Hab keine Angst, lieber Halcyon. Durch
irgendeinen unerklärlichen und grausamen Zauber bist du zu Deinem ersten
Geburtstag in einen tiefen Schlaf gefallen und seitdem in einem Albtraum
gefangen.Er handelt von einer engen, vergitterten Zellle, von weinenden und
wimmernden Zellengenossen, von Kot und Urin auf nassem Beton, von
Hoffnungslosigkeit, Schmerzen und Elend, wohin man schaut.
Du, ein bildhübscher Hundebub mit großen Augen, die ungläubig diesen Schrecken
sehen - du wirst bald wieder aufwachen und dich in einer besseren Welt
wiederfinden. Du wirst mit deinem treuen Blick und deiner lieben, sanftmütigen Art
mühelos die Menschen bezaubern, die sich für dich entscheiden und alles dafür
tun werden, dass deine (brutal von Menschenhand) verkürzte Rute wieder fröhlich
wedelt, dass dein Mut, dich anzuschließen, zu suchen, mit viel Kuscheln und
Streicheln belohnt wird. Du wirst endlich Futter bekommen, das richtig gut
schmeckt und dich nicht nur mehr schlecht als recht notdürftig am Leben erhält.
Du wirst spannende Spaziergänge unternehmen, dich behaglich in der Sonne räkeln
und in einem richtigen Haus dein eigenes, weiches Bettchen haben, statt dich
auf dem harten, rauen Beton deiner Zelle wundzuliegen.
Schon bald werden deine Menschen kommen und dich
aus deinem Albtraum wecken. Sie werden deine Vermittlerin anrufen und die bösen
Geister verjagen. Du wirst es ihnen mit all deiner Liebe und Anhänglichkeit
danken!
Liebe Leserinnen, liebe Leser! Was wir hier
beschrieben haben, ist das, was wir sehen, wenn wir die wenigen Fotos und
Videos aus dem Hundelager bekommen. Auch wir denken dann, das alles kann doch
nur ein böser Traum sein. Leider ist es die traurige Wirklichkeit in den
italienischen Hundegefängnisssen.
Abschließend möchten wir Ihnen kurz
schildern, was wir über Halcyon wissen: Er teilt sich seine kleine Box
friedlich mit weiteren Rüden und Hündinnen. Anfangs wirkt er wie ein kleiner,
verstörter Hund mit angstvoll aufgerissenen Augen, der ganz still sitzenbleibt,
um nur ja nicht aufzufallen. Aber wenn man freundlich mit ihm spricht und er
merkt, dass man ihm nichts Böses will, beruhigt er sich schnell und sucht von
sich aus den Kontakt zu uns Menschen. Er kann schon an der Leine laufen und
vertraut den Menschen, wenn er sie erst ein bisschen näher kennt.
Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.
"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem
Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere
Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP
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MEIN LEITSPRUCH:
Sei dankbar für das Gute in deinem Leben
und denke auch ans Teilen
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Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt
Geboren vor 70 Jahren als
waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der
Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten
aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.