Tag: nicht zu spät

Folquet
Rasse: Maremmano Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 08.2021
Schulterhöhe: 70 cm
Folquet kam 2021 als Welpe ins Hundelager. Das ist der Punkt, an dem viele Menschen kurz schlucken und dann weiterlesen. Für Folquet ist es der Moment, in dem ein Hundeleben eine völlig andere Richtung nahm - nicht, weil er etwas falsch gemacht hätte, sondern weil das System, in dem er gelandet ist, genau so funktioniert. Hunde werden eingesammelt, weggesperrt und verwaltet. Solange sie dort bleiben, glauben viele, ihre Geschichte sei längst zu Ende. Dabei hätte sie eigentlich erst beginnen sollen.

Folquet ist ein Maremmano-Mischling; ein Hund also, der ursprünglich dafür gezüchtet wurde, selbstständig zu denken, Situationen einzuschätzen und eine enge Bindung zu seinen Menschen aufzubauen. Herdenschutzhunde sind klug, sensibel und eigenständig. Doch ein Lager nimmt ihnen genau das, was sie dafür brauchen. Aus einem Hund, der Verantwortung übernehmen könnte, wird hier kein besonders robuster Hund. Er lernt vielmehr, sich zurückzunehmen. Wer keinen Raum hat, wird nicht gelassener, sondern vorsichtiger. Wer nie Sicherheit erlebt, wird still.

Seit dem letzten Bericht hat sich für Folquet noch etwas Einschneidendes verändert: Er wurde von seinem Bruder getrennt. Die beiden waren noch Hundekinder, als sie gemeinsam ins Asyl kamen. Wenn Hunde unter solchen Bedingungen überhaupt einen Halt finden, dann oft im vertrauten Gefährten an ihrer Seite. Genau dieser Halt wurde ihnen genommen. Nicht aus nachvollziehbaren Gründen, sondern weil Hunde in diesen Verwahranstalten häufig wie Inventar umgesetzt werden.
Für Folquet bedeutet das den Verlust des einen gewohnten Wesens in einer Welt, die ihm ohnehin nichts Verlässliches bietet. Heute teilt er sich seinen Zwinger mit Frieder und Daigle. Das zeigt, dass er gut mit anderen Hunden zusammenleben kann. Trotz der belastenden Bedingungen bleibt er sozial und konfliktarm – und das ist alles andere als selbstverständlich.

Hinzu kommt eine weitere Information, die nicht übersehen werden sollte: Folquets Hinterpfoten sind nach außen gedreht, vermutlich aufgrund einer Fehlstellung der Hinterläufe. Im Lager bleibt so etwas oft unbeachtet. Dabei ist es durchaus möglich, die Ursache tierärztlich abklären zu lassen und – je nach Befund – mit Physiotherapie oder gezieltem Muskelaufbau zu unterstützen. Was im Canile einfach hingenommen wird, könnte im richtigen Zuhause vielleicht deutlich verbessert werden.

Für Folquet suchen wir Menschen, die keinen perfekten Hund erwarten, sondern ihm die Chance auf ein echtes Leben geben möchten. Menschen, die Herdenschutzhunde verstehen oder bereit sind, sich mit ihren besonderen Eigenschaften auseinanderzusetzen. Folquet braucht jemanden, der Sicherheit vermittelt, klare und faire Grenzen setzt und Vertrauen langsam wachsen lässt. Ein ruhiges, möglichst ländliches Zuhause mit sicher eingezäuntem Grundstück wäre ideal – ebenso wie Geduld, die nicht nach wenigen Tagen endet.

Wenn Sie sich vorstellen können, Folquet den Weg aus der Gefangenschaft in ein neues, freieres Leben zu ermöglichen, freuen wir uns sehr über Ihre Nachricht.
Denn: Folquet ist nicht zu spät. Aber er wartet schon viel zu lange.
Margot Wolfinger
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
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Gualter
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 10.2016
Schulterhöhe: 65 cm
Er steht still in der Ecke seines Zwingers - der alte Koffer. Unsichtbar für alle, die achtlos vorübergehen, und doch immer da. Staubig von den Jahren, mit abgewetzten Ecken und zerschlissenen Träumen. Gefüllt mit allem, was Gualter nie wirklich erleben durfte: Vertrauen, Geborgenheit, Wärme und ein Stück unbeschwerte Lebensfreude.
Gualter wurde im Oktober 2016 geboren. Noch nicht einmal ein Jahr alt, kam er an einen Ort, den man kaum Tierheim nennen kann; vielmehr eine Hundehölle, wie wir sie keinem Lebewesen wünschen. Seitdem sind acht lange Jahre vergangen. Acht Jahre, in denen das Leben zwischen Beton, Gitterstäben und dem Bellen der Vergessenen an ihm vorbeizog.

