Tag: lieb

Arelio
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.2020
Schulterhöhe: 45 cm
Manchmal erzählen Hunde ihre Geschichte, ohne dass sie einen einzigen Laut von sich geben. Bei Arelio genügt ein Blick auf sein zotteliges Fell, seine viel zu langen Krallen und sein vorsichtiges Wesen, um zu ahnen, dass sein bisheriges Dasein alles andere als glücklich gewesen sein kann.
In vielen Ländern hat der Tierschutz noch immer einen schweren Stand. Selbst dort, wo Gesetze die Tiere schützen sollen, bleibt oft viel zu viel Spielraum. Bis ein Hund behördlich beschlagnahmt wird, muss deshalb meist schon sehr viel geschehen sein. Für den kleinen Rüden Arelio und seine Freundin Alenya war genau das die traurige Wirklichkeit. Die näheren Einzelheiten kennen wir nicht. Laut den mit uns befreundeten Tierschützern wurden die beiden Hunde in ihrem früheren „Zuhause jedoch misshandelt.

Ob mit Arelio und Alenya damals unterschiedlich umgegangen wurde, wissen wir nicht. Gezeichnet von ihrer Vergangenheit sind sie beide. Umso mehr verwundert es, dass Arelio sich Menschen gegenüber so offen zeigt. Als die Tierschützer die beiden Ende Juni 2026 zum ersten Mal besuchen durften, lernten sie einen freundlichen, zutraulichen und anhänglichen kleinen Kerl kennen. Arelio suchte zaghaft den Kontakt – nicht aufdringlich, sondern sanft und beinahe schüchtern. Fast schien es, als wolle er sagen: „Bitte, bitte, nehmt mich mit!
Während seine Vergangenheit in seinem Benehmen nur wenige sichtbare Spuren hinterlassen hat, erzählt sein Äußeres eine andere Geschichte. Sein struppiges Fell, die offenbar noch nie beschnittenen Krallen, Zahnstein und etliche fehlende Zähne zeugen davon, dass sich lange Zeit niemand um ihn gekümmert hat. Außerdem wurden Herzgeräusche festgestellt, deren Ursache derzeit noch abgeklärt wird.
Trotz allem hat Arelio sich seine Liebe zu uns Zweibeinern bewahrt. Und genau deshalb hoffen wir von Herzen, dass es irgendwo diesen einen Menschen gibt, der sein Leben mit ihm teilen möchte: Mit einem kleinen Rüden im besten Alter – Arelio ist schätzungsweise sechseinhalb Jahre alt (Stand Juli 2026) – dessen sehnlichster Wunsch es ist, endlich dazuzugehören. Als geliebtes Familienmitglied, ganz gleich, wie groß seine Menschenfamilie sein wird. Als ein Hund, der vermutlich zum ersten Mal erfahren darf, was Geborgenheit bedeutet.

Vielleicht wird Arelio in seinem neuen Zuhause die Welt ganz neu entdecken. Gemeinsame Spaziergänge, auch bei Wind und Wetter. Ein weiches Körbchen. Abends miteinander auf dem Sofa kuscheln. Jeden Tag ein gut gefüllter Napf und hin und wieder ein Leckerli. Wahrscheinlich würde er für Letzteres mit Begeisterung neue Kommandos lernen, stubenrein werden und seine(n) Menschen mit diesem besonderen Blick ansehen, den nur Hunde schenken können, die trotz allem nie aufgehört haben zu vertrauen.
Wenn Sie sich vorstellen können, Arelio auf diesem Weg zu begleiten, dann brauchen Sie besonders am Anfang viel Zeit, Geduld und Verständnis für einen Hund mit traurigem Vorleben - vor allem aber Liebe und immer wieder Liebe.
Arelio und Alenya sind seit dem 12. Juni 2026 in einem der schrecklichsten uns bekannten Hundegefängnisse eingesperrt. Ob das Canile für die beiden eine weitere Verschlechterung ihrer ohnehin schon katastrophalen Lebensumstände bedeutet oder trotz allem sogar eine geringfügige Verbesserung gegenüber ihrem früheren Leben, vermögen wir nicht zu beurteilen. Der Gedanke allein erschüttert.

Letztlich ist jedoch nur eines entscheidend: Arelio und Alenya sollen dieses Hundegefängnis so schnell wie möglich wieder verlassen dürfen, um endlich ein echtes Zuhause zu finden – diesmal eines für immer.
Die beiden müssen dabei nicht unbedingt gemeinsam vermittelt werden. Da Arelio allerdings vermutlich sein ganzes Leben mit Alenya zusammen war und die Gesellschaft anderer Hunde kennt, würde ihm ein freundlicher, souveräner Ersthund den Start in sein neues Leben sicher erleichtern; das ist aber keinesfalls ein Muss.
Und nun die alles entscheidende Frage: Möchten und können Sie dem netten Arelio endlich das schenken, wonach er sich wohl sein ganzes Leben gesehnt hat – ein richtiges Zuhause?
Dann zögern Sie bitte nicht und melden Sie sich bei seiner Vermittlerin. Vielleicht beginnt genau mit Ihrem Anruf für diesen liebenswerten, kleinen Strubbel das glückliche Dasein, das er schon so lange verdient.
Sabine Wojtok
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172-83 49 335
aus dem Ausland:
+49172-83 49 335
per EMail:
Lebenslichter 14.10.2026, 20.40 | (0/0) Kommentare | PL

Alvis
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 10.08.2022
Schulterhöhe: 60 cm
Dezember 2022: Alvis und seine Schwestern Adrianne, Alof und Annelene kamen mit gerade einmal 4 Wochen (!) in das grausamste, uns bekannte italienische Hundelager. Wo die vier Kleinen vorher waren, wie sie in die Hundehölle kamen und was aus ihrer Mama wurde, wissen wir nicht. Jedoch gibt es für Hundekinder keinen schrecklicheren Platz, um dort aufwachsen zu müssen.

