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Dorvik
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 11.2020
Schulterhöhe: 52 cmHallo, liebe Leute! Quadratisch - praktisch - gut und mit den treuesten Äuglein der Welt, so würde jemand, der mir gewogen ist, mein Wesen und mein Äußeres wohl beschreiben.
Aber wer ist uns hier in dem riesigen Hundelager, in dem ich mit Tausenden von
Leidensgefährten unter schlimmsten Bedingungen ausharren muss, schon gewogen? Etwa
die Betreiber dieser Hundeverwahranstalt? Oder die Wärter? Vergesst es. Außer
den netten Tierschützern, die mich vor kurzem besuchen durften, um ein paar
Fotos von mir zu schießen, ist weit und breit keine Abwechslung - geschweige
denn Rettung - in Sicht. Die hätten von mir aus ewig bleiben, oder noch besser,
mich gleich mitnehmen können!

Aber so schnell geht das leider nicht. Ihr könnt Euch den ganzen umständlichen
Papierkram kaum vorstellen! Und davor liegt das weite Land, irgend wo da
draußen meinen Menschen oder meine künftige Familie ausfindig zu machen und sie
davon zu überzeugen, dass sie mich erwählen sollen - ausgerechnet mich unter
all den Tausenden bedauernswerten Tröpfen. Es ist ein schrecklicher Wettbewerb
der Allerärmsten. Nimm mich! Nein mich!!! So bellt und bettelt es aus
allen Boxen und von allen Fotos. Ich weiß um die Qual der Wahl, die Ihr
freundlichen Menschen habt und ich hoffe auf dieses eine Prozentchen Glück,
dass sich tatsächlich jemand gerade in mich verliebt.
Wenn ich
dann ganz am Anfang unserer Bekanntschaft noch ein bisschen unwirsch erscheine,
so doch nur, um mir ein klein wenig Respekt zu verschaffen. Sobald Ihr mir Halsband
und Leine umlegt bin ich wie umgeschaltet und weichgespült. Ich mache keine
Schwierigkeiten, laufe schön brav an der Leine und tue alles, was Ihr von mir
verlangt, wenn ich nur schnellstens aus diesem kalten, muffigen Zwinger darf.

Ich wurde
im November 2020 geboren und sehe dabei schon wie ein Opi aus. Kein Wunder, ich
verbringe mein Leben ja schon seit dreieinhalb Jahren in dieser Einrichtung
hier. Ich weiß nicht, ob Ihr Euch vorstellen könnt, was das für einen Hund, ein
geselliges Rudellebewesen bedeutet. Dreieinhalb Jahre im Dauerstress, nur mit
der Wahl, sich aufzulehnen oder aufzugeben. Ich habe mich für den goldenen
Mittelweg entschieden. Ich bleibe liebenswürdig und offen für Neues, ohne die
leiseste Ahnung, wie oder was das wohl sein könnte. Welchen Sinn hat mein
Leben? Mieses und zuwenig Futter, niemals Ruhe und vor Lärm nicht schlafen
können, Einsamkeit, Langeweile und manchmal sogar Schläge? Neuerdings teile ich
mir die Box mit zwei weiteren Rüden und wir leben friedlich nebeneinander her.
Wie gern
hätte ich eine riesige, geschützte Box, in der mein Lieblingsmensch samt seinem
kleinen Rudel und mir ein angenehmes Leben führt: Im Winter mollig warm, mit
einem Gärtchen, in dem ich Sonnenbaden, Ausschau halten und Besucher anmelden kann.
Riesig freuen würde ich mich über leckere Vesper, streichelnde Hände, im heißen
Sommer eine kleine Wassermuschel zum Pfoten kühlen und nicht zuletzt die Beine
in der freien Natur bewegen zu dürfen.

