Tag: Familie
Filya
- ein besonderer Name für einen besonderen Hund, in dessen Lebenslauf sich so viele Attribute finden, die versuchen, den bildschönen Rüden treffend zu beschreiben.
FILYA zeigt sich klug und ausgeglichen. Sein Auftreten ist voller Würde und Selbstvertrauen. Stets neugierig, möchte er immer alles erkunden und untersuchen. In ihm wogt ein Meer aus positiven Gefühlen, er ist allzeit gut gelaunt und freut sich wie ein Schneekönig, wenn sich jemand mit ihm beschäftigt.
Ein fröhlicher, unglaublich liebevoller Hund, freundlich zu Mensch und Artgenossen. Kontaktfreudig, aufgeschlossen, der Inbegriff eines Begleithundes, eines wertvollen Familienmitgliedes.
Äußerlich sieht man Filya seine Schäferhundahnen an, ein wunderschöner Hund mit einem ebensolchen Charakter. Er ist sehr menschenbezogen, liebt es, spazieren zu gehen, wobei er einwandfrei an der Leine läuft, und gestreichelt zu werden.
Leider hat dieser Traumhund bisher noch nicht das große Los gezogen, welches er so sehr verdient. Filya, der im Jahr 2012 geboren wurde, lebt im Shelter Kozhuhovo nahe Moskau. Hier fristet er seit April 2019 sein Dasein, als einer von 3000.
Filya hat, wie all die anderen Hunde auch, nur einmal pro Woche für eine kurze Stunde die Gelegenheit, sein wunderbares Wesen zu zeigen, wenn die freiwilligen Betreuer ihre Schützlinge im Shelter besuchen. Sie geben dafür ihre Freizeit her, versuchen, den Hunden ihr schweres Los ein wenig erträglicher zu machen und ihnen wenigstens ab und zu etwas Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken.
Filya lebt für diese kurzen Momente, für die
Ahnung davon, wie es wäre, zu einem eigenen Menschen, oder sogar einer Familie
zu gehören. Dann blüht er auf, genießt jede Zuwendung und Zärtlichkeit. Dann darf
er sich bewegen, mit den anderen Hunden toben, spielen un den heiß ersehnten Kontakt
zu den Betreuern haben. Dann darf er Hund sein.

Wenn die Zeit um ist, geht Filya, der sonst seinen Betreuern aufs Wort gehorcht, nur sehr widerwillig zurück in seinen kleinen Außenzwinger. Er hasst es, eingesperrt zu sein, zumal es sich die dreieinhalb Quadratmeter mit mehreren Leidensgefährten teilen muss. Es ist eng, kalt und einsam. Der einzigen Schutz vor Wind und Wetter bietet eine Holzhütte, in welche jedoch immer nur ein Hund Unterschlupf findet. Um ihn herum der unerträgliche Lärm von 3000 Hunden, die ihre Verzweiflung zum Himmel bellen, ohne jemals gehört zu werden.

Filya wurde kam mit einer alten Verletzung ins Shelter gebracht. Seine linke Vorderpfote war zweifach gebrochen und schlecht wieder zusammen gewachsen. Sie wurde im Shelter operiert und es wurde eine Platte eingesetzt. Nachdem alles gut verheilt war, wurde die Platte wieder entfernt , es blieb nur eine Narbe zurück. Filya kann die operierte Pfote voll belasten und benutzen. Nur manchmal hebt er sie leicht an, um sie zu schonen.

Für Filya wird es nun höchste Zeit, diesen unwirtlichen Ort zu verlassen und sein neues, eigenes Zuhause zu finden. Dabei wollen wir ihm gern behilflich sein. Da er optisch zwar wunderhübsch, aber nicht sonderlich auffallend ist, wird er in Russland auch aufgrund seiner Größe kaum Chance auf Vermittlung haben. Wer jedoch einen absolut wunderbaren Hund mit einem großartigen Charakter sucht, sollte dem hübschen Rüden unbedingt eine Chance geben. Er wird es tausendfach danken und seinem Menschen ein treuer, ergebener Begleiter werden. Natürlich wird etwas Zeit und Geduld benötigen, um das bisher Erlebte zu verarbeiten und zu vergessen. Wir suchen für Filya, wie für alle unsere Hunde, ausschließlich eine Endstelle.
https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
Lebenslichter 10.01.2024, 19.01 | (0/0) Kommentare | PL

