Industriepark weichen. Habsucht
und Profitgier siegen einmal mehr über Menschlichkeit und Mitgefühl.
Der neue Standort liegt einsam außerhalb von Moskau;
100 m von einer stillgelegten Mülldeponie entfernt, mit all dem Gift, welches
den Boden und das Wasser verseucht hat. Unmittelbar daneben entsteht ein
riesiger Friedhof mit einem Krematorium.
Die wertvolle Arbeit der freiwilligen Helfer wird in
der Form dort nicht mehr möglich sein, und auch mögliche Adoptanten werden dort
nicht ohne weiteres hingelangen können, weil die Gegend verkehrsmäßig
unerschlossen ist.
Soll es das wirklich gewesen sein, für Dich und all
die anderen wunderbaren Vierbeiner? Für immer weggesperrt und vergessen,
irgendwo im Nirgendwo gleich neben Abfall und Gräbern?

Liebe Pljusha, ich hoffe so sehr, dass Du in letzter Minute noch gesehen wirst; von einem ganz besonderen, gutgerzigen Menschen, der erkennt, welch ein Schatz Du bist und Dich davor bewahrt, in Vergessenheit dahinzuvegetieren und irgendwann still und unbeachtet Deine einzige große Reise anzutreten.
Pljusha – ein kurzer Moment des Glücks (04.2022):
Pljusha bei einem Spaziergang auf dem Sheltergelände
(04.2022):
Pljusha inmitten zahlreicher anderer Hunde - und doch
gilt ihre Aufmerksamkeit nur den streichelnden Händen ihrer Betreuerin
(05.2022):
Vermittlerkontakt/Fragen:
Daniela Bansche
Tel.: 05371-687266
E-Mail: d.bansche@gmail.com
Lebenslichter 26.07.2024, 19.54 | (0/0) Kommentare | PL

MISHA
Rüde
geb. ca. 2014
ca. 60 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
liebt den Menschen
kommt gut klar mit Kindern
sehr gut verträglich mit Artgenossen
läuft gut an der Leine
auf einer Pflegestelle in Russland
sucht (s)einen Menschen, (s)eine Familie, der/die das Besondere liebt
Misha – ein besonderer Hund sucht ebenso besondere Menschen.
Als ich die Bilder von dir zum ersten Mal gesehen habe,
war ich ratlos und wusste nicht, was ich davon halten sollte. Noch fehlten mir genauere Angaben zu deinem
speziellen Aussehen. Ein paar Tage später fand deine Betreuerin die Zeit, mir
ausführlich über dich zu schreiben, und ich erhielt auch mehrere kleine Filme
von dir.
Vor etwas mehr als zwei Jahren wurdest du auf den Straßen Moskaus eingefangen und ins Shelter Kozhuhovo gebracht. Dein „bestes Stück“ war nicht mehr dort, wo es von Natur aus hingehört, und du warst an beiden Augen schwer verletzt. Die Tierärzte im Hundeasyl konnten sie mit einer plastischen Operation erfolgreich behandeln, sodass dein Sehvermögen heute uneingeschränkt ist.

Woher das Problem mit deinem Penis kam, bleibt bis heute ungeklärt. Möglicherweise hat man dich gewaltsam von einer läufigen Hündin getrennt, was zu schwersten Verletzungen führen kann. Auch ein Missbrauch durch Menschen ist vorstellbar. Drei Operationen hast du tapfer hinter dich gebracht, Narben übersäen deinen Bauch. Aber dafür kommst du heute gut zurecht mit dem, wie es eben ist. Zwar bleibt dein Glied ungeschützt, aber dein kleines Geschäft kannst du verrichten, wie jeder andere Hundemann auch. Wie mehrere Tierärzte übereinstimmend sagen, bist du ein vollkommen gesunder Hund - nur eben mit einem „external feature“, einem äußeren Attribut, wie deine Betreuerin es liebevoll umschreibt.

Dabei hattest du im Unglück noch riesengroßes Glück:
Deine Betreuerin hat dir den Umzug in die neue Hundehölle von Malinky erspart,
indem sie dich in einer Pension untergebrachte, deren Kosten sie aus eigener
Tasche bezahlt. In den warmen Jahreszeiten gibt es für dich kaum Probleme; nur
im Winter bei Minusgraden darfst du nicht lange im Freien bleiben.
Trotz allem hast du dir deinen wundervollen Charakter, dein zuckersüßes Wesen und dein absolut manierliches Benehmen erhalten. Du verstehst dich mich Artgenossen und magst sogar Katzen. Menschen liebst du, und mit Kindern hast du keinerlei Probleme. Jede noch so kleine Zuwendung und Aufmerksamkeit macht dich glücklich und an der Leine läufst du vorbildlich.

