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Elettra - Das Leuchten für immer


Elettra

Rasse: English Setter

Geschlecht: Hündin

Geboren: 09.2016

Schulterhöhe: 46 cm


Elettra, die überaus freundliche Setterhündin, wurde von uns im "Sicheren Hafen" aufgenommen. So können die Tierschützer sich ein genaues Bild von ihr machen. Die wunderhübsche, eher zierliche Hundedame zeigt sich hier von ihrer besten Seite: Sie ist verträglich mit Rüden und Hündinnen gleichermaßen und ausgesprochen nett zu den Menschen, wobei sie zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied macht. Schon nach dieser kurzen Zeit läuft sie brav an der Leine, und ihre Augen beginnen immer mehr zu leuchten. So wird sie ihrem Namen gerecht, denn Elettra ist die italienische Form von Elektra, was übersetzt "die Leuchtende" heißt.





Elettra ist eine neunjährige, ausgemusterte Jagdhündin. Dabei wirkt sie überraschend fit, hat ein erstaunlich gepflegtes Fell und auch ihr Verhalten spricht dafür, dass sie von dem Jäger - anders als sonst üblich - einigermaßen gut behandelt wurde. Sie konnte ihn wohl mit ihrer gewinnenden Art wenigsten ein bisschen um den Finger wickeln. Das hinderte den Mann allerdings nicht daran, sie aus Altersgründen abzugeben, denn mit ihren knapp neuneinhalb Jahren ist sie in Jägeraugen uralt und wertlos. Undank ist der Welt Lohn, das bekommen ausgediente Jagdhunde in Italien schmerzlich zu spüren.




Die trotz ihres leicht fortgeschrittenen Alters sehr aufgeweckte und lernfreudige Elettra saugt all das Neue, das ihr schon jetzt bei uns im Sicheren Hafen begegnet, förmlich auf wie ein Schwamm. Wir sind uns sicher, dass sie sich im eigenen Zuhause als Musterschülerin erweisen und das Hundeeinmaleins im Pfotenumdrehen erlernen wird. Schon bei ihrer Ankunft zeigte sie sich völlig unkompliziert. Freudig nimmt sie ihr neues Leben an, wedelt begeistert mit dem Schwanz, wenn die Tierschützer Zeit haben, sich mit ihr zu beschäftigen. Wie selig wird sie erst sein, ein eigenes Körbchen, eigenes Spielzeug, eine eigene Familie zu haben und von ihr geliebt und umsorgt zu werden! Elettra hat bereits alle notwenigen Impfungen erhalten und kann kurzfristig mit dem nächsten Transport, welcher Anfang März stattfindet, zu Ihnen ins Glück reisen.




Für Setterliebhaber ist die freundliche, bildhübsche, eher ruhige Elettra wie ein Sechser im Lotto. Möchten Sie ihre wunderschönen Augen mit den auffallend weißen Wimpern gern zum Leuchten bringen? Dann melden Sie sich bitte bei ihrer Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!

NACHTRAG: Inzwischen hat Elettra auch Katzen kennengelernt und den Test mit Bestnote bestanden. Sie nahm die Samtpfoten kurz zur Kenntnis, um sie dann schlichtweg zu ignorieren. Die kluge Hündin hat offenbar beschlossen, dass ein friedliches Zusammenleben wunderbar klappt, wenn jeder sein eigenes Ding macht und man sich höflich aus dem Weg geht.

Yvonne Beier

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Lebenslichter 10.04.2026, 16.10 | (0/0) Kommentare | PL

Haribo - Gewitter und Sternenstaub


Haribo

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren:12.2018

Schulterhöhe: 40 cm


Es war einmal ein kleiner Hund namens Haribo. Süß wie die Gummibärchen, nach denen er benannt wurde, freundlich, anhänglich und voller Vertrauen in die Menschen. Eigentlich hätte seine Geschichte leicht und fröhlich verlaufen sollen. In einem anderen Märchen hätte er ein warmes Körbchen gehabt und einen Platz mitten im Leben seiner Menschen. Doch das Märchen von dem kleinen Haribo begann anders. Er wurde von seinen Menschen zurückgelassen - einfach so, mutterseelenallein in einem Haus mit Garten. Manchmal kam jemand vorbei, stellte ihm etwas Futter hin und verschwand wieder.



Leider fürchtete Haribo sich sehr vor Gewitter. Als der Donner das erste Mal über ihm krachte, floh er angsterfüllt aus dem Garten. Man fing ihn wieder ein und legte den kleinen Kerl an eine Kette. Sie hielt ihn fest, wo er doch Schutz gebraucht hätte. Monate verbrachte er so angebunden; ein Hund, der zuvor im Haus gelebt hatte, der Nähe, Stimmen und Bewegung kannte. Nun stand er still, Tag für Tag und Nacht für Nacht; so lange, bis Stress und Einsamkeit so unerträglich wurden, dass das zierliche Hündchen versuchte, die Kette durchzubeißen. Seine Zähnchen sind heute fast vollständig abgeschliffen; ein trauriges Andenken an die Zeit, als niemand sich seiner erbarmte und keiner kam, um ihn zu befreien. Er verlor in diesen Monaten zwar nicht sein freundliches Wesen, nicht seine Freundlichkeit, aber er verlor etwas anderes: das Gefühl von Sicherheit und das Vertrauen in uns Menschen.