Die mit uns befreundeten Tierschützer durften das Hundegefängnis eine Woche vor
Weihnachten überraschend noch einmal besuchen. Wir möchten den Mitgliedern der
italienischen Organisation "ALFA - Associazione Love For Animals" unsere größte
Hochachtung aussprechen. Für tierliebende Menschen bedeutet es jedesmal einen
seelischen Kraftakt, diese Hölle auf Erden zu betreten in der Gewissheit, nur
den allerwenigsten helfen zu können und dass lediglich eine Handvoll glücklicher
Hunde diesen gottlosen Ort jemals wieder lebend verlassen wird.

Aber an diesem trüben Sonnabend vor Weihnachten haben sich unsere Freunde erneut der Ungerechtigkeit und den tierquälerischen Zuständen in dieserer Hundeverwahranstalt gestellt und die vier kleinen Welpen entdeckt. Vielleicht war es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die Dreikäsehochs; denn der kurzeBesuch von lieben Menschen bedeutete nicht nur eine Abwechslung in ihrem trostlosen Zwingeralltag: Sie bekommen bei uns nun eine Bühne, die die ihnen die Eintrittskarte in die Freiheit sichern wird - das hoffen wir jedenfalls inbrünstig.

Die Tierschützer beschreiben die Geschwister als freundlich, verspielt und den Menschen gegenüber aufgeschlossen. Vermutlich werden sie eine mittlere Größe erreichen.

Und heute? Alvis war noch ein Baby, als man ihn gnadenlos in einen Kerker warf, in dem kein Hund jemals landen dürfte. Von da an gab es für ihn harten Beton anstatt weicher Wiese, Einsamkeit und Kälte anstatt Geborgenheit und Wärme, Angst anstelle von Sicherheit. Seinen drei Geschwistern war das Schicksal gnädig. Sie wurden gesehen und gerettet, sie durften die freudlose Vergangenheit hinter sich lassen und anfangen zu leben.

Alvis blieb als einziger zurück. Vielleicht war er nur zu schüchtern, um jemandem aufzufallen. Denn statt laut bellend auf sich aufmerksam zu machen, fiept er nur leise, wenn ab und zu einmal Menschen vorbeikommen. Und er hofft noch immer, dass irgendjemand auch ihn liebgewinnen und mitnehmen wird.

Heute ist Alvis kein Baby mehr, sondern ein junger Hund, dassen Seele viel zu
früh lernen musste, wie sich Einsamkeit und Sehnsucht anfühlen. Er hat so viel
verpasst und so viel verloren. Trotzdem hat er sich seinen Glauben an die
Menschen bewahrt und die Hoffnung, dass da draußen jemand ist, der nicht
an ihm vorbeisieht.


Bitte, sehen Sie ihn. Er ist bereit, das Leben zu lernen und möchte nur allzu
gern ankommen, vertrauen, rennen, schlafen dürfen ohne Angst. Und er möchte
jemandes bester Freund sein. Deshalb bitten wir hier und heute für ihn - für
Alvis, der immer noch wartet, nachdem alle anderen längst gegangen sind.
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Lebenslichter 13.10.2026, 17.07 | (0/0) Kommentare | PL

Chucky
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: ca.02.2018
Schulterhöhe: 48 cm
Einst lebte der Süße bei einem Mann, der ihn solange quälte und misshandelte, bis Nachbarn irgendwann endlich die Polizei riefen. Chucky kam in ein Canile - eines der furchtbaren italienischen Hundelager. Von dort wurde er wahllos an einen neuen Besitzer vermittelt, um von diesem bereits nach kurzer Zeit an jemanden weitergegeben zu werden, der sich weder um Chucky noch um dessen Gesundheit kümmerte. Dabei wäre das zwingend notwenig gewesen; denn die Schläge und Tritte, die der kleine Kerl jahrelang über sich ergehen lassen musste, waren nicht ohne Folgen geblieben. Chucky hat schwere Leberprobleme, verbunden mit einer Bauchwassersucht und wir hoffen, dass sein Herz nicht ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse stehen noch aus. Irgendwann in seinem Leben hat sich Chucky dann auch mit Leishmaniose infiziert, aber die inzwischen eingeleitete Behandlung schlägt sehr gut an.