So machen wir uns nun für dich auf die Suche nach
einem liebevollen Zuhause bei Menschen, die dich nicht mehr ganz jungen
Hundemann mit deinem goldigen Charakter, deinem großen Herzen und eben deiner
kleinen Besonderheit zu schätzen wissen.
Wenn Sie gern dieser Mensch/diese Familie sein
möchten, dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen lieben Dank!
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt über den
Tierschutzverein „Pro Canes et Equos“.
Misha noch im Shelter Kozhuhovo:
Misha im Außenbereich der Pension:
Misha mit seiner Betreuerin in der Pension:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
E-Mail:Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 17.07.2024, 14.39 | (0/0) Kommentare | PL

GERDA
Hündin
geb. 2010
50 - 55cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
anhänglich, unaufdringlich und ruhig im Wesen
hat Menschen sehr gern Menschen
verträgt sich bestens mit ihren Artgenossen
läuft brav an der Leine
!mag Katzen!
sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit für den Rest ihres Lebens
Lass uns noch ein Stück des Weges gemeinsam gehen!
Für dich wird es das allerletzte Stückchen deines
Lebensweges sein, wenn das Wunder wahr wird und es uns gelingt, deine(n)
Menschen zu finden. Seit du ein winziger Welpe warst, musstest du hinter Mauern
und Gitterstäben dein einsames Dasein fristen. Inzwischen sind das unfassbar
lange dreizehn Jahre; da kann wirklich nur noch ein Wunder helfen, denn Zeit zu
verlieren bleibt dir keine mehr.
Dabei bist du so ein liebes Hundemädchen. Die
freiwilligen Betreuer sind immer wieder verzaubert von deinem sanften Wesen und
deinen wunderschönen Augen. In deinem Blick liegen oft große Wehmut und Traurigkeit;
aber wenn die Ehrenamtlichen kommen und dir etwas von ihrer so knapp bemessenen
Zeit widmen, dann leuchtest du von innen heraus voller Hoffnung und
Lebenswillen.

Gerdochka nennen sie dich zärtlich. Bei den kurzen
Spaziergängen auf dem Sheltergelände läufst du ohne Ziehen und Zerren an der
Leine neben ihnen, begrüßt freundschaftlich deine Schicksalsgefährten – und
manchmal wirst du ganz mutig. Dann stupst du die Hand deiner Betreuerin kurz
mit deiner Schnauze an und bittest so um eine kleine Streicheleinheit.
Wir fragen uns, wie es sein kann, dass du dein Leben
unbeachtet und ungesehen als eine von Tausenden im Zwinger zubringen mussst.
Aber vermutlich liegt es genau daran: Du bist nur eine von unzählig vielen,
dazu leise und unaufdringlich – und zu allem Unglück obendrein schwarz. Diese
Fellfarbe ist selbst in unserem aufgeklärten Zeitalter noch immer mit allerhand
Aberglauben behaftet und flößt vielen Menschen Angst ein.

Nach dem Umzug in das schreckliche neue Hundeasyl
Malinki sind die Bedingungen für euch noch schwerer und entbehrungsreicher
geworden. Mich quält der Gedanke, dass du du den Rest deiner Tage in einem
engen Zwinger auf hartem Betonboden, jedem Wind und Wetter schutzlos
ausgesetzt, bei schlechtestem, knapp bemessenem und meistens ohne frisches
Trinkwasser absitzen sollst.
Was du nun mit unserer Hilfe suchst, sind Menschen mit
viel Herz, welche dein fortgeschrittenes Alter nicht schreckt, und die sich
nichst Schöneres vorstellen können, als einer alten Hundedame beim Aufblühen im
eigenen Zuhause zuzusehen. Gern darf ein netter Ersthund dort auf dich warten,
weil du dich wirklich mit allen und jedem verträgst.
Natürlich wir die gemeinsame Zeit begrenzt sein. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, einen Hund gehen zu lassen, wenn man sich gerade aneinander gewöhnt hat. Dreimal haben wir das erlebt: Unser Karlchen war 13, Schnuppe und Julchen waren beide 14, als sie zu uns kamen und alle drei waren sie sterbenskrank. Trotzdem waren sie fröhlich, dankbar und lieb. Karlchen blieben noch acht Monate, Julchen und Schnuppe hatten neun Monate bei uns. Auch wenn mit jedem Abschied unsere Herzen ein bisschen kleiner werden, weil immer ein Stück davon mitgeht, möchten wir kein einziges unserer Fellkinder missen und würden es immer wieder ganz genauso tun.

