Tag: nett

Arkell
Rasse: Cane Corso Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 12.2015
Schulterhöhe: 65 cm
Manchmal entstehen Spuren, ohne dass jemand geht. Eine solche Spur ist Arkell. Seit 2018 sitzt er im Lager. Es
gibt viele Hunde, die hier ausharren müssen, bis sie nicht mehr können. Man
lässt sie nicht gnädig sterben, ohne sie vorher zu zerbrechen. Arkell wird
seit acht langen, ereignislosen Jahren kaputt gewartet.
Als er ins Gefängnis gesteckt wurde, war er gerade
drei; ein Jungspund, groß, kräftig und voller Lebenslust. Stets kam er als
Erster ans Gitter, aufmerksam und in der Hoffnung, jeder Mensch könnte der
richtige für ihn, jeder Tag könnte seiner sein. Er hinterließ bleibenden Eindruck,
ohne etwas tun zu müssen. Aber dann kamen die Jahre, andere Hunde fanden ihre
Familien und durften das Schreckenslager verlassen. Arkell blieb und wartete.

Erst 2022 sahen wir ihn wieder; immer noch nett, zuversichtlich,
den Menschen zugewandt. Er lief mit, orientierte sich an uns, als wäre es für das
Natürlichste von der Welt. Dann kamen mehr Jahre, Arkell blieb und wartete
weiter.
Wir schreiben das Jahr 2026. Arkell ist jetzt zehn. Er liegt viel, kann sich kaum
noch erheben. Seine Hinterläufe sind durch die fehlende Bewegung steif
geworden, auch hat er kaum noch Muskeln. Seine Kräfte schwinden zusehends, sein
Körper will nicht mehr. Er hat Liegebeulen an den Ellbogen, einen Bluterguss am
Ohr und ein Auge, das behandelt werden müsste. Spuren, die nicht durchs Gehen,
sondern durchs Bleiben entstanden sind. Der lebensfrohe Hund, der einmal wie
eine Feder hochgesprungen ist, braucht heute Zeit, um überhaupt aufzustehen.
Und trotzdem: Wenn man bei ihm stehen bleibt, hebt Arkell den Kopf. Ein Teil
von ihm glaubt weiterhin, dass jemand für ihn kommt. Es ist immer noch da, dieses
Fünkchen Hoffnung, obwohl die Jahre gehen und die Zeit gegen ihn arbeitet.

(Im Umgang mit seinen Artgenossen zeigt Arkell sich
übrigens friedlich und unauffällig. In all den Jahren kam es durch ihn nie zu
einer Auseinandersetzung.)
Arkell hat nicht mehr ewig. Die Zeit hinterlässt ihre Spuren, auch wenn nichts
passiert. Arkells Spuren verlieren sich mehr und mehr, und was davon noch übrig
ist, wird nicht mehr allzu lange bleiben.
Möchten Sie gern mehr über Arkell erfahren und im schönsten Fall Ihre eigenen Spuren neben seine setzen? Dann freut seine
Vermittlerin sich über Ihre Nachricht. Arkell ist kein Hund für nebenbei. Er
ist ein Hund fürs Herz.

Für Arkell: Jede noch so kleine Aufmerksamkeit bedeutet einen
Hoffnungsschimmer und eine winzige Chance, dass aus deiner Spur doch noch ein
Weg wird.
Ina Schoenfuss
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172 -83 86 015
aus dem Ausland:
+49172 -83 86 015
per EMail:
Lebenslichter 24.03.2026, 19.52 | (0/0) Kommentare | PL

Giotto
Rasse: Bretone
Geschlecht: Rüde
Geboren: 03.2016
Schulterhöhe: 45 cm
Manchmal können wir es selbst kaum glauben, wie großartig unsere Vermittlungskandidaten sind. Ja, säße unser zauberhafter Um-den Finger-Wickler Giotto in einem deutschen Tierheim, dann hätte sich bestimmt längst jemand in ihn verliebt und der süße Kerl hätte seinen Platz auf dem Sofa und im Herzen seiner neuen Familie bereits gefunden.