Unser Chucky ist ein armes, krankes Häschen, das von seinem letzten Besitzer schlussendlich zu einer Tierschützerin gebracht wurde, als dieser Italien verließ und Chucky nicht mitnehmen wollte. Mit den Worten „Lasst ihn einschläfern! übergab er seinen kranken Hund und ging. Das erscheint und ist auch herzlos, in Italien jedoch die ganz große Ausnahme. Dort werden Hunde, die man nicht mehr braucht oder will, in der Regel erschlagen oder ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen.

Chucky erfährt gerade, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben, wie es sich
anfühlt, umsorgt zu werden. Er frisst mit gutem Appetit und verhält sich wie
ein glücklicher, kleiner Hund. Mit seinen Artgenossen - Hündinnen und Rüden -
versteht er sich wunderbar und auch die kleinen Stubentiger haben von ihm
nichts zu befürchten. Wir tun, was in unserer Macht steht, um es ihm so schön
wie möglich zu machen. Dennoch sollte Chucky nicht in einem Tierheim leben, in welchem
bei aller Aufopferung doch nie genügend Zeit für jeden einzelnen Hund bleibt.
Der kleine Schatz sollte bei gutherzigen Menschen leben, die ihm Geborgenheit und
all die Liebe schenken, die er bisher so schmerzlich entbehren musste.
Darüber hinaus werden Folgeuntersuchungen und -behandlungen notwenig sein, auch
wenn vieles jetzt schon getan wurde und wird, um Chuckys Gesundheit so weit wie
möglich wiederherzustellen. Und so suchen wir verständnisvolle und großherzige Menschen,
die sich dies auch leisten können und möchten – damit aus dem armen, kranken
Häschen endlich der fröhliche, anhängliche Hundebub werden kann, der er seinem
Wesen nach ist.

Bitte, wenn es passt und Sie unseren lieben Chucky gern bei sich aufnehmen möchten,
dann melden Sie sich bei seiner Vermittlerin. Wir danken Ihnen sehr.
Sabine Wojtok
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172-83 49 335
aus dem Ausland:
+49172-83 49 335
per EMail:
Lebenslichter 12.10.2026, 20.21 | (0/0) Kommentare | PL

Archie
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01.03.2022
Schulterhöhe: 66 cm
Vier Jahre. So lange wartet Archie nun schon darauf, dass jemand ihn entdeckt.
Als er gerade dem Welpenalter entwachsen war, wurde er gemeinsam mit seiner Schwester Aviella ins Canile abgeschoben. Eine Zeit, in der junge Hunde eigentlich ihre Welt erkunden, Eindrücke sammeln und lernen sollten, dem Leben zu vertrauen. Archie bekam stattdessen Betonboden, Zwingergitter und kaum Kontakt zu Menschen.

Damals kam er zudem in schlechtem Zustand ins Canile: voller Flöhe und mit einer großflächigen Dermatitis. Heute geht es ihm glücklicherweise wesentlich besser.
Doch die Jahre hinter Gittern haben Spuren hinterlassen. Archie kann in einer neuen Umgebung zunächst vorsichtig und verunsichert sein. Schließlich ist ihm fast alles fremd, was für andere Hunde selbstverständlich ist. Gras unter den Pfoten, ein eigenes Körbchen, Spaziergänge, ein Mensch, der morgens wiederkommt – all das hat er nie kennengelernt.

Aber trotz seiner langen Wartezeit hat Archie etwas ganz Wichtiges nicht verlernt: Vertrauen.
Heute wird er als freundlicher, geselliger und selbstbewusster Hund beschrieben. Er lässt sich gut anfassen und inzwischen auch intensiver untersuchen oder versorgen. Mit anderen Hunden kommt er zurecht, er lebt mit Rüden und Hündinnen zusammen und auch an der Leine macht er seine Sache gut.

Wenn die Tierschützer kommen, ist Archie anfangs manchmal noch etwas vorsichtig. Doch wenn er merkt, dass jemand freundlich zu ihm ist, taut er auf und sucht von sich aus den Kontakt. Dann zeigt sich auch seine fröhliche Seite.
Und vielleicht würde Archie selbst heute sagen:
"Warum will mich eigentlich niemand liebhaben?"
"So oft habe ich mich schon gezeigt. Ich habe mein Herz wie ein Fenster im Regen geöffnet, aber die Zeit rinnt weiter, und niemand sieht mich. Niemand möchte mein Freund sein.

Ganz ehrlich: Manchmal fühlt es sich an, als wäre mein ganzes Leben ein einziger, endloser Regentag. Das Glück scheint draußen zu warten, während ich drinnenbleibe. Und die Hoffnung ist nur ein kleiner Lichtstrahl, der sich manchmal durch die Wolken kämpft.
Wenn die Tierschützer kommen, bin ich zunächst still und vorsichtig. Aber sobald ich merke, dass jemand Wärme mitbringt, öffne ich langsam mein Herz. Dann zeige ich, wie viel Lebensfreude in mir steckt.

Ich möchte so gern mit dir hinausgehen in den Sonnenschein. Ich möchte die Nässe abschütteln und endlich erfahren, wie sich ein richtiges Hundeleben anfühlt.
Ich kann sogar richtig lustig sein – frag Manuela. Mit ihr habe ich schon einmal Hundetanz gemacht. Für einen kleinen Moment wurde aus dem Prasseln ein fröhlicher Rhythmus.

