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So ein Hundeleben: Herr Ober, zahlen bitte!

Okay, das war sicher nicht ganz astrein, was ich mir da gestern Abend geleistet habe. Die Standpauke hatte ich verdient und ließ sie über mich ergehen, obwohl ich mir bei jedem laut gesprochenen Wort fast ins Fell mache. Barny und Nelly hatten mich noch gewarnt. Sie meinten, Junge, lass das besser bleiben, das gibt Ärger und nicht zu knapp. Nur was soll ich machen, wenn die Türen zum Schlaraffenland sperrangelweit offenstehen? Ich bin schließlich auch nur ein Hund.

Aber von vorne: Sie fährt ab und zu in einen besonderen Supermarkt für uns Vierbeiner. Dort gibt es alles, was das Hundeherz begehrt. Wir dürfen da leider nicht rein; das heißt, wir dürften schon, bloß hält sie das für seelische Grausamkeit. Wenn sie wiederkommt, stehen wir alle an der Eingangstür Spalier und sie muss zuerst Zoll bezahlen, sonst lassen wir sie nicht ins Haus.

Ich bin ein schlauer Bursche und habe gelernt, genau zu beobachten. Das musste ich, wenn ich auf der Straße überleben wollte. Mir ist aufgefallen, dass sie mit den vollgepackten Tüten immer durch eine Tür verschwindet, hinter der eine Treppe nach unten führt. Diese Tür stand gestern einen Spalt breit offen, und durch die Ritze stieg mir ein verlockender Duft in die Nase. Der kam aus dem Gelben Sack, der immer oben am Treppenabsatz steht und den ich schon ein-, zweimal geplündert habe. Man glaubt ja nicht, was für Schätze die Menschen einfach so wegwerfen! Die interessierten mich jetzt aber nicht. Ich wollte wissen, was da unten war und tapperte im Dunkeln die Treppe runter. Wir Hunde sind ja in erster  Linie Nasentiere, und ich fand mich auch ohne Licht prima zurecht.

Unten gab es noch eine Tür, die bloß angelehnt war. Kleine Fische für´n großen Angler! Kurz die Pfote in die Ritze gesteckt, einmal kräftig dran gezogen – und schon stand ich in einem Raum mit Regalen voller Köstlichkeiten. Da gab es Hirschherzen, Pferdefleischriegel, Straußennuggets – ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Ich entschied mich für eine Packung Känguruzigarren, die ich nach oben ins Esszimmer schleppte, aufriss und mit bestem Appetit verspeiste. Köstlich, sage ich Ihnen, kann ich nur empfehlen! Danach hatte ich immer noch Hunger; also wieder runter in den Delikatessenladen. Diesmal schnappte ich mir ein Päckchen getrocknete Hühnerbrustfilets, die ich mit Barny und Nelly teilen wollte. Gerade wollten wir uns zu dritt darüber hermachen, als plötzlich sie im Zimmer stand. Das Theater können Sie sich vorstellen! Ich dachte schon, jetzt setzt es eine gehörige Tracht Prügel, aber zum Glück brüllte sie mich nur fürchterlich an. Klar achtet sie darauf, mich nicht zu überfüttern, weil das schlecht ist für meine Gelenke und sie aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer man die Pfunde wieder loswird, wenn man sie erst einmal auf den Rippen hat. Trotzdem fand ich Ausdrücke wie Sauhund und Beschaffungskrimineller reichlich übertrieben. Nachdem sie sich beruhigt hatte, durften wir Drei uns die Hühnerfilets aber schließlich doch noch teilen.

Ich will mich wirklich nicht beschweren. Die Mahlzeiten hier sind gut und reichlich, es gibt auch herrliche Leckereien für zwischendurch. Obendrein ist so ein Anschiss äußerst deprimierend. Aber Hunger ist schlimmer als Angst; und wenn man so lange wie ich von der Pfote ins Maul gelebt hat, nimmt man mit, was man kriegen kann. Was soll´s, künftig hält sie die Türen sicher fest verschlossen, dann ist sowieso Schluss mit Futtern a la carte.  Sehr schade eigentlich…

Schlafen Sie wohl. Morgen ist ein anderer Tag.

Mit hundlichen Grüßen,

Ihr WOODY


Lebenslichter 01.09.2020, 19.30

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