Und doch hat Gualter seine Hoffnung nie verloren. Sie steckt noch immer in diesem kleinen, unsichtbaren Koffer. Darin verstaut liegen seine Sanftmut, sein leiser Blick voller Vertrauen und seine ehrliche Neugier auf Menschen. Dabei hätte er allen Grund gehabt, sich abzuwenden. Stattdessen wartet er geduldig, still und mit empfänglichem Herzen.
Heute teilt Gualter seinen Zwinger mit Viviella und Wania; zwei Leidensgefährtinnen, die gleich ihm eine schwere Vergangenheit tragen. Jeder von ihnen geht anders damit um. Gualter trägt seine im Herzen und in seinem Koffer.

Als unsere Tierschützer ihn besuchten, kam er ruhig und interessiert näher. Sein Blick schien nur eine einzige Frage zu stellen: "Bist du vielleicht der Mensch, der mich endlich sieht?" Er ist kein Draufgänger, der laut um Aufmerksamkeit kämpft. Gualter ist ein feiner, empfindsamer Hund, der leise hofft.
Seit diesem Besuch hat er seinem Koffer noch etwas hinzugefügt: den Glauben, dass irgendwo da draußen ein Mensch auf ihn wartet; die ungebrochene Bereitschaft, diesem sein Herz zu schenken und die Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist.

Gualter braucht weder Heldentaten, noch klangvolle Versprechen. Er braucht nur ein Zuhause, einen Ort, an dem sein alter Koffer zum letzten Mal geöffnet wird und alles, was er so lange mit sich getragen hat, endlich bleiben darf.
Vielleicht sind genau Sie der Mensch, der Gualter nach Hause bringt.
P.S. In Gualters Adern könnte sicherlich etwas Maremmaneblut fließen. Bitte werfen Sie darum auch einen Blick auf unsere Informationen zum Herdenschutzhund.
Simone Leitenbauer
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BLANK
Rüde
geb. 2008
50 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
versöhnlicher Ausklang gesucht
Wie schön wäre es, wenn das Leben am Ende beginnt?
Vor kurzem entdecke ich Blank. Hochmotiviert sichte
ich Bilder und Informationen der russischen Betreuer von Hunden, die eingesperrt
sind im großen Moskauer Shelter Kozhuhovo. Die einen noch jung und erst seit
kurzem gefangen hinter Gittern; andere (zu denen auch Blank gehört) schon seit langer
Zeit. Blank „feiert“ in diesem Jahr sein Zehnjähriges – wahrhaftig kein Grund
zum Freuen.
Wieder legt sich dieser Schatten auf mein Herz, denn wieder ist da ein liebenswerter Hund - nett, freundlich, verschmust und leider schwarz.Wieder beschleicht mich diese Angst, ich könnte auch für diese vergessene Seele zu spät kommen; doch ich versuche, die Angst zu verdrängen und Hoffnung zu haben.

Wie unglaublich schön wäre es, wenn ein Leben am Ende doch noch beginnt? Ich will positiv denken und mein Scherflein beitragen, damit vielleicht ein Wunder geschieht für den auf den Bildern so einsam wirkenden, und dennoch vertrauensvoll in Richtung seiner Betreuer blickenden, alten Blank.

Viel wissen sie nicht über ihn. Eines Tages tauchte er
in einem der Zwinger auf, und alles, was die Betreuer erfuhren, war, dass Blank
von Hundefängern direkt von der Straße geholt worden war, auf der er mutterseelenallein
gelebt hatte.
Wir schreiben das Jahr 2012. Da war er nun, ein weiterer großer, schwarzer Hund, einer unter 3000. Anfangs zog er sich ganz in sich zurück und wollte nichts von den Freiwilligen wissen. Diese bemühten sich redlich und geduldig um den traurigen Hundejungen und nach zwei Jahren wurden sie dafür belohnt – Blank begann zögernd, sich zu öffnen. Seitdem lebte er in verschiedenen Zwingern vielen verschiedenen Hunden zusammen, sah viele kommen und gehen mit verschiedenen Hunden. Die einen starben still und einsam, andere wurden adoptiert und reisten in ein neues Leben – Blank aber blieb und kam stets mit allen Leidensgefährten wunderbar aus. Gern lässt er sich streicheln und kennt das Gassigehen im Shelter. Dabei ist er allerdings noch immer sehr aufgeregt, denn das fortwährende Gebell von Hunden, die er nicht kennt, macht ihm ein bisschen Angst.