Wäre, hätte, Fahrradkette - naja, Sie wissen schon… Aber ich möchte es einmal
so ausdrücken: Was noch nicht ist, kann und wird unbedingt noch werden! Denn zweifellos
dürfen wir Ihnen mit unserem Giotto ein echtes Sahnestückchen vorstellen, das
zu so viel mehr passt, als nur zu einer Tasse Kaffee! Der kleine Mann ist rundum
nett und verträglich mit allen Vier- und Zweibeinern. Er bringt sich fast um
vor Freude über jede noch so kleine Zuwendung und Aufmerksamkeit, liebt
Spaziergänge und läuft dabei sogar vorbildlich an der Leine. Und das, obwohl
sein vorheriges Leben bei einem Jäger wohl eher schwer und entbehrungsreich war
- weit entfernt davon, wie ein geliebtes Familienmitglied gehalten zu werden. Hunde sind für italienische Jäger im Grunde
nichts weiter als Gebrauchsgegenstände; als das Herrchen verstarb, hatte dessen
Tochter letztlich auch keinerlei Verwendung mehr für den treuen Vierbeiner und
schob ihn mitleidlos in ein Hundelager ab.

Dabei liebt Giotto uns Menschen und möchte so gern überall dabei sein. Aufmerksamkeit, Nähe und gemeinsame Augenblicke sind das Größte für ihn; voller Neugier bewegt er sich durch den Alltag und strahlt dabei soviel Sanftheit, Charme und Lebensfreude aus – eine Mischung, der man nur schwer widerstehen kann.


Ich möchte noch erwähnen, dass Giotto, wie viele Vertreter seiner Rasse, mit einer kurzen Rute geboren wurde. Zudem wurde bei ihm ein Herzgeräusch festgestellt und er bekommt Tabletten. Zwar sollte man die Sache ein wenig im Blick behalten; sie beeinträchtigt ihn aber weder in seiner Unternehmungslust, noch in seiner Lebensfreude.

Solo con Giotto – vielleich braucht es für Sie nur diesen einen Hund, um alles richtig zu machen.
Yvonne Beier
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
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Lebenslichter 11.03.2026, 19.00 | (0/0) Kommentare | PL

Elettra
Rasse: English Setter
Geschlecht: Hündin
Geboren: 09.2016
Schulterhöhe: 46 cm
Elettra, die überaus freundliche Setterhündin, wurde von uns im "Sicheren Hafen" aufgenommen. So können die Tierschützer sich ein genaues Bild von ihr machen. Die wunderhübsche, eher zierliche Hundedame zeigt sich hier von ihrer besten Seite: Sie ist verträglich mit Rüden und Hündinnen gleichermaßen und ausgesprochen nett zu den Menschen, wobei sie zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied macht. Schon nach dieser kurzen Zeit läuft sie brav an der Leine, und ihre Augen beginnen immer mehr zu leuchten. So wird sie ihrem Namen gerecht, denn Elettra ist die italienische Form von Elektra, was übersetzt "die Leuchtende" heißt.

Elettra ist eine neunjährige, ausgemusterte Jagdhündin. Dabei wirkt sie überraschend fit, hat ein erstaunlich gepflegtes Fell und auch ihr Verhalten spricht dafür, dass sie von dem Jäger - anders als sonst üblich - einigermaßen gut behandelt wurde. Sie konnte ihn wohl mit ihrer gewinnenden Art wenigsten ein bisschen um den Finger wickeln. Das hinderte den Mann allerdings nicht daran, sie aus Altersgründen abzugeben, denn mit ihren knapp neuneinhalb Jahren ist sie in Jägeraugen uralt und wertlos. Undank ist der Welt Lohn, das bekommen ausgediente Jagdhunde in Italien schmerzlich zu spüren.

