Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Hunde

Margherito - Das gestohlene Leben


Margherito

Rasse: Owtscharka Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 08.2016

Schulterhöhe: 72 cm

Acht Jahre, so lange sitzt du schon hinter Gittern. Acht Jahre, in denen die Sonne für dich nur als Lichtstreifen durch Gitterstäbe scheint, jeder Tag nach schmutzigem Beton riecht und jede Nacht nach Einsamkeit. Acht endlose Jahre in einer Einzelzelle ohne Beschäftigung, ohne Auslauf, ohne menschliche Nähe, die länger dauert, als nötig ist, um dir hin und wieder einen Napf mit Futter durch die Zwingertür zu schieben.


Als du ins Hundelager kamst, warst du ein Jahr alt - ein junger, hoffnungsvoller Rüde, der neugierig war auf die Welt; der toben spielen und lernen wollte. Stattdessen bekamst du ein Leben, das keines ist mit einem Alltag, der außer Warten nichts zu bieten hat.



Du bist ist kein schwieriger Hund, im Gegenteil: Wenn unsere Tierschützer dich zwei-, dreimal im Jahr kurz besuchen dürfen, stehst du ruhig da, aufmerksam mit wachem Blick und einer Gelassenheit, die fast körperlich schmerzt. Du lässt dich berühren, an die Leine nehmen und, sogar lenken, so als hättest du längst verstanden, dass Widerstand zwecklos ist. Du vertraust, obwohl du allen Grund hättest, es nicht mehr zu tun.



Deine Ohren und dein Schwanz sind beschnitten - schmerzhafte Spuren einer unbarmherzigen Entscheidung, die Menschen über dich getroffen haben; vielleicht, um duch furchterregend und wehrhaft wirken oder einfach nur stark erscheinen zu lassen. Dabei hat dir die Welt nicht zuwenig Stärke, sondern zuwenig Freiheit gegeben.


Manchmal begegnest du anderen Hunden und egal, ob Rüden, Hündinnen, es gibt nie irgendwelche Probleme. Nur wenn Futter im Spiel ist, zeigst du, dass du noch etwas verteidigst: dein armseliges Fressen, das Wenige und Einzige, das dir geblieben ist.



Du bist freundlich zu Menschen und neugierig, ohne dabei aufdringlich zu werden; selbstbewusst genug, um mit neuen Situationen umzugehen, dabei so bescheiden, dass man spürt, wie sehr du dich anpasst - einfach, um zu überleben. 



Und während draußen die Jahreszeiten wechseln, sitzt du dort, wo nichts sich verändert. Du spürst kein Gras unter deinen Pfoten, keinen Wind, der dir durchs Fell fährt; eben nichts, das dich wirklich berührt. Vielleicht ist das das Schlimmste an deiner Geschichte: Nicht, dass du vergessen wurdest, sondern dass du es weißt und gelernt hast, still zu warten, während die Welt an dir vorübergeht.

Du hast nichts falsch gemacht, aber Menschen haben dir alles genommen, was ein Hund braucht, um wirklich Hund zu sein. Nun suchen wir für dich jemanden, der dir etwas zurückgibt.

Liebe Leserin, lieber Leser! Möchten Sie dieser Mensch, diese Familie für Marherito sein? Dann geben Sie ihm eine - Ihre - Stimme und rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

PS: Unter  www.pro-canalba.eu/auslandstierschutz/herdenschutzhunde finden Sie wichtige Informationen zu Herdenschutzhunden. Und selbstverständlich können Sie sich bei Fragen jederzeit an uns wenden. 

Margot Wolfinger

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin

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Lebenslichter 01.08.2026, 17.03 | (0/0) Kommentare | PL

Gemmina - Auch kleine Hunde haben große Herzen: Zuhause gefunden!


GEMMINA

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 03.2025

Schulterhöhe: 32 cm


"Was soll denn das heißen? Ich bin zu klein? Wenn ich mich auf die Hinterpfoten stelle, kann ich in jeden Napf gucken und Leckereien herausholen. Ich passe in jedes Körbchen und wenn ich einen doppelten Flick-Flack mache, schaffe ich es sogar auf die Couch. Bei Schmuddelwetter musst du die Badewanne nicht volllaufen lassen, sondern ich bade in einer großen rosa Schüssel - mit ganz viel Schaum bitte! Wenn wir spazierengehen, mache ich neben dir viele schnelle Trippelschrittchen und bei einer Fahrradtour brauchst du für mich keinen Beiwagen, sondern ich sitze im Körbchen auf der Lenkstange und zeige dir, wo es langgeht. Abends auf der Couch nehme ich dir nicht viel Platz weg; ich kuschle mich ganz dicht an dich, wärme deinen Schoß und vor allem dein Herz.




All das, was ich kann, ist in unserem Gefängnis aber keinen Beller wert. Hier gibt es weder Leckereien noch Körbchen, keine Couch und erst recht keine rosa Badeschüsseln. Stattdessen sind wir Tag und Nacht in kalten, nackten Betonzwingern eingesperrt, dürfen nie spazieren gehen und schon gar nicht auf einem Sofa kuscheln.