NUTS
geb. 2008
kastriert, geimpft und gechipt
Zwingernummer: D 55
Du bist ein so genanntes Fundtier, lieber NUTS. Das heißt, Du wurdest entweder auf der Straße irgendwo in Moskau geboren, oder man hat sich Deiner kurzerhand entledigt, weil man Dich nicht mehr haben wollte. Für uns unbegreiflich, denn wir durften Dich selbst kennenlernen und haben Dich als freundlichen, sanften Hundemann erlebt, als einen von den Hunden, die jede noch so kleine menschliche Zuwendung gleich doppelt und dreifach genießen. Deine Freude ist immer riesig, wenn Du ein-, mit viel Glück auch zweimal in der Woche Dein enges Gefängnis verlassen und Dir im Freilauf für ein paar Minuten die Beine vertreten darfst. Aber die Streicheleinheiten von den freiwilligen Betreuern sind doch stets das Größte für Dich.

Es gab eine Zeit, da warst Du sehr krank. Deine Nieren und die Leber waren nicht in Ordnung. Auch wogst Du zuviel; außer von morgens bis abends Fressen gibt es im Shelter ja nichts, womit Ihr armen Seelen die gähnende Langeweile und die ewige Einsamkeit betäuben könntet. Und da das grauenvolle Futter zwar den Magen füllt, aber trotzdem nie richtig sättigt und leider wegen der schlechten Zutaten dick macht, wurdest Du zum Moppelchen.
Daher
musstest Du für viele Monate in einen Isolationszwinger auf der Krankenstation
übersiedeln, weil sich im Sektor selbst niemand richtig um Dich hätte kümmern
können und wollen. Die Betreuer haben Deine Medikamente und das spezielle
Diätfutter aus ihrer eigenen Tasche bezahlt und mit viel Liebe und Fürsorge
erreicht, dass Du heute wieder völlig gesund bist. Deine Blutwerte liegen alle
im Normbereich und zudem hast Du ordentlich abgespeckt.

Krankenstation – das bedeutete für Dich aber ein Mehr an Einsamkeit, denn die Zwinger dort sind noch um einiges kleiner. Außerdem sind sie bis zur halben Höhe vergittert, und wer wenigstens ab und zu einen Blick auf die Welt „da draußen“ erhaschen will, muss sich auf die Hinterbeine stellen. Was für ein Hundeleben…
Auf Deinem Eingangsblatt im Shelter steht geschrieben, dass Du bereits seit 2009 dort lebst. Du kamst also als blutjunger Hund dorthin und lebst nun schon seit unfassbaren 11 Jahren hinter den halb verrosteten Gittern. 11 endlose, bitterkalte Winter und beinahe ebenso viele brütend heiße Sommer im winzigen Außenzwinger, der paraktisch keinerlei Schutz bietet, wenn man von der lächerlich kleinen Holzhütte einmal absieht, die Du Dir auch noch mit zwei oder drei Leidensgefährten teilen musst. Trotz all der Widrigkeiten hast Du Dir Dein freundliches, fast heiteres, liebenswürdiges Wesen bewahrt. Du gehst brav an der Leine, verträgst Dich mit Deinen Artgenossen und bist ein Hund, wie man ihn sich wünscht.
Dass Du trotzdem in all den Jahren nie die Chance auf ein eigenes, schönes Zuhause bekommen hast, liegt schlicht daran, dass Du – rein äußerlich betrachtet – nichts Besonderes bist. Du bist nur einer von rund 3000 Hunden in diesem Sheltermoloch und siehst aus wie viele Deiner Schicksalsgenossen. So wurdest Du einfach übersehen, da Du Deine charakterlichen Vorzüge leider nicht für jeden sichtbar außen trägst.

