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Thema: TIERLIEBE - GELIEBTE TIERE

Radelon – Sieben Jahre sind genug

RADELON

 Rasse: Maremmano Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01/2017
Schulterhöhe: 65 cm

Geboren 2017, irgendwo in Italien. 2019 wurde Radelon das Opfer eines Autounfalls. Die rechte Vorderpfote war gebrochen, es folgten ein Klinikaufenthalt, eine Operation und die Amputation zweier Zehen. Danach ging es ohne Umwege ins Canile – in ein Hundegefängnis, aus dem kaum einer entkommt. Für einen versehrten Hund wie Radelon waren die Aussichten von Anfang an besonders schlecht.


Dann kamen sieben zähe Jahre, in denen sich fast nichts veränderte. Mehr als 2.500 Tage und Nächte hinter Mauern und Gittern. Das ist die kurze Geschichte unseres großen Radelon. Denn groß ist er nicht nur von seiner Statur her. Radelon ist auch ein großer Charakter. Trotz aller Widrigkeiten und trotz seiner Einschränkung ist er ein lieber, geselliger und gutmütiger Rüde geblieben.


Im Oktober 2026 ist Radelon fast zehn Jahre alt und hat seit sieben Jahren kaum etwas von der Welt gesehen. Seine wechselnden Mitbewohner – Rüden und Hündinnen gleichermaßen – bringen ein wenig Abwechslung in seinen trostlosen Alltag. Radelon scheint einer dieser Hunde zu sein, die sich mit vielem arrangieren und mit anderen Hunden gut zurechtkommen. Einer, der Konflikten lieber aus dem Weg geht und eine erstaunliche Ruhe ausstrahlt.

Als Maremmano bringt er Eigenschaften mit, die ihn ursprünglich für ein Leben ganz anderer Art vorgesehen haben: Eigenständigkeit, Wachsamkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Maremmanen wurden über Generationen dafür gezüchtet, Schafherden selbstständig zu begleiten und zu beschützen.


Für Radelon sind weite Felder und Schafherden heute allerdings eine Welt, die er nur aus weiter Ferne kennen kann. Und da ist noch seine Vorderpfote. Ihr Zustand macht ihn zu einem dringenden Notfall, denn wir können nicht ausschließen, dass er Schmerzen hat. Ob eine gründliche medizinische Untersuchung ihm Linderung verschaffen könnte, wissen wir leider nicht. Dort, wo Radelon seit Jahren eingesperrt lebt, interessiert sich niemand dafür, wie es ihm geht.


Die mit uns befreundeten Tierschützer durften Radelon im September 2026 zum ersten Mal besuchen. Sie haben erlebt, dass er trotz seiner Einschränkung neugierig und bewegungsfreudig geblieben ist. Er läuft auch recht gut an der Leine, interessiert sich für seine Umgebung und hätte die Wiese am liebsten gar nicht mehr verlassen.

Endlich Gras unter den Pfoten. Neue Gerüche, die seine Nase aufnehmen kann. Sonne auf dem Fell. Ein Knochen zum Kauen. Und vor allem: endlich einmal irgendwo sein dürfen, ohne Gitter vor der Nase – vielleicht würde Radelon genau das brauchen, um noch einmal ganz neu anzufangen. Dieser Wunsch ist im Moment noch ein Traum. Aber er muss keiner bleiben.


Wir suchen für Radelon ein ländlich gelegenes Zuhause mit einem sicher eingezäunten Garten. Seine neuen Halter sollten möglichst Erfahrung mit Herdenschutzhunden mitbringen oder bereit sein, sich auf die besonderen Eigenschaften eines Maremmanen einzulassen. Vor allem braucht Radelon Zeit, Geduld und Empathie – und jemanden, der versteht, dass ein Hund, der sieben Jahre lang kaum etwas anderes als seinen Zwinger gesehen hat, nicht innerhalb weniger Tage in ein völlig neues Leben findet.


Radelon hat lange ausgeharrt. Er hat sich seine Freundlichkeit bewahrt und trotz allem den Kontakt zu Menschen nicht verloren. Jetzt wäre es an der Zeit, dass er noch eine andere Seite seines Lebens kennenlernt: Eine mit Wiesen statt Beton. mit Sonne statt Gitterstäben und mit einem Zuhause, in dem er endlich erfahren darf, was Geborgenheit bedeutet.

Wenn Sie Radelon diese Chance geben möchten, setzen Sie sich bitte mit seiner Vermittlerin in Verbindung. Sie freut sich sehr auf Ihren Anruf.

Margot Wolfinger

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin 

Telefon
aus Deutschland:
0179 - 66 06 200

aus dem Ausland:
+49179 - 66 06 200 

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Margot.Wolfinger@pro-canalba.eu

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Lebenslichter 27.10.2026, 20.10 | (0/0) Kommentare | PL

Thavine - Ich glaub´, ich bin im falschen Film!


Thavine

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 01.2026


Ein herrlicher Frühlingstag in Italien. Die Vögel zwitschern, die Sonne kommt hinter den Wolken hervor und strahlt auf das kuschelige Körbchen der Hundekinder Thavine und Tiriel. Thavine streckt sich genüsslich und stuppst ihr Brüderchen Tiriel an. Werde schnell wach, Tiriel. Ein spannender Tag voller Abenteuer erwartet uns. Noch mehr Abenteuer, antwortet Tiriel und gähnt herzhaft. Wir haben doch gestern schon unsere Spielsachen versteckt, mit unseren Menschen gekuschelt und sind über eine weiche Wiese mit den bunten Blumen getobt.