In einem Hundelager gilt das Gesetz des Stärkeren. Ich glaube das haben die Tierschützer gemeint, als sie sagten, ich sei zu klein. Ich bin nämlich nicht stark und wenn ich mit größeren, kräftigeren Hunden in einer Box sitze, kann ich mich nicht behaupten. Ich kann mein bisschen Futter nicht gegen sie verteidigen und im Winter wird mein Fell zu dünn sein, um mich warm zu halten.



Noch teile ich meinen Betonkasten mit lieben Artgenossen, Hündinnen und Rüden. Ich verstehe mich gut mit ihnen und sie respektieren mich. Was aber, wenn die anderen gehen und ich zurückbleibe? Die Betreiber des Hundelagers werden die Box wieder füllen. Dabei ist es ihnen völlig egal, ob es passt und was aus mir wird. Sie werfen einfach rein, was gerade kommt.

Als die Tierschützer mich besuchen kamen, war mir das zuerst ein bisschen unheimlich und mein Herzchen hat ganz doll geklopft. Die Tierschützer sagten, obwohl ich so klein bin, hätte ich ein großes Herz. Oje, so laut hat es geklopft, dass sie das sogar gehört haben? Die anderen Hunde sind gleich zu ihnen hin geflitzt und haben sich streicheln lassen. Nachdem ich gesehen habe, dass das ungefährlich ist, habe ich mich auch auf den Arm nehmen lassen und wisst Ihr was? Ich fand es richtig schön und glaube, daran könnte ich mich gewöhnen.



Die netten Tierschützer haben mir versprochen, dass sie einen lieben Menschen oder eine fürsorgliche Familie für mich finden werden; eben jemanden, der mich beschützt und versteht, dass auch ein kleiner Hund wie ich noch ganz viel lernen muss, tierische Bedürfnisse hat und vor allem kein Spielzeug ist."




Liebe Leserinnen, liebe Leser, wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann melden Sie sich doch bitte bald bei Gemminas Vermittlerin. Wir haben wirklich Sorge, dass unser kleines Mädchen mit dem großen Herzen in Grau des Hundelagers untergeht. Vielen, lieben Dank!

Sabine Wojtok

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Lebenslichter 31.07.2026, 18.35 | (0/0) Kommentare | PL

Falco (Zuhause gefunden)! - Drei kleine Schweizer in Italien


Falco

Rasse: Berner Sennen Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 02.2026

Da staunten wir nicht schlecht, als wir Fanny, Flausch und Falco zum ersten Mal sahen; denn eigentlich sind die drei süßen Fellknäuel doch mehr Plüsch als Hund. Aber wenn man sich erholt hat vom anfänglichen Du meine Güte, was sind die niedlich, einfach zum Verlieben, und einen weiteren, fachkundigen Blick auf Falco und seine Geschwisterchen wirft, dann erkennt man ihn, der Berner Sennenhund unter ihren Ahnen.



Ihre Geschichte aber ist ebenso traurig, wie die all der zahllosen Hunde, die niemand haben will: verstoßen, ausgesetzt und ihrem ungewissen Schicksal überlassen … das heißt nein, in diesem Fall konnte die Frau, die unsere kleinen Pelzwölkchen eiskalt auf die Straße geworfen hatte, etwas später wohl doch noch irgendwo ganz tief drinnen einen letzten Funken ihres Gewissens finden und benachrichtigte eine Tierschützerin, dass in ihrer Gegend vor ein paar Tagen drei Welpen aufgetaucht seien.



Der Rest ist schnell erzählt: Die Tierschützerin hat das Dreigespann natürlich mit in ihr kleines Rifugio genommen, wo sie sich ganz welpentypisch verhalten: zur Zeit vielleicht noch ein bisschen vorsichtig, aber gänzlich sorglos und unverzagt. Doch Sie, liebe Leserinnen und Leser, wissen ebensogut wie wir, dass ein Rifugio zwar eine Zuflucht für Hunde ist, aber kein richtiges Zuhause ersetzen kann …erst recht nicht für Hundekinder. Zeit ist immer ein knappes Gut im Tierheim; und wie sehr man sich auch bemüht, man kann den Hunden dort niemals die Zuwendung geben, die sie so dringend brauchen. Da vergehen dann Wochen und Monate, aus den Welpen werden Junghunde und ehe man sich´s versieht, sind sie erwachsen geworden, ohne je das Hunde-1x1 gelernt zu haben.



Darum suchen wir für unsere Hundekinder auf diesem Weg ein richtiges Zuhause bei liebevollen und geduldigen Menschen, die sie behutsam an die Pfote nehmen und alles lehren, was so ein Vierbeiner als Familienmitglied wissen muss. Natürlich sollen Spiel und Spaß dabei an erster Stelle stehen. Kurz gesagt, sie brauchen Menschen die Freude und Erfüllung darin finden, einen kleinen Berner Sennenmischling beim Großwerden zu begleiten und ihr Leben mit ihm zu teilen.


