Tag: kein Zuhause

Julinda
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 08/2021
Schulterhöhe: 62 cm
August 2026: Fünf Jahre. So lange sitzt Julinda jetzt schon eingesperrt im Lager. Ende August 2021 wurde sie geboren, zusammen mit fünf Geschwistern. Sechs kleine Körper, die sich aneinanderdrängten und nichts hatten außer ihrer Nähe, um sich zu wärmen.

Mit zwei Monaten kamen sie ins Hundegefängnis. Was danach kam, war für alle sechs zunächst dasselbe: kalter Beton unter viel zu kleinen Pfoten; keine Hand, die sie je gehalten hätte. Kein Zuhause, das ihren Namen kannte. Nach und nach hat sich das verändert, für die anderen.

Vier fanden ihre Familien. Vier Körbchen wurden bezogen, vier Namen endlich mit Liebe ausgesprochen, statt nur mit einer Nummer auf einer Liste verglichen zu werden. Für Julinda leider nicht.
Sie ist noch da, genau wie ihr Bruder Jacoby, in einem anderen Zwinger desselben Lagers. Vielleicht hören sie sich noch, wenn einer bellt oder in der Nacht winselt. Aber ein Laut durch eine Wand ist kein Trost; nur die Gewissheit, dass der andere noch da ist. Irgendwo, unerreichbar nah.

Fünf Jahre sind eine unfassbar lange Zeit für ein Hundeherz. Julinda hätte längst erfahren sollen, wie Regen riecht, wie sich eine Wiese unter den Pfoten anfühlt und wie ihr Name klingt, wenn ihn jemand ruft, weil er sie meint. Stattdessen kennt sie eine kahle Wand, einen schmuddeligen Napf und einen immer gleichen, eintönigenTagesablauf. Jahre sind vergangen, ohne dass ihr eigentliches Leben beginnen durfte.

Und trotzdem ist Julinda nicht hart geworden. Die Tierschützer, die sie zuletzt besucht haben, beschreiben sie als schüchtern, aber neugierig. Die Leine kennt sie nicht, und das macht ihr ein wenig Angst. Auch das ist verständlich – wie sollte sie etwas nicht fürchten, das sie noch nie erlebt hat?

Julinda lässt sich streicheln, sucht die Nähe zu Menschen noch nicht von sich aus, aber sie flieht auch nicht, wenn die Tierschützer da sind. Es scheint so, als würde sie spüren: Da ist etwas Gutes. Ich muss nur noch den Mut finden, den ersten Schritt zu tun.

Man sollte meinen, fünf Jahre des Wartens hätten unauslöschliche Spuren hinterlassen. Julinda braucht jemanden, der ihr Zeit gibt, ohne eine Uhr mitlaufen zu lassen. Der es aushält, wenn sie sich am ersten Abend noch nicht ins neue Zuhause traut und der ihre Zurückhaltung nicht mit Ablehnung verwechselt, sondernals das sieht, was sie ist: Vorsicht, die aus fünf Jahren ohne Wahlmöglichkeit erwachsen ist.

Jetzt könnte alles das anfangen, was ihr bisher verwehrt wurde. Nicht rückwirkend als Wiedergutmachung, sondern als das, was von nun an gilt.

Julindas Vermittlerin freut sich auf Ihren Anruf – bevor ein sechstes Jahr beginnt.
Daniela Koenemann
ist Iher persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Daniela.Koenemann@pro-canalba.eu
https://www.pro-canalba.eu/warum-italien/Lebenslichter 29.08.2026, 20.57 | (0/0) Kommentare | PL

KLEOPIK
Rüde
geb. 2020
42 cm Schulterhöhe
geimpft, gechipt, kastriert
abenteuerlustig und liebevoll im Wesen
freundlich und gut verträglich,
aber vorsichtig bei seinen Artgenossen
läuft schon artig an der Leine
warmes Plätzchen für alle kommenden Winter gesucht
Klein und mit kurzem
Fell - schlimme Aussichten für den nahenden Winter.
Gemeinsam mit deinem
Bruder und der Hündin Kashka, die möglicherweise eure Mutter, vielleicht aber
auch eure Tante ist, kamst du in diesem Frühjahr aus einer Wohnungsauflösung mit
40 anderen Schicksalsgefährten ins riesige Moskauer Hundeasyl Kozhuhovo.
Du bist der kleinste von euch Dreien, die ihren Weg in den Sektor zu Natalyia gefunden haben. Das bedeutet ein kleines bisschen Glück im Unglück; denn Natalyia ist eine äußerst engagierte Betreuerin, die sich mit viel Liebe und Hingabe um ihre Schützlinge bemüht.