Ich bin bereit, den alten Regen hinter mir zu lassen.
Ich bin doch da. Ich warte noch immer. Ich habe mich nicht versteckt. Ich habe nicht aufgegeben. Ich bin nur immer noch hier.
Hol mich hier raus. Ich warte auf dich."
Und tatsächlich: Archie ist immer noch hier. Wir haben ihn schon so oft gezeigt und von ihm erzählt. Andere Hunde haben inzwischen ihre Koffer gepackt und sind in ein neues Leben gereist. Archie blieb zurück.
Wie oft kann man von einem Hund erzählen, bevor niemand mehr seine Geschichte hören möchte? Wie oft kann man schreiben: Er wartet noch?

Archie ist kein schwieriger Hund und er trägt auch kein großes Geheimnis mit sich herum. Er braucht einfach etwas Zeit, wenn sich seine Welt verändert. Er braucht Menschen, die ihm zeigen, dass er ihnen vertrauen kann. Und dann wird er seinen Weg gehen.
Vier Jahre seines Lebens hat Archie hinter Zwingergittern verbracht. Er hat lange genug gewartet. Viel zu lange.

Wir möchten im nächsten Jahr nicht wieder schreiben müssen, dass Archie immer noch dort sitzt und auf seinen Menschen wartet. Wir möchten ihm endlich zeigen, wie sich ein richtiges Zuhause anfühlt. Dafür brauchen wir Sie.
„Komm, Archie. Du hast lange genug gewartet.
Vielleicht ist es diesmal wirklich soweit.
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Daniela.Koenemann@pro-canalba.eu
Lebenslichter 04.10.2026, 17.22 | (0/0) Kommentare | PL

Baldovino
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 09/2015
Schulterhöhe: 59 cm
September 2026: Als Baldovino vor drei Jahren ins Lager kam, trug er noch Hoffnung im Herzen. Offen und voller Vertrauen begegnete er den Menschen, sog jede Aufmerksamkeit förmlich auf, als wolle er all die versäumte Zuneigung seines bisherigen Lebens in wenigen Momenten nachholen.

Doch die Zeit hat Baldovino verändert. Der einst lebensfrohe, aufgeschlossene Rüde ist ruhiger geworden. Er lässt sich weiterhin anfassen und gut handhaben, nimmt den Kontakt zu Menschen an, sucht aber kaum noch von sich aus ihre Nähe. Die stürmische Begeisterung, mit der er früher auf Menschen zuging, ist einer vorsichtigen Zurückhaltung gewichen.

Draußen dagegen scheint noch etwas von seiner alten Neugier lebendig zu sein. Jede Bewegung, jeder neue Geruch zieht seine Aufmerksamkeit auf sich; vielleicht, weil es dort wenigstens ein wenig Abwechslung in seinem ansonsten eintönigen Alltag gibt.
Drei Jahre in Beton und hinter Gittern lassen keinen Hund unberührt. Stück für Stück gehen Unbeschwertheit und Lebensfreude verloren, wenn jeder neue Tag dem vorherigen gleicht.

Heute lebt Baldovino abgesondert in einer Einzelbox. Anfangs teilte er sich seine Zelle noch mit weiteren Artgenossen; doch der andauernde Stress, das Bellen, die Enge und der ewige Lärm haben ihn zermürbt. Wenn er andere Hunde nur sieht, wird er unruhig, seine Nerven liegen blank. Tag für Tag derselbe Ausblick, dieselben Gerüche, dieselbe Einsamkeit – ein Leben im Kreis, geprägt vom Warten.
So zieht sich Baldovino immer mehr zurück. Die Hoffnung in seinen bernsteinfarbenen Augen ist leiser geworden. Wer ihn heute sieht, der erahnt, wie viel von seiner einstigen Lebensfreude ihn die vergangenen drei Jahre gekostet haben.

Vielleicht gehörte Baldovino tatsächlich einmal zu einer Familie. Denn lieb, anhänglich und voller Vertrauen zu Menschen war er, als die Tierschützer ihn im November 2023 kennenlernen durften. Auf ihren unerwarteten Besuch reagierte er mit überschwänglicher Freude. Auch an der Leine konnte er bereits sehr gut gehen. Außerdem kam Baldovino erst mit acht Jahren in ein Canile. Vieles spricht also dafür, dass er früher einmal bei Menschen gelebt hat.
Aber unter uns gesagt: Wer seinen achtjährigen Rüden in ein Hundegefängnis steckt, hat das Prädikat Familie nicht verdient. Doch das ist eine andere Geschichte.
Diejenige, die jetzt für Baldovino geschrieben werden könnte, wäre diese hier: Ein eigenes Zuhause, endlich dazugehören, verlässliche Menschen, Ruhe und die Gewissheit, nicht wieder verloren zu gehen.