Was dürft
Ihr als Gegenleistung von mir erwarten? Ich würde Euch furchtbar liebhaben.
Ganz einfach und doch so schwierig, wenn derzeit niemand ist, mit dem ich üben,
den ich anbeten und beschützen kann. Was bleibt mir übrig, als weiter zu warten
und weder Hoffnung noch Liebe aufzugeben? Hohe Werte, doch ich halte mich
trotzdem dran, weil die Tierschützer gesagt haben, dass es Dich/Euch
tatsächlich gibt, nur wüssten wir noch nichts voneinander.

Also, hier bin ich: Ein echter Hundemann mit einem schiefen Charme, vom Wesen
her zutraulich und, lieb, eckig und kantig, weich und wuschelfellig, der mit
Freuden den Job Eures Lächel- und Spaßgenerators übernimmt.-
Wer kann so einen gebrauchen und liebhaben? Schaut mich an, das reicht mir fürs Erste schon - wenn jemand bemerkt, dass es mich gibt, wohlwollend an mich denkt und vielleicht ein bisschen Gefühl für mich übrig hat.

Es wäre
mir eine Freude, Dich/Euch kennenzulernen.
Dein/Euer Dorvik
Margot Wolfinger
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Lebenslichter 02.07.2026, 09.35 | (0/0) Kommentare | PL

Silke
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 12.2015
Schulterhöhe: 45 cm

Die schlechte Nachricht: Sehr viel an Leid, sowohl für Silke als auch ihre
unzähligen verschwundenen Welpen, hätte verhindert werden können, wenn die
Menschen nicht nur etwas gesehen, sondern auch gehandelt hätten. Leider
wiederholt sich dieses Muster im Tierschutz nur allzu oft: Entweder man sieht
hin, erkennt den Missstand, unternimmt aber nichts. Oder man sieht nicht hin,
schaut einfach weg…

Menschen haben Silke jahrelang zugesehen, wie sie sich - meistens trächtig - irgendwo in der italienischen Einöde durchschlug und ihre Welpen mutterseelenallein zur Welt brachte. Was mit ihnen geschah, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Vielleicht wurden die Kleinen von anderen Tieren gefressen, oder sie wurden überfahren. Jedenfalls sind alle verschwunden, bis auf die vier oben genannten Glückspilze. Denn eines Tages im Oktober 2025 rief eine Polizistin die mit uns befreundete Tierschützerin an: In einem Holzstapel habe eine Hündin geradeWelpen geboren, ob sie nicht bitte kommen und die Tiere abholen könne. Das tat unsere Freundin und brachte Silke nebst ihren vier kleinen Mäuschen in ihr Refugio.


Dort hat sich das Quintett inzwischen gut erholt. Wie
wir hören, ist Silke eine ganz wunderbare Mutter, die sich liebevoll um ihre Kleinen
kümmert. Anfangs noch ein wenig schüchtern, scheint sie verstanden zu haben,
dass ihr nun nichts Böses mehr droht. Zu unserer Freundin hat sie bereits
Vertrauen gefasst, bei ihr fremden Menschen braucht sie dafür noch Zeit. Die
tapfere Hündin hat auch schon gelernt, recht ordentlich an der Leine zu laufen;
so richtig begeistert ist sie davon allerdings noch nicht. Silke hat eine kurze
Rute, die so angeboren sein könnte. Vielleicht hat sie diese aber auch in einem
Kampf eingebüßt, oder sie wurde ihr von Menschenhand gewaltsam abgeschitten.

Bei Hunden wie Silke, die nachweislich fast ihr
ganzes Leben als Streuner auf der Straße verbracht haben, fragen wir uns oft,
ob wir den Tieren einen Gefallen tun, indem wir sie einfangen und versuchen,
familientaugliche Vierbeiner aus ihnen zu machen. Nicht alle schätzen es, wenn
ihnen die gewohnte Freiheit genommen wird. Aber unsere liebe Silke ist ja schon
eine ältere Hundedame und so, wie ihre Milchleiste aussieht, gab es in ihrem
Leben kaum eine Zeit, zu der sie nicht trächtig war. Dass sie inzwischen
kastriert wurde, bedeutet für sie einen Fortschritt und eine große
Erleichterung. Sie genießt es allmählich, in
Sicherheit zu sein und sich nicht mehr ums tägliche Futter und einen vor
Fressfeinden und schlechtem Wetter geschützten Unterschlupf sorgen zu müssen.