Sie beschreibt dich
als sehr offen und aufgeschlossen gegenüber uns Menschen, vor denen du
keinerlei Scheu zeigst; im Gegenteil, du liebst es, gestreichelt und in den Arm
genommen zu werden. Bei deinen Mitgefangenen verhältst du dich dagegen eher
vorsichtig und immer ein bisschen ängstlich, weil du leider von einem anderen
Hund in die Vorderpfote gebissen wurdest.
Das Leben in dem winzigen, kahlen Zwinger fällt dir schwer. Es ist furchtbar langeweilig dort, du kannst nur dasitzen und warten, dass die Betreuer zu Besuch kommen und du dein Gefängnis wenigstens für kurze Zeit verlassen darfst. Wann immer sich die rostig-grüne Gittertür öffnet, bist du im Nu draußen auf der Suche nach Abenteuern.

Du bist ein recht
kleiner Hund. Mit deinem kurzen Fell hast du dem gerade schon beginnenden
russischen Winter nichts entgegenzusetzen. Bereits jetzt sinken die
Temperaturen in manchen Nächten schon fast auf Null Grad. Doch der richtige
Winter steht erst noch bevor und mit Schrecken erinnern wir uns uns an die wochenlange
Eiseskälte und meterhoheb Schneemassen der beiden vergangenen Winter.
Im neuen Shelter, wohin die Hunde, die kein Zuhause finden, bald umziehen müssen, sind die Zwingerwände aus Ziegeln gemauert, der Bereich vor der Ziegelhütte ist nicht überdacht und die Öffnung zu dieser Hütte ist mannshoch. Wenn es schneit oder regnet, dann gibt es keinen Platz mehr wo die Hunde vor der Kälte oder Nässe sicher sind.

Ob du, Kashka und
Knedlik diesen Winter überleben werdet, steht in den Sternen. Und so hoffen
wir, dass du, nebst möglichst vielen weiteren Schicksalsgefährten, das große
Hundegefängnis so schnell wie möglich und in ein eigenes Zuhause reisen dürft,
in welchem es nur noch Liebe, Geborgenheit und Wärme für euch gibt. Zum Dank
werdet ihr für eure Menschen treue und anhängliche Begleiter sein, solange ihr
lebt.
Die Vermittlung und
Ausreise erfolgt über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.Worringer@T-Online.de
Lebenslichter 26.07.2024, 19.54 | (0/0) Kommentare | PL

STYOPKA
Rüde
geb. 2009
50-55 cm Schulterhöhe
kastriert, geimpft, gechipt
Körbchen für immer gesucht
…und dennoch hat sich bis heute noch
niemand in ihn verliebt. Warum nur?
Lieber Styopka! Wenn ich Deine Fotos anschaue, dann stellt sich mir unweigerlich die Frage: Wie ist es möglich, dass Du – ein Bild von einem Hund - nach unfassbar langen zwölf Jahren immer noch sehnsuchtsvoll auf den einen, DEINEN Menschen wartest, der Dich für sich entdeckt und Dir ein eigenes, schönes Zuhause schenkt?
Ich habe Deine Betreuerin gefragt.
Sie zuckte resigniert mit den Schultern und stellte mir eine Gegenfrage: „Why
do thousands of other beautiful dogs not find a home?“ (Warum finden Tausende
anderer schöner Hunde kein Zuhause?) Außerdem seist Du inzwischen stolze zwölf
Jahre alt und wer interessiere sich in Russland für so einen betagten Hund? So
will ich mir denn alle Mühe geben und mein Bestes tun, um vielleicht hier bei
uns in Deutschland für Dich ein Heim bei freundlichen Menschen zu finden, mit
denen Du Deinen Lebensabend verbringen darfst.
Der im Jahr 2009 geborene STYOPKA hielt als winziges Welplein seinen Einzug in das gigantische Moskauer Shelter Kozhuhovo. Noch ehe sein Leben so richtig begonnen hatte, schien sein Schicksal bereits besiegelt: Eingesperrt hinter rostig-grünen Gittern, unbeachtet als einer von Dreitausend, sich selbst überlassen und ohne jede Hoffnung, diesem fürchterlichen Ort je wieder zu entrinnen. Notgedrungen arrangierte sich der liebenswerte, umgängliche Hundemann mit seinem Schicksal; er kannte es ja von klein auf nicht anders und es blieb ihm auch keinerlei Wahl.