Sie wachsen so schnell; und wenn Sie diesen Beitrag lesen, hat Falco womöglich längst neue Dinge entdeckt und auch schon seine eigene, kleine Persönlichkeit entwickelt. Aber seien Sie unbesorgt: Seine Vermittlerin gibt Ihnen sehr gern Auskunft. Rufen Sie sie einfach an! Vielen, lieben Dank!

Yvonne Beier

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Lebenslichter 31.07.2026, 18.35 | (0/0) Kommentare | PL

Jontar - Seine Geschichte wurde gelesen: Zuhause gefunden!


Jontar

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 08.2021

" https:="" www.designblog-admin.de="" configuration="" templates="" default="" images="" pixel.gif"="" title="https://www.designblog-admin.de/configuration/templates/default/images/pixel.gif" rel="media11090989804537343" width="560" height="315" style="text-decoration:underline">Schulterhöhe: 62 cm



Mai 2026: Neuer Tag, neues Glück? Das mag für andere gelten, aber nicht für mich. Keiner sieht mich, keiner ruft mich beim Namen. Was einmal Hoffen und frohes Erwarten war, sitzt jetzt zuviel auf den Knochen und zuwenig auf der Seele. Die Tage tropfen auf den Zwingerboden und versickern im rauen Beton.



Als mich die Tierschützer einmal kurz besuchen durften, sagten sie mir: "Lieber Jontar, warte nur ab, deine Familie kommt schon bald." Und ich wartete, warte immer noch, aber niemand meldet sich für mich. So vergehen die Jahre und mein Leben verrinnt.



Ich sehe andere Hunde kommen und gehen. Eine von ihnen ist Jozefina, meine Schwester. Sie hat den Jackpot geknackt und ein Zuhause bei einer ganz lieben Familie gefunden. Ich bleibe zurück und werde immer runder, stiller, und müder. Nur noch selten frage ich mich, ob mein Bild auch endlich einmal zum Lieblingsbild von einem Menschen wird.



Jacoby und Betsy sind meine Freunde. Wir teilen das Warten miteinander, aber schon längst nicht mehr die Hoffnung. Was einmal Welpenmut hieß, ist jetzt ein unsichtiger, dicker Hund mit stillen, traurigen Augen, kaum noch Muskeln und glanzlosem Fell.



Dabei mache ich alles richtig. Ich dränge mich nicht vor, belle nicht aufdringlich, halte durch. Ich lasse mir vorsichtig das Halsband anlegen, folge tapfer, oder stehe still, wie es gerade verlangt wird. Die Tierschützer sagen, ich sei folgsam, sanft und vorsichtig hoffnungsvoll - aber ich frage mich: Erfährt das überhaupt jemand? Oder ist auch das nur so ein Satz, der ungelesen in einem Aktenordner verschwindet? Warum bin ich nie der, auf den jemand wartet? Bin ich unsichtbar? Ich möchte doch so gern irgendwo ankommen und wissen, wie sich richtiges Leben anfühlt.

 


Ich bin Jontar und ich hoffe immer noch, dass meine Geschichte endlich jemand zu Ende liest. Vielleicht schreibst Du ja sogar das Happy End.

Dein Jontar

Daniela Koenemann

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin

Telefon
aus Deutschland:

0176 - 24 63 36 19

">aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19

"> per EMail:

Daniela.Koenemann@pro-canalba.eu


WAS BISHER GESCHAH:

August 2023; Jacoby, Jontar, Jorik, Jorina, Jozefina und Julinda - einst sechs niedliche, kleine, unschuldige Welpchen, die in der Hundehölle landeten. Die drei Buben und drei Mädchen sind inzwischen erwachsen, ihre Welpenniedlichkeit konnte keinen von ihnen retten. Umso nachdenklicher stimmt es mich, wenn ich auf den Fotos und Videos der Geschwister sehe, dass sie sich nicht aufgegeben haben, sondern immer noch lustige und freundliche Wesen sind, die unsere Tierschutzkameraden freudig begrüßen. Sonnenscheine in einer trostlosen Welt. Wie kann es sein, dass sie dort noch vor sich hinvegetieren müssen, anstatt im eigenen Zuhause für Spaß und gute Laune zu sorgen?



Es muss ein heißer Sommertag, Ende August 2021 gewesen sein, als Jontar und seine Geschwisterchen das Licht der Welt erblickten. Kaum zwei Monate alt, wurden sie ins Hundelager gebracht; ob sie ausgesetzt oder frei geboren und aufgegriffen wurden, wissen wir nicht. Seitdem fristen sie ihr Dasein an diesem düsteren, furchteinflößenden Ort, verbringen ihre Tage auf nacktem Beton in nicht endenwollendem Einerlei, ohne Gras unter ihren Pfoten, ohne einen Ort, an den sie sich einmal zurückziehen könnten, ohne streichelnde Hände und jegliche Fürsorge. Unvorstellbar? Ja, aber leider traurige Wirklichkeit. 