Die trotz ihres leicht fortgeschrittenen Alters sehr aufgeweckte und lernfreudige Elettra saugt all das Neue, das ihr schon jetzt bei uns im Sicheren Hafen begegnet, förmlich auf wie ein Schwamm. Wir sind uns sicher, dass sie sich im eigenen Zuhause als Musterschülerin erweisen und das Hundeeinmaleins im Pfotenumdrehen erlernen wird. Schon bei ihrer Ankunft zeigte sie sich völlig unkompliziert. Freudig nimmt sie ihr neues Leben an, wedelt begeistert mit dem Schwanz, wenn die Tierschützer Zeit haben, sich mit ihr zu beschäftigen. Wie selig wird sie erst sein, ein eigenes Körbchen, eigenes Spielzeug, eine eigene Familie zu haben und von ihr geliebt und umsorgt zu werden! Elettra hat bereits alle notwenigen Impfungen erhalten und kann kurzfristig mit dem nächsten Transport, welcher Anfang März stattfindet, zu Ihnen ins Glück reisen.

Für Setterliebhaber
ist die freundliche, bildhübsche, eher ruhige Elettra wie ein Sechser im Lotto.
Möchten Sie ihre wunderschönen Augen mit den auffallend weißen Wimpern gern zum
Leuchten bringen? Dann melden Sie sich bitte bei ihrer Vermittlerin. Vielen,
lieben Dank!
NACHTRAG: Inzwischen
hat Elettra auch Katzen kennengelernt und den Test mit Bestnote
bestanden. Sie nahm die Samtpfoten kurz zur Kenntnis, um sie dann
schlichtweg zu ignorieren. Die kluge Hündin hat offenbar beschlossen,
dass ein friedliches Zusammenleben
wunderbar klappt, wenn jeder sein eigenes Ding macht und man sich
höflich
aus dem Weg geht.
Yvonne Beier
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
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Lebenslichter 09.03.2026, 20.47 | (0/0) Kommentare | PL
TIMON
Rüde
geb. 2012
55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
Für-immer-Zuhause gesucht
Wenn Dir das Liebste genommen wird, wenn Dein Herz gebrochen ist, wenn die andere Hälfte Deiner Seele von Dir gegangen ist - wie wolltest Du weiterleben?
Die Augen sind das Tor zur Seele,
und Timons Augen mussten das Schlimmste mitansehen.
Timon hat es im Leben bisher nie leicht gehabt. Als unschuldiger Welpe kam er im Jahr 2012 zusammen mit seiner Schwester Mona ins Shelter Kozhuhovo. Das Leben an diesem Ort ist für Hundekinder, wie für erwachsene Hunde, gnadenlos und unerbittlich; doch Timon und Mona hatten einander, sie waren ein Herz und eine Seele und gaben sich gegenseitig Halt.
Auch äußerlich glichen sich die
Zwei; sie hatten in etwa die gleiche Statur und wunderschönes, schokoladenbraunes
Fell. Mona war die quirligere von beiden, sie lief stets voran und Timon folgte
ihr. Er war der Besonnenere und gab auf seine Schwester acht. Gleich einem
Schatten traf man ihn überall da an, wo Mona war. Sie gehörten zusammen, wie
die zwei Seiten einer Medaille.
Lange und schwere Jahre vergingen, aber das feste Band zwischen den Hundegeschwistern blieb bestehen. Sie teilten sich einen Zwinger, gingen gemeinsam in den Auslauf und lernten, an der Leine zu laufen - nur ein Zuhause fanden sie leider nicht. Doch trotz aller Härte und Trostlosigkeit sah man sie oft fröhlich zusammen rennen und spielen, wenn sie einmal in der Woche für ein glückseliges Stündchen in den Freilauf durften.