Als die Coronapandemie im
vergangenen Jahr die Ausreise der Hunde massiv erschwerte und die Vermittlungen
drastisch zurückgingen, füllten sich die ohnehin schon überbelegten Zwinger mit
immer mehr verlassenen und verstoßenen Seelen. In Russland und anderen Ländern
der Welt befürchteten die Menschen, ihre Haustiere könnten sie mit dem Virus
anstecken. Das ist zwar wissenschaftlich widerlegt (der umgekehrte Weg, also
die Übertragung vom Menschen auf das Tier gilt sogar als wahrscheinlicher) aber
Sie wissen ja, wie hartnäckig sich Gerüchte halten – auch und ganz besonders
die falschen. Und selbst wenn sie stimmten – wir würden eher zusammen mit
unseren treuen Wegbegleitern in Quarantäne gehen, als uns von ihnen zu trennen.
Jedenfalls führte diese Furcht dazu, dass noch mehr Hunde und Katzen ausgesetzt wurden als normalerweise, sodass am Ende statt der üblichen drei oder vier bis zu sechs große Hunde auf kleinstem Raum (dreieinhalb Quadratmeter beträgt die Zwingergröße) zusammengepfercht saßen. Der empfindsame Styopka litt zunehmend unter den rauen Bedingungen. So beschloss seine Betreuerin, den süßen Burschen aus dem Shelter zu holen und in einer Pension unterzubringen, die sie aus eigener Tasche bezahlt. Für die junge Frau bedeutet das ein großes persönliches finanzielles Opfer, den Pensionsplätze sind rar und alles andere als billig. Man darf sich diese Pensionen vorstellen, wie kleinere deutsche Tierheime: Den Hunden geht es dort natürlich besser als im Shelter; sie bekommen ordentliches Futter, Ansprache und Bewegung. Aber auch hier verbringen sie die meiste Zeit in ihrem Zwinger, sind sie sich selbst, ihrer Langeweile und Einsamkeit überlassen.


Der einzige Mensch, den Styopka
liebt, ist seine Betreuerin; sie war und ist ja auch als einzige jemals gut zu
ihm. Sie besucht ihn regelmäßig, nur leider kann sie ihn nicht bei sich
aufnehmen; wer eines der Miniapartments in einem Moskauer Wohnsilo von innen
gesehen hat, versteht warum. Umso inbrünstiger wünscht sie sich daher ein eigenes
Zuhause für ihren Styopka und träumt sie davon, dass gute Menschen sich in den
zurückhaltenden, aber äußerst freundlichen Rüden verlieben.
Styopka hat in der Pension bereits allerhand gelernt, er wird dort als kluger, aufmerksamer Hund beschrieben. Mit seinen Artgenossen kommt er gut zurecht und spielt gern mit ihnen. Er liebt Spaziergänge und genießt menschliche Nähe und Aufmerksamkeit.
Styopka begrüßt seine Betreuerin in
der Pension:
Styopka beim Spielen in der Pension:
Styopka beim Gassigehen:
Styopka bekommt Nassfutter:
Styopka wird gebürstet:
Möchten Sie den Herzenswunsch seiner Betreuerin erfüllen und Styopka eine Heimat auf Lebenszeit schenken? Dann wenden Sie sich gern an unsere Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!
Die Vermittlung und Ausreise erfolgt
über den Tierschutzverein "Pro Canes et Equos".
Vermittlerkontakt/Fragen:
Ulrike Worringer
Tel.: 0171-1817071
eMail: Ulrike.worringer@procanes.org
Lebenslichter 09.01.2024, 19.51 | (0/0) Kommentare | PL