Irgendwann fiel ein kleines bisschen Sternenstaub auf das Häufchen Unglück; gerade genug, um jemandem den Weg zu dem armen, angeketteten Kerlchen zu zeigen. Haribo durfte gehen, aber sein Weg war kein gerader. Er führte ihn zunächst in eine Pension, dann auf eine Pflegestelle, die ihn eigentlich behalten wollte - und dann doch wieder Abschied und wieder kein Zuhause. Trotz allem ist Haribo geblieben, wer er immer war: ein anhänglicher Hund, der Nähe sucht und sich an seine(n) Menschen binden möchte, der aber gelernt hat, vorsichtig zu sein. Er ordnet sich unter, nimmt den Maulkorb beim Tierarzt hin und lässt doch erkennen, wie sehr ihn die Einsamkeit geprägt hat. Mit anderen Hunden versteht Haribo sich grundsätzlich gut, egal ob, Rüde oder Hündin, ob groß oder klein. Er läuft brav an der Leine, hat eine hübsche, lange Rute und noch etwas, das man ihm nie nehmen konnte: seine Lebensfreude und seinen Spaß am Autofahren.


Nun wartet das Märchen vom kleinen Hund Haribo noch auf sein glückliches Ende; mit einem Menschen, der ihn nicht wieder ankettet, ihm aber das Vertrauen zurückgibt und seine Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit stillt.


Möchten Sie dieser Mensch, diese Familie für unseren Haribo sein? Dann melden Sie sich bitte möglichst schnell bei seiner Vermittlerin. Vielen, lieben Dank!

Sabine Wojtok

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Lebenslichter 08.04.2026, 20.59 | (0/0) Kommentare | PL

A wie Andy


Seit wann genau ANDY im russischen Shelter "Kozhuhovo" lebt, können wir leider nicht sagen. Erste Aufzeichnungen über Andy stammen aus dem Jahr 2012. Das heißt, er "feiert" iin diesem Jahr ein trauriges Jubiläum. Auch woher er kam oder ob er früher schon mal ein Zuhause hatte, wissen wir leider nicht.

ANDY ist ein freundlicher und sehr aktiver Hund. Er liebt es, einfach nur zu laufen und steckt voller Energie. Mit seinen Artgenossen verträgt er sich gut. Allerdings mag er Hündinnen lieber, bei Rüden entscheidet die Sympathie.

Der schönste Tag der Woche ist für ANDY der Tag, an dem er Besuch von seinen Betreuern bekommt. Sobald er sie bemerkt, kann er sich nicht mehr zurückhalten. Seine Betreuer sagen, wenn er seinen kleinen Aussenzwinger verlassen darf, ist es so, als ob er alle angesammelte Energie auf einmal rauslassen möchte. Er springt und bellt vor Freude.

Andy zeigt dem Menschen gegenüber seine Freude und in ihm steckt unendlich viel Energie. Das traurige und einsame Shelterleben konnte ihm diese Freude bisher zum Glück noch nicht nehmen.

Und doch - irgendwann wird der Tag kommen, an dem auch Andy seinen Lebensmut verlieren wird. An dem er merkt, dass er diesem Leben nicht mehr entkommen kann - dann wird die Einsamkeit siegen.


ANDY ist so ein charmanter und liebevoller Rüde. In Russland wollte ihn bisher keiner adoptieren. Niemand wollte ihm eine Chance geben. Mit einem Geburtsjahr von 2006 ist er einfach schon zu alt.

Deshalb legen wir nun all unsere Hoffnung darein, Andys Familie hier in Deutschland zu finden. Den Menschen zu finden, dem sein Alter egal ist und der ihn so nimmt, wie er ist.

Andy ist immer fröhlich und gut gelaunt. Trotz des entbehrungsreichen Lebens, das er leben muss, hat er sich all seine Fröhlichkeit nicht nehmen lassen. Zu Andy würden Menschen passen, die Spaziergänge durch Wald und über Wiesen lieben und einen tollen, loyalen Begleiter an ihrer Seite zu schätzen wissen.

Für Andy wäre es sehr schön, wenn bereits eine Hündin im Haushalt leben würde. Er braucht endlich ein Zuhause, bevor das Shelterleben ihn doch irgendwann brechen wird.

Andy ist ca. 50-55 cm groß, geimpft, gechipt und kastriert und kennt das Laufen an der Leine. Andy ist verträglich mit Hündinnen, bei Rüden entscheidet die Sympathie. Dem Menschen gegenüber ist er stets freundlich. Ob Andy sich mit Katzen verstehen würde können wir nicht zu 100 % sagen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für Andy, genau wie für all unsere anderen Hunden, ausschließlich eine Endstelle suchen.

 Bei ernsthaftem Interesse wenden Sie sich bitte an unsere Team-Kolleginnen. Vielen, lieben Dank!