August 2024: Inzwischen sind drei Jahre vergangen, in denen aus einer Rasselbande niedlicher Welpen ein Rudel erwachsener Hunde wurde; verlassen, weggeschlossen und hinter Gitterstäben vergessen. Einzig ihre Schwester Jozefina, die nun Josy heißt, wurde im Dezember 2023 von einer dieser weltbesten Familien adoptiert und lebt nun glücklich und geliebt in ihrem eigenen Zuhause.

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Lebenslichter 31.07.2026, 18.35 | (0/0) Kommentare | PL

Arleene - Fachkraft für Beton- und Knastpädagogik: Körbchen gefunden!


Arleene

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 07.2020

Schulterhöhe: 62 cm

(Von Arleene, seit Juli 2023 unfreiwillige Expertin)


Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser. Wenn Sie diesen Text lesen, interessieren Sie sich vielleicht für Hundeerziehung. Dann lassen Sie mich Ihnen sagen: Ich habe inzwischen fast drei Jahre Praxiserfahrung; leider nicht im Garten oder im Wohnzimmer, sondern im Beton.





Kapitel 1: Wählen Sie den richtigen Untergrund. Rasen wird überbewertet, ebenso wie Sand. Beton dagegen hat Charakter. Er ist hart, nackt und speichert jede Temperatur, die gerade als besonders unangenehm empfunden wird. Im Sommer beschert er Ihnen Brandblasen an den Pfoten, im Winter dafür Erfrierungen und abgerissene Haut, die an dem nassen, vereisten Untergrund kleben bleibt. Dadurch lernen Ihre Welpen schon früh, sich anzupassen und dass Weinen überhaupt nichts bringt.





Kapitel 2: Ruhig bleiben trotz Dauerlärm. 
Umgeben von Jaulen, Winseln, Bellen, Metallklirren und immer neuen Gesichtern hinter Gittern entwickeln junge Hunde eine ausgezeichnete Fähigkeit, gelassen zu bleiben. Ich habe meine Kinder gelehrt, dass nicht jedes laute oder fremde Geräusch zwangsläufig Gefahr bedeutet. Manchmal heißt es nur, dass wieder einer umsonst gehofft und gewartet hat.





Kapitel 3: Haltung bewahren, auch ohne Publikum. Man steht gerade, bleibt gefasst und man drängelt nicht. Ich bin liebevoll, gesellig, gehorsam und anhänglich, sagen die Tierschützer, die es wissen müssen. Gern würde ich all das meinem Menschen/ meiner Familie beweisen. Aber selbst hier in Haft und abgeschnitten von der Welt gilt: Würde behalten, auch wenn niemand zuschaut.





Kapitel 4: Hoffnung sparsam dosieren. Seit Juli 2023 bin ich hier, da waren meine Kinder gerade eine Woche alt. Sie sind erwachsen geworden hinter Gittern. Als Mutter lernt man hier, Hoffnung wie Futter einzuteilen: nicht zuviel auf einmal, sonst bekommt man Bauchweh; aber auch nicht zu wenig, sonst verhungert die Seele.




Kapitel 5: Was tun, wenn plötzlich einer fehlt? Man versucht, es ruhig zu erklären. Arriel sitzt nicht mehr bei uns. Warum, weiß ich nicht. Hier werden Entscheidungen willkürlich, ohne Herz und Verstand getroffen. Ich habe gelernt, nach außen stark zu wirken, auch wenn mein Herz bricht, weil ein Platz leer bleibt.




Kapitel 6: Liebenswürdigkeit als Mittel zum Überleben. Eigentlich hätte ich allen Grund, Menschen gegenüber misstrauisch und abweisend zu sein; aber Verbitterung ist ein schlechtes Vorbild für junge Hunde.

Kapitel 7: Was man seinen Kindern nicht beibringen kann. Ich konnte sie lehren, nett zu bleiben, nicht bösartig zu werden, aufrecht zu stehen. Nicht beibringen konnte ich ihnen, warum wir nach so langer Zeit noch immer hier ausharren müssen.


Erkennen Sie die Ironie?  Die Menschen suchen gesellige, liebevolle, selbstbewusste Hunde und ich sitze hier mit genau diesen Eigenschaften. Man muss nicht laut sein, um es verdient zu haben. Man muss nicht perfekt sein, um richtig zu sein. Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Meine Kinder sind erwachsen und sind freundlich geblieben. Das war nicht ohne weiteres zu erwarten, besonders unter den gegebenen Umständen.





Jetzt wäre ich gern einmal nicht nur Mutter, sondern einfach die Hündin Arleene.Vielleicht ist ja 2026 das Jahr, in dem Sie und andere gutherzige Menschen beschließen, dass wir uns nicht länger im Warten üben müssen, sondern endlich anfangen dürfen zu leben. Wir sind mehr als bereit für das erste Kapitel außerhalb dieses Leitfadens.





Genug der Theorie, hiermit schließe ich meinen Betonratgeber. Für den Praxisteil beginnen Sie bitte mit Kapitel Zum Telefon greifen - natürlich gern auch für eins meiner Kinder  Armindo, Arunny und Arriel, Meine Vermittlerin freut sich riesig auf Ihren Anruf und ich bin voller Vorfreude und kann es kaum erwarten.