Silke kennt und braucht nicht viel. In der Zuflucht zeigt sie sich sehr bescheiden und anspruchslos, so wird es auch in ihrem neuen, ihrem allerersten richtigen Zuhause - bei Ihnen?! - sein.

Falls Sie, liebe Leserin, lieber Leser, unsere hübsche Rehbraune bereits ins Herz geschlossen haben, melden Sie sich doch schnellstmöglich bei ihrer Vermittlerin. Damit aus Ihnen und Silke ein echtes Traumpaar wird, möchten wir Sie bitten, an folgendes zu denken: Die tapfere Seniorin hat ihr bisheriges Leben zwar unter schwersten Bedingungen, aber dennoch im Wesentlichen selbstbestimmt verbracht. Sie muss erst noch lernen, sich in eine Gemeinschaft mit Menschen einzufügen, und vielleicht weiß sie anfangs auch noch nicht alle Annehmlichkeiten zu schätzen, die Sie ihr bieten: ein weiches Körbchen, regelmäßige Mahlzeiten und Spaziergänge, immer frisches Wasser und was am wichtigsten ist, Verständnis, Zuwendung und Liebe. Sie bekommen, was Sie geben, tausendfach zurück!
Simone Horn
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Lebenslichter 01.07.2026, 20.04 | (0/0) Kommentare | PL

JACOBY
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 08.2021
Schulterhöhe: 60 cm
Tage, Stimmen. Immerzu und überall Stimmen. "Benny! Molly! Komm!" Jeden Tag hört man Wörter, die fliegen wie Leckerli durch die Luft, geworfen von lachenden Menschen, aufgefangen von fröhlich bellenden Hunden. Manche Namen werden mit Liebe ausgesprochen, viele mit Sehnsucht, andere einfach so.
Nur meiner fällt nie: Jacoby. Ich höre meinen Namen in der Stille. Ich fühle
ihn, wenn alle anderen fort sind und ich allein in meinem Zwinger liege.
Manchmal probiere ich ihn aus, ganz leise in Gedanken, und stelle mir vor, wie
er in einer warmen Stimme klingt; wie es wäre, wenn jemand ihn laut ruft; nicht
aus Versehen, sondern weil er wirklich mich meint.

Aber sie rufen, sie streicheln, sie adoptieren andere. Meine Schwester und
meine Freunde durften gehen, sie durften diesen traurigen Ort verlassen, weil
jemand sie beim Namen gerufen hat. Ich bin übriggeblieben, mit all den
liebevollen Sätzen in meinem Herzen, die niemand je zu mir gesagt hat.
"Wart nur ab, Jacoby, irgendwann kommt auch dein Mensch, oder deine Familie und
holt dich hier raus!" Das ist lange her. Ich habe gewartet, 365 Tage, 730 und inzwischen
schon über 1500. Jeden einzelnen davon habe ich meinen Namen inwendig gespürt
und ihn doch nie gehört. Ich weiß, wie die Jahreszeiten riechen und wie schwer
Worte wiegen, wenn sie nicht ausgesprochen werden.
Ich bin freundlich und geduldig. Ich habe mich immer bemüht, möglichst unsichtbar
und unauffällig zu sein, weil niemand nach mir ruft und nach mir verlangt. Vielleicht
war das ein Fehler und ich habe deswegen keine Leine kennengelernt, weil ich
nie dorthin durfte, wo ein Name mehr bedeutet würde als ein Eintrag in einer
Liste.