Sein Name bedeutet übrigens mutiger, tapferer oder kühner Freund. Und unser lieber, großer Baldovino wäre bestimmt nicht nur das, sondern auch ein treuer Begleiter seiner Lieblingsmenschen – wenn er sie nur endlich haben dürfte.
Trotz allem ist er ein stolzer, schöner Hund geblieben. Die Jahre im Lager haben ihn leiser gemacht, seine Hoffnung vorsichtiger, seine Freude verhaltener. Aber sie haben den mutigen Freund in ihm nicht ausgelöscht und es braucht gar nicht so viel, um ihn wieder hervorzulocken: Nur ein wenig Verständnis, Geduld und natürlich viel Liebe, damit er spürt, dass sein Leben noch nicht zu Ende ist.

Baldovino läuft die Zeit davon. Doch vielleicht ist ja da draußen jemand, der ihm gerade noch früh genug zeigt, dass er nicht vergessen wurde.
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Daniela.Koenemann@pro-canalba.eu
https://www.pro-canalba.eu/warum-italien/Lebenslichter 01.10.2026, 21.14 | (0/0) Kommentare | PL

Rafeed
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 09/2021
Schulterhöhe: 43 cm
Oktober 2025 Rafeeds Blick wirkt noch immer ungläubig, als suche er verzweifelt eine Antwort auf die Frage: „Wo bin ich denn hier gelandet? Kein Wunder, denn unser hübscher, etwa vierjähriger Rüde sitzt erst seit Ende August 2025 in einem dieser großen, lauten und schrecklichen Hundegefängnisse.
Wie bei den meisten unserer Schützlinge kennen wir auch Rafeeds Vorgeschichte nicht. Im Gegensatz zu vielen anderen glauben wir allerdings, dass er noch vor gar nicht so langer Zeit ein Zuhause gehabt haben könnte. Sein schwarz schimmerndes Fell ist gepflegt, er wirkt gesund und gut versorgt, begegnet Menschen und Hunden freundlich und läuft ganz selbstverständlich an der Leine.

Dieser Eindruck wird auch durch den Bericht unserer Tierschützer bestätigt. Rafeed sei ein sehr lieber, gutmütiger Hund, der seinen Zwinger friedlich mit Rüden und Hündinnen teile. Anfangs habe er sich den fremden Besuchern gegenüber noch etwas zurückhaltend gezeigt. Doch schon nach kurzer Zeit habe die Neugier über die Vorsicht gesiegt. Er ließ sich streicheln und suchte vorsichtig den Kontakt. Die Tierschützer beschreiben ihn als ausgesprochen freundlichen und unkomplizierten Hund.
Mit seinen vier Jahren ist Rafeed im besten Hundealter: jung genug für spannende gemeinsame Erlebnisse, gleichzeitig aber längst kein ungestümer Halbstarker mehr. Dank seiner angenehmen Größe dürfte er sich problemlos in viele Lebenssituationen einfügen – ob bei Ausflügen, im Urlaub, oder sogar im Büro.

Vielleicht haben Sie beim zweiten Blick auf Rafeeds Fotos - außer seinen warmen, kastanienbraunen Augen und den kleinen weißen Zehen an seinen linken Pfoten - noch etwas entdeckt: die weiße Fellzeichnung auf seiner Brust. Mit etwas Fantasie erinnert sie an einen kleinen asiatischen Drachen, ein Symbol für Glück und Stärke. Möge dieser kleine Drache gut über Rafeed wachen. Glück und Schutz braucht er im Moment mehr denn je.
Möglicherweise sind gerade Sie der Mensch, auf den Rafeed wartet: Jemand, der ihm zeigt, dass sein Leben nicht hinter Gittern enden muss; der ihm Zeit gibt, in Ruhe anzukommen, alles kennenzulernen und Vertrauen zu fassen. Denn auch ein so freundlicher Hund wie Rafeed braucht nach seiner langen Reise und den Erfahrungen im Lager zunächst etwas Geduld und Verständnis. Dafür schenkt er Ihnen hoffentlich viele gemeinsame Jahre voller kleiner und großer Abenteuer.

Juli 2026 Als wir Rafeed das erste Mal in die Augen blickten, schien sein Blick nur eine einzige Frage zu kennen: „Wo bin ich hier gelandet? Damals wussten wir die Antwort. Er noch nicht.
Heute ist das anders. Heute weiß Rafeed vermutlich ganz genau, wo er ist und es gibt wohl kaum einen traurigeren Gedanken. Denn Hunde gewöhnen sich an fast alles. Selbst an Dinge, an die sich niemand gewöhnen sollte. An nackten Beton unter den Pfoten, an Gitter statt Türen. An den Lärm von Hunderten anderer Hunde, der nie ganz verstummt. An Tage, die alle gleich aussehen und an Menschen, die kommen, kurz stehen bleiben und ohne ein freundliches Wort wieder fortgehen.

Irgendwann wird selbst das Unvorstellbare zum Alltag. Genau davor haben wir immer Angst. Nicht nur davor, dass ein Hund in ein solches Lager kommt: sondern auch davor, dass er es irgendwann aufgibt, auf seine Freiheit zu warten. Dass er nicht mehr bei jedem Geräusch aufblickt, nicht mehr nach vorne kommt, weil er nicht mehr glaubt, dass einer der Menschen am Gitter vielleicht seinetwegen da sein könnte.