 

 

 

 

 

 

Yvonne Beier

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Lebenslichter 31.07.2026, 18.35 | (0/0) Kommentare | PL

Nettie - Wundertüte auf vier Pfoten: Zuhause gefunden!


Nettie

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 06.2024

Schulterhöhe: 35 cm

Oh je, dachten die lieben Tierschützer vor Ort, als sie im Mai dieses Jahres die Zwingerbox der winzigen Hündin namens Nettie betraten. Scheu drückte die Kleine sich in eine Ecke und hätte sich am liebsten unsichtbar gemacht. Mit ruhiger Ansprache gelang es den Tierschützern, der verängstigten Nettie Halsband und Leine anzulegen und mit ihr ein paar Schritte nach draußen zu gehen. Da geschah ein kleines Wunder: die eben nochso schüchterne Nettie wedelte fröhlich mit der Rute, ließ sich streicheln und alberte mit den Menschen herum, dass ihnen warm ums Herz wurde. Da war keine Spur mehr von Unsicherheit, Sorge und Scheu; stattdessen eine vergnügte Junghündin, die sich über die freundliche Ansprache freute und die kurze Abwechslung sowie die Streicheleinheiten sichtlich genoss.


In diesen kurzen, für Mensch und Hund so besonderen Begegnungen auf der schmalen Wiese in einem italienischen Hundegefängnis wird immer wieder deutlich, wie qualvoll die ausschließliche Haltung in einem Betonzwinger ohne Auslauf, Ansprache und geistige Anregung ist. Die süße Nettie wurde im zarten Alter von sechs Monaten in das Lager gesperrt. Welche schrecklichen Begebenheiten zu ihrer Abgabe ins Canile geführt haben, werden wir leider nie erfahren.

Netties rechtes Auge ist ein sogenanntes "Cherry-Eye". Das ist eine Vergrößerung des 3. Augenlids, der sogenannten Nickhaut, die zu Reizungen und Rötung am Auge führen kann. Es ist gut behandelbar und könnte mit einem kleinen tierärztlichen Eingriff leicht behoben werden, müsste Nettie nicht in diesem Hundelager einsitzen, in welchem es keinerlei tierärztliche Versorgung gibt.

Erinnern Sie sich noch an diese kleinen, raschelnden Wundertüten aus der Kindheit? Man wusste nie, was darin war, aber es war immer etwas Schönes, Überraschendes, das ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Genau so ist Nettie.


Ihren kahlen, ungemütlichen Betonkäfig teilt sie ganz selbstverständlich mit anderen Artgenossen, sowohl Rüden als auch Hündinnen. Da gibt es keine bösen Überraschungen, nur nette Beigaben: Frieden, Freundlichkeit und ein bisschen Sonnenschein im grauen Zwingereinerlei. Auch uns Menschen erinnert Nettie an diese Wundertüten aus Kindertagen: an die Vorfreude beim Öffnen und dieses kleine Kribbeln im Bauch, weil man nicht wusste, was gleich zum Vorschein kommen würde. Man steckt vorsichtig die Hand aus, und anstelle von Bonbons oder Glitzerbildchen bekommt man bei ihr Vertrauen geschenkt. Ein sanfter Blick, ein leichtes Wedeln und dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, weil man gerade etwas ganz Besonderes, Echtes gefunden hat.


Nettie ist wie der schönste Fund aus einer Wundertüte; einer, der nicht nur bunt ist, sondern das Herz ein bisschen heller macht - wie eine Erinnerung an etwas Wunderbares, das man beinahe vergessen hatte.

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie die niedliche Nettie adoptieren, dann bekommen Sie keine gewöhnliche Hündin, sondern ein Herz voller Liebe, verpackt in 35 Zentimeter Lebensfreude. Wie eine Wundertüte, die Sie öffnen, und plötzlich ist alles gut.



Wenn Sie wissen möchten, was für ein Glück in dieser Wundertüte namens Nettie steckt, dann greifen Sie bitte schnell zum Telefon. Netties Vermittlerin verrät Ihnen gern den Rest des Geheimnisses. Vielen, lieben Dank! 

 

 

Sabine Wojtok

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Lebenslichter 31.07.2026, 18.35 | (0/0) Kommentare | PL

Idrysh - jeder Schatten braucht ein Licht


Idrysh

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2017

Schulterhöhe: 70 cm

Idrysh kennt Kommandos wie "Sitz" und "Pfote". Er läuft ordentlich an der Leine und sucht von sich aus den Kontakt zu Menschen. Freundlich und selbstbewusst kommt er auf sie zu. All das erzählt von einem Leben, das nicht hinter Gittern begonnen haben kann. Irgendwo muss es einmal ein anderes Zuhause gegeben haben.

Vielleicht kannte Idrysh eine Haustür, die sich für ihn öffnete. Einen Napf, der immer am gleichen Platz stand und vermutlich nie lange unbeachtet blieb. Spazierwege, auf denen er wusste, an welcher Ecke die spannendsten Nachrichten anderer Hunde zu finden waren. Vielleicht legte er seine große Pfote in eine menschliche Hand und bekam dafür ein Lächeln, ein Leckerchen, oder beides. Bei rund 70 Zentimetern Schulterhöhe war diese Pfote ohnehin kaum zu übersehen.