Nun ist er alt, seine Zeit auf Erden neigt sich dem
Ende zu. Aber noch ist es nicht zu spät für einen Neubeginn. Blank hatte ein
Leben vor dem Shelter, wenn auch kein leichtes, er kennt die Straße und deren
Geräusche. Vielleicht hatte er auch irgendwann ein Zuhause, aus welchem er
vertrieben wurde? Er sollte noch einmal eines finden, vielleicht ja bei Ihnen?
Dann könnte seine Biografie den Titel tragen: „Blank oder: wenn das Leben am
Ende doch noch beginnt!“
Hier ein Video von Blank beim Gassi:
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt
über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.Worringer@procanes.org
Lebenslichter 21.01.2024, 10.22 | (0/0) Kommentare | PL

PEPPA
Hündin
geb.2020
55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
keine Krankheiten bekannt
verspielt und neugierig
bestens verträglich mit Artgenossen
sehr freundlich und liebevoll zu Menschen
läuft brav an der Leine
sehnt sich nach ihrem Für-immer-Zuhause
Wenn einfach immer zu wenig Zeit für Nähe und Zuwendung
bleibt.
Du bist noch so jung, und eigentlich sollte dein Leben
erst richtig beginnen. Vor kurzem musstest du in dem furchteinflößenden Moskauer
Shelter Kozhuhovo deinen Einzug halten. Niemand weiß genau, woher du kamst.
Vielleicht hattest du einmal ein Zuhause. Irgendwann begann dein Leben auf der
Straße, und es findet nun seine traurige Fortsetzung in diesem großen
Hundegefängnis im Osten von Moskau.
Wohin wird dein Weg führen? Was hält dieses Leben noch
für dich bereit? Wirst du mit all den anderen Hunden, die kein Zuhause finden,
die niemand haben will, bald umziehen müssen - nahezu unerreichbar weit fort
von deinen Betreuern, den einzigen Menschen, denen du etwas bedeutest und denen
dein Wohlergehen am Herzen liegt?

Nun ist da auch noch dieser unselige Krieg und alle
Welt schaut auf die Ukraine. Das ist verständlich, nur wird leider das Elend
anderswo auf der Welt nicht weniger. Nachdem uns Corona in den vergangenen
Jahren das Leben schwer gemacht hat, hofften wir, dass nun alles wieder ein
bisschen einfacher würde, doch das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Menschen
denken mehr denn je nur an sich selbst und vergessen ganz auf ihre
Mitgeschöpfe. Wirst auch du bald
eine der vielen sein - eine der vielen Vergessenen?
Wir möchten das gern verhindern. Wir möchten
versuchen, für möglichst viele von euch und ganz besonders für eine so
liebevolle und menschenbezogene junge Hündin wie dich ein schönes Zuhause zu
finden.
Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Umzug
rückt unerbittlich näher und die Bauten rund um das riesige Shelter wirken
inzwischen bedrohlich nah.
Du bist eine unglaublich berührende Hündin. Neugierig und offen gegenüber jedermann suchst und brauchst du die Nähe zum Menschen. Wie schwer muss es für dich sein, sie nur für wenige, kostbare Minuten in der Woche genießen zu dürfen?

Noch hast du die freiwilligen Betreuer, die sich um dich
kümmern, die Fotos von dir machen, die den Kontakt zu uns Vermittlern pflegen,
die dich manchmal spazieren führen, die dir hin und wieder ein winziges Stück
vom Glück ins Shelter bringen und hoffen, dass du dich nicht aufgibst und an
deinem trostlosen Dasein verzweifelst. Noch kann es ein besseres Leben für dich
geben. Noch ist es dafür nicht zu spät.
Wie wunderbar wäre es, dich in einem Zuhause zu wissen,
in welchem du geliebt und umsorgt wirst, jederzeit Küsschen verteilen und die
Herzensgüte deines Menschen spüren darfst!

Diesen Menschen, diese Familie suchen wir für dich. Jemanden,
der dich mitnimmt auf die wunderbare Reise durch ein Leben, in welchem Mensch
und Hund Seite an Seite gehen, weil sie sich verstehen und einander wichtig
sind. Möchten Sie gern der- oder diejenige(n) für die so überaus liebenswerte
Peppa sein? Dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen, lieben Dank.
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt über den
Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Peppa mit ihrer Betreuerin:
Peppa mit einer ihr unbekannten Person:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
Lebenslichter 12.01.2024, 16.08 | (0/0) Kommentare | PL