Stopp! Falscher Film! Denn das ist nicht der, in welchem Hundekinder die Hauptrolle spielen, die in der Geborgenheit einer Familie oder eines Lieblingsmenschen aufwachsen dürfen. Dies ist der Film von Welpen, die mit zwei Monaten von ihrer Mama getrennt und in einem Hundelager entsorgt wurden. Statt in dem kuscheligen Körbchen werden sie auf einem kalten, schmutzigen Betonboden schlafen müssen, bis ihre Knochen wundgescheuert sind; und statt Vogelzwitscher wird sie jeden Morgen das Bellen und Jaulen ihrer Mitinsassen wecken, von denen viele ebenfalls seit ihrer Welpenzeit dort eingesperrt sind, ab da kein einziges Mal ihre Zelle verlassen haben und in dieser auch irgendwann einsam und vergessen sterben werden.



Thavine und Tiriel hatten seltenes, unfassbares Glück: Die Tierschützer durften auf Stippvisite zu ihnen. Für die beiden Hundekinder bedeutete dies einen Augenblick der Freiheit und Unbeschwertheit auf der Besuchswiese. Hier konnten sie zum ersten Mal nach Herzenslust schnuffeln und rennen. Beim Leinenführigkeitstest ist die kleine Thavine zwar durch-, aber dafür durch ihren Einfallsreichtum aufgefallen: Sie hat die Leine kurzerhand zweckentfremdet und zur Spielkameradin gemacht.


Leider sind die Besuche durch die Tierschützer gezählt. Wenn sie das nächste Mal vorbeikommen - vielleicht in einigen Monaten oder sogar erst Jahren, je nachdem, wie es den Canilebetreibern gefällt - dann wird Thavine viel von ihrer Unbeschwertheit und ihrem hundekindlichen Zutrauen verloren haben. Sie wird nicht wissen, dass sie im falschen Film ist, denn den Film vom glücklichen Hundeleben wird sie bis dahin nicht kennenlernt haben; nur den, in dem Leben nichts anderes als Überleben heißt. Überleben in einer Welt, die es gar nicht geben dürfte.



Und nun, liebe Leserinnen, liebe Leser, geben wir Ihnen eine Fernbedienung in die Hand. Welcher Film soll für Thavine die nächsten zwölf bis vierzehn Jahre laufen? Film B (bei Publikum und Presse durchgefallen), in dem die Kleine elend in der Hundeverwahranstalt vor sich hinvegetiert, bis sie, gezeichnet durch körperliche und seelische Vernachlässigung, diese Welt verlässt? Oder Film A (löste schon bei der Uraufführung wahre Begesteirungsstürme aus), in dem sie die Hauptrolle in Ihrem Leben spielt, fröhlich und vertrauensvoll an Ihrer Seite aufwächst, um mit Ihnen als beste Freundin durchs Leben zu gehen? Sie halten die Fernbedienung in der Hand; und um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir schon die Telefonnummer von Thavines Vermittlerin einprogrammiert. Bitte rufen Sie an.  Thavine und wir freuen uns auf Sie. Vielen, lieben Dank!

Daniela Koenemann

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Lebenslichter 27.10.2026, 20.10 | (0/0) Kommentare | PL

Pluto - Haben Sie eine Planstelle frei?


Pluto

Rasse: Rauhaar Segugio

Geschlecht: Rüde

Geboren: 05.2022

Schulterhöhe: 50 cm



Neulich bei der Berufsberatung: 


Berater: "Hmm, Herr Pluto, Sie möchten sich also beruflich verändern?"


Pluto: "Ja, die Jägerei sagt mir nicht so sehr zu. Ich mag noch nicht einmal hinter Katzen herjagen!"


Berater: "Oh, da sollten Sie wirklich umsatteln! Welche Fähigkeiten bringen Sie denn mit?"


Pluto: "Ich bin freundlich, umgänglich und vertrage mich gut mit meinen Artgenossen. Auch mag ich die Menschen recht gern."


Berater: "Wie wäre es mit einer Umschulung zum Glückspilz? Sie müssten nur einige Regeln für das Zusammenleben mit Zweibeinern lernen. Ganz wichtig ist es zum Beispiel, nicht am Tisch zu betteln, nicht ohne Erlaubnis aufs Sofa zu springen und auch keine halbgefressenen Kauknochen im Bett zu verstecken."


Pluto: "Das ist alles kein Problem! Ich bin eher ein ruhiger Vertreter meiner Rasse und habe mein jugendliches Ungestüm schon hinter mir. Außerdem lerne ich schnell. Allerdings habe ich da so eine Krankheit, die Leishmaniose heißt. Sie lässt sich aber wunderbar behandeln und man kann damit richtig alt werden."


Berater: "Ich bin sicher, Sie haben das Zeug zum Glückspilz und nehme Sie gern in unserer Fortbildungsprogramm auf."



Verehrte Leserinnen und Leser, der liebe Pluto hat es so sehr verdient, endlich auch einmal zu den Glückspilzen zu gehören. Er wurde stark abgemagert, übersät mit Wunden und entzündeten Hautstellen im italienischen Nirgendwo aufgefunden. Vermutlich hatte ihn sein Besitzer wegen fehlender Jagdtauglichkeit einfach lieblos ausgesetzt und einem qualvollen Tod überlassen. Zu allem Übel wurde Pluto, als er sich hilfesuchend an die Menschen der ländlichen Orte wandte, mit Fußtritten davongejagt. Nur eine mit uns befreundete Tierschützerin, die dort wohnt, erkannte seine Not und nahm ihn auf. Bei ihr bekommt Pluto nun ausreichend Futter und wird gegen seine Leishmaniose behandelt. Allerdings ist die Frau eine engagierte Einzelkämpferin, die Pluto zwar gut versorgt, aber kaum Zeit findet, ihn und die anderen bei ihr lebenden Hunde ausreichend zu bewegen und zu beschäftigen. So verbringt der sanfte, hübsche, zweifarbige Pluto seine Tage fast ausschließlich in einem Zwinger und sehnt sich nach einem eigenen Zuhause. 