Tage und Nächte vergehen, ich werde älter, schwerer und ruhiger. Meinen Alltag
teilte ich lange mit Jontar und Betsy. Die beiden hatten Glück, sie durften in
den Sicheren Hafen umziehen und warten dort auf ihre(n) Menschen. Ich blieb
allein zurück. Wenn die Tierschützer mich alle paar Monate einmal für wenige
Minuten besuchen kommen, spreche ich innerlich meinen Namen wie ein stilles
Gebet. Manchmal glaube ich, die Sehnsucht hängt als Klang in der Luft, doch
niemand nimmt sie wahr.
Was würde wohl passieren, wenn jemand an das Gitter käme, innehielte und meinen
Namen sagte? Was könnte auf einmal in mir lebendig werden, wenn da draußen
wirklich jemand wäre, der nicht einfach nur einen Hund sieht, sondern Jacoby
ruft. Mich.
Vielleicht bist du das, liebe Leserin, lieber Leser. Vielleicht sprichst du am
Ende das Wort aus, das mein Leben zum Leuchten bringt, fängst meinen Namen auf
und heilst die Stille und Leere in mir und um mich herum.

Und wenn die Zeit reif ist, kann ich das allererste Mal hören, wie mein Name
klingt: Jacoby.
Bitte ruf DU mich, damit ich endlich weiß, wie es sich anfühlt, einen Namen zu
haben, kein Niemandshund mehr zu sein und nach Hause zu kommen.
Daniela Koenemann
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Lebenslichter 26.06.2026, 18.40 | (0/0) Kommentare | PL

Lebenslichter 21.06.2026, 21.05 | (0/0) Kommentare | PL

Bailoch
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 03.2021
Schulterhöhe: 56 cm
Es gibt Hunde, die schleichen sich still und leise ins Herz - und dann gibt es jemanden wie Bailoch, der mit
wehender Wuschelmähne, einem schelmischen Fleck am Auge und mehr Begeisterung als
eine ganze Zirkustruppe mitten ins Leben stürmt, sodass kein Sofa und kein
Pantoffel mehr sicher ist!
Unsere Tierschützer beschreiben ihn so: Bailoch ist süß wie ein Sahnekeks und (noch)
mit soviel Selbstvertrauen gesegnet, dass er sogar seinem eigenen Spiegelbild
freundlich zunickt, so als wüsste er genau, dass er ein echter Hauptgewinn auf
vier Pfoten ist!



Daniela Koenemann
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Lebenslichter 10.06.2026, 11.32 | (0/0) Kommentare | PL

Rasse: English Setter
Geschlecht: Rüde
Geboren: 31.12.2012
Schulterhöhe: 50 cm

"Es war einmal ein alter Hund, dem wurde die Welt ganz dunkel und still…
So könnte meine Geschichte beginnen. Ich bin Toby, ein steinalter Setter, sagen
die Menschen hier. Ich gehöre zu denen, die im Leben schon viel gesehen haben,
auch wenn ich das jetzt nicht mehr kann.
Es ist so nach und nach passiert. Zuerst wurde alles verschwommen, dann immer
dunkler, bis es zum Schluss nur noch schwarz war. Auch die Geräusche sind
verschwunden. Manchmal glaube ich noch, ein dumpfes Gemurmel zu spüren, so ein
leises Summen; aber die Stimmen und die Worte erreichen mich nicht mehr. Trotzdem
bin ich noch da. Ich gehe noch immer gerne nach draußen, meine Nase arbeitet
zum Glück noch einwandfrei, und sie erzählt mir alles, was ich wissen muss. Ich
schnuppere mich durch die Welt, ganz vorsichtig, Schritt für Schritt. Und wenn
ich Gras unter mir spüre, dann vergesse ich für einen Augenblick alles und
wälze mich glücklich darin, so wie früher.


