Ausgewählter Beitrag

Im zweiten Anlauf




Noch einmal war es für eine längere Weile ruhig hier auf meinen Seiten. Ich brauchte diese Zeit ganz dringend für mich. Denn was in den vergangenen 13 Monaten an Gefühlen auf mich eingestürmt ist – von Unglauben, Entsetzen und Fassungslosigkeit über Verzweiflung, Traurigkeit, Ekel und Wut – lässt sich  erst nach und nach aufarbeiten. Mein Abscheu vor den Menschen hat sich womöglich noch verstärkt. Es tut mir leid, dass ich zu dieser Rasse gehöre und damit ein Teil all dieser Ungeheuerlichkeiten bin. An manchen Tagen habe ich stundenlang nur wie gelähmt da gesessen und mir die Seele aus dem Leib geweint. Ich werde auch in Zukunft noch sehr viel weinen; trotzdem reichen alle Tränen der Welt nicht aus, um diese armen Geschöpfe zu betrauern. Besonders unerträglich ist mir die Tatsache, dass ich jahrzehntelang von alldem nichts geahnt und einfach so dahin gelebt habe. Mein einziger Trost sind unsere Hunde, und der Sinn meines Lebens besteht von jetzt an darin, alles zu tun, was in meinen bescheidenen Kräften liegt, um ihren Leidensgefährten zu helfen.

Ich bin gefragt worden, warum gerade die Hunde? Was ist mit den Millionen ausgebeuteten und gequälten Nutz-, Schlacht- und Versuchstieren? Und ja, ich habe oft ein schlechtes Gewissen, weil ich unsere Lieblinge mit Fleisch füttere. Schließlich, Tier ist Tier und tot ist tot. Aber ich kann sie nun mal nicht vegetarisch ernähren. Darum versuche ich, gewissenhaft zu leben und den Schaden, den ich anrichte, möglichst gering zu halten. Mit einer entsprechenden Lebensweise lässt sich schon allerhand erreichen. Doch man kann nicht an allen Fronten gleichzeitig kämpfen, und Hunde stehen mir seit meiner Geburt besonders nahe. Tatsächlich waren sie mir schon immer weitaus lieber als Menschen.

Ständig nur anzuklagen und zu verurteilen, bringt allerdings nichts ein. Kritik ist notwendig und angebracht, Missstände müssen aufgezeigt werden, Gewalt, Grausamkeit und Empathielosigkeit gegenüber unseren Mitgeschöpfen dürfen nicht länger totgeschwiegen werden. Denn ganz sicher gibt es da draußen viele wie mich, die bisher völlig ahnungslos waren und sagen: "Hätte ich das alles doch früher gewusst…" Aber bekanntlich folgt Energie der Aufmerksamkeit. Deswegen will ich hier künftig vor allem von dem unermüdlichen Einsatz der Tierschützer in Rumänien (wie in vielen anderen Ländern) und den Silberstreifen am Horizont, die es trotz aller Dunkelheit immer wieder gibt, berichten. Und ich werde von dem Glück und der Freude erzählen, die wir tagtäglich mit unseren Vierbeinern erleben dürfen. Vielleicht gelingt es mir, dem einen oder anderen Leser die Angst vor dem Tierheim-, besonders dem Auslandshund zu nehmen, auf dass möglichst viele dieser armen Wesen den Sprung aus der Hölle in ein Leben schaffen, das den Namen auch verdient. Das ist meine Art, all die Unzähligen zu ehren, denen ich persönlich nicht zu helfen vermag. Damit wir verstehen, dass Hunde fühlende, leidens- und liebesfähige Geschöpfe sind; und dass Tierschutz keine Marotte einiger idealistischer, weltfremder Spinner ist, sondern eine allgemeine Sache der Menschlichkeit – eben eine Selbstverständlichkeit.

Lebenslichter 24.01.2020, 20.43

Kommentare hinzufügen


Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Karin

Sie sprechen mir aus tiefster Seele und das Herz wird einem schwer, wenn man an all diese armen Tiere denkt. Ich weiß nicht was Sie ganz persönlich und konkret erfahren haben wie es diesen Hunden ergangen ist, aber schon Ihre Andeutungen reichen aus.
Sie haben ja schon so vieles in Ihrer Macht getan indem Sie so viele Hunde aufgenommen haben !
Alles Gute für Sie und Ihren Schützlingen

Herzliche Grüße aus Bayern Karin

vom 25.01.2020, 07.07
Antwort von Lebenslichter:

Liebe Karin, danke für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Mitgefühl. Das Leiden der zig-Millionen Straßenhunde in aller Welt ist unfassbar für uns, und es gibt wirklich keine Niedertracht und keine Grausamkeit, zu der Menschen nicht fähig wären. Aber wir wollen ja positiv denken.

Ich wünsche Ihnen noch eine lange, glückliche Zeit mit Ihrem Kätzchen und einen gemütlichen Sonntag.
Herzliche Grüße, Ihre Sabine

2020
<<< Juli >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  0102030405
06070809101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
Worum es geht:



Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.






"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP


******************


MEIN LEITSPRUCH:


Sei dankbar für das Gute in deinem Leben und vergiss das Teilen nicht 


******************


    

    



Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt

allen Tierseelen der Welt.

Über mich

Geboren vor 64 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von sieben allerliebsten Fellnasen.


Einige Beiträge dieses Blogs enthalten

kostenfreie, unbestellte Werbung

durch Bilder, Namensnennung

und/oder Verlinkung, 

welche meinen persönlichen 

Geschmack wiedergeben

und KEINE Kaufempfehlung darstellen!



"Wenn du mit den Tieren sprichst,
 werden sie mit dir sprechen,
 und ihr werdet euch kennenlernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,
 dann werdet ihr euch nie kennenlernen.
Was du nicht kennst, fürchtest du.
Was du fürchtest, zerstörst du." 

~Häuptling Dan George~ 

***************
************



Träumen wir gemeinsam
von einer besseren Welt...
Besucherzaehler