Doch so weit ist es bei Rafeed noch nicht. Noch kommt er nach vorne, wenn unsere Tierschützer ihn besuchen dürfen. Erst beobachtet er einen Augenblick; dann siegt seine Neugier über die Vorsicht und er wagt sich näher - ruhig, offen und ohne sich aufzudrängen. Fast so, als würde er jedes Mal all seinen Mut zusammensammeln und fragen: „Bist du vielleicht meinetwegen hier?

Und doch gehen auch die seltenen Besuche unserer Tierschützer irgendwann zu Ende.Das Tor schließt sich hinter ihnen und Rafeed bleibt zurück. Wieder einmal war niemand seinetwegen gekommen. Und wieder muss seine Hoffnung bis zum nächsten Besuch reichen.

Möglicherweise ist seine Fellfarbe schuld daran, dass Rafeed bisher kein Glück hatte. Schwarze Hunde werden besonders häufig übersehen. Nicht, weil ihnen etwas fehlt, sondern weil unser Blick oft zuerst an dem hängen bleibt, was heller oder auffälliger erscheint. Während andere Hunde gesehen werden und ausreisen dürfen, bleiben die Schwarzen oftmals über Jahre zurück.
Dabei müsste man bei Rafeed nur einen Moment länger hinsehen. Dann sähe man nicht zuerst einen schwarzen Hund, sondern einen freundlichen, umgänglichen Rüden, der einträchtig mit männlichen und weiblichen Artgenossen zusammenlebt. Einen Hund, der sich sogar mit Katzen versteht, entspannt an der Leine läuft und die Nähe zu Menschen sucht.

Sollte Rafeed eines Tages nach seiner langen Reise aus dem Transporter steigen – müde, verunsichert und noch ohne zu wissen, was nun geschieht &ndas;, wären Sie dann der Mensch, der vor ihm steht? Der Mensch, bei dem seine Antwort auf „Wo bin ich hier gelandet? zum ersten Mal lauten darf: „Endlich zu Hause.

Falls Sie Rafeed dieses Zuhause schenken möchten, aber noch Fragen haben oder unsicher sind, rufen Sie gern seine Vermittlerin an. Sie kennt ihn und seine Geschichte, berät Sie ehrlich und hilft Ihnen dabei herauszufinden, ob Sie beide genau das Team sind, auf das jeder von Ihnen schon so lange wartet. Dann bliebe Rafeed ein weiterer harter Winter hinter Gittern auf eisigem Beton erspart. Dafür schon jetzt vielen, lieben Dank!
Tanja Roth
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0173 - 67 31 030
aus dem Ausland:
+49173 - 67 31 030
per EMail:
Tanja.Roth@pro-canalba.euLebenslichter 11.09.2026, 20.01 | (0/0) Kommentare | PL

Haribo
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren:12.2018
Schulterhöhe: 40 cm






Nun wartet das Märchen vom kleinen Hund Haribo noch auf sein glückliches Ende; mit einem Menschen, der ihn nicht wieder ankettet, ihm aber das Vertrauen zurückgibt und seine Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit stillt.

Möchten Sie dieser Mensch, diese Familie für unseren Haribo sein? Dann melden Sie sich bitte möglichst schnell bei seiner Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!
Sabine Wojtok
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0172-83 49 335
aus dem Ausland:
+49172-83 49 335
per EMail:
https://www.pro-canalba.eu/Lebenslichter 11.09.2026, 20.01 | (0/0) Kommentare | PL

BEN
Rüde
geb. 2014
55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
freundlich und lieb zu Menschen,
bei Fremden anfangs ein bisschen schüchtern
verträgt sich gut mit Hündinnen,
bei Rüden entscheidet die gegenseitige Sympathie
läuft gut an der Leine
möchte so gern ein Für-immer-Körbchen sein Eigen nennen
Werde ich mein Leben irgendwann in Gefangenschaft beenden?
Schon als winziger, unschuldiger Welpe musstest du mit
deinen Geschwistern Saffron un GabrialBen in das riesengroße, unheimliche
Moskauer Hundeasyl Kozhuhovo einziehen. In all den Jahren hatte nur Gabrial das
Glück, ein eigenes Zuhause zu finden. Ihr zwei, du und Saffron, wartet bis
heute vergeblich darauf. Auch euch blieb der Umzug in das noch viel
gruseligere, tierunwürdigere Shelter Malinki – weit ab von der Zivilisation und
für die Freiwilligen nur unter großen Mühen erreichbar - nicht erspart.
Heute bist du nicht mehr jung. Es gibt Bilder von dir,
auf denen die Spuren der Gefangenschaft, in welcher du dein Leben lang
ausharrern musstest und immer noch musst, deutlich erkennbar sind. Durch den
Mangel an regelmäßiger Bewegung haben deine Muskeln abgebaut, minderwertiges,
nährstoffarmes Futter war dein ständiger Wegbegleiter und lässt dein so schönes
Fell manchmal glanzlos und stumpf erscheinen.

