Tag: abgeschnitten

Morgan
Rasse: Shar-Pei-Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 2017
Schulterhöhe: ca. 56 cm
Kastriert: ja
Läuft ein Tag einmal nicht so gut, hoffen wir auf den nächsten. Denn morgen, so sagen wir uns, wird alles besser.

Für Morgan hat es dieses bessere Morgen bisher nicht gegeben. Und auch das Heute ist nicht schön – ganz zu schweigen von dem, was gestern war. Wenn man den etwa neunjährigen Rüden sieht, ahnt man, dass das Leben es bisher nicht gut mit ihm meinte; und die Spuren, die ein Mensch dabei hinterlassen hat, sind kaum zu übersehen: Morgan fehlt ein Ohr, das andere wurde ihm abgeschnitten. Was ihm widerfahren ist, mag man sich gar nicht vorstellen.


Natürlich haben solche Erlebnisse ihn geprägt. Morgan ist kein Hund, der fröhlich auf jeden Menschen zuläuft und die Welt erobern möchte. Noch nicht. Nähern sich Zweibeiner, schaut er besorgt und weicht zurück. An der Leine läuft er brav und folgt den Anweisungen; doch man merkt ihm an, dass er sich am liebsten in Ruhe zurückziehen möchte. Vertrauen zu Menschen durfte er offenbar nie kennenlernen.

Heute ist Morgan deshalb noch ein eher zurückhaltender Hund, der die Einsamkeit kennt und sie der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Aber vielleicht muss das nicht so bleiben, weil es da draußen genau den richtigen Menschen für ihn gibt – einen hundeerfahrenen Zweibeiner, der Morgan nicht drängt, sondern ihm Zeit lässt; der seine Signale lesen lernt, seine Grenzen respektiert und ihm liebevoll zeigt, dass ein Mensch auch etwas ganz anderes bedeuten kann, als Schrecken und Schmerzen.

Morgan braucht vor allem Sicherheit, Ruhe und jemanden, der geduldig dranbleibt, wenn Vertrauen nicht von heute auf morgen entsteht, damit er die Gelegenheit hat, seinen wahren Charakter zu zeigen. Vielleicht steckt in dem stillen, besorgten Rüden nämlich viel mehr, als sein vorsichtiger Blick zunächst vermuten lässt.

Mit anderen Hunden hatte Morgan schon lange keinen Kontakt, sie fehlen ihm nicht zu seinem Glück. Vielmehr halten wir für ihn Ausschau nach seinem Seelenverwandten auf zwei Beinen.

Und auch wenn wir vielleicht nach der berühmten Nadel im Heuhaufen suchen, sind wir überzeugt, dass es diesen Menschen gibt, der Morgan so nimmt, wie er ist, und ihm zeigt, dass sein Leben noch längst nicht zu Ende erzählt ist.

Wer weiß – vielleicht sind genau Sie dieser Mensch. Dann rufen Sie bitte für Morgan an, damit sein besseres Morgen nicht länger nur eine trügerische Hoffnung bleibt. Vielen, lieben Dank!
Margot Wolfinger
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Zaccheo
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01/2017
Schulterhöhe: 60 cm
Es gibt unendlich viele Gefängnisse für Hunde. Schmutzige, kalte, nasse und angsteinflößende Verschläge aus Beton, Draht, Holz oder was auch immer – Orte, an denen Hunde Tag für Tag warten, abgeschnitten von allem, was wir Leben nennen.

Für den einzelnen Hund aber ist das kein vorübergehender Zustand. Es ist sein Leben und zwar das einzige, das er kennt. So ist es auch für Zaccheo.

Er weiß nicht, dass es Menschen gibt, die ein solches Leben für selbstverständlich halten und mit dem Elend von Hunden sogar viel Geld scheffeln. Er weiß nur, dass er eingesperrt ist. Und obwohl Zaccheo kein ganz junger Hund mehr ist, hat er noch nicht aufgegeben. Er wartet noch immer darauf, dass sich etwas verändert.

Und tatsächlich ist seine erste – und bislang einzige – Chance vor ein paar Tagen direkt zu ihm in die Zelle gekommen: Tierschützer besuchten Zaccheo. Er hat nicht schlecht gestaunt, dass sich plötzlich Menschen für ihn interessierten und sich sogar ein bisschen mit ihm beschäftigten. Freundlich und ohne große Zurückhaltung begrüßte er seine Besucher, ließ sich die Leine anlegen und durfte für einen Moment vor die Tür. Dabei zeigte er, dass er mit der Leine schon ganz gut zurechtkommt.

Wir wissen, dass Zaccheo Menschen mag und sich mit Hündinnen gut versteht. Bei Rüden scheint das allerdings nicht immer zu funktionieren. Da wir nicht wissen, wie belastbar diese Einschätzung ist, wünschen wir uns für ihn vorsichtshalber ein Zuhause ohne weitere Rüden. Ein nettes Damenrudel wäre sicher nach Zaccheos Geschmack. Aber auch als Einzelhund bei seinem Menschen könnte er glücklich werden.

Hauptsache, da ist endlich jemand, der ihn liebhat und ihm zeigt, wie schön ein Hundeleben sein kann. Vieles, was für einen Hund in einem Menschenhaushalt selbstverständlich ist, wird Zaccheo wahrscheinlich erst noch lernen müssen. Dafür bringt er etwas mit, das mindestens genauso wichtig ist: Er möchte den Menschen gefallen und ihr Freund sein.

Ob Zaccheo schon richtige Spaziergänge kennt, wissen wir leider nicht. Aber wir können uns gut vorstellen, dass er großen Gefallen daran finden wird, endlich etwas von der Welt sehen zu dürfen. Und ein weiches Körbchen, in dem er sich danach ausruhen kann, wird er sicher ebenfalls zu schätzen wissen.

Denn dort, wo Zaccheo bisher lebt, gibt es neben schlechtem Futter und schmutzigen Zellen vor allem eines: unendlich viel Langeweile. Sein Köpfchen dürfte deshalb ebenso unterfordert sein wie sein Körper. Umso schöner wäre es, wenn seine zukünftigen Menschen gemeinsam mit ihm herausfinden, was ihm Freude macht und woran er Spaß hat.

Unser Sizilianer Zaccheo hat lange genug gewartet. Er ist im besten Alter, um noch einmal ganz neu anzufangen – und er wünscht sich nichts sehnlicher als ein Zuhause.

Wenn Sie sich einen vierbeinigen Gefährten wünschen, der die Flausen der Jugend längst hinter sich gelassen hat und nun einfach ankommen möchte, dann freut sich Zaccheos Vermittlerin sehr auf Ihren Anruf.
Sabine Wojtok
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
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