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Einträge vom: 10.07.2020

Nur geträumt?


Manchmal werde ich in aller Herrgottsfrühe wach, wenn es draußen noch dunkel ist. Barny schnarcht friedlich in seinem Körbchen, die Großen schlafen tief und fest. Meine innere Uhr zeigt mir an, dass ich sie erst in ungefähr zwei Stunden wecken darf. Ich strecke mich genüsslich, schüttle mein Fell und kratze mich hinterm Ohr (dem rechten oder linken, wo es gerade juckt). Dann mache ich ein paar Drehungen und kuschle mich wieder in meine Decke. Sekunden später bin ich eingenickt.

Im Halbschlaf träume ich die verrücktesten Sachen: Gestern zum Beispiel von einer Schlange, die zusammengerollt vor Herrchens Bett neben seinem Stummen Diener lag. Sie ähnelte ein bisschen der von neulich im Wald. Nur war diese hier anders gemustert – breite, silberfarbene Streifen auf dunkelblauem Grund – und um einiges länger. Eben wollte ich sie ausgiebig beschnuppern, da wurde ich von einem Geräusch geweckt. Ich gähnte herzhaft, blinzelte und blickte im Zimmer umher: Auf dem Boden, dicht an Chefs Bett, schlief tatsächlich eine Schlange! Ich rieb mir die Augen mit den Pfoten und sah ein zweites Mal hin. Da lag sie noch immer reglos wie ein Stein, es war also kein Traum gewesen. Jetzt ließ Herrchen auch noch seinen Fuß aus dem Bett baumeln, direkt über dem Kopf des Untiers. Wenn das aufwachte und sich erschreckte, würde es ganz sicher zubeißen! Ich musste handeln und das schnell; denn schließlich ging es um Leben und Tod. In meiner Not packte ich Herrchens Schlafanzughosenbein mit den Zähnen und zerrte aus Leibeskräften daran. Er schimpfte und versuchte, mich abzuschütteln, aber ich ließ nicht locker. Endlich zog er seinen Fuß zurück und stand auf, dem gestreiften Biest immer noch gefährlich nahe. Um ihn aus dem Schlafzimmer zu locken, tat ich so, als müsse ich unbedingt nach draußen. Gott sei Dank, er folgte mir ins Esszimmer und öffnete die Terrassentür zum Garten. Damit hatte ich ihn fürs erste aus der Gefahrenzone. Dumm nur, dass ich jetzt wirklich ein dringendes Bedürfnis verspürte, die ganze Aufregung hatte mein Innenleben in ziemlichen Aufruhr versetzt. So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch! Ich musste mich also zunächst um mein Geschäft kümmern und Herrchen seinem Schicksal überlassen.

Bis ich ins Haus zurückkam, schien einige Zeit vergangen zu sein. Chef hatte inzwischen geduscht und war bereits fertig angezogen. Er trug eine graue Jeans, ein hellblaues Hemd und dazu – ich traute meinen Augen nicht – die Schlange! Um seinen Hals war sie zu einem Knoten gebunden, Kopf- und Schwanzende hingen schlaff an seiner Brust herunter. Er hatte sie also auch ohne meine Hilfe zur Strecke gebracht. Natürlich gönnte ich ihm seine Trophäe. Trotzdem, hätte ich ihn nicht rechtzeitig gewarnt, wer weiß, wie die Sache ausgegangen wäre!

Gute Nacht und auf Wiederlesen.

Haben Sie es fein!
Ihre Nelly

Lebenslichter 10.07.2020, 19.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

Hans im Glück?


...ein Hund,

der niemals erwachsen werden möchte

Hans´ Leben begann, wie eigentlich kein Hundeleben beginnen sollte. Gerade von der Mutter entwöhnt und dann in einer Welt gelandet, die aus Gittern und Trostlosigkeit besteht. Der einsamen Welt des Shelters "Kozhuhovo".

Und hier lebt er nun seit 2014. Hans ist im Shelter aufgewachsen und hat somit nie ein Leben ohne Einsamkeit und ohne Gitter kennen gelernt. Noch nie durfte er erfahren, wie es ist, ein eigenes Zuhause zu haben.

Im Sommer der Hitze ausgesetzt, im Winter der russischen Kälte. Kein Körbchen, nur eine kleine Holzhütte im Zwinger die ein wenig Schutz gibt. Und das einzige Bisschen Freiheit das Hans kennt, ist wenn er einmal in der Woche in den Auslauf darf. Hier kann er mit seinen Artgenossen spielen und ein paar wenige Streicheleinheiten von den Betreuern bekommen. Ein kleines bisschen Glück. 