Dann kam der Tag, an dem das
Unfassbare geschah, der die beiden Unzertrennlichen für immer auseinanderriss:
Im vergangenen Jahr wurde Mona bei einer Gassirunde auf dem Sheltergelände
gebissen und lebensgefährlich verletzt. Timon konnte ihr nicht beistehen und
sah seine geliebte Schwester sterben.
Ich möchte eines klarstellen: Die
freiwilligen Betreuer trifft in so einem Fall keine Schuld. Sie tun, was sie
können und bringen sich bei ihrem Engagement oft selbst in Gefahr. In diesen
Sheltern herrscht fortwährender Ausnahmezustand; die Hunde sind durch den
andauernden Stress, den Bewegungsmangel, die Langeweile und die schlechte
Behandlung seitens der Arbeiter gereizt und manchmal unberechenbar. So kommt es
auch in den Zwingern immer wieder zu Beißereien mit leider oft tödlichem
Ausgang. Bitte stellen Sie sich vor, Sie wären rund um die Uhr, auf Jahre
hinaus, 365 Tage lang mit anderen Menschen auf wenigen Quadratmetern ohne jede
Rückzugsmöglichkeit zuammengesperrt – verlören Sie da nicht den Verstand und ließen Ihren Aggressionen freien Lauf?
Über ein Jahr ist seitdem vergangen. Timon sitzt noch immer in seinem Zwinger, traurig und allein. Alles scheint für ihn gleich geblieben, und doch ist nichts mehr, wie es war. Zu schwer lastet das Erlebte auf seiner Seele und zu trostlos ist das Leben dort. Timon ist vor der Zeit zum Senior geworden. Sein Blick wirkt müde und trüb, der einst frohe und hoffnungsvolle Ausdruck in seinen Augen ist verschwunden. Nur wenn sich die Ehrenamtlichen mit ihm beschäftigen, leuchtet der alte Glanz in ihnen für einen kurzen Moment wieder auf.

Timon verhält sich Menschen
gegenüber freundlich und verträgt sich gut mit seinen Artgenossen. Er zählt
zwar mittlerweile zu den Senioren, aber längst noch nicht zum alten Eisen. Er
ist gern aktiv und liebt Bewegung. Da er bisher noch nichts anderes
kennenlernen durfte als das Leben im Shelter, wird er vielleicht ein Weilchen
brauchen, um Vertrauen zu fassen und sich an all das Neue zu gewöhnen. Ein
netter Hundekumpel (gern auch eine -kumpeline) in seinem Zuhause wäre dabei
bestimmt hilfreich für ihn, ist aber keinesfalls Voraussetzung.
Niemand kann die Vergangenheit
ungeschehen machen. Doch vielleicht gibt es noch einen versöhnlichen Ausklang
für den netten und liebenswerten Timon, damit er nicht irgendwann sein Leben einsam
und unbeachtet in seiner Zelle beschließen muss.
Bilder aus einer anderen Zeit (2017,
Timon mit seiner Mona):
Lieber Timon! Aus vollem Herzen
wünsche ich Dir, dass es auch für Dich einen mitfühlenden Menschen gibt, bei
dem Du in einem schönen Zuhause und in Frieden Deinen Lebensabend genießen
darfst; der Dich umsorgt, Dich das Erlebte vergessen lässt, damit Du wieder
ganz wirst und noch einmal glücklich werden kannst!

Vermittlerkontakt/Fragen:
Daniela Bansche
Tel.: 05371-687266
eMail: d.bansche@gmail.com
Lebenslichter 27.07.2024, 15.41 | (0/0) Kommentare | PL

PUDRA
Hündin
60 cm Schulterhöhe
geb. ca. 2014
Zwingernummer: C 81
Anfang 2016 war es, als Pudra das erste Mal von den freiwilligen Helfern im Shelter Kozhuhovo gesehen wurde. Wie lange sie bis dahin unbeachtet dort gesessen hat, lässt sich nicht genau sagen. Vermutlich hielt sie sich die ganze Zeit über in der winzigen Holzhütte versteckt, um sich vor möglichen Attacken durch ihre verzweifelten Zwingergefährten oder vor Schlägen seitens der Arbeiter zu schützen, die leider nicht immer tierlieb sind. Es ist ja auch kein besonders angenehmer Job, dazu noch mehr als schlecht bezahlt. Da wird der aufgestaute Frust gern einmal an den Hunden ausgelassen, die am allerwenigsten dafürkönnen.

Auch die freundliche, den Menschen und ihren eigenen Artgenossen gegenüber ausgesprochen friedfertige Pudra hat nie das Geringste falsch gemacht. Jedoch weil sie sich so lange im Verborgenen gehalten hat, fiel sie vorher niemandem auf; weder den Freiwilligen, noch den seltenen russischen Besuchern, die sich nur ab und zu in die unwirkliche Welt des Shelters verirren. Bis heute blieb keiner je an Pudras Zwinger stehen und sah den wehmütigen Blick in ihren Augen. Dabei finde ich sie einfach zauberhaft. Sie hat so etwas Liebes und Rührendes in ihrer Haltung und ihrem Blick.