Aber noch immer bist du ein fröhlicher, verspielter
Hund, der es liebt einem Ball hinterher zu sausen, wenn sich die viel zu seltene
Gelegenheit dazu bietet. Dann vergisst du die traurigen Umstände, unter denen du
dein Dasein fristen musst; dann hast du Spass und fühlst dich für einen kurzen,
seligen Augenblick glücklich und frei.
Diese hellen Momente in deinem sonst so trostlosen Leben sind rar und auch nur möglich, weil sich sehr engagierte, tierliebe Menschen ehrenamtlich in ihrer Freizeit um euch Hunde im Shelter kümmern. Die russischen Betreuer bemühen sich aufopfernd um euch, bringen euch ab und zu leckeres Dosenfutter mit, wenn ihr eigener Geldbeutel es erlaubt, befreien euch für eine Stunde aus euren winzigen, unbequemen aus Ziegeln gemauerten Zwingern und schenken euch soviel Zuwendung und Aufmerksamkeit, wie es in der Kürze der Zeit und bei der Menge an Hunden nur geht.

Und immer ist es viel zu wenig von allem: Zu wenig Liebe.
Zu wenig Aufmerksamkeit. Zu wenig Bewegung. Zu wenig spazierengehen. Zu wenig
Spiel. Und ganz besonders zu wenig Freiheit. Du erträgst dies alles, weil dir
nichts weiter übrigbleibt, du kennst es ja auch nicht anders.
Doch natürlich wünschen wir uns für dich wie für
möglichst viele der dreitausend anderen Vergessenen ein besseres Leben. Darum
suchen wir nun die Nadel im Heuhaufen: Ein Zuhause, in dem man versteht, dass
du vor allem Geduld und Verständnis brauchst, um dich in einem normalen
Hundeleben zurechtzufinden; denn schließlich kennst du bisher nichts weiter als
Mauern, Gitterstäbe, Hunger, Lärm und Angst.
Vielleicht möchten Sie ja dem freundlichen, junggebliebenen Ben gern zeigen, was es heißt, geliebt, geborgen und frei zu sein – so frei, wie es einem Hund in unserem Land erlaubt ist? Dann melden Sie sich bitte bei uns. Vielen lieben Dank!

Die Vermittlung und Ausreise erfolgen über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Ben beim seltenen Ballspiel im Shelter Malinki (mit
seiner Betreuerin und Saffron):
Ben mit seinen Geschwistern Gabrial und Saffron vor
den Zwingerreihen damals in Kozhuhovo:
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
E-Mail: Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 27.07.2024, 20.33 | (0/0) Kommentare | PL

BRITNEY
Hündin
50 cm Schulterhöhe
geb. ca. Mai 2014
Zwingernummer: A 7
geimpft, gechipt, kastriert
Wäre Britney gefragt worden, so hätte sie sicher darum gebeten, lieber nicht in eine Welt hineingeboren zu werden, in der es für Hunde wie sie praktisch keine Chance gibt.
Sie und ihre Schwester Jenny kamen bereits als zuckersüße Welpen in das molochartige Shelter Kozhuhovo. Seitdem fristen sie dort mit 3000 weiteren Leidensgenossen ihr trauriges Dasein, denn in Russland selbst ist es fast aussichtslos, für sie ein schönes Zuhause zu finden.

Britney kann nur noch hoffen – dass sie in der unübersehbaren Masse an Hunden nicht sang- und klanglos untergeht; dass es irgendwo in der Welt einen Menschen für sie gibt, der sie sieht und ihr eine Heimat schenken will.
Anders als ihre Schwester hat Britney sich nicht zu einer starken, selbstsicheren Hündin entwickelt. Zwar freut sie sich über die wöchentlichen Besucher der Betreuer, die ihr wenigstens etwas Abwechslung und Ansprache bieten. Sie hat wohl auch zu dem einen oder anderen von ihnen Vertrauen gefasst, aber ihre Ängstlichkeit und Schüchternheit hat sie bis heute nicht völlig ablegen können. Viel zu selten hat sie ja Kontakt zu den Menschen und viel zu kurz ist jedes Mal die Zeit, die sie in ihrer Gesellschaft verbringen darf.

Britney fällt das Leben im Shelter furchtbar schwer. Sie leidet unter der ständigen Einsamkeit, Langeweile und Isolation. Was ihr fehlt, sind Geborgenheit, Sicherheit und Liebe an der Seite ihres eigenen Menschen, ihrer eigenen Familie. Sie braucht dringend ein Zuhause in dem sie in Ruhe ankommen, sich behütet fühlen und glücklich alt werden darf.

Ein freundlicher,
souveräner Hundekumpel im neuen Zuhause wäre für Britney eine große Hilfe, um
alles das zu lernen, was ein Hund so kann und darf. Denn bisher kennt sie kaum
etwas anderes, als das Laufen an der Leine und das Zusammenleben mit
Artgenossen. Aber sie ist äußerst lieb, lernwillig und bereift schnell, was man
von ihr möchte. Wenn man ihr nur ein wenig Zeit lässt, um sich zurechtzufinden
und geduldig mit ihr übt, wird sie sich schon bald zu einer wundervollen
Familienhündin und treuen Begleiterin entwickeln!