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Lebenslichter 06.04.2026, 19.20 | (0/0) Kommentare | PL

Edelmira - Mit kleinen Schritten ins große Glück

Edelmira

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 25.03.2019

Schulterhöhe: 57 cm

Es ist das alte, ewig gleiche, aber doch jedes Mal unendlich traurige Lied: Ein Hundekind, ein kleines Welpchen von einigen Wochen oder höchstens Monaten, verschwindet auf Nimmerwiedersehen hinter den dicken Mauern eines italienischen Canile. Dort sitzt es in einer kahlen Betonbox mit Ausblick durch Gitterstäbe auf eine andere kahle Betonbox mit Gitterstäben und wartet; wartet vielleicht auf Futter und Wasser (kommen zwar unregelmäßig, aber meistens doch irgendwann), auf Ansprache und Abwechslung (kommen so gut wie nie), auf ein richtiges Leben (kommt nur äußerst selten und im Jahr höchstens für eine Handvoll der unzähligen gefangenen Hunde).


So oder ähnlich ergeht es Edelmira - mit der Besonderheit, dass für sie nun endlich Hoffnung auf ein richtiges Leben besteht. Denn obwohl sie seit dem zarten Alter von dreieinhalb Monaten in dem Betonbunker eingekerkert ist, hat sich ihr Blatt in diesem Sommer leicht gewendet. Ihre Strafe für nichts, außer, dass sie als unschuldiges, unerwünschtes Hundekind zur falschen Zeit am falschen Ort war, wurde von lebenslang in möglicherweise vorzeitige Entlassung abgemildert. Edelmira durfte nämlich durch eine gütige Schicksalswende oder eine unerwartete, menschliche Regung der Lagerleitung im August endlich Besuch von den mit uns befreundeten Tierschützern erhalten. Nun setzen wir alles daran, um Edelmira möglichst schnell in die Freiheit zu einer liebevollen Familie oder Einzelperson zu verhelfen.



Edelmira ist eine wunderschöne, schwarzweiße Hündin. Sie wirkt sehr aufmerksam, ihren pharaonenhundähnlichen Ohren scheint kaum etwas zu entgehen. Aber die lange Zeit in der Abgeschnittenheit von der Außenwelt hat bei ihr Spuren hinterlassen. Mehr als sechs ihrer knapp sieben Lebensjahre hat sie in einem immer gleichen, betonierten Rechteck zugebracht. Sie kennt wahrscheinlich jede Spalte, jede Unebenheit in den Mauern. Ihre feine Nase weiß genau, wo ihr Zellengenosse Lynwood noch vor zwei Minuten gelegen hat. Dann standen im August wie aus heiterem Himmel plötzlich wildfremde Menschen in ihrem Kerker, die sie kennenlernen und für einen kurzen Augenblick auf die angrenzende Wiese entführen wollten. Die Tierschützer beschreiben die Situation so: "Edelmira fühlte sich in ihrem Zwinger einigermaßen sicher. Sie kam unterwürfig angekrochen und ließ sich widerstandslos Halsband und Leine anlegen." Sehr mutig für eine Hündin, die in ihrem Leben noch nie zuvor freundlichen, verständnisvollen Menschen begegnet war.

Dann ging es nach draußen. Plötzlich waren ihre Orientierungspunkte – Betonmauern auf drei Seiten und vorn eine Gitterwand – weg, der gewohnte, steinharte Boden war Erde und Gras gewichen, es roch ganz anders; Lynwood, ihr getreuer Schicksalsgefährte, war nicht mehr an ihrer Seite, dafür gab es Bäume und, wenn man genau hinhörte, sogar Vogelgezwitscher. Wie soll ein Hund, der nichts weiter kennt als schmuzigen Steinboden, schimmelige Wände und das verzweifelte Bellen und Winseln seiner Mitgefangenen, mit alldem anfangen?  Edelmira habe vorübergehend ein bisschen die Orientierung verloren, schreiben die Tierschützer. Sie fürchtete sich, war plötzlich überwachsam, wollte fliehen und ließ sich vor lauter Stress nicht mehr anfassen. Nachdem sie sich halbwegs beruhigt hatte, lief sie brav an der Leine.


Für die liebe, aber unsichere Edelmira suchen wir Menschen mit Hundeerfahrung, viel Zeit und viel Geduld. Dazu ein ruhiges Umfeld mit einem sicher eingezäunten Garten, in welchem sich Edelmira aufhalten darf, sollte sie sich anfangs im Haus nicht recht wohlfühlen. Edelmira versteht sich gut mit Rüden, ein netter, umgänglicher Hundekumpel könnte ihr helfen, die ersten Hürden beim Sprung ins neue Leben zu nehmen. Anfangs wird sie viel Ruhe benötigen und einen Ort, an den sie sich zurückziehen, an dem sie schlafen und die vielen neuen Eindrücke nach und nach verarbeiten kann. Wenn sie erst Vertrauen gefasst hat, wird sie bereit sein für kurze Spaziergänge, um die Welt da draußen in kleinen Schritten kennenzulernen, ihre traurige Vergangenheit hinter sich zu lassen und irgendwann auf sicheren Pfoten an der Seite ihrer/ihres Lieblingsmenschen durchs Leben zu spazieren.


