Ausgewählter Beitrag

Oliverio - Striche, die nichts mehr (er)zählen


Oliverio

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.06.2024

Schulterhöhe: 57 cm 



NACHTRAG APRIL 2026:

An dieser Wand wurden einmal Striche gezählt: Einer für jeden Tag, einer für jede Nacht. Die Wand hat alles gesehen; auch Oliverio, den kleinen Welpen mit den schiefen Hinterbeinen, der nicht so recht wusste, wohin mit sich. Die ersten vorsichtigen Schritte, das Beobachten, das Anpassen. Und irgendwann wurde es ruhiger.


Die Striche sind geblieben. Aber sie haben aufgehört, etwas zu verändern. Die Wand zählt nicht mehr wirklich mit. Sie steht einfach da.


Was sie nicht zeigen kann: Was in der Zeit dazwischen passiert ist, kann die Wand nicht zeigen. Oliverio ist gewachsen. Er hat gelernt, mit anderen zu leben, eng nebeneinander ohne Konflikte sowohl mt Rüden, als mit Hündinnen. Er weiß, wie man sich bewegt, ohne anzuecken; und dass es manchmal besser und leichter ist, sich einzufügen, als sich durchzusetzen. Sogar Katzen bringen ihn nicht aus deer Ruhe.

Das alles kann die Wand nicht erzählen. Sie zeigt nur das, was auffällt: Oliverios Gangbild, seine Hinterhand, das Auge. Das alles sind Dinge, die sichtbar sind, aber nicht das, was wirklich zählt: dass er innehält, wenn etwas neu ist; dass er schaut, abwägt, kurz zögert und dann doch den Schritt wagt.

Die Wand antwortet nicht mehr, aber Oliverio schon. Leise und geduldig, jeden Tag, indem er einfach mitläuft und zeigt, dass er längst bereit ist, für einen Ort, an dem nicht die Striche zählen, sondern das, was dazwischen passiert.


Wenn Sie sich vorstellen können, genau dieser Ort für unseren Oliverio zu sein, dann melden Sie sich bittebei seiner Vermittlerin, oder erzählen Sie jemandem von ihm. Vielen, lieben Dank!

 

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Ein neues Jahr bricht an. Nein, diesmal nicht nur kalendarisch. Für Oliverio hat bereits sein 2. Jahr im Hundegefängnis begonnen. Anders als Häftlinge in Alcatraz kann er keine Striche an die Betonwand in seiner Zelle malen. Aber zählen kann er.

Wenn er abends in seinem Betonzwinger liegt, um ihn herum das verzweifelte Bellen und Jaulen all seiner Mitgefangenen, dann zählt er die Tage und Nächte, die er schon an diesem trostlosen Ort zugebracht hat. An Weihnachten 2025 sind es 455 Tage und Nächte.

Genau wie die Gefangenen in Alcatraz werden auch die Hunde bei ihrer Ankunft im Hundeknast für ihre Akte fotografiert und katalogisiert. Auf den Bildern von Oliverio sieht man einen kaum 4 Monate alten Welpen. Knuffig und süß wie alle Hundekinder in diesem Alter.


Normalerweise möchte man diese niedlichen Hundebabies einfach nur kraulen und streicheln und sich von ihnen mit Welpenküsschen dafür belohnen lassen. Der kleine Oliverio dagegen wurde ins Hundlager eingeliefert, ohne das alles vorher jemals kennengelernt zu haben.

In seiner Akte steht, man hätte ihn auf der Straße aufgelesen, wo er wohl in einen Autounfall verwickelt gewesen war. Vielleicht wurde er dadurch von seiner Mama und seinen Geschwistern getrennt, oder er war schon allein unterwegs und musste sich tapfer durchschlagen. Wir wissen es nicht.


Oliverios Hinterbeine sind leicht deformiert und x-förmig. Als Welpe hatte er dadurch einen seltsamen Gang, welcher sich im Laufe der Zeit stabilisiert hat, aber noch immer ins Auge fällt. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, zum Musterschüler an der Leine zu werden.




Im Hundegefängnis muss man schnell lernen, denn die Lehrstunden mit den Tierschützern sind kostbar und begrenzt. Dank seiner schnellen Auffassungsgabe hat Oliverio diese Lektion bravourös bestanden.


In seiner nur wenige Quadratmeter kleinen Box ist er bei seinen Schicksalsgefährtinnen und -gefährten sehr beliebt. Er weiß ihre Signale zu deuten und versteht, wann gemeinsames Spiel angesagt ist und wann es besser ist, auf Abstand zu gehen. Diese Regeln sind für ein halbwegs harmonisches Miteinander im Hundegefängnis überlebenswichtig, denn Einzelgänger haben es hier doppelt schwer, den tristen, eintönigen Alltag zu überstehen.




Wenn es den Tierschützern von den Betreibern des Canile alle paar Wochen einmal gestattet wird, die Hunde zu besuchen und ein bisschen Abwechslung in deren öden Alltag zu bringen, überwiegt bei Oliverio die Neugier. Anfangs, als Hundekind, war er noch ein wenig schüchtern; aber inzwischen weiß er, dass die Tierschützer es gut mit ihm meinen und auch immer einige Streicheleinheiten im Gepäck haben. Diese möchte sich Oliverio natürlich auf keinen Fall entgehen lassen und begrüßt die Tierfreunde mit freudig - erwartungsvollem Schwanzwedeln.


Schaut man sich die neuesten Fotos in seiner Akte an, mag man kaum glauben, dass bereits 455 imaginäre Striche seine Zellenwand zieren. Was wird geschehen, wenn nicht bald jemand auf ihn aufmerksam wird?



Wir können es Ihnen sagen, liebe Leserinnen und Leser: Dann werden immer weitere Striche hinzukommen - solange, bis Oliverio diese Welt verlässt, in der er nie willkomen war.


Oliverio, der so fleißig an der Leine geübt hat.

Oliverio, der so guter Freund und höflicher Zellengenosse ist.

Oliverio, der sich so sehr über Besuch und Streicheleinheiten freut.

Oliverio, der ohne jegliche Anklage, geschweige denn Schuld, hinter den Gittern sitzt.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, dieser schon viel zu langen Strichliste ein Ende setzen und dem freundlichen, so liebenswerten Oliverio ein behütetes Zuhause sschenken möchten, dann rufen Sie bitte gleich Oliverios Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

 

 Tanja Roth

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin

 Telefon
aus Deutschland:

0173 - 67 31 030

aus dem Ausland:
+49173 - 67 31 030

 per EMail:

Tanja.Roth@pro-canalba.eu

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Lebenslichter 15.04.2026, 19.16

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