https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde(Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos(Ulrike Worringer)
Lebenslichter 27.07.2024, 20.33 | (0/0) Kommentare | PL
TIMON
Rüde
geb. 2012
55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
Für-immer-Zuhause gesucht
Wenn Dir das Liebste genommen wird, wenn Dein Herz gebrochen ist, wenn die andere Hälfte Deiner Seele von Dir gegangen ist - wie wolltest Du weiterleben?
Die Augen sind das Tor zur Seele,
und Timons Augen mussten das Schlimmste mitansehen.
Timon hat es im Leben bisher nie leicht gehabt. Als unschuldiger Welpe kam er im Jahr 2012 zusammen mit seiner Schwester Mona ins Shelter Kozhuhovo. Das Leben an diesem Ort ist für Hundekinder, wie für erwachsene Hunde, gnadenlos und unerbittlich; doch Timon und Mona hatten einander, sie waren ein Herz und eine Seele und gaben sich gegenseitig Halt.
Auch äußerlich glichen sich die
Zwei; sie hatten in etwa die gleiche Statur und wunderschönes, schokoladenbraunes
Fell. Mona war die quirligere von beiden, sie lief stets voran und Timon folgte
ihr. Er war der Besonnenere und gab auf seine Schwester acht. Gleich einem
Schatten traf man ihn überall da an, wo Mona war. Sie gehörten zusammen, wie
die zwei Seiten einer Medaille.
Lange und schwere Jahre vergingen, aber das feste Band zwischen den Hundegeschwistern blieb bestehen. Sie teilten sich einen Zwinger, gingen gemeinsam in den Auslauf und lernten, an der Leine zu laufen - nur ein Zuhause fanden sie leider nicht. Doch trotz aller Härte und Trostlosigkeit sah man sie oft fröhlich zusammen rennen und spielen, wenn sie einmal in der Woche für ein glückseliges Stündchen in den Freilauf durften.

Dann kam der Tag, an dem das
Unfassbare geschah, der die beiden Unzertrennlichen für immer auseinanderriss:
Im vergangenen Jahr wurde Mona bei einer Gassirunde auf dem Sheltergelände
gebissen und lebensgefährlich verletzt. Timon konnte ihr nicht beistehen und
sah seine geliebte Schwester sterben.
Ich möchte eines klarstellen: Die
freiwilligen Betreuer trifft in so einem Fall keine Schuld. Sie tun, was sie
können und bringen sich bei ihrem Engagement oft selbst in Gefahr. In diesen
Sheltern herrscht fortwährender Ausnahmezustand; die Hunde sind durch den
andauernden Stress, den Bewegungsmangel, die Langeweile und die schlechte
Behandlung seitens der Arbeiter gereizt und manchmal unberechenbar. So kommt es
auch in den Zwingern immer wieder zu Beißereien mit leider oft tödlichem
Ausgang. Bitte stellen Sie sich vor, Sie wären rund um die Uhr, auf Jahre
hinaus, 365 Tage lang mit anderen Menschen auf wenigen Quadratmetern ohne jede
Rückzugsmöglichkeit zuammengesperrt – verlören Sie da nicht den Verstand und ließen Ihren Aggressionen freien Lauf?
Über ein Jahr ist seitdem vergangen. Timon sitzt noch immer in seinem Zwinger, traurig und allein. Alles scheint für ihn gleich geblieben, und doch ist nichts mehr, wie es war. Zu schwer lastet das Erlebte auf seiner Seele und zu trostlos ist das Leben dort. Timon ist vor der Zeit zum Senior geworden. Sein Blick wirkt müde und trüb, der einst frohe und hoffnungsvolle Ausdruck in seinen Augen ist verschwunden. Nur wenn sich die Ehrenamtlichen mit ihm beschäftigen, leuchtet der alte Glanz in ihnen für einen kurzen Moment wieder auf.

Timon verhält sich Menschen
gegenüber freundlich und verträgt sich gut mit seinen Artgenossen. Er zählt
zwar mittlerweile zu den Senioren, aber längst noch nicht zum alten Eisen. Er
ist gern aktiv und liebt Bewegung. Da er bisher noch nichts anderes
kennenlernen durfte als das Leben im Shelter, wird er vielleicht ein Weilchen
brauchen, um Vertrauen zu fassen und sich an all das Neue zu gewöhnen. Ein
netter Hundekumpel (gern auch eine -kumpeline) in seinem Zuhause wäre dabei
bestimmt hilfreich für ihn, ist aber keinesfalls Voraussetzung.
Niemand kann die Vergangenheit
ungeschehen machen. Doch vielleicht gibt es noch einen versöhnlichen Ausklang
für den netten und liebenswerten Timon, damit er nicht irgendwann sein Leben einsam
und unbeachtet in seiner Zelle beschließen muss.
Bilder aus einer anderen Zeit (2017,
Timon mit seiner Mona):
Lieber Timon! Aus vollem Herzen
wünsche ich Dir, dass es auch für Dich einen mitfühlenden Menschen gibt, bei
dem Du in einem schönen Zuhause und in Frieden Deinen Lebensabend genießen
darfst; der Dich umsorgt, Dich das Erlebte vergessen lässt, damit Du wieder
ganz wirst und noch einmal glücklich werden kannst!

Vermittlerkontakt/Fragen:
Daniela Bansche
Tel.: 05371-687266
eMail: d.bansche@gmail.com
Lebenslichter 27.07.2024, 15.41 | (0/0) Kommentare | PL