Vielleicht gehören Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, zu diesen Herzensmenschen und Hundeversteher(inne)n und haben sich in die hübsche Hündin verliebt? Dann melden Sie sich bitte bei ihrer Vermittlerin. Edelmira und wir freuen uns riesig auf Sie. Vielen, lieben Dank! 

Margot Wolfinger

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Lebenslichter 05.04.2026, 20.16 | (0/0) Kommentare | PL

Oldrich - Für immer ist viel zu lang


Oldrich

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 06.2019

Schulterhöhe: 60 cm


"Sie ist weg." "WER ist weg?!" "Na, Oberlyn! Sie hats geschafft!" Wie ein Lauffeuer ging es durch die kahlen, schimmeligen Betonflure des Canile. Ein aufgeregtes Konzert aus Bellen, Jaulen und Gitterrasseln setzte ein – manche freudig, manche neidisch, andere verzweifelt und wieder andere einfach, weil es alle machten. Mittendrin saß Oldrich. Still. Ein bisschen verwirrt, ein bisschen stolz, aber auch ein kleines bisschen traurig. Seine Schwester war jahrelang seine Mitbewohnerin, Seelentrösterin und Wärmflasche auf vier Pfoten gewesen. Jetzt hatte sie ein Zuhause. Ein richtiges Zuhause mit Platz auf dem Sofa, Leberwurst aus der Tube und mit Menschen, sie sich nicht störten an einem bisschen Fell in ihrem Morgenkaffee.

"Das ist doch super!", bellt jemand aus der Nachbarbox. Oldrich nickt bedächtig. Und er? Er teilt seinen kahlen Käfig nun allein mit Alphonza.  Alphonza ist in Ordnung. Sie frisst ihm nicht das Futter weg und schnarcht nicht ganz so laut wie Oberlyn.  Dennoch vermisst Oldrich sie. Aber er nimmt sich zusammen. So ist er eben, ein stiller Held.


Wenn die Tierschützer zu Besuch kommen, neigt Oldrich leicht den Kopf zur Seite; nicht zu niedlich, aber dennoch charmant. Die meisten sehen dann nur: "Hm, schüchtern." Er ist keiner dieser fluffigen Instagramhunde mit Pomponschwanz und Schnappschusslächeln. Er ist einfach Oldrich. Wunderschön schwarz-weiß, mit einem etwas hervorstehenden Unterkiefer; die Tierschützer nennen das diplomatisch leichte Prognathie.  Er bleibt stets abwartend und ruhig - manchmal so ruhig, dass man meinen könnte, er sei aus Stein. Aber seine Augen blicken fragend-hoffnungsvoll und sein Herz, klopft voller Erwartung. Vertrauen kommt bei ihm nicht per Express, sondern eher wie ein Paket, das auf dem Postweg aus dem vorletzten Jahrhundert verschickt wurde - aber es kommt an. Er ist nicht unhöflich, doch sein Instinkt sagt: "Verhalte dich lieber still, vielleicht ist das hier gefährlich. Denn der Alltag im Canile hat ihn geprägt. Tage, Wochen, Jahre, immer gleich. Beton, Gitter, manchmal Futter, oft Hunger, Schmutz, Einsamkeit, Langeweile, Regen, Hitze, Kälte, Hoffnung und immer wieder bittere Enttäuschung. Oldrich ist kein Draufgänger. Er ist ein Beobachter, einer, der lieber zweimal hinschaut, bevor er jemandem die Pfote reicht.

Aber wenn man sich Zeit nimmt, kann man das sanfte Leuchten in seinen Augen sehen. Vertrauen auf Sparflamme, das gern wachsen möchte. Bei ruhiger Ansprache kommt er näher; ganz langsam, wie ein scheuer Tanzpartner, der den Rhythmus der Welt erst noch lernen muss. Und dann lässt er sich streicheln.


Oldrich lebt leise im Schatten der Lauten. Er lebt zwischen Hoffnung und Resignation. Aber er lebt und das mit so viel Würde, dass einem das Herz wehtut.

Damals war´s, vor nunmehr vier Jahren. Plötzlich lag ein Leuchten in Oldrichs Äuglein, als die Tierschützer zu ihm sagten: "Lieber Oldrich, du bist jetzt in der Vermittlung. Bald holen wir dich hier heraus und dann wird dein Leben wunderschön." Leider meldete sich niemand für ihn, so blieb es bis heute und ganz langsam, kaum merklich zerbricht seine Seele. Von dem einst neugierigen, zutraulichen Hundbuben ist nicht mehr viel übrig. Die Tierschützer zeigten sich erschrocken, als sie phn vor ein paar Tagen wiedersahen, denn aus Oldrich ist ein zurückhaltender, schüchterner Hund geworden. Er musste zusehen, wie seine Geschwisterchen adoptiert wurden, mit ihnen verlor er seinen letzten Halt.