Und während
ich dies hier schreibe, laufen mir die Tränen übers Gesicht vor Kummer, weil
ich sie nicht selbst adoptieren kann. Aber wir haben immer noch acht
Tierschutzhunde – drei davon aus dem Shelter Kozhuhovo (die vierte im Bunde war Wendy, unsere große Schwarze), die anderen fünf aus
rumänischen Todeslagern – mehr gehen zurzeit beim besten Willen nicht, weil unser alter Woody langsam ein bisschen wunderlich wird und keinen weiteren Neuankömmling mehr dulden würde.

Trotz aller Widrigkeiten und ihres harten Lebens hat sich Pudra ihre Fröhlichkeit noch nicht nehmen lassen. Sie ist bescheidenes, genügsames Hundmädchen, welches die menschliche Nähe sucht und sich über jede noch so kleine Aufmerksamkeit freut. Pudra liebt Spaziergänge, läuft dabei brav an der Leine und vermeidet grundsätzlich jeden Konflikt. Daher darf in ihrem neuen Zuhause gern bereits ein netter Hundekumpel – oder mehrere – leben, die ihr dabei helfen, sich einzuleben und zurechtzufinden. Ob sie sich auch mit Katzen vertragen würde, können wir allerdings nicht mit Gewissheit sagen.
Liebe Pudra, vielleicht gelingt es mir, auf
diesem Wege Dein Für-immer-Zuhause zu finden bei herzensguten Menschen, die wie
ich in Dir eine echte Traumhündin sehen, die Dir ein Hundeleben bieten, welches
diesen Namen verdient und die Dich nie wieder hergeben möchten!

https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde(Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos(Ulrike Worringer)
Lebenslichter 21.01.2024, 10.22 | (0/0) Kommentare | PL

SAM
Rüde
4 Jahre alt (geb. ca. Januar 2018)
60 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
liebevolles Für-immer-Zuhause gesucht
4 verlorene Jahre und bald soll es noch schlimmer
werden. Aber wir geben den Kampf und die Hoffnung nicht auf.
Bereits als Welpe kamst du in das riesige Shelter Kozhuhovo vor den Toren von Moskau. Das war im April 2018 und heute bist du noch immer dort. Du hast es irgendwie geschafft, an diesem unwirtlichen, trostlosen Ort zu überleben, doch schon bald wird es diesen nicht mehr geben. Denn das Shelter Kozhuhovo soll umziehen – weit abgelegen, für Betreuer und Besucher praktisch unerreichbar, an einen Platz gleich neben einer verseuchten Mülldeponie. Die Bauarbeiten sind schon im Gange.
3000 Hunde und 400 Katzen sollen dann verlegt werden -
wie das stattfinden soll, ist uns für uns unvorstellbar -und mittendrin auch du.
Du bist so ein lieber Kerl; sanft und freundlich und am allerliebsten in der Nähe deiner Betreuer. Dies sind die freiwilligen Helfer, die versuchen, dir und den anderen Hunden das Leben wenigstens manchmal ein bisschen erträglicher zu machen.

Besonders gefallen dir die leider viel zu seltenen
Streicheleinheiten. Dabei wirst du als ruhig, zurückhaltend und unaufdringlich
beschrieben. Kommt jemand Neues auf dich zu, bist du anfangs eher scheu und
brauchst ein Weilchen, um Vertrauen zu fassen. Wer sollte dir das verdenken?
Bisher hast du von Menschenhand ja nichts Gutes erfahren – wenn man von den
Freiwilligen absieht und die kommen nur einmal in der Woche für eine kurze
Zeit.
In deiner russischen Heimat hast du keine Chance, deinem unbarmherzigen Schicksal zu entfliehen, denn du bist groß, ein Rüde und obendrein schwarz, und viele Menschen fürchten sich immer noch vor Vierbeinern mit schwarzem Fell. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, dass in euch schwarzen Hunden die reinsten, blütenweißen Seelen wohnen. Du brauchst nun ein Wunder in Gestalt eines wunderbaren Menschen, der das ebenso sieht und die die Chance deines Lebens gibt.