Möchten Sie unserem liebenswerten Wuschel Pluto gern seinen innigsten Berufswunsch erfüllen? Als echter Glückspilz bei Ihnen leben zu dürfen, mit einem eigenen, warmen Körbchen, gutem Futter, fröhlichen Erlebnissen in der Natur und einer liebevoll streichelnden Hand? Dann rufen Sie bitte schnell Plutos Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

Yvonne Beier

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Lebenslichter 27.10.2026, 20.10 | (0/0) Kommentare | PL

Halyra – Stilles Herz sucht ein Zuhause

Halyra

Rasse: Maremmano Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 07/2016

Schulterhöhe: 64 cm

Hier, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir Ihnen Halyra vorstellen. Nach einem nicht aufgezeichneten ersten Lebensjahr hat sie neun Jahre lang in einem Hundelager in einer engen Box zugebracht. Nun wurde sie, im zehnten Jahr ihres Lebens, in ein anderes Canile verlegt. Ob es dadurch besser oder schlechter geworden ist? Allein lebt sie noch immer. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wir dürfen Halyra vermitteln und Ihnen hier vorstellen. Sie hat dadurch einen Namen, eine Persönlichkeit und vor allem eine Chance bekommen.

Allem voran: Halyra ist eine ältere Maremmano-Mischlingshündin, die durch ein Leben geprägt wurde, in dem sie kaum Gelegenheit hatte, die Welt kennenzulernen. Menschen, die einen fröhlichen, pflegeleichten und formbaren Hund suchen, werden bei den vielen anderen, die wir vermitteln, sicherlich eher fündig. Denn Halyra ist anders.

Sie weiß selbst nicht, wie sie wäre, wenn das geschieht, was sie sich nach so vielen Jahren vermutlich kaum vorstellen kann: wenn sie ein Zuhause bekommt. Halyra verspricht Ihnen nichts. Sie verspricht nicht, von Anfang an gern Ihre Nähe zu suchen und andere Hunde zu mögen. Auch lange Spaziergänge oder fröhlicher Besuch gehören nicht selbstverständlich zu dem, was sie sich heute ausmalen kann.


Vieles von dem wird Halyra erst lernen müssen. Vor allem aber muss Halyra bei Ihnen ankommen dürfen, ohne dass von ihr sofort etwas erwartet wird.

Beim Besuch der Tierschützer zeigte sie sich als recht gute Leinengängerin. Katzen waren ihr gleichgültig; auch Menschen schienen sie zunächst nur wenig zu interessieren, aber sie ließ sich problemlos berühren. Das mag auf den ersten Blick nicht nach viel klingen – für Halyra ist es vielleicht schon ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt.


Überhaupt wirkte sie, als sei sie von der Welt außerhalb ihres kleinen Zwingers zunächst einfach überwältigt; als wollte sie am liebsten von einem sicheren Platz aus alles erst einmal in Ruhe betrachten und verstehen. So vieles ist neu für eine Hündin, die zehn Jahre lang kaum Gelegenheit hatte, das Leben und sich selbst kennenzulernen.


Darum braucht Halyra vor allem Zeit. Einen sicheren Ort. Menschen, die ihr nichts abverlangen und ihr trotzdem zeigen, dass sie bleiben darf; die sich über kleine Fortschritte freuen können: über einen Blick, ein längeres Bleiben und irgendwann vielleicht sogar darüber, dass Halyra von sich aus Ihre Nähe sucht.


Möchten Sie dieser stillen Hündin den Weg in ein anderes Leben bahnen? Können Sie sich darauf einlassen, Halyra ohne große Erwartungen zu begleiten und gemeinsam mit ihr herauszufinden, wer eigentlich in ihr steckt?


Dann geben Sie ihr die Chance, die sie nach all den Jahren so sehr verdient hat. Unsere Vermittlerinnen helfen Ihnen dabei, für Halyra die Tore in ein neues Leben zu öffnen. 

Daniela Koenemann

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin 

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Lebenslichter 26.10.2026, 18.39 | (0/0) Kommentare | PL

Idrysh - jeder Schatten braucht ein Licht


Idrysh

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2017

Schulterhöhe: 70 cm

Idrysh kennt Kommandos wie "Sitz" und "Pfote". Er läuft ordentlich an der Leine und sucht von sich aus den Kontakt zu Menschen. Freundlich und selbstbewusst kommt er auf sie zu. All das erzählt von einem Leben, das nicht hinter Gittern begonnen haben kann. Irgendwo muss es einmal ein anderes Zuhause gegeben haben.

Vielleicht kannte Idrysh eine Haustür, die sich für ihn öffnete. Einen Napf, der immer am gleichen Platz stand und vermutlich nie lange unbeachtet blieb. Spazierwege, auf denen er wusste, an welcher Ecke die spannendsten Nachrichten anderer Hunde zu finden waren. Vielleicht legte er seine große Pfote in eine menschliche Hand und bekam dafür ein Lächeln, ein Leckerchen, oder beides. Bei rund 70 Zentimetern Schulterhöhe war diese Pfote ohnehin kaum zu übersehen.


Wir wissen nicht, ob sein Leben so oder ganz anders aussah. Und wir wissen nicht, warum es endete.