Wir wissen nicht, ob sein Leben so oder ganz anders aussah. Und wir wissen nicht, warum es endete.

Geboren wurde Idrysh 2017. Seit April 2026 lebt er in einem Hundelager. Was zwischen damals und heute geschah, liegt im Dunkeln. Doch Spuren davon trägt er bis heute in sich. Denn ein Hund vergisst nicht alles, nur weil sich hinter ihm eine Zwingertür schließt. Was er außerdem erlebt hat, können wir nur dort erahnen, wo seine Gelassenheit plötzlich endet.


Für einen Hund, der vermutlich einmal ein Zuhause hatte, muss ein Lager besonders schwer zu ertragen sein. Denn Idrysh könnte den Unterschied kennen. Sein Körper erinnert sich vielleicht noch an weiche Liegeplätze, an Ruhe und an das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.


Heute beginnt jeder Tag auf Beton. Und dort endet er auch. Ein Lager ist kein Ort, an dem ein Hund lebt. Es ist ein Ort, an dem er wartet. 

Die Tage gleichen einander. Nur Idrysh wird älter, während die Erinnerung an sein früheres Leben langsam verblasst. Was nicht verblasst, ist seine Bereitschaft, sich den Menschen noch einmal zuzuwenden.


Unseren Tierschützern begegnet Idrysh freundlich und offen. Er kommt selbstsicher näher und sucht den Kontakt. Dauert eine Berührung jedoch länger an, wird er unsicher. Vielleicht gab es in seiner Vergangenheit Hände, die nicht immer Gutes bedeuteten. Was in ihm dann wach wird, wissen wir nicht. Möglicherweise hat er einfach gelernt, dass man Menschen gernhaben kann - und trotzdem vorsichtig bleiben sollte.


Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln. Sichtbar sind nur ihre Schatten.

Mit anderen Hunden zeigt sich Idrysh sozial. Derzeit teilt er seinen Zwinger mit der Hündin Amaya. Er ist aber ebenso mit Rüden verträglich und lebte zuvor bereits mit zwei männlichen Hunden zusammen. Umziehen musste er lediglich, weil einer der beiden Rüden begann, ihn anzuknurren. Idrysh selbst war nicht derjenige, der Streit suchte. Offenbar muss ein Hund seiner Größe niemandem mehr beweisen, wie groß er ist.


Die Umsetzung erfolgte übrigens nicht aus besonderer Fürsorge des Lagerbetreibers. Wir mussten ausdrücklich darauf bestehen. Denn dort zählt selten, ob ein Hund Tag für Tag im Schatten eines Konflikts leben muss.


Idrysh bringt vieles mit: Er ist umgänglich, läuft gut an der Leine, kennt offenbar einige Kommandos und hat sich seine Offenheit gegenüber Menschen bewahrt. Er braucht kein Training. Was ihm fehlt, ist ein Mensch, der seine Vergangenheit nicht aus ihm herauszerren möchte, sondern bereit ist, gemeinsam mit ihm Zukunft zu schreiben.

Wir wissen nicht, welche Schatten auf Idryshs Leben gefallen sind. Wir können seine Vergangenheit nicht heller machen.


Aber vielleicht sind Sie der Mensch, der dafür sorgt, dass seine Zukunft endlich wieder Licht bekommt. Bitte rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

 

Tanja Roth

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Lebenslichter 30.07.2026, 16.20 | (0/0) Kommentare | PL

Norgen - heute nicht, morgen nicht, übermorgen ganz bestimmt!?

Norgen

Rasse: Labrador Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 03.2019

Schulterhöhe: 60 cm

Lieber Mensch!

Hast Du manchmal Langeweile oder kommst Du viel zu selten hinaus an die frische Luft, in die schöne Natur? Fühlst Du Dich hin und wieder allein, ungesehen und ungeliebt? Hast Du gerade nicht viel zu lachen in Deinem Leben und an treuen, stets verfügbaren Freunden fehlt es auch? Dann geht es Dir genau wie mir!


Ich bin ein siebenjähriger, beeindruckender  Hundemann und hause seit nunmehr vier Jahren in diesem schrecklichen Gefängnis. Hier gibt es nur Gitter, Beton, Schmutz und viele Hunderte hoffnungsloser Hunde. Uns bleibt nur eine winzige Chance, diesen furchtbaren Ort irgendwann lebend zu verlassen, indem wir uns von unserer besten Seite zu zeigen, wenn die Tierschützer mit den Fotoapparaten uns ein-, zweimal im Jahr für ein paar Minütchen besuchen dürfen.