Oldrich ist einer von den Unsichtbaren im Lager, die nicht durch besondere Merkmale hervorstechen und versuchen, den harten Alltag inmitten von Stein, Freudlosigkeit und Isolation irgendwie zu meistern. Aus der Erfahrung wissen wir, dass bei liebevoller Ansprache und geduldiger Führung auch schüchterne Hunde wie Oldrich aufblühen und zu fröhlichen Begleitern werden können.


Liebe Leserinnen und Leser, Oldrich braucht kein Feuerwerk, keine großen Gesten. Er braucht jemanden wie Sie, der zu ihm sagt: „Komm, Oldrich, wir schauen gemeinsam. Du darfst langsam sein, ich warte auf dich.

Wenn Sie einen Blick für das scheinbar Unscheinbare und ein Ohr für leise Töne haben, dann melden Sie sich bitte bei Oldrichs Vermittlerin. Denn nie ist einfach zu lang. Dieser wunderbare Hund mit der sanften, leisen Seele hat lange genug gewartet und wäre bestimmt sogar bereit, für Sie ein bisschen zu wedeln. 

Margot Wolfinger

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Lebenslichter 04.04.2026, 19.38 | (0/0) Kommentare | PL

Nidal - Was in diesem Augenblick zählt


Nidal

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2019

Schulterhöhe: 55 cm




Man sagt, das Glück sei wie ein scheuer Vogel: Wer es zu eilig greifen will, sieht es davonfliegen. Nidal hat sich das auf seine Weise zu eigen gemacht. "Ich bin lieber ein leiser Schatten", scheint sein Wesen zu sagen, "damit niemand merkt, wie sehr ich mir wünsche, dazuzugehören." Und doch, wenn man genau hinsieht, erkennt man in seinen Augen eine Hoffnung, die leuchtet wie ein winziger Stern in der Dunkelheit: "Vielleicht, nur dieses eine Mal, bleibt der Moment ja bei mir." So lebt Nidal in einer Welt aus vorsichtigen Sekunden, in denen er das Glück mit stiller Sehnsucht betrachtet. Er hat gelernt, wie flüchtig die Flügelschläge dieses scheuen Vogels sind; man kann sie nur festhalten, indem man lautlos verharrt. Wer ihn begleitet, lernt, dass manchmal das größte Glück darin liegt, einfach nur zu bleiben und den leisen Zauber eines Augenblicks nicht zu verscheuchen, sondern ihn behutsam im Herzen zu bewahren.



Leider trägt Nidal eine stille Last, die sich nicht in seinem Wesen zeigt, sondern in seinen Werten. Seine Blutuntersuchungen sprechen eine deutliche Sprache: Leishmaniose. Diese Krankheit ist nicht laut, sie schleicht sich an und nimmt ganz heimlich, Stück für Stück. Das macht sie so gefährlich, weil sie glauben lässt, Nidal hätte noch Zeit, die er nicht mehr hat.




Nidal wird nicht warten können, bis es vielleicht irgendwann passt. Für ihn liegt jetzt alles in einer einzigen Entscheidung: Ob jemand bereit ist, für ihn dazusein; ein Mensch, der nicht wegsieht, wenn es schwieriger wird, sondern ihn begleitet, wenn er ihn am meisten braucht.  Vielleicht können und möchten Sie dieser Mensch, diese Familie sein, oder es gibt jemanden, den Sie mit Nidals Geschichte erreichen.





Seine Vermittlerin erteilt Ihnen gern weitere Auskünfte über seine gegenwärtigen Blutwerte und den bisherigen Behandlungsverlauf.

 

 

Tanja Roth

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Lebenslichter 03.04.2026, 19.42 | (0/0) Kommentare | PL

Nettie - Wundertüte auf vier Pfoten


Nettie

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 06.2024

Schulterhöhe: 35 cm

Oh je, dachten die lieben Tierschützer vor Ort, als sie im Mai dieses Jahres die Zwingerbox der winzigen Hündin namens Nettie betraten. Scheu drückte die Kleine sich in eine Ecke und hätte sich am liebsten unsichtbar gemacht. Mit ruhiger Ansprache gelang es den Tierschützern, der verängstigten Nettie Halsband und Leine anzulegen und mit ihr ein paar Schritte nach draußen zu gehen. Da geschah ein kleines Wunder: die eben nochso schüchterne Nettie wedelte fröhlich mit der Rute, ließ sich streicheln und alberte mit den Menschen herum, dass ihnen warm ums Herz wurde. Da war keine Spur mehr von Unsicherheit, Sorge und Scheu; stattdessen eine vergnügte Junghündin, die sich über die freundliche Ansprache freute und die kurze Abwechslung sowie die Streicheleinheiten sichtlich genoss.


In diesen kurzen, für Mensch und Hund so besonderen Begegnungen auf der schmalen Wiese in einem italienischen Hundegefängnis wird immer wieder deutlich, wie qualvoll die ausschließliche Haltung in einem Betonzwinger ohne Auslauf, Ansprache und geistige Anregung ist. Die süße Nettie wurde im zarten Alter von sechs Monaten in das Lager gesperrt. Welche schrecklichen Begebenheiten zu ihrer Abgabe ins Canile geführt haben, werden wir leider nie erfahren.