Geboren wurde Idrysh 2017. Seit April 2026 lebt er in einem Hundelager. Was zwischen damals und heute geschah, liegt im Dunkeln. Doch Spuren davon trägt er bis heute in sich. Denn ein Hund vergisst nicht alles, nur weil sich hinter ihm eine Zwingertür schließt. Was er außerdem erlebt hat, können wir nur dort erahnen, wo seine Gelassenheit plötzlich endet.


Für einen Hund, der vermutlich einmal ein Zuhause hatte, muss ein Lager besonders schwer zu ertragen sein. Denn Idrysh könnte den Unterschied kennen. Sein Körper erinnert sich vielleicht noch an weiche Liegeplätze, an Ruhe und an das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.


Heute beginnt jeder Tag auf Beton. Und dort endet er auch. Ein Lager ist kein Ort, an dem ein Hund lebt. Es ist ein Ort, an dem er wartet. 

Die Tage gleichen einander. Nur Idrysh wird älter, während die Erinnerung an sein früheres Leben langsam verblasst. Was nicht verblasst, ist seine Bereitschaft, sich den Menschen noch einmal zuzuwenden.


Unseren Tierschützern begegnet Idrysh freundlich und offen. Er kommt selbstsicher näher und sucht den Kontakt. Dauert eine Berührung jedoch länger an, wird er unsicher. Vielleicht gab es in seiner Vergangenheit Hände, die nicht immer Gutes bedeuteten. Was in ihm dann wach wird, wissen wir nicht. Möglicherweise hat er einfach gelernt, dass man Menschen gernhaben kann - und trotzdem vorsichtig bleiben sollte.


Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln. Sichtbar sind nur ihre Schatten.

Mit anderen Hunden zeigt sich Idrysh sozial. Derzeit teilt er seinen Zwinger mit der Hündin Amaya. Er ist aber ebenso mit Rüden verträglich und lebte zuvor bereits mit zwei männlichen Hunden zusammen. Umziehen musste er lediglich, weil einer der beiden Rüden begann, ihn anzuknurren. Idrysh selbst war nicht derjenige, der Streit suchte. Offenbar muss ein Hund seiner Größe niemandem mehr beweisen, wie groß er ist.


Die Umsetzung erfolgte übrigens nicht aus besonderer Fürsorge des Lagerbetreibers. Wir mussten ausdrücklich darauf bestehen. Denn dort zählt selten, ob ein Hund Tag für Tag im Schatten eines Konflikts leben muss.


Idrysh bringt vieles mit: Er ist umgänglich, läuft gut an der Leine, kennt offenbar einige Kommandos und hat sich seine Offenheit gegenüber Menschen bewahrt. Er braucht kein Training. Was ihm fehlt, ist ein Mensch, der seine Vergangenheit nicht aus ihm herauszerren möchte, sondern bereit ist, gemeinsam mit ihm Zukunft zu schreiben.

Wir wissen nicht, welche Schatten auf Idryshs Leben gefallen sind. Wir können seine Vergangenheit nicht heller machen.


Aber vielleicht sind Sie der Mensch, der dafür sorgt, dass seine Zukunft endlich wieder Licht bekommt. Bitte rufen Sie seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

 

Tanja Roth

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Lebenslichter 26.10.2026, 18.39 | (0/0) Kommentare | PL

Linetto – Darf ich für den Rest meines Lebens noch jemandem wichtig sein?



LINETTO

Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 01/2015
Schulterhöhe: 40 cm


Sagen wir es, wie es ist: Linetto ist ein alter Hund, dessen Seele und Körper die Spuren eines entbehrungsreichen Lebens tragen. Er wirkt traurig, verwahrlost und zutiefst verunsichert. Wo er die vergangenen elf Jahre verbracht hat und was er erleben musste, werden wir vermutlich nie erfahren. Aber eines scheint sicher: Fürsorge, Pflege und Zuneigung waren in seinem bisherigen Leben Mangelware.


Kein Hund kommt misstrauisch und abwehrend auf die Welt. Ein Hund, der sich vor fremden Menschen schützen muss, hat möglicherweise gelernt, dass Nähe nichts Gutes bedeutet. Wir wissen nicht, was Linetto widerfahren ist. Doch wir wissen, dass er keinen Grund hatte, den Menschen zu vertrauen. Und dass er für vieles, was er heute ist, nichts kann.

Linetto war einfach da. Offenbar hat sich nie jemand wirklich für ihn interessiert, sich um ihn gekümmert oder ihm gezeigt, wie es sich anfühlt, willkommen zu sein. Kein weiches Körbchen, keine liebevolle Hand, kein Mensch, für den er etwas Besonderes war. Und als wäre das nicht schon traurig genug, wurde er im Juni 2026, im hohen Lebensalter, auch noch in eines der schlimmsten Hundelager abgeschoben.


Dort haben ihn unsere befreundeten Tierschützer im Oktober zum ersten Mal besuchen dürfen. Sie fanden einen Hund vor, der auf sie wie ein fast gebrochenes Tier wirkte. Linetto sieht sehr alt aus, kommt aber mit seinen deutlich jüngeren Zellengenossen gut zurecht. Fremden Menschen gegenüber zeigte er sich dagegen misstrauisch. Ihre Annäherungsversuche waren ihm nicht geheuer. Fühlte er sich bedrängt, versuchte er kurz zu schnappen. Nicht, weil er böse ist, sondern offenbar, weil er sich anders nicht zu helfen weiß.


Auch körperlich hat Linetto seine Baustellen. Wegen eines grauen Stars sieht er auf dem rechten Auge nur noch wenig oder möglicherweise gar nichts. Und sein ungepflegtes Fell lässt erahnen, wie lange sich niemand mehr richtig um ihn gekümmert hat.