Vor zwei Monaten passiert, was irgendwann
passieren musste: Da bringen die Sheltertierärtze in Deinem Zwinger zwei junge
Hunde unter. Du hast keine Chance gegen die beiden neuen. Sie drangsalieren und
attackieren Dich. Schwer verletzt, mit Bisswunden im Nacken, wirst Du gefunden
und operiert. Wie durch ein Wunder überlebst Du – nur wofür?
Deine äußeren Wunden, sie heilen.
Die inneren, die heilen nicht. Sei der Attacke bist Du ein anderer geworden.
Nach Deiner Genesung setzt man Dich zwar zu netten Artgenossen, die Dich in
Ruhe lassen; aber Du bist müde, bewegst Dich noch weniger als zuvor. Der extrem
heiße russische Sommer und das Zuviel an Gewicht auf Deinen Rippen tun ihr
Übriges. Du bist müde, gezeichnet, möchtest am liebsten nur noch schlafen und
gibst Dich auf. Dabei bist Du so ein netter,
freundlicher und anhänglicher Hund, der die Menschen trotz allem liebt.


Vielleicht
sind Sie ja der Mensch oder die Familie mit einem großen Herzen für
Hundesenioren wie Nuts? Er wird Sie mit seiner Treue und Dankbarkeit, reichlich
belohnen!
https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
Lebenslichter 09.01.2024, 19.51 | (0/0) Kommentare | PL
So erging es der armen Taiga: Sie hatte ein Zuhause in Aussicht, die Vorkontrolle verlief auch sehr zufriedenstellend. Jedoch wurde der Übernahmetermin seitens der Adoptanten mehrmals verschoben – bis es schließlich hieß, man müsse zwei Hunde aus dem Bekanntenkreis in Pflege nehmen und könne Taiga daher nicht mehr gebrauchen. Die liebe Hündin harrt also weiterhin in ihrem Gefängnis aus und mit jedem Tag schwindet ihre Hoffnung auf ein eigenes Zuhause ein Stückchen mehr.
Derartige Ausreden hören wir immer wieder; Sie ahnen gar nicht, wie viele plötzliche Krankheits- und sogar Todesfälle sich in den vorgesehenen Adoptivfamilien ereignen, wenn der Transport näherrückt. Mich regt das furchtbar auf, weil ich es total unfair finde; denn die Hunde – besonders die Älteren wie Taiga – verlieren dadurch kostbare Zeit, in der wir für sie vielleicht ein anderes Zuhause hätten finden können. Man denke doch bitte gründlich nach und überlege es sich genau, bevor man sich um einen Hund bewirbt.
So fand die Reise ohne Taiga statt und wir machen uns erneut auf die Suche nach einem warmen Plätzchen für die Süße – bei lieben Menschen, die es ernst mit ihr meinen und ihre Meinung nicht von einer Minute zur nächsten ändern.

Es war im August 2014, als Taiga mit ihren drei Welpen ins riesige Shelter Kozhuhovo kam. Sie war eine sehr fürsorgliche Mutter, und zum Glück fanden alle ihre Kleinen schon bald ein Zuhause. Nur Taiga nicht… sie lebt noch immer im Shelter.