Bisher weißt du nichts von der Welt da draußen, kennst nur das Leben hinter Mauern und Gitterstäben. Aber zum Glück bist du überaus verträglich und kommst mit deinen Artgenossen bestens zurecht. Darum wäre es fein, wenn in deinem künftigen Heim, neben herzensguten, geduldigen Menschen, auch ein freundlicher Hundejunge oder ein nettes Hundemädchen dir alles zeigen könnte, was du im richtigen Leben wissen musst.

Mein lieber Sam, aus tiefstem Herzen wünsche ich dir,
dass wir hier die Menschen für dich finden, die tief in deine Augen schauen,
welche so viel mehr sagen, als meine Worte es vermögen. Ich hoffe auf diese(n)
besonderen Menschen für Dich, der Dir ein behütetes Zuhause schenkt und Dich
endlich glücklich werden lässt. Wenn vielleicht Sie gern der- oder diejenige(n)
sein möchten, dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen, lieben Dank!
Sam und die Streicheleinheiten seiner Betreuerin – ein
wenig Trost in diesem entbehrungsreichen Leben (04.2021):
Es sind einfach immer zu wenig streichelnde Hände da (02.2020):
Sam wird gebadet (08.2019):
Die Ausreise und Vermittlung (nur innerhalb Deutschlands) erfolgt über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Daniela Bansche
Tel.: 05371-687266
eMail: d.bansche@gmail.com
Lebenslichter 18.01.2024, 18.54 | (0/0) Kommentare | PL

CHERNYSH
Rüde
55 cm Schulterhöhe
geb. ca. 2007
geimpft, gechipt, kastriert
Zwingernummer: PS Moskau
Zwei Seelen – ein Schicksal: Ebenso wie Reksik, den ich Ihnen kürzlich vorgestellt habe, kam auch Chernysh als Fundtier ins Kuzhuhovo. Also wurde auch er nicht mehr geliebt, nicht mehr gewollt, auf die Straße gesetzt und seinem Schicksal überlassen. Erste Aufzeichnungen über ihn durch seine Betreuer gibt es 2011; das heißt, auch er feiert ein trauriges Jubiläum, nämlich 10 Jahre Sheltereinerlei.
Im vergangenen Herbst bemerkten die Freiwilligen, dass Chernysh immer ruhiger und matter wurde. Sie sorgten sich so sehr um ihn, dass sie beschlossen, ihn in einer Hundepension unterzubringen. Chernysh musste dringend seinen winzigen Aussenzwinger verlassen –heraus aus Kälte und Nässe und der fehlenden Bewegungsfreiheit. Sei seinem Umzug geht es Chernysh deutlich besser und er lebt zusehends auf.

Die Menschen, die mit ihm zu tun haben, beschreiben Chernysh als äußerst freundlichen, in sich ruhenden Hundemann. Bei Spaziergängen mit seinen Betreuern läuft er brav und ohne Ziehen oder Zerren an der Leine.
Dieser menschenbezogene Hundesenior ist einfach
nur lieb. Nie drängt er sich in den Vordergrund, ist jedoch überglücklich, wenn
ihm Aufmerksamkeit zuteil wird. Und obwohl er mit Artgenossen bestens auskommt,
verträglich ist, ist ihm die Nähe zum Menschen viel wichtiger.

Chernysh befindet sich zwar nicht mehr im Shelter, aber dennoch fehlt ihm ein eigenes Für-immer-Zuhause. Die meisten Hundepensionen in Moskau sind vergleichbar mit kleinen deutschen Tierheimen – zwar hat er es dort tausendmal besser als im Shelter (dazu gehört allerdings auch nicht viel), aber dennoch muss er auch hier viele Stunden am Tag eingesperrt in einem Zwinger verbringen.