Vielleicht möchten Sie auch diese wunderbare
Erfahrung machen und der sanften, anhänglichen Gerda einen liebevollen
Lebensabend schenken? Dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen, lieben Dank!
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt über den
Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Hier einige Videos von Gerda, noch im Shelter Kozhuhovo, Moskau:
Gerda beim Streicheln und der Futtersuche:
Gerda beim Gassigehen im hohen Schnee:
Gerda im Auslaufbereich vor den Zwingern:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
E-Mail: Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 18.04.2024, 20.18 | (0/0) Kommentare | PL

NUTS
geb. 2008
kastriert, geimpft und gechipt
Zwingernummer: D 55
Du bist ein so genanntes Fundtier, lieber NUTS. Das heißt, Du wurdest entweder auf der Straße irgendwo in Moskau geboren, oder man hat sich Deiner kurzerhand entledigt, weil man Dich nicht mehr haben wollte. Für uns unbegreiflich, denn wir durften Dich selbst kennenlernen und haben Dich als freundlichen, sanften Hundemann erlebt, als einen von den Hunden, die jede noch so kleine menschliche Zuwendung gleich doppelt und dreifach genießen. Deine Freude ist immer riesig, wenn Du ein-, mit viel Glück auch zweimal in der Woche Dein enges Gefängnis verlassen und Dir im Freilauf für ein paar Minuten die Beine vertreten darfst. Aber die Streicheleinheiten von den freiwilligen Betreuern sind doch stets das Größte für Dich.

Es gab eine Zeit, da warst Du sehr krank. Deine Nieren und die Leber waren nicht in Ordnung. Auch wogst Du zuviel; außer von morgens bis abends Fressen gibt es im Shelter ja nichts, womit Ihr armen Seelen die gähnende Langeweile und die ewige Einsamkeit betäuben könntet. Und da das grauenvolle Futter zwar den Magen füllt, aber trotzdem nie richtig sättigt und leider wegen der schlechten Zutaten dick macht, wurdest Du zum Moppelchen.
Daher
musstest Du für viele Monate in einen Isolationszwinger auf der Krankenstation
übersiedeln, weil sich im Sektor selbst niemand richtig um Dich hätte kümmern
können und wollen. Die Betreuer haben Deine Medikamente und das spezielle
Diätfutter aus ihrer eigenen Tasche bezahlt und mit viel Liebe und Fürsorge
erreicht, dass Du heute wieder völlig gesund bist. Deine Blutwerte liegen alle
im Normbereich und zudem hast Du ordentlich abgespeckt.

Krankenstation – das bedeutete für Dich aber ein Mehr an Einsamkeit, denn die Zwinger dort sind noch um einiges kleiner. Außerdem sind sie bis zur halben Höhe vergittert, und wer wenigstens ab und zu einen Blick auf die Welt „da draußen“ erhaschen will, muss sich auf die Hinterbeine stellen. Was für ein Hundeleben…
Auf Deinem Eingangsblatt im Shelter steht geschrieben, dass Du bereits seit 2009 dort lebst. Du kamst also als blutjunger Hund dorthin und lebst nun schon seit unfassbaren 11 Jahren hinter den halb verrosteten Gittern. 11 endlose, bitterkalte Winter und beinahe ebenso viele brütend heiße Sommer im winzigen Außenzwinger, der paraktisch keinerlei Schutz bietet, wenn man von der lächerlich kleinen Holzhütte einmal absieht, die Du Dir auch noch mit zwei oder drei Leidensgefährten teilen musst. Trotz all der Widrigkeiten hast Du Dir Dein freundliches, fast heiteres, liebenswürdiges Wesen bewahrt. Du gehst brav an der Leine, verträgst Dich mit Deinen Artgenossen und bist ein Hund, wie man ihn sich wünscht.
Dass Du trotzdem in all den Jahren nie die Chance auf ein eigenes, schönes Zuhause bekommen hast, liegt schlicht daran, dass Du – rein äußerlich betrachtet – nichts Besonderes bist. Du bist nur einer von rund 3000 Hunden in diesem Sheltermoloch und siehst aus wie viele Deiner Schicksalsgenossen. So wurdest Du einfach übersehen, da Du Deine charakterlichen Vorzüge leider nicht für jeden sichtbar außen trägst.

Vor zwei Monaten passiert, was irgendwann
passieren musste: Da bringen die Sheltertierärtze in Deinem Zwinger zwei junge
Hunde unter. Du hast keine Chance gegen die beiden neuen. Sie drangsalieren und
attackieren Dich. Schwer verletzt, mit Bisswunden im Nacken, wirst Du gefunden
und operiert. Wie durch ein Wunder überlebst Du – nur wofür?
Deine äußeren Wunden, sie heilen.
Die inneren, die heilen nicht. Sei der Attacke bist Du ein anderer geworden.
Nach Deiner Genesung setzt man Dich zwar zu netten Artgenossen, die Dich in
Ruhe lassen; aber Du bist müde, bewegst Dich noch weniger als zuvor. Der extrem
heiße russische Sommer und das Zuviel an Gewicht auf Deinen Rippen tun ihr
Übriges. Du bist müde, gezeichnet, möchtest am liebsten nur noch schlafen und
gibst Dich auf. Dabei bist Du so ein netter,
freundlicher und anhänglicher Hund, der die Menschen trotz allem liebt.


Vielleicht
sind Sie ja der Mensch oder die Familie mit einem großen Herzen für
Hundesenioren wie Nuts? Er wird Sie mit seiner Treue und Dankbarkeit, reichlich
belohnen!
https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
Lebenslichter 17.04.2024, 19.53 | (0/0) Kommentare | PL