Netties rechtes Auge ist ein sogenanntes "Cherry-Eye". Das ist eine Vergrößerung des 3. Augenlids, der sogenannten Nickhaut, die zu Reizungen und Rötung am Auge führen kann. Es ist gut behandelbar und könnte mit einem kleinen tierärztlichen Eingriff leicht behoben werden, müsste Nettie nicht in diesem Hundelager einsitzen, in welchem es keinerlei tierärztliche Versorgung gibt.

Erinnern Sie sich noch an diese kleinen, raschelnden Wundertüten aus der Kindheit? Man wusste nie, was darin war, aber es war immer etwas Schönes, Überraschendes, das ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Genau so ist Nettie.


Ihren kahlen, ungemütlichen Betonkäfig teilt sie ganz selbstverständlich mit anderen Artgenossen, sowohl Rüden als auch Hündinnen. Da gibt es keine bösen Überraschungen, nur nette Beigaben: Frieden, Freundlichkeit und ein bisschen Sonnenschein im grauen Zwingereinerlei. Auch uns Menschen erinnert Nettie an diese Wundertüten aus Kindertagen: an die Vorfreude beim Öffnen und dieses kleine Kribbeln im Bauch, weil man nicht wusste, was gleich zum Vorschein kommen würde. Man steckt vorsichtig die Hand aus, und anstelle von Bonbons oder Glitzerbildchen bekommt man bei ihr Vertrauen geschenkt. Ein sanfter Blick, ein leichtes Wedeln und dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, weil man gerade etwas ganz Besonderes, Echtes gefunden hat.


Nettie ist wie der schönste Fund aus einer Wundertüte; einer, der nicht nur bunt ist, sondern das Herz ein bisschen heller macht - wie eine Erinnerung an etwas Wunderbares, das man beinahe vergessen hatte.

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie die niedliche Nettie adoptieren, dann bekommen Sie keine gewöhnliche Hündin, sondern ein Herz voller Liebe, verpackt in 35 Zentimeter Lebensfreude. Wie eine Wundertüte, die Sie öffnen, und plötzlich ist alles gut.



Wenn Sie wissen möchten, was für ein Glück in dieser Wundertüte namens Nettie steckt, dann greifen Sie bitte schnell zum Telefon. Netties Vermittlerin verrät Ihnen gern den Rest des Geheimnisses. Vielen, lieben Dank! 

 

 

Sabine Wojtok

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Lebenslichter 02.04.2026, 21.20 | (0/0) Kommentare | PL

Arleene - Fachkraft für Beton- und Knastpädagogik


Arleene

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 07.2020

Schulterhöhe: 62 cm

(Von Arleene, seit Juli 2023 unfreiwillige Expertin)


Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser. Wenn Sie diesen Text lesen, interessieren Sie sich vielleicht für Hundeerziehung. Dann lassen Sie mich Ihnen sagen: Ich habe inzwischen fast drei Jahre Praxiserfahrung; leider nicht im Garten oder im Wohnzimmer, sondern im Beton.





Kapitel 1: Wählen Sie den richtigen Untergrund. Rasen wird überbewertet, ebenso wie Sand. Beton dagegen hat Charakter. Er ist hart, nackt und speichert jede Temperatur, die gerade als besonders unangenehm empfunden wird. Im Sommer beschert er Ihnen Brandblasen an den Pfoten, im Winter dafür Erfrierungen und abgerissene Haut, die an dem nassen, vereisten Untergrund kleben bleibt. Dadurch lernen Ihre Welpen schon früh, sich anzupassen und dass Weinen überhaupt nichts bringt.





Kapitel 2: Ruhig bleiben trotz Dauerlärm. 
Umgeben von Jaulen, Winseln, Bellen, Metallklirren und immer neuen Gesichtern hinter Gittern entwickeln junge Hunde eine ausgezeichnete Fähigkeit, gelassen zu bleiben. Ich habe meine Kinder gelehrt, dass nicht jedes laute oder fremde Geräusch zwangsläufig Gefahr bedeutet. Manchmal heißt es nur, dass wieder einer umsonst gehofft und gewartet hat.





Kapitel 3: Haltung bewahren, auch ohne Publikum. Man steht gerade, bleibt gefasst und man drängelt nicht. Ich bin liebevoll, gesellig, gehorsam und anhänglich, sagen die Tierschützer, die es wissen müssen. Gern würde ich all das meinem Menschen/ meiner Familie beweisen. Aber selbst hier in Haft und abgeschnitten von der Welt gilt: Würde behalten, auch wenn niemand zuschaut.





Kapitel 4: Hoffnung sparsam dosieren. Seit Juli 2023 bin ich hier, da waren meine Kinder gerade eine Woche alt. Sie sind erwachsen geworden hinter Gittern. Als Mutter lernt man hier, Hoffnung wie Futter einzuteilen: nicht zuviel auf einmal, sonst bekommt man Bauchweh; aber auch nicht zu wenig, sonst verhungert die Seele.