Eine Adoption in seinem Heimatland ist aussichtslos, denn mag der Hund auch noch so einen goldenen Charakter haben – schwarz, groß und obendrein alt sind in Russland absolute No – Gos.

https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde(Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos(Ulrike Worringer)
Lebenslichter 08.01.2024, 18.49 | (0/0) Kommentare | PL

NORRIS
Rüde
geb. 01/2020
50-55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
jung und verspielt, kommt sehr gut mit Hündinnen zurecht
liebt Menschen, kennt das Laufen an der Leine
Katzenverträglichkeit kann nicht zuverlässig getestet werden
endgültiges Zuhause gesucht
NORRIS hatte ganz sicher einmal Besitzer,
denen er aber wohl plötzlich nichts mehr bedeutete. Heuer im Mai wurde er sichergestellt,
als er mutterseelenallein in einem Moskauer Vorort herumirrte. Er trug noch Halsband
und Leine und suchte verzweifelt nach seinen Menschen. Diese waren seiner
jedoch überdrüssig geworden und hatten ihn mitten in der verkehrsreichen
Innenstadt von Moskau seinem Schicksal überlassen.
Norris wurde eingefangen und ins Shelter Kozhuhovo gebracht. Bis heute fühlt er sich dort fremd und tut sich schwer mit dem Eingesperrtsein hinter den Gitterstäben des Zwingers. Für Hunde wie ihn, die das Leben in menschlicher Gesellschaft kannten – sogenannte „Ex-home-dogs“ ist es besonders grausam, plötzlich nur noch einer von 3000 Vergessenen zu sein.

Der Mensch, dem er bedingungslos vertraute,
er hat Norris verraten. Dieser versucht nun, sich mehr schlecht als recht mit
dem zu arrangieren, was sich jetzt sein Leben nennt; Minderwertiges, geschmackloses
Futter, das höchstens den Magen füllt, aber nie richtig satt macht;
Gefangenschaft auf 3 Quadratmetern, die noch nicht einmal im allein gehören;
Langeweile, Monotonie und Einsamkeit; Stress und Schmutz, dazu der andauernde
Lärm durch nie enden wollendes Hundegebell. Nur in den Nächten herrscht
Totenstille im Shelter. Dann ist es dort stockfinster, weil es keinerlei
Beleuchtung gibt. Die Hunde haben den Versuch aufgegeben, durch ihr
verzweifeltes Bellen irgendjemanden auf sich aufmerksam zu machen und legen
sich schlafen auf dem harten Bretterboden ihrer Gefängnisse.
Aber einmal in der Woche – wenn die Freiwilligen das Shelter besuchen – lebt Norris auf. Er gerät völlig aus dem Häuschen vor Freude, wenn seine Zwingertür geöffnet wird. Ein paar selige Augenblicke lang darf er Hund sein, toben und mit anderen spielen, wie es einem großen, jungen Hundemann wie ihn entspricht. Auch liebt er die Menschen über alles, was angesichts seiner Vorgeschichte fast wie ein Wunder erscheint. Er sucht immer die Nähe der Betreuer, genießt es, von ihnen gestreichelt zu werden und das Gefühl, jemandem, wenn auch nur für einen Moment, wichtig zu sein.

Anfangs saß Norris saß zwei weiteren
jungen Rüden zusammen. Es gab jedoch Futterneid unter den Dreien, so wurde
Norris umquartiert. Heute teilt er sich einen Zwinger mit zwei älteren
Hündinnen. Eine von ihnen ist Nastia, die ich Ihnen bereits vorgestellt
habe und in deren Videos er mit ihr gemeinsam zu sehen ist. Mit den Beiden kommt Norris wunderbar aus, zeigt seine Zuneigung auch gern
einmal durch zärtliches Abschlecken.
Soll es das für Norris gewesen sein?
Das möchten wir nicht einfach so hinnehmen! Deshalb machen wir uns für diesen
wunderschönen Rüden auf die Suche nach einer netten Familie. Norris sucht ein Zuhause
bei verständnisvollen Menschen, die ihm mit Geduld und liebevoller Konsequenz
begegnen; an die er noch einmal sein Herz verschenken darf und die ihm
versprechen: "Diesmal ist es für immer!".
Dieses Versprechen sollte dann auch gehalten werden, denn eine neue
Enttäuschung würde Norris endgültig das Herz brechen.

Die Vermittlung und Ausreise erfolgt
über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.Worringer@procanes.org
Lebenslichter 08.01.2024, 18.48 | (0/0) Kommentare | PL