Und Glück ist das, was Hans bisher in Russland nicht hatte. Er ist mittlerweile kein kleiner Welpe mehr. Er ist ein großer, wunderschöner Rüde geworden. Zu groß für eine kleine russische Stadtwohnung. Zu schwarz und unscheinbar um gesehen zu werden.

Nur einmal wurde der hübsche, ca. 60 cm großer Rüde für eine kurze Zeit aus dem Shelter adoptiert. Er durfte das Shelter Kozhuhovo für 5 Monate verlassen, denn er sollte als Wachhund dienen. Doch leider war Hans ganz und gar nicht dafür geeignet.

Niemand hatte Hans gezeigt wie sich ein Wachhund verhält oder was die Aufgaben eines Wachhundes sind. Mal ganz davon abgesehen, dass Hans auch nicht einen Ansatz von Wachhund in sich trägt. Er ist ein lieber und freundlicher Kerl, der viel lieber bei den Menschen ist, sich streicheln lässt und mit einem spielt. Sein Interesse irgendetwas oder jemanden zu beschützen und zu bewachen war gleich null.

So hieß es für Hans wieder zurück ins Shelter und darauf hoffen, dass sich andere, liebe Menschen finden, die ihm ein richtiges Zuhause als Familienhund schenken würden. Doch diese Menschen blieben aus und Hans ist ein weiterer schwarzer Hund unter vielen. Er fristet sein Dasein im Zwinger, freut sich über den Besuch der Betreuer und lebt Tag für Tag vor sich hin.


Besonders angetan ist Hans von den Betreuern im Shelter, die kommen, um ihn und die anderen Hunde in den Auslauf zu lassen, mit ihnen spazieren gehen, sie streicheln und ihnen Aufmerksamkeiten schenken. Hans mag es sehr, wenn er sich auf seine Hinterbeine stellen kann und sich dann an die Betreuer schmiegen darf, ihnen in die Augen schaut und sieht – für diesen einen Moment ist diese Welt schön und er wird gesehen.

Mit seinen fast 6 Jahren ist Hans noch recht verspielt und aktiv. Im Inneren ist er ein junger Hund, einer der nie so richtig erwachsen werden wollte – ein großer Peter Pan halt. Es wäre wirklich schön, wenn Hans noch einmal eine Chance bekommen würde, nicht als Wachhund, sondern als geliebter Familienhund.

Hans ist mit seinen Artgenossen verträglich, spielt gerne im Auslauf mit ihnen und freut sich über andere Artgenossen die mit spielen. Natürlich mag und genießt er auch die Zeit mit seinen Betreuern alleine. Er geht gerne und gut an der Leine spazieren und freut sich dort über die Aufmerksamkeit und Nähe, die ihm zuteil wird. Im Sommer, wenn es schön warm wird, liebt Hans es, im Wasser zu spielen. Die Sandmuscheln im Shelter werden dann zum Highlight des Tages für den hübschen Riesen.

Eine aktive und naturbegeisterte Familie oder auch Einzelperson wäre ideal für Hans. Menschen, die viel Zeit mit ihm verbringen möchten und ihm all die Dinge zeigen, die er bisher noch nicht kennenlernen durfte. Einfach Menschen, die ihn bei sich aufnehmen, ihn lieb haben und ihn nie wieder her geben wollen.

Hans ist bereits kastriert, gechipt und geimpft. Wie all unsere Vermittlungshunde sucht Hans ausschließlich nach einer Endstelle. Wie der genaue Vermittlungsablauf bei uns funktioniert und warum wir unsere Hunde nur auf Endstellen vermitteln können Sie hier nach lesen: https://www.tierschutz-miteinander.de/…/mit…/so-arbeiten-wir

Hans und seine Vermittlerin Yvonn Phillips würden sich freuen, wenn sich liebe Menschen mit ernsthaftem Interesse melden. 

Yvonn Phillips
Email: y.phillips@tierschutz-miteinander.de
Tel.: 02822-7159818

Mobil: 01578-7030172

Lebenslichter 10.07.2020, 16.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE | Tags: Hans im Glück, Märchen, Hunde, Russland, einsam, spielen, adoptieren,

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Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.






"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP


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Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt

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Über mich

Geboren vor 64 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von sieben allerliebsten Fellnasen.


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"Wenn du mit den Tieren sprichst,
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 und ihr werdet euch kennenlernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,
 dann werdet ihr euch nie kennenlernen.
Was du nicht kennst, fürchtest du.
Was du fürchtest, zerstörst du." 

~Häuptling Dan George~ 

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