Kapitel 5: Was tun, wenn plötzlich einer fehlt? Man versucht, es ruhig zu erklären. Arriel sitzt nicht mehr bei uns. Warum, weiß ich nicht. Hier werden Entscheidungen willkürlich, ohne Herz und Verstand getroffen. Ich habe gelernt, nach außen stark zu wirken, auch wenn mein Herz bricht, weil ein Platz leer bleibt.




Kapitel 6: Liebenswürdigkeit als Mittel zum Überleben. Eigentlich hätte ich allen Grund, Menschen gegenüber misstrauisch und abweisend zu sein; aber Verbitterung ist ein schlechtes Vorbild für junge Hunde.

Kapitel 7: Was man seinen Kindern nicht beibringen kann. Ich konnte sie lehren, nett zu bleiben, nicht bösartig zu werden, aufrecht zu stehen. Nicht beibringen konnte ich ihnen, warum wir nach so langer Zeit noch immer hier ausharren müssen.


Erkennen Sie die Ironie?  Die Menschen suchen gesellige, liebevolle, selbstbewusste Hunde und ich sitze hier mit genau diesen Eigenschaften. Man muss nicht laut sein, um es verdient zu haben. Man muss nicht perfekt sein, um richtig zu sein. Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Meine Kinder sind erwachsen und sind freundlich geblieben. Das war nicht ohne weiteres zu erwarten, besonders unter den gegebenen Umständen.





Jetzt wäre ich gern einmal nicht nur Mutter, sondern einfach die Hündin Arleene.Vielleicht ist ja 2026 das Jahr, in dem Sie und andere gutherzige Menschen beschließen, dass wir uns nicht länger im Warten üben müssen, sondern endlich anfangen dürfen zu leben. Wir sind mehr als bereit für das erste Kapitel außerhalb dieses Leitfadens.





Genug der Theorie, hiermit schließe ich meinen Betonratgeber. Für den Praxisteil beginnen Sie bitte mit Kapitel Zum Telefon greifen - natürlich gern auch für eins meiner Kinder  Armindo, Arunny und Arriel, Meine Vermittlerin freut sich riesig auf Ihren Anruf und ich bin voller Vorfreude und kann es kaum erwarten.

 

 

 

 

 

 

Yvonne Beier

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Lebenslichter 01.04.2026, 20.11 | (0/0) Kommentare | PL

Norgen - heute nicht, morgen nicht, übermorgen ganz bestimmt!?


Norgen

Rasse: Labrador Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 03.2019

Schulterhöhe: 60 cm

Lieber Mensch!

Hast Du manchmal Langeweile oder kommst Du viel zu selten hinaus an die frische Luft, in die schöne Natur? Fühlst Du Dich hin und wieder allein, ungesehen und ungeliebt? Hast Du gerade nicht viel zu lachen in Deinem Leben und an treuen, stets verfügbaren Freunden fehlt es auch? Dann geht es Dir genau wie mir!


Ich bin ein knapp siebenjähriger, beeindruckender  Hundemann und hause seit nunmehr fast drei Jahren in diesem schrecklichen Gefängnis. Hier gibt es nur Gitter, Beton, Schmutz und viele Hunderte hoffnungsloser Hunde. Uns bleibt nur eine winzige Chance, diesen furchtbaren Ort irgendwann lebend zu verlassen, indem wir uns von unserer besten Seite zu zeigen, wenn die Tierschützer mit den Fotoapparaten uns ein., zweimal im Jahr für ein paar Minütchen besuchen dürfen.



Sie sagen, ich sei freundlich und verträglich und kein bisschen aggresiv, aber ich wirke bekümmert und angespannt. Wen wundert das?  Ich bin bellend, mit erhobener Rute auf sie zugelaufen. Dann habe ich sie neugierig beschnuppert und mich sofort wieder beruhigt. Aber wachsam und auf der Hut bin ich in diesem unheimlichen Riesenlager eigentlich immer. Wo und bei wem ich die Jahre davor gelebt habe, weiß ich nicht; jedenfalls hat man man mir dort beigebracht, wie man manierlich an der Leine läuft. Allerdings lasse ich mich nur ungern anfassen – keine Angst, ich schnappe nicht zu, nur so recht genießen kann ich es nicht. Dafür verstehe ich mich blendend mit meinen Artgenossen. Ich teile meine Betonbox mit Annetta, und über eine nette Hundefreundin im neuen Zuhause würde ich mich echt freuen.


Vielleicht ist die Lösung für Dein und mein Problem ganz einfach: Dir fehlt ein guter Hund genauso wie mir eine gute Familie. Eine, die mich freundlich willkommen heißt und mich lehrt, das zu genießen, was ich zum täglichen Leben brauche: leckeres Fresschen, ein gemütliches Körbchen, Spaziergänge und einen Auslauf oder Ausguck im Garten, gelegentlich Gesellschaft von anderen Vierbeinern und ganz besonders Deine/Eure Liebe und Fürsorge.