Die netten Menschen hier sagen, ich sei lebensfroh und dass ich gerne kuschle. Das stimmt. Ich finde meinen Weg zu ihnen - vielleicht nicht mit den Augen oder mit den Ohren, aber trotzdem zielsicher. Und wenn ich sie dann errreicht habe, lehne ich mich einfach ganz dicht und fest an sie, was heißen soll: Seht ihr, hier bin ich. Es ist alles gut.

Vor einer Woche kam ich hierher ins Tierheim. Ein neuer Ort, den ich nicht
sehen kann mit Geräuschen und Stimmen, die ich nicht hören kann. Alles ist fremd und manchmal
bleibe ich einfach stehen und weiß nicht so recht, wohin ich gehen soll. Ich
glaube, alt zu sein hatte ich mir ein bisschen leichter vorgestellt. Man sagt
ja auch, dass es nichts für Feiglinge ist. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Schließlich
gibt es noch viel zu erschnuppern und zu erleben. Und vielleicht, ganz
vielleicht ist irgenwo da draußen jemand, der mir helfen möchte, mich
zurechtzufinden und mir mir zeigt, dass die Welt auch ohne Augenlicht und Gehör
noch ein schöner Ort sein kann.

Ich wünsche mir so sehr einen sicheren Platz bei Menschen, die mich geduldig führen, ohne mich zu drängen; die verstehen, dass ich manchmal ein bisschen länger brauche und die sich freuen, wenn ich mich neben sie lege und einfach nur da bin. Das würde mich glücklich machen. Hoffentlich bin ich nicht zu unbescheiden.

Das war sie schon, meine kleine Geschichte. Sehr viel Zeit habe ich wohl nicht mehr, und ich würde sie ich so gern mit dir verbringen. Vielleicht siehst und hörst ja gerade du mich - auch wenn ich selbst nichts mehr sehen und hören kann."
Dein TOBY
Yvonne Beier
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Lebenslichter 07.06.2026, 19.15 | (0/0) Kommentare | PL

Haribo
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren:12.2018
Schulterhöhe: 40 cm






Nun wartet das Märchen vom kleinen Hund Haribo noch auf sein glückliches Ende; mit einem Menschen, der ihn nicht wieder ankettet, ihm aber das Vertrauen zurückgibt und seine Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit stillt.

Möchten Sie dieser Mensch, diese Familie für unseren Haribo sein? Dann melden Sie sich bitte möglichst schnell bei seiner Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!
Sabine Wojtok
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Edelmira
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 25.03.2019
Schulterhöhe: 57 cm
Es ist das alte, ewig gleiche, aber doch jedes Mal unendlich traurige Lied: Ein Hundekind, ein kleines Welpchen von einigen Wochen oder höchstens Monaten, verschwindet auf Nimmerwiedersehen hinter den dicken Mauern eines italienischen Canile. Dort sitzt es in einer kahlen Betonbox mit Ausblick durch Gitterstäbe auf eine andere kahle Betonbox mit Gitterstäben und wartet; wartet vielleicht auf Futter und Wasser (kommen zwar unregelmäßig, aber meistens doch irgendwann), auf Ansprache und Abwechslung (kommen so gut wie nie), auf ein richtiges Leben (kommt nur äußerst selten und im Jahr höchstens für eine Handvoll der unzähligen gefangenen Hunde).
So oder ähnlich ergeht es Edelmira - mit der Besonderheit, dass für sie nun
endlich Hoffnung auf ein richtiges Leben besteht. Denn obwohl sie seit dem
zarten Alter von dreieinhalb Monaten in dem Betonbunker eingekerkert ist, hat
sich ihr Blatt in diesem Sommer leicht gewendet. Ihre Strafe für nichts, außer,
dass sie als unschuldiges, unerwünschtes Hundekind zur falschen Zeit am
falschen Ort war, wurde von lebenslang in möglicherweise vorzeitige Entlassung
abgemildert. Edelmira durfte nämlich durch eine gütige Schicksalswende oder
eine unerwartete, menschliche Regung der Lagerleitung im August endlich Besuch
von den mit uns befreundeten Tierschützern erhalten. Nun setzen wir alles daran,
um Edelmira möglichst schnell in die Freiheit zu einer liebevollen Familie oder
Einzelperson zu verhelfen.