Was Linetto jetzt braucht, ist kein Wunder und auch kein Mensch, der ihn von heute auf morgen verändern möchte. Er braucht einen sicheren Platz, an dem er zur Ruhe kommen darf. Jemanden, der seine Grenzen respektiert, ihn nicht bedrängt und ihm alle Zeit der Welt lässt. Einen Menschen, der sich um seine altersbedingten Beschwerden kümmert und ihn so annimmt, wie er heute ist – mit allem, was sein Leben aus ihm gemacht hat.


Wir suchen für Linetto einen liebevollen Altersplatz, an dem er endlich erfahren darf, dass er nicht mehr allein zurechtkommen muss. Vielleicht wird er irgendwann vorsichtig Nähe zulassen. Vielleicht wird er sogar entdecken, dass eine freundliche Hand nichts von ihm verlangt und ein weicher Schlafplatz tatsächlich ihm gehört. Versprechen können wir das nicht. Aber wir können ihm die Chance geben, es selbst herauszufinden.


Wieviel Zeit Linetto noch bleibt, wissen wir nicht. Wochen, Monate, vielleicht auch Jahre. Doch selbst wenn es nur eine kurze gemeinsame Zeit wäre: Er hätte es verdient, sie nicht länger in einem Betonzwinger verbringen zu müssen. Er hätte es verdient, dass sich endlich jemand um ihn sorgt und sein Wohlergehen wichtig nimmt.


Linetto hat sein Leben lang zu wenig bekommen. Bitte helfen Sie uns, damit er nicht auch noch seine letzten Jahre ohne einen Menschen verbringen muss, der für ihn da ist.

Wenn Sie Linetto eine Chance geben möchten und ihm mit Ruhe, Geduld und Verständnis begegnen können, sprechen Sie bitte schnellstmöglich seine Vermittlerin an. Vielen, lieben Dank!

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Sabine Wojtok

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Lebenslichter 26.10.2026, 18.39 | (0/0) Kommentare | PL

Baldovino – Lieber, großer Kerl fragt: Darf ich zu Dir?


 Baldovino

Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 09/2015
Schulterhöhe: 59 cm

September 2026: Als Baldovino vor drei Jahren ins Lager kam, trug er noch Hoffnung im Herzen. Offen und voller Vertrauen begegnete er den Menschen, sog jede Aufmerksamkeit förmlich auf, als wolle er all die versäumte Zuneigung seines bisherigen Lebens in wenigen Momenten nachholen.


Doch die Zeit hat Baldovino verändert. Der einst lebensfrohe, aufgeschlossene Rüde ist ruhiger geworden. Er lässt sich weiterhin anfassen und gut handhaben, nimmt den Kontakt zu Menschen an, sucht aber kaum noch von sich aus ihre Nähe. Die stürmische Begeisterung, mit der er früher auf Menschen zuging, ist einer vorsichtigen Zurückhaltung gewichen.


Draußen dagegen scheint noch etwas von seiner alten Neugier lebendig zu sein. Jede Bewegung, jeder neue Geruch zieht seine Aufmerksamkeit auf sich; vielleicht, weil es dort wenigstens ein wenig Abwechslung in seinem ansonsten eintönigen Alltag gibt.

Drei Jahre in Beton und hinter Gittern lassen keinen Hund unberührt. Stück für Stück gehen Unbeschwertheit und Lebensfreude verloren, wenn jeder neue Tag dem vorherigen gleicht.


Heute lebt Baldovino abgesondert in einer Einzelbox. Anfangs teilte er sich seine Zelle noch mit weiteren Artgenossen; doch der andauernde Stress, das Bellen, die Enge und der ewige Lärm haben ihn zermürbt. Wenn er andere Hunde nur sieht, wird er unruhig, seine Nerven liegen blank. Tag für Tag derselbe Ausblick, dieselben Gerüche, dieselbe Einsamkeit – ein Leben im Kreis, geprägt vom Warten.

So zieht sich Baldovino immer mehr zurück. Die Hoffnung in seinen bernsteinfarbenen Augen ist leiser geworden. Wer ihn heute sieht, der erahnt, wie viel von seiner einstigen Lebensfreude ihn die vergangenen drei Jahre gekostet haben.


Vielleicht gehörte Baldovino tatsächlich einmal zu einer Familie. Denn lieb, anhänglich und voller Vertrauen zu Menschen war er, als die Tierschützer ihn im November 2023 kennenlernen durften. Auf ihren unerwarteten Besuch reagierte er mit überschwänglicher Freude. Auch an der Leine konnte er bereits sehr gut gehen. Außerdem kam Baldovino erst mit acht Jahren in ein Canile. Vieles spricht also dafür, dass er früher einmal bei Menschen gelebt hat.

Aber unter uns gesagt: Wer seinen achtjährigen Rüden in ein Hundegefängnis steckt, hat das Prädikat Familie nicht verdient. Doch das ist eine andere Geschichte.

Diejenige, die jetzt für Baldovino geschrieben werden könnte, wäre diese hier: Ein eigenes Zuhause, endlich dazugehören, verlässliche Menschen, Ruhe und die Gewissheit, nicht wieder verloren zu gehen.


Sein Name bedeutet übrigens mutiger, tapferer oder kühner Freund. Und unser lieber, großer Baldovino wäre bestimmt nicht nur das, sondern auch ein treuer Begleiter seiner Lieblingsmenschen – wenn er sie nur endlich haben dürfte.