Das Leben dort ist hart, besonders in den eisigen russischen Wintern und brütend heißen Sommern. Schon viele Hunde haben ihre Gesundheit geopfert; denn es ist ein Leben in einem kleinen Außenzwinger, mit schlechtem Futter und nur wenig menschlicher Ansprache. Doch Taiga macht das Beste daraus.
Das Schönste für sie ist, wenn die freiwilligen Helfer am Wochenende ins Shelter kommen und auch ihren Zwinger für kurze Zeit öffnen. Dann rennt und springt sie mit den anderen Hunden durch die Gänge des Shelters und drückt sich an ihre Betreuer. Denn Taiga mag die Menschen sehr und freut sich, wenn auch sie endlich ein wenig Aufmerksamkeit bekommt.
In diesem Video können Sie Taiga im Auslauf sehen:
Und wie sie mit anderen Hunden spielt:
Auch an der Leine läuft sie wunderbar:
Doch immer folgt das Unvermeidbare - die Rückkehr in den Zwinger, an den Ort, wo die Träume zerplatzen. Ein letztes Wort, ein letzter Blick… nichts kann Taiga dann die Gewissheit des nahenden Abschiedes nehmen. Sie kennt die Abläufe und weiß genau, die Freiwilligen gehen und sie bleibt zurück. Die gerade noch so fröhliche Taiga ist dann wieder für eine ganze Woche allein in ihrer Einsamkeit.
So geht das nun schon 7 Jahre so. Viele Hunde haben in dieser Zeit das Shelter verlassen. Sie fanden ein Zuhause oder sind verstorben. Neue Hunde kamen hinzu. Für Taiga änderte sich in all dieser Zeit nichts. Sie gehört zu den Langzeitinsassen, den ewig Vergessenen und Übersehenen.
Bald schon wird einer ihrer langjährigen Zwingergefährten das Shelter verlassen. Er wartete ebenfalls viele Jahre und hat nun endlich seine Familie gefunden. Taiga wird auch diesen Abschied überstehen… wie vorher so viele in ihrem Leben.
Dennoch oder gerade deswegen möchte ich nichts unversucht lassen, dass auch Taiga endlich eine Chance bekommt. Denn irgendwo muss es doch auch einen lieben Menschen für Taiga geben. Hoffentlich finden wir ihn.

Bitte helfen Sie mit!
Taiga ist eine freundliche Hündin. Sie ist aufgeweckt, verspielt und aktiv. Sie genießt die wenigen Streicheleinheiten der Betreuer sehr. Mit anderen Hunden verträgt sich Taiga gut. Besonders größere Rüden, mit denen sie toben kann, haben es ihr angetan.
Taiga wurde ca. 2012 geboren, ist ca. 55 cm hoch und bereits geimpft, gechipt und kastriert. Die Ausreise und Vermittlung erfolgt über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos". Für Taiga suchen wir ausschließlich ein endgültiges Zuhause.
Liebe Taiga, ich hoffe so sehr, dass Deine Sehnsucht bald Erfüllung findet und Du nicht mehr so viele Momente des Abschieds erleben musst. Ich hoffe und suche
ein Zuhause für Dich.

Wichtige Daten im Überblick:
Hündin, ca. 9 Jahre alt (geb. ca. 2012), ca. 55 cm, kastriert
gut verträglich mit Artgenossen, freundlich zu Menschen; verspielt und aktiv, läuft gut an der Leine
noch im Shelter in Russland, Katzenverträglichkeit kann nicht zuverlässig getestet werden. Endgültiges Zuhause gesucht!
Vermittlerkontakt/Fragen:
Daniela Bansche
Tel.: 05371-687266
eMail: d.bansche@gmail.com
Lebenslichter 08.01.2024, 18.49 | (0/0) Kommentare | PL

CHERNYSH
Rüde
55 cm Schulterhöhe
geb. ca. 2007
geimpft, gechipt, kastriert
Zwingernummer: PS Moskau
Zwei Seelen – ein Schicksal: Ebenso wie Reksik, den ich Ihnen kürzlich vorgestellt habe, kam auch Chernysh als Fundtier ins Kuzhuhovo. Also wurde auch er nicht mehr geliebt, nicht mehr gewollt, auf die Straße gesetzt und seinem Schicksal überlassen. Erste Aufzeichnungen über ihn durch seine Betreuer gibt es 2011; das heißt, auch er feiert ein trauriges Jubiläum, nämlich 10 Jahre Sheltereinerlei.
Im vergangenen Herbst bemerkten die Freiwilligen, dass Chernysh immer ruhiger und matter wurde. Sie sorgten sich so sehr um ihn, dass sie beschlossen, ihn in einer Hundepension unterzubringen. Chernysh musste dringend seinen winzigen Aussenzwinger verlassen –heraus aus Kälte und Nässe und der fehlenden Bewegungsfreiheit. Sei seinem Umzug geht es Chernysh deutlich besser und er lebt zusehends auf.

