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Ein Ende mit Schrecken

Die Horrornacht des Jahres steht kurz bevor. Darin stimmen wohl die meisten Menscheneltern von Fellkindern überein: Silvester ist definitiv nicht unser Fest! Viel zu viel Stress, Lärm und Angst – und tragischerweise viele verletzte oder tote Tiere am Neujahrsmorgen, allesamt Opfer unserer Feierwut. Das liegt aber nicht an der Sache selbst, sondern an unserem Umgang damit.

Ich will gar nicht jedes Feuerwerk grundsätzlich verdammen. Früher gab es bei uns auch welches; allerdings, im Vergleich zur heutigen Massenknallerei, ein recht bescheidenes. Mein Papa hatte am 31. Dezember Geburtstag, was für Familie und Freunde sehr praktisch war, weil sie immer wussten, wohin sie zum Feiern gehen konnten. Papa war unser Pyro… nein, nicht -mane, sondern -techniker. Um Mitternacht gab es eine kleine, aber feine Show: Eine halbes Dutzend wirklich schöner Raketen, sowie zwei bis drei Sonnen, die nahezu lautlos ihren Sternenregen versprühten. Dazu für jeden Gast eine Wunderkerze – das war´s. Natürlich spielte das Geld mit eine Rolle. Feuerwerkskörper waren damals um ein Vielfaches teurer, eine gute Sonne kostete allein schon acht bis zehn Mark. Heute bekommt man für zehn Euro ein ganzes Munitionslager! Und was sind schon zehn Euro? In Rumänien immerhin der Gegenwert zweier Zehnkilosäcke Trockenfutter, von denen zwei Hunde im Shelter einen ganzen Monat lang leben müssen…

Ein Zwischenfall ereignete sich in der Neujahrsnacht 1970/71. Unser damaliger Hund war Ajax, ein Dobermann-Schäferhundmix und Papas erklärter Liebling. Umgekehrt galt dasselbe. Der Hund hätte sich für sein Herrchen in Stücke reißen lassen – und genau das wäre um ein Haar passiert! Bevor wir alle um Mitternacht nach draußen gingen, wurde jedem Gast eingeschärft, er möge bitte die Haustür sorgfältig schließen und darauf achten, dass der Hund drinnen bleibt. Leider hatte dann doch jemand nicht aufgepasst, und Ajax konnte entwischen. Mein Vater hatte gerade eine Rakete angezündet, da stürzte sich der Hund auf den schon brennenden Feuerwerkskörper und biss hinein - wohl um sein geliebtes Herrchen vor dem zischenden Ungeheuer zu beschützen. Glück im Unglück: Der Ärmste versengte sich die Schnauze und büßte sämtliche Barthaare ein, ansonsten kamen er und wir mit dem Schrecken davon. Seitdem hat es bei uns kein Feuerwerk mehr gegeben…

Für meine Omi (wie sicher für viele alte Menschen) war das Spektakel immer besonders schwer zu ertragen. Beim Milleniumswechsel 1999/2000, als hier buchstäblich die Hölle losbrach, hielt sie sich die Ohren zu und sagte: „Siehst du, Kind, so hat es sich im Krieg angehört, wenn nachts die Bomben fielen.“ An diesen Satz muss ich denken, wenn hier am 31.12. mal wieder der Weltuntergang inszeniert wird. Ich wünsche uns allen einen ruhigen, entspannten Rutsch ins Neue Jahr (auch wenn es weiterhin ein frommer Wunsch bleiben wird)!


Lebenslichter 30.12.2019, 20.25

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