Edelmira ist eine wunderschöne, schwarzweiße Hündin. Sie wirkt sehr aufmerksam, ihren pharaonenhundähnlichen Ohren scheint kaum etwas zu entgehen. Aber die lange Zeit in der Abgeschnittenheit von der Außenwelt hat bei ihr Spuren hinterlassen. Mehr als sechs ihrer knapp sieben Lebensjahre hat sie in einem immer gleichen, betonierten Rechteck zugebracht. Sie kennt wahrscheinlich jede Spalte, jede Unebenheit in den Mauern. Ihre feine Nase weiß genau, wo ihr Zellengenosse Lynwood noch vor zwei Minuten gelegen hat. Dann standen im August wie aus heiterem Himmel plötzlich wildfremde Menschen in ihrem Kerker, die sie kennenlernen und für einen kurzen Augenblick auf die angrenzende Wiese entführen wollten. Die Tierschützer beschreiben die Situation so: "Edelmira fühlte sich in ihrem Zwinger einigermaßen sicher. Sie kam unterwürfig angekrochen und ließ sich widerstandslos Halsband und Leine anlegen." Sehr mutig für eine Hündin, die in ihrem Leben noch nie zuvor freundlichen, verständnisvollen Menschen begegnet war.

Dann ging es
nach draußen. Plötzlich waren ihre Orientierungspunkte – Betonmauern auf drei
Seiten und vorn eine Gitterwand – weg, der gewohnte, steinharte Boden war Erde
und Gras gewichen, es roch ganz anders; Lynwood, ihr getreuer
Schicksalsgefährte, war nicht mehr an ihrer Seite, dafür gab es Bäume und, wenn
man genau hinhörte, sogar Vogelgezwitscher. Wie soll ein Hund, der nichts
weiter kennt als schmuzigen Steinboden, schimmelige Wände und das verzweifelte
Bellen und Winseln seiner Mitgefangenen, mit alldem anfangen? Edelmira habe vorübergehend ein bisschen die
Orientierung verloren, schreiben die Tierschützer. Sie fürchtete sich, war
plötzlich überwachsam, wollte fliehen und ließ sich vor lauter Stress nicht
mehr anfassen. Nachdem sie sich halbwegs beruhigt hatte, lief sie brav an der
Leine.
Für die
liebe, aber unsichere Edelmira suchen wir Menschen mit Hundeerfahrung, viel
Zeit und viel Geduld. Dazu ein ruhiges Umfeld mit einem sicher eingezäunten
Garten, in welchem sich Edelmira aufhalten darf, sollte sie sich anfangs im
Haus nicht recht wohlfühlen. Edelmira versteht sich gut mit Rüden, ein netter,
umgänglicher Hundekumpel könnte ihr helfen, die ersten Hürden beim Sprung ins
neue Leben zu nehmen. Anfangs wird sie viel Ruhe benötigen und einen Ort, an
den sie sich zurückziehen, an dem sie schlafen und die vielen neuen Eindrücke
nach und nach verarbeiten kann. Wenn sie erst Vertrauen gefasst hat, wird sie
bereit sein für kurze Spaziergänge, um die Welt da draußen in kleinen Schritten
kennenzulernen, ihre traurige Vergangenheit hinter sich zu lassen und irgendwann
auf sicheren Pfoten an der Seite ihrer/ihres Lieblingsmenschen durchs Leben zu spazieren.