Sie sagen, ich sei freundlich und verträglich und kein bisschen aggresiv, aber ich wirke bekümmert und angespannt. Wen wundert das?  Ich bin bellend, mit erhobener Rute auf sie zugelaufen. Dann habe ich sie neugierig beschnuppert und mich sofort wieder beruhigt. Aber wachsam und auf der Hut bin ich in diesem unheimlichen Riesenlager eigentlich immer. Wo und bei wem ich die Jahre davor gelebt habe, weiß ich nicht; jedenfalls hat man man mir dort beigebracht, wie man manierlich an der Leine läuft. Allerdings lasse ich mich nur ungern anfassen – keine Angst, ich schnappe nicht zu, nur so recht genießen kann ich es nicht. Dafür verstehe ich mich blendend mit meinen Artgenossen. Ich teile meine Betonbox mit Annetta, und über eine nette Hundefreundin im neuen Zuhause würde ich mich echt freuen.


Vielleicht ist die Lösung für Dein und mein Problem ganz einfach: Dir fehlt ein guter Hund genauso wie mir eine gute Familie. Eine, die mich freundlich willkommen heißt und mich lehrt, das zu genießen, was ich zum täglichen Leben brauche: leckeres Fresschen, ein gemütliches Körbchen, Spaziergänge und einen Auslauf oder Ausguck im Garten, gelegentlich Gesellschaft von anderen Vierbeinern und ganz besonders Deine/Eure Liebe und Fürsorge.


Da ist noch eine Sache, die ich lieber verschweigen würde, aber es ist wohl besser, Du weißt darüber Bescheid: Ich habe Leishmaniose. Das ist so eine doofe Infektionskrankheit, die bei uns im Süden ziemlich oft vorkommt. Zwar lässt sie sich nicht heilen, aber gut behandeln und wenn du auf mich achtest, kann ich damit richtig alt werden.


Danke fürs Lesen und für Deine Hilfsbereitschaft, auch wenn Du selbst mich gerade nicht bei Dir aufnehmen kannst. Wir Hunde spüren trotzdem den guten Willen. Und wer weiß? Vielleicht hast Du ja einen Freund, der einen kennt, dessen Hund verstorben ist oder weißt jemanden, der jetzt Zeit hat in seinem Tag, dem nur noch die passende vierpfotige Begleitung fehlt. Dann wäre uns beiden geholfen!

Es grüßt, mit einem wackeren Wuff,

der Norgen

 

Tanja Roth

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Tanja.Roth@pro-canalba.eu

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Lebenslichter 28.07.2026, 21.12 | (0/0) Kommentare | PL

Havah - Der liebende Blick


Havah

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 01.2023

Schulterhöhe: 67 cm

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Seite! Welchen Grund hat es, dass Sie genau bei Havahs Foto aufmerksam wurden? Wir stellen hier soviele große, kleine, schwarze, weiße, alte und junge Hunde vor; und ausgerechnet bei unserer dreieinhalbjährigen Havah haben Sie Halt gemacht.

Um das zu ergründen, schauen wir uns doch gemeinsam an, was die Tierschützer uns über sie berichten konnten: Seit dem 23.09.2025 hat sich Havahs Leben grundlegend geändert. Wir wissen nicht, ob es vorher besser war, denn die Vorgeschichte der in diesem trostlosen, liebeleeren Hundelager Eingesperrten interessiert hier niemanden. Havah gehört immerhin zu den Glücklichen, deren Elend wir sichtbar machen und die wir vorstellen und vermitteln dürfen; denen wir einen Namen geben und für sie eine Brücke schlagen können zu der Welt, die all den anderen für immer unerreichbar bleibt.


Havah teilt sich ihre Box mit Jimmy und Dioneo und hat in ihnen zwei Verbündete gefunden, zwei Leidensfährten, zwei Wartendewie sie selbst.Ganz nebenbei stellt sie sich damit jeden Tag selbst das schönste Zeugnis aus: Havah ist verträglich.

Den Besuch der Tierschützer empfing sie zunächst mit vorsichtigem Erstaunen. Doch dieses wich schnell einer großen Freude, die sie nur kurz unterbrach, um sich ihre Streicheleinheiten abzuholen. An der Leine lief sie dann bereits erstaunlich ordentlich.

Kurzum: Havah ist noch unversehrt. Sie hat nicht resigniert. Sie trägt Vertrauen den Menschen gegenüber in ihrem Herzen und sucht ihre Nähe freundlich und offen.

Havah ist ein Hund für den liebenden Blick.

Ihr sanftes Wesen steckt in einem Körper, der am Beuteschema vieler Menschen vermutlich vorbeiziehen wird. Sie ist weder klein und handlich, noch trägt sie einen wuscheligen Pelz. Sie besitzt keine außergewöhnliche Fellzeichnung, und auch keine vermeintlich leicht erkennbare Rasse, von der manche glauben, den Charakter ableiten zu können. Aber bekanntlich liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters, und Havahs Besonderheit liegt woanders. Es ist ihr Blick.

Ein Blick, der mitten ins Herz treffen kann; der Freude, Mut, Zuversicht und Lebendigkeit ausdrückt. Noch. Heute.


Sie ist bereit, all das mit Ihnen zu teilen. Sie muss dafür nur gesehen werden – von Ihnen mit liebendem Auge. Öffnen Sie ihr die Kerkertür und entdecken Sie gemeinsam mit Havah (deren Name aus dem Hebräischen kommt und „die Lebende bedeutet) die Welt neu.