Die Menschen, die mit ihm zu tun haben, beschreiben Chernysh als äußerst freundlichen, in sich ruhenden Hundemann. Bei Spaziergängen mit seinen Betreuern läuft er brav und ohne Ziehen oder Zerren an der Leine.
Dieser menschenbezogene Hundesenior ist einfach
nur lieb. Nie drängt er sich in den Vordergrund, ist jedoch überglücklich, wenn
ihm Aufmerksamkeit zuteil wird. Und obwohl er mit Artgenossen bestens auskommt,
verträglich ist, ist ihm die Nähe zum Menschen viel wichtiger.

Chernysh befindet sich zwar nicht mehr im Shelter, aber dennoch fehlt ihm ein eigenes Für-immer-Zuhause. Die meisten Hundepensionen in Moskau sind vergleichbar mit kleinen deutschen Tierheimen – zwar hat er es dort tausendmal besser als im Shelter (dazu gehört allerdings auch nicht viel), aber dennoch muss er auch hier viele Stunden am Tag eingesperrt in einem Zwinger verbringen.

Eine Adoption in seinem Heimatland ist aussichtslos, denn mag der Hund auch noch so einen goldenen Charakter haben – schwarz, groß und obendrein alt sind in Russland absolute No – Gos.

https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde(Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos(Ulrike Worringer)
Lebenslichter 08.01.2024, 18.49 | (0/0) Kommentare | PL

NORRIS
Rüde
geb. 01/2020
50-55 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
jung und verspielt, kommt sehr gut mit Hündinnen zurecht
liebt Menschen, kennt das Laufen an der Leine
Katzenverträglichkeit kann nicht zuverlässig getestet werden
endgültiges Zuhause gesucht
NORRIS hatte ganz sicher einmal Besitzer,
denen er aber wohl plötzlich nichts mehr bedeutete. Heuer im Mai wurde er sichergestellt,
als er mutterseelenallein in einem Moskauer Vorort herumirrte. Er trug noch Halsband
und Leine und suchte verzweifelt nach seinen Menschen. Diese waren seiner
jedoch überdrüssig geworden und hatten ihn mitten in der verkehrsreichen
Innenstadt von Moskau seinem Schicksal überlassen.
Norris wurde eingefangen und ins Shelter Kozhuhovo gebracht. Bis heute fühlt er sich dort fremd und tut sich schwer mit dem Eingesperrtsein hinter den Gitterstäben des Zwingers. Für Hunde wie ihn, die das Leben in menschlicher Gesellschaft kannten – sogenannte „Ex-home-dogs“ ist es besonders grausam, plötzlich nur noch einer von 3000 Vergessenen zu sein.

Der Mensch, dem er bedingungslos vertraute,
er hat Norris verraten. Dieser versucht nun, sich mehr schlecht als recht mit
dem zu arrangieren, was sich jetzt sein Leben nennt; Minderwertiges, geschmackloses
Futter, das höchstens den Magen füllt, aber nie richtig satt macht;
Gefangenschaft auf 3 Quadratmetern, die noch nicht einmal im allein gehören;
Langeweile, Monotonie und Einsamkeit; Stress und Schmutz, dazu der andauernde
Lärm durch nie enden wollendes Hundegebell. Nur in den Nächten herrscht
Totenstille im Shelter. Dann ist es dort stockfinster, weil es keinerlei
Beleuchtung gibt. Die Hunde haben den Versuch aufgegeben, durch ihr
verzweifeltes Bellen irgendjemanden auf sich aufmerksam zu machen und legen
sich schlafen auf dem harten Bretterboden ihrer Gefängnisse.
Aber einmal in der Woche – wenn die Freiwilligen das Shelter besuchen – lebt Norris auf. Er gerät völlig aus dem Häuschen vor Freude, wenn seine Zwingertür geöffnet wird. Ein paar selige Augenblicke lang darf er Hund sein, toben und mit anderen spielen, wie es einem großen, jungen Hundemann wie ihn entspricht. Auch liebt er die Menschen über alles, was angesichts seiner Vorgeschichte fast wie ein Wunder erscheint. Er sucht immer die Nähe der Betreuer, genießt es, von ihnen gestreichelt zu werden und das Gefühl, jemandem, wenn auch nur für einen Moment, wichtig zu sein.