Vielleicht
gehören Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, zu diesen Herzensmenschen
und Hundeversteher(inne)n und haben sich in die hübsche Hündin verliebt? Dann melden
Sie sich bitte bei ihrer Vermittlerin. Edelmira und wir freuen uns riesig auf
Sie. Vielen, lieben Dank!
Margot Wolfinger
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
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aus Deutschland:
0179 - 66 06 200
aus dem Ausland:
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Lebenslichter 07.06.2026, 19.15 | (0/0) Kommentare | PL

Elettra
Rasse: English Setter
Geschlecht: Hündin
Geboren: 09.2016
Schulterhöhe: 46 cm
Elettra, die überaus freundliche Setterhündin, wurde von uns im "Sicheren Hafen" aufgenommen. So können die Tierschützer sich ein genaues Bild von ihr machen. Die wunderhübsche, eher zierliche Hundedame zeigt sich hier von ihrer besten Seite: Sie ist verträglich mit Rüden und Hündinnen gleichermaßen und ausgesprochen nett zu den Menschen, wobei sie zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied macht. Schon nach dieser kurzen Zeit läuft sie brav an der Leine, und ihre Augen beginnen immer mehr zu leuchten. So wird sie ihrem Namen gerecht, denn Elettra ist die italienische Form von Elektra, was übersetzt "die Leuchtende" heißt.

Elettra ist eine neunjährige, ausgemusterte Jagdhündin. Dabei wirkt sie überraschend fit, hat ein erstaunlich gepflegtes Fell und auch ihr Verhalten spricht dafür, dass sie von dem Jäger - anders als sonst üblich - einigermaßen gut behandelt wurde. Sie konnte ihn wohl mit ihrer gewinnenden Art wenigsten ein bisschen um den Finger wickeln. Das hinderte den Mann allerdings nicht daran, sie aus Altersgründen abzugeben, denn mit ihren knapp neuneinhalb Jahren ist sie in Jägeraugen uralt und wertlos. Undank ist der Welt Lohn, das bekommen ausgediente Jagdhunde in Italien schmerzlich zu spüren.

Die trotz ihres leicht fortgeschrittenen Alters sehr aufgeweckte und lernfreudige Elettra saugt all das Neue, das ihr schon jetzt bei uns im Sicheren Hafen begegnet, förmlich auf wie ein Schwamm. Wir sind uns sicher, dass sie sich im eigenen Zuhause als Musterschülerin erweisen und das Hundeeinmaleins im Pfotenumdrehen erlernen wird. Schon bei ihrer Ankunft zeigte sie sich völlig unkompliziert. Freudig nimmt sie ihr neues Leben an, wedelt begeistert mit dem Schwanz, wenn die Tierschützer Zeit haben, sich mit ihr zu beschäftigen. Wie selig wird sie erst sein, ein eigenes Körbchen, eigenes Spielzeug, eine eigene Familie zu haben und von ihr geliebt und umsorgt zu werden! Elettra hat bereits alle notwenigen Impfungen erhalten und kann kurzfristig mit dem nächsten Transport, welcher Anfang März stattfindet, zu Ihnen ins Glück reisen.

Für Setterliebhaber
ist die freundliche, bildhübsche, eher ruhige Elettra wie ein Sechser im Lotto.
Möchten Sie ihre wunderschönen Augen mit den auffallend weißen Wimpern gern zum
Leuchten bringen? Dann melden Sie sich bitte bei ihrer Vermittlerin. Vielen,
lieben Dank!
NACHTRAG: Inzwischen
hat Elettra auch Katzen kennengelernt und den Test mit Bestnote
bestanden. Sie nahm die Samtpfoten kurz zur Kenntnis, um sie dann
schlichtweg zu ignorieren. Die kluge Hündin hat offenbar beschlossen,
dass ein friedliches Zusammenleben
wunderbar klappt, wenn jeder sein eigenes Ding macht und man sich
höflich
aus dem Weg geht.
Yvonne Beier
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0173-2788571
aus dem Ausland:
+49173-2788571
per EMail:
Lebenslichter 07.06.2026, 19.15 | (0/0) Kommentare | PL