Nein, Sie müssen dafür nicht nach Italien reisen. Havahs Vermittlerin erklärt Ihnen sehr gern, wie diese wunderbare Hündin ihre Expedition in ein schönes, neues Leben antreten kann.

Vielleicht war es tatsächlich ihr Blick, der Sie auf dieser Seite hat verweilen lassen.


Daniela Koenemann

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Lebenslichter 23.07.2026, 16.00 | (0/0) Kommentare | PL

Elowen - Wenn Träume im Sonnenlicht verblassen


Elowen

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 03.2019

Schulterhöhe: 55 cm

Es ist tiefdunkle Nacht. Elowen rennt über satte, grüne Wiesen. Ihre Pfoten scheinen den Boden kaum zu berühren und bewegen sich gleichmäßig und wieselflink. Sie schnuppert die klare Luft, den Duft von Blumen und jault vor Freude auf.

Der Mond beleuchtet ihr friedliches schlafendes Gesicht und lächelt. Wenigstens dürfen die Hunde im Canile von einem besseren Leben träumen und im Schlaf ein paar Stunden lang glücklich sein. Woher mag Elowen wissen, wie die Welt da draußen sein kann - wurde sie doch schon als winzigesWelplein in das kalte, herzlose Hundegefängnis gesteckt? Hat sie nach fünfeinhalb Jahren in Gefangenschaft wirklich noch eine Erinnerung daran, wie sich Freiheit anfühlt? Vielleicht haben ihr auch andere Leidensgefährten davon erzählt? Sie teilt sich ihr Betonloch mit einem freundlichen Rüden, mit dem sie sich wunderbar versteht. Freundschaften sind in einem Hundelager überlebensnotwendig; denn in Einzelhaft, zu der leider viele Hunde willkürlich und völlig unbegründet verdammt sind, ist der triste Alltag praktisch nicht zu ertragen.



Wenn die lieben Tierschützer zu Besuch kommen, darf Elowen mit einigen anderen auserwählten Glückspilzen für ein paar Minuten mit auf die Wiese. Solche besonderen Augenblicke gibt es allerdings höchstens ein- bis zweimal im Jahr. Mehr erlaubt die Gefängnisleitung nicht, es könnte sonst zuviel von den unsäglichen Lebensbedingungen im Lager nach außen dringen.

Elowen hat ein helles Köpfchen. Sie ist äußerst gelehrig und hat sich beim letzten Mal genau gemerkt, was man ihr gezeigt hat: An der Leine zu laufen. Die netteTierschützerin lobt sie. Elowen ist immer ein bisschen schüchtern und ängstlich, wenn Menschen sich ihr nähern; aber das Lob tut ihr wohl. Noch um vieles besser und spannender sind allerdings die vielen unbekannten Gerüche. In dieser duftenden Bibliothek würde sie gern stundenlang stöbern; aber leider darf man hier nichts ausleihen und mit in die Zelle nehmen.



Die lange, entbehrungsreiche Zeit im Canile hat ihre Spuren bei Elowen hinterlassen. Sie wird von Hautentzündungen geplagt und hat verkrustete Stellen im Gesicht und an den Ohren. Ähnlich wie bei uns Menschen liegt die Ursache hierfür in dauerhaftem Stress, der im Hundelager ein ständiger Begleiter ist und vor dem es kein Entrinnen gibt; zu laut, zu schmutzig, zu eintönig, zu brutal, zu miserable Verpflegung, zu harter Boden, zu beengter Raum, zu wenig bis keine tierärztliche Betreuung, zu aussichtslos. Einzig ihre Träume von einem schöneren Leben und die Hoffnung – falls Hunde hoffen können – dass diese Träume sich irgendwann erfüllen, helfen ihr, an diesem düsteren Ort auszuhalten und sich nicht aufzugeben.


Möchten vielleicht gerade Sie die Träume unserer Elowen wahr werden lassen und unserer Überlebenskünstlerin ein Leben schenken, welches diesen Namen auch verdient? Bevor der Mond wieder hinter den Wolken verschwindet, leuchtet er noch einmal ganz hell über die Kontaktdaten von Elowens freundlicher Vermittlerin. Es liegt nun bei Ihnen, das Schicksal dieser sanften, zarten Hündin endlich zum Guten zu wenden. Vielen, lieben Dank!

 

Simone Leitenbauer

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Lebenslichter 11.07.2026, 21.11 | (0/0) Kommentare | PL

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Worum es geht:



Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.









"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP


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MEIN LEITSPRUCH:


Sei dankbar für das Gute in deinem Leben 

und denke auch ans Teilen


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Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt

allen Tierseelen der Welt.



Über mich

Geboren vor 71 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.


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"Wenn du mit den Tieren sprichst,
werden sie mit dir sprechen,
und ihr werdet euch kennenlernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,
dann werdet ihr euch nie kennenlernen.
Was du nicht kennst, fürchtest du.
Was du fürchtest, zerstörst du."

~Häuptling Dan George~

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