Trotz allem ist er ein stolzer, schöner Hund geblieben. Die Jahre im Lager haben ihn leiser gemacht, seine Hoffnung vorsichtiger, seine Freude verhaltener. Aber sie haben den mutigen Freund in ihm nicht ausgelöscht und es braucht gar nicht so viel, um ihn wieder hervorzulocken: Nur ein wenig Verständnis, Geduld und natürlich viel Liebe, damit er spürt, dass sein Leben noch nicht zu Ende ist.


Baldovino läuft die Zeit davon. Doch vielleicht ist ja da draußen jemand, der ihm gerade noch früh genug zeigt, dass er nicht vergessen wurde.

Daniela Koenemann

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Lebenslichter 26.10.2026, 18.39 | (0/0) Kommentare | PL

Oldrich - Für immer ist viel zu lang


Oldrich

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 06.2019

Schulterhöhe: 60 cm


"Sie ist weg." "WER ist weg?!" "Na, Oberlyn! Sie hats geschafft!" Wie ein Lauffeuer ging es durch die kahlen, schimmeligen Betonflure des Canile. Ein aufgeregtes Konzert aus Bellen, Jaulen und Gitterrasseln setzte ein – manche freudig, manche neidisch, andere verzweifelt und wieder andere einfach, weil es alle machten. Mittendrin saß Oldrich. Still. Ein bisschen verwirrt, ein bisschen stolz, aber auch ein kleines bisschen traurig. Seine Schwester war jahrelang seine Mitbewohnerin, Seelentrösterin und Wärmflasche auf vier Pfoten gewesen. Jetzt hatte sie ein Zuhause. Ein richtiges Zuhause mit Platz auf dem Sofa, Leberwurst aus der Tube und mit Menschen, sie sich nicht störten an einem bisschen Fell in ihrem Morgenkaffee.

"Das ist doch super!", bellt jemand aus der Nachbarbox. Oldrich nickt bedächtig. Und er? Er teilt seinen kahlen Käfig nun allein mit Alphonza.  Alphonza ist in Ordnung. Sie frisst ihm nicht das Futter weg und schnarcht nicht ganz so laut wie Oberlyn.  Dennoch vermisst Oldrich sie. Aber er nimmt sich zusammen. So ist er eben, ein stiller Held.


Wenn die Tierschützer zu Besuch kommen, neigt Oldrich leicht den Kopf zur Seite; nicht zu niedlich, aber dennoch charmant. Die meisten sehen dann nur: "Hm, schüchtern." Er ist keiner dieser fluffigen Instagramhunde mit Pomponschwanz und Schnappschusslächeln. Er ist einfach Oldrich. Wunderschön schwarz-weiß, mit einem etwas hervorstehenden Unterkiefer; die Tierschützer nennen das diplomatisch leichte Prognathie.  Er bleibt stets abwartend und ruhig - manchmal so ruhig, dass man meinen könnte, er sei aus Stein. Aber seine Augen blicken fragend-hoffnungsvoll und sein Herz, klopft voller Erwartung. Vertrauen kommt bei ihm nicht per Express, sondern eher wie ein Paket, das auf dem Postweg aus dem vorletzten Jahrhundert verschickt wurde - aber es kommt an. Er ist nicht unhöflich, doch sein Instinkt sagt: "Verhalte dich lieber still, vielleicht ist das hier gefährlich. Denn der Alltag im Canile hat ihn geprägt. Tage, Wochen, Jahre, immer gleich. Beton, Gitter, manchmal Futter, oft Hunger, Schmutz, Einsamkeit, Langeweile, Regen, Hitze, Kälte, Hoffnung und immer wieder bittere Enttäuschung. Oldrich ist kein Draufgänger. Er ist ein Beobachter, einer, der lieber zweimal hinschaut, bevor er jemandem die Pfote reicht.

Aber wenn man sich Zeit nimmt, kann man das sanfte Leuchten in seinen Augen sehen. Vertrauen auf Sparflamme, das gern wachsen möchte. Bei ruhiger Ansprache kommt er näher; ganz langsam, wie ein scheuer Tanzpartner, der den Rhythmus der Welt erst noch lernen muss. Und dann lässt er sich streicheln.


Oldrich lebt leise im Schatten der Lauten. Er lebt zwischen Hoffnung und Resignation. Aber er lebt und das mit so viel Würde, dass einem das Herz wehtut.

Damals war´s, vor nunmehr vier Jahren. Plötzlich lag ein Leuchten in Oldrichs Äuglein, als die Tierschützer zu ihm sagten: "Lieber Oldrich, du bist jetzt in der Vermittlung. Bald holen wir dich hier heraus und dann wird dein Leben wunderschön." Leider meldete sich niemand für ihn, so blieb es bis heute und ganz langsam, kaum merklich zerbricht seine Seele. Von dem einst neugierigen, zutraulichen Hundbuben ist nicht mehr viel übrig. Die Tierschützer zeigten sich erschrocken, als sie phn vor ein paar Tagen wiedersahen, denn aus Oldrich ist ein zurückhaltender, schüchterner Hund geworden. Er musste zusehen, wie seine Geschwisterchen adoptiert wurden, mit ihnen verlor er seinen letzten Halt.

Oldrich ist einer von den Unsichtbaren im Lager, die nicht durch besondere Merkmale hervorstechen und versuchen, den harten Alltag inmitten von Stein, Freudlosigkeit und Isolation irgendwie zu meistern. Aus der Erfahrung wissen wir, dass bei liebevoller Ansprache und geduldiger Führung auch schüchterne Hunde wie Oldrich aufblühen und zu fröhlichen Begleitern werden können.