Da ist noch eine Sache, die ich lieber verschweigen würde, aber es ist wohl besser, Du weißt darüber Bescheid: Ich habe Leishmaniose. Das ist so eine doofe Infektionskrankheit, die bei uns im Süden ziemlich oft vorkommt. Zwar lässt sie sich nicht heilen, aber gut behandeln und wenn du auf mich achtest, kann ich damit richtig alt werden.


Danke fürs Lesen und für Deine Hilfsbereitschaft, auch wenn Du selbst mich gerade nicht bei Dir aufnehmen kannst. Wir Hunde spüren trotzdem den guten Willen. Und wer weiß? Vielleicht hast Du ja einen Freund, der einen kennt, dessen Hund verstorben ist oder weißt jemanden, der jetzt Zeit hat in seinem Tag, dem nur noch die passende vierpfotige Begleitung fehlt. Dann wäre uns beiden geholfen!

Es grüßt, mit einem wackeren Wuff,

der Norgen

 

Tanja Roth

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Lebenslichter 31.03.2026, 20.57 | (0/0) Kommentare | PL

Moises - Wie kannst du sein?


Moises

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 10.2021

Schulterhöhe: 50 cm



Liebe Leserinnen und Leser!

Schauen Sie sich dieses verzweifelte Tier in Ruhe an und lassen Sie die Bilder auf sich wirken. Was sehen Sie?

Ich sehe einen jungen, schrecklich mageren Rüden, der staunt über das, was er jenseits der Gitterstäbe seiner kahlen Zelle sieht und in dessen glänzenden Augen eine Ahnung (oder Erinnerung) daran liegt, dass das, was er seit zwei Jahren tagein, tagaus ertragen muss, nicht alles sein kann auf dieser Welt.  Ganz offensichtlich genießt er die Nähe zum Menschen und ist wohl auch schon daran gewöhnt. Er läuft brav und ordentlich an der Leine; dies deutet darauf hin, dass er wohl früher eine Familie, ein Zuhause hatte.



 
Ein vielversprechender Hund, welcher unter besseren Bedingungen sicher eher muskulös wäre, verkümmert also - eingepfercht auf engstem Raum - immer mehr und kann sich niemandem zeigen, niemandem beweisen und sich weder geistig noch körperlich entwickeln.

Warum für Moises die Einzelhaft beschlossen wurde, als er in das Lager kam, wissen wir nicht. Man darf ja keine unbequemen Fragen stellen, wenn man nicht ein Besuchsverbot riskieren möchte, welches für die Hunde eine Katastrophe bedeuten würde. Vielleicht mag er andere Vierbeiner nicht, weil er früher einmal schlechte Erfahrungen mit ihnen machen musste. Möglicherweise war er damals noch kräftiger und ein bisschen ruppig im Umgang mit Artgenossen; in der Pubertät probieren ja gerade junge Rüden gern aus, wer von ihnen der Stärkere ist. Viele reagieren auf Stress und/oder Langeweile unwillig du gereizt - so könnte es auch Moises gehen.


Wie kannst du sein, Moises?

Wir wissen es nicht, können nur die Bilder und die Beschreibung der Tierschützer wirken lassen. Moises liebt Menschen, soviel steht fest; Katzen dagegen nicht Und andere Hunde? Da geht es ihm wie uns Menschen, wir mögen schließlich auch nicht jeden.

Bitte schauen Sie noch einmal hin,wagen Sie einen zweiten Blick. Möchten Sie gemeinsam mit Moises herausfinden, wie er wirklich sein kann? Dann melden Sie sich bitte bei seiner Vermittlerin und gehen Sie gemeinsam mit ihm auf Entdeckungsreise. Vielen, lieben Dank!

Margot Wolfinger

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Lebenslichter 25.03.2026, 20.36 | (0/0) Kommentare | PL

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Worum es geht:



Tagtäglich verlöschen auf unserer Erde unzählige Lebenslichter - durch Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit oder vorsätzlich, aus Grausamkeit und purer Lust am Töten. Es werden aber auch immer neue Lichter angezündet - durch freundliche Gedanken und liebevolles Handeln. Ich glaube fest daran, dass eines Tages daraus eine große, helle Flamme entstehen kann, die alle Lebewesen wärmt. Dieses Blögchen möchte hierzu seinen bescheidenen Beitrag leisten.









"Menschliches Mitgefühl darf nicht vor dem Bruder Tier haltmachen. Unsere besondere Stellung gibt uns eine besondere Verantwortung. Wir müssen dafür sorgen, dass kein Geschöpf unnötig leidet." UTE LANGENKAMP


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MEIN LEITSPRUCH:


Sei dankbar für das Gute in deinem Leben 

und denke auch ans Teilen


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Ich widme diese Seite in Liebe, Dankbarkeit und tiefem Respekt

allen Tierseelen der Welt.



Über mich

Geboren vor 70 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.


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"Wenn du mit den Tieren sprichst,
werden sie mit dir sprechen,
und ihr werdet euch kennenlernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,
dann werdet ihr euch nie kennenlernen.
Was du nicht kennst, fürchtest du.
Was du fürchtest, zerstörst du."

~Häuptling Dan George~

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Träumen wir gemeinsam
von einer besseren Welt...


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