Anfangs saß Norris saß zwei weiteren
jungen Rüden zusammen. Es gab jedoch Futterneid unter den Dreien, so wurde
Norris umquartiert. Heute teilt er sich einen Zwinger mit zwei älteren
Hündinnen. Eine von ihnen ist Nastia, die ich Ihnen bereits vorgestellt
habe und in deren Videos er mit ihr gemeinsam zu sehen ist. Mit den Beiden kommt Norris wunderbar aus, zeigt seine Zuneigung auch gern
einmal durch zärtliches Abschlecken.
Soll es das für Norris gewesen sein?
Das möchten wir nicht einfach so hinnehmen! Deshalb machen wir uns für diesen
wunderschönen Rüden auf die Suche nach einer netten Familie. Norris sucht ein Zuhause
bei verständnisvollen Menschen, die ihm mit Geduld und liebevoller Konsequenz
begegnen; an die er noch einmal sein Herz verschenken darf und die ihm
versprechen: "Diesmal ist es für immer!".
Dieses Versprechen sollte dann auch gehalten werden, denn eine neue
Enttäuschung würde Norris endgültig das Herz brechen.

Die Vermittlung und Ausreise erfolgt
über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.Worringer@procanes.org
Lebenslichter 08.01.2024, 18.48 | (0/0) Kommentare | PL

MULTIK
geb. ca. September. 2017
Zwingernummer: B 268
Kastriert, geimpft, gechipt
Katzenverträglichkeit kann leider
nicht zuverlässig getestet werden
Multik ist stiller, trauriger geworden, aber er hat sich noch nicht ganz aufgegeben. Wenn die freiwilligen Helfer einmal in der Woche für eine Stunde ins Shelter dürfen, um ihre Schützlinge zu besuchen, blüht Multik auf. Er genießt diese kurze Auszeit von seinem monotonen Dasein in vollen Zügen. Den anderen Hunden gegenüber zeigt er sich freundlich, verträglich, ruhig und verspielt.

Vor allem sucht er immer wieder die Nähe der Freiwilligen und bettelt um ein klein wenig menschliche Zuwendung und Aufmerksamkeit. Leider wird sie ihm nicht immer zuteil. Die Freiwilligen geben ihr Bestes, doch bei der Masse an Hunden bleibt einfach keine Zeit für jeden einzelnen. Und viel zu schnell verrinnt diese eine glückselige Stunde – dann heißt es für Multik und seine Leidensgefährten zurückkehren in die Anonymität, Enge und Einsamkeit des viel zu kleinen, unwirtlichen Zwingers. Dann beginnt das Warten von vorn, eine volle Woche lang, bis er und die anderen erneut für ein paar Augenblicke ihrem tristen Dasein entfliehen können.

Niemand weiß genau, was in den Hunden vorgeht. Aber sicher sehnen sie alle sich nach einem eigenen Zuhause, einem Menschen oder einer Familie für sich allein. Keiner von ihnen möchte an diesem kalten, unwirklichen Ort sein Leben beschließen – auch Multik nicht. Darum wünschen wir uns für ihn eine Heimat bei lieben, geduldigen Menschen, die verstehen, dass Multik außer Gitterstäben, Stress, Verlorenheit und leider manchmal auch Schlägen, noch nichts vom Leben kennt.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wieviel Freude es macht und einen mit
Stolz erfüllt zu sehen, wie ein solcher Hund täglich dazulernt, wie er sich mit
der Zeit zu einem fröhlichen, anhänglichen und selbstbewussten Familienmitglied
entwickelt. Bitte geben Sie dem liebenswerten Multik und sich selbst diese
Chance!
https://www.facebook.com/Chance.fuer.Shelterhunde (Daniela Bansche)
https://www.facebook.com/ProCanesEtEquos (Ulrike Worringer)
Lebenslichter 06.01.2024, 15.05 | (0/0) Kommentare | PL