Liebe Leserinnen und Leser, Oldrich braucht kein Feuerwerk, keine großen Gesten. Er braucht jemanden wie Sie, der zu ihm sagt: „Komm, Oldrich, wir schauen gemeinsam. Du darfst langsam sein, ich warte auf dich.

Wenn Sie einen Blick für das scheinbar Unscheinbare und ein Ohr für leise Töne haben, dann melden Sie sich bitte bei Oldrichs Vermittlerin. Denn nie ist einfach zu lang. Dieser wunderbare Hund mit der sanften, leisen Seele hat lange genug gewartet und wäre bestimmt sogar bereit, für Sie ein bisschen zu wedeln. 

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Margot Wolfinger

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Archie - Die Hoffnung stirbt zuletzt

Archie

Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.03.2022

Schulterhöhe: 66 cm

Vier Jahre. So lange wartet Archie nun schon darauf, dass jemand ihn entdeckt.

Als er gerade dem Welpenalter entwachsen war, wurde er gemeinsam mit seiner Schwester Aviella ins Canile abgeschoben. Eine Zeit, in der junge Hunde eigentlich ihre Welt erkunden, Eindrücke sammeln und lernen sollten, dem Leben zu vertrauen. Archie bekam stattdessen Betonboden, Zwingergitter und kaum Kontakt zu Menschen.


Damals kam er zudem in schlechtem Zustand ins Canile: voller Flöhe und mit einer großflächigen Dermatitis. Heute geht es ihm glücklicherweise wesentlich besser.

Doch die Jahre hinter Gittern haben Spuren hinterlassen. Archie kann in einer neuen Umgebung zunächst vorsichtig und verunsichert sein. Schließlich ist ihm fast alles fremd, was für andere Hunde selbstverständlich ist. Gras unter den Pfoten, ein eigenes Körbchen, Spaziergänge, ein Mensch, der morgens wiederkommt – all das hat er nie kennengelernt.


Aber trotz seiner langen Wartezeit hat Archie etwas ganz Wichtiges nicht verlernt: Vertrauen.

Heute wird er als freundlicher, geselliger und selbstbewusster Hund beschrieben. Er lässt sich gut anfassen und inzwischen auch intensiver untersuchen oder versorgen. Mit anderen Hunden kommt er zurecht, er lebt mit Rüden und Hündinnen zusammen und auch an der Leine macht er seine Sache gut.


Wenn die Tierschützer kommen, ist Archie anfangs manchmal noch etwas vorsichtig. Doch wenn er merkt, dass jemand freundlich zu ihm ist, taut er auf und sucht von sich aus den Kontakt. Dann zeigt sich auch seine fröhliche Seite.

Und vielleicht würde Archie selbst heute sagen:

"Warum will mich eigentlich niemand liebhaben?"

"So oft habe ich mich schon gezeigt. Ich habe mein Herz wie ein Fenster im Regen geöffnet, aber die Zeit rinnt weiter, und niemand sieht mich. Niemand möchte mein Freund sein.


Ganz ehrlich: Manchmal fühlt es sich an, als wäre mein ganzes Leben ein einziger, endloser Regentag. Das Glück scheint draußen zu warten, während ich drinnenbleibe. Und die Hoffnung ist nur ein kleiner Lichtstrahl, der sich manchmal durch die Wolken kämpft.

Wenn die Tierschützer kommen, bin ich zunächst still und vorsichtig. Aber sobald ich merke, dass jemand Wärme mitbringt, öffne ich langsam mein Herz. Dann zeige ich, wie viel Lebensfreude in mir steckt.

Ich möchte so gern mit dir hinausgehen in den Sonnenschein. Ich möchte die Nässe abschütteln und endlich erfahren, wie sich ein richtiges Hundeleben anfühlt.

Ich kann sogar richtig lustig sein – frag Manuela. Mit ihr habe ich schon einmal Hundetanz gemacht. Für einen kleinen Moment wurde aus dem Prasseln ein fröhlicher Rhythmus.


Ich bin bereit, den alten Regen hinter mir zu lassen.

Ich bin doch da. Ich warte noch immer. Ich habe mich nicht versteckt. Ich habe nicht aufgegeben. Ich bin nur immer noch hier.

Hol mich hier raus. Ich warte auf dich."

Und tatsächlich: Archie ist immer noch hier. Wir haben ihn schon so oft gezeigt und von ihm erzählt. Andere Hunde haben inzwischen ihre Koffer gepackt und sind in ein neues Leben gereist. Archie blieb zurück.

Wie oft kann man von einem Hund erzählen, bevor niemand mehr seine Geschichte hören möchte? Wie oft kann man schreiben: Er wartet noch?


Archie ist kein schwieriger Hund und er trägt auch kein großes Geheimnis mit sich herum. Er braucht einfach etwas Zeit, wenn sich seine Welt verändert. Er braucht Menschen, die ihm zeigen, dass er ihnen vertrauen kann. Und dann wird er seinen Weg gehen.

Vier Jahre seines Lebens hat Archie hinter Zwingergittern verbracht. Er hat lange genug gewartet. Viel zu lange.


Wir möchten im nächsten Jahr nicht wieder schreiben müssen, dass Archie immer noch dort sitzt und auf seinen Menschen wartet. Wir möchten ihm endlich zeigen, wie sich ein richtiges Zuhause anfühlt. Dafür brauchen wir Sie.

„Komm, Archie. Du hast lange genug gewartet.

Vielleicht ist es diesmal wirklich soweit.


Daniela Koenemann

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin 

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Lebenslichter 26.10.2026, 18.39 | (0/0) Kommentare | PL

Denisse – …endlich beginnen zu leben

Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 05/2022

Schulterhöhe: 57 cm

Ich würde so gern mit meinem Lieblingsmenschen spazieren gehen, die Welt erschnuppern, endlich etwas lernen, neue Hunde- und Menschenfreunde treffen, umsorgt werden und abends bei meiner Familie sein. Ich möchte wissen, dass ich geliebt werde und bleiben darf. Für immer.

Denisse ist natürlich kein sprechender Hund, und wir können auch keine Hundegedanken lesen. Aber wenn wir uns die Fotos und Videos der rund viereinhalbjährigen Hündin ansehen, die von den mit uns befreundeten Tierschützern im August 2026 endlich wieder einmal besucht werden durfte, dann können wir uns ziemlich gut vorstellen, was in Denisse vorgehen mag.

Denn da sehen wir eine allerliebste, freundliche, neugierige und aufgeschlossene Hündin, die unbedingt gefallen möchte und ganz offensichtlich spürt, dass es außerhalb ihres Gefängnisses noch so viel mehr zu entdecken gibt. Denisse hat Menschen gern, mit anderen Hunden kommt sie problemlos zurecht. Sie ist ein feines, wunderhübsches Hundemädchen. Eine Perle, die so viel zu geben hätte – wenn man sie nur endlich ließe.

Stattdessen sitzt Denisse schon ihr ganzes Leben hinter Gittern; auf nacktem Beton in einem kahlen Zwinger von wenigen Quadratmetern. Im August 2022 waren sie und ihre Geschwister Damish, Damek, Denis, Darcyline und Daffie geschätzt erst drei Monate alt, als für sie das endete, was einmal ein ganz normales Hundeleben hätte werden sollen.

Sie kamen in eines der widrigen Hundelager. Tor zu, fertig. Das wär´s dann gewesen – wären unsere Tierschützer vor Ort nicht wenig später auf die sechs Welpen aufmerksam geworden.

Im Oktober 2022 durften wir die kleine Hundefamilie zum ersten Mal auf unserer Homepage vorstellen. Und tatsächlich geschah ein erstes Wunder: Damek konnte noch vor Jahresende in sein Zuhause ziehen. Leider sollte dies bis heute das einzige Wunder für die Geschwisterchen bleiben. Daffie ist inzwischen verstorben, die anderen vier warten noch immer – eingesperrt, ohne Nestwärme und ohne Hoffnung, endlich ankommen zu dürfen.

Schon recht früh wurde bei allen Geschwistern Leishmaniose festgestellt; vermutlich schon im Mutterleib übertragen von ihrer ebenfalls erkrankten Mutter. Ob das der Grund dafür ist, dass weder Denis, Damish, Darcyline noch unsere allerliebste Denisse bisher auch nur eine einzige passende Anfrage erhalten haben?

Wir wissen es nicht. Vielleicht schreckt die Diagnose immer noch viele Menschen ab. Dabei bedeutet Leishmaniose nicht zwangsläufig, dass ein Hund kein schönes und erfülltes Leben führen kann. Mit der richtigen tierärztlichen Betreuung und einer auf den jeweiligen Hund abgestimmten Therapie können betroffene Tiere durchaus viele gute Jahre erleben.


Doch genau diese medizinische Versorgung gibt es für Denisse derzeit nicht. Die Lagerleitung lässt eine solche nicht zu. Umso wichtiger wäre es, dass Denisse endlich einen Menschen findet, der bereit ist, sich ihrer anzunehmen und ihr die Behandlung zukommen zu lassen, die sie so dringend braucht.

Aufgeben kam für uns noch nie infrage. Deshalb stellen wir Denisse heute noch einmal ganz oben auf unsere Liste. Denn trotz ihrer schwierigsten Lebensumstände ist diese Hündin noch immer lieb, vertrauensvoll, neugierig und bewegungsfroh. Noch hat sie ihre Lebensfreude nicht verloren.


Aber wie lange wird das so bleiben?

Jahre hinter Gittern gehen nicht spurlos an einem Hund vorbei. Und je länger Denisse warten muss, desto größer wird die Gefahr, dass ihre Erkrankung irgendwann Folgen hat, die sich nicht mehr auffangen lassen. Wir möchten verhindern, dass ihr Leben, das noch gar nicht recht begonnen hat, eines Tages endet, ohne dass sie jemals erfahren durfte, wie sich ein eigenes Zuhause anfühlt.

Deshalb bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser: Helfen Sie Denisse.

Wenn Sie auf der Suche nach einer lieben, wunderschönen erwachsenen Hündin sind, etwas Hundeerfahrung und Einfühlungsvermögen sowie genügend Zeit und Geduld mitbringen, dann könnte Denisse genau die richtige Begleiterin für Sie sein. Und falls Sie selbst ihr kein Zuhause schenken können, helfen Sie ihr bitte trotzdem: Erzählen Sie in Ihren Kreisen von Denisse und teilen Sie ihre Geschichte in Ihren sozialen Medien.


Vielleicht geschieht durch viele Menschen, die nicht wegsehen, doch noch ein weiteres kleines Wunder.

Wir wünschen uns von Herzen, dass Denisse endlich ein Leben beginnen darf, das diesen Namen auch verdient. Und wir danken Ihnen für jede Unterstützung.

Ina Schoenfuss

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Über mich

Geboren vor 71 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.


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"Wenn du mit den Tieren sprichst,
werden sie mit dir sprechen,
und ihr werdet euch kennenlernen.
Wenn du nicht mit ihnen sprichst,
dann werdet ihr euch nie kennenlernen.
Was du nicht kennst, fürchtest du.
Was du fürchtest, zerstörst du."